Tipp für Friedenstifter: „Gebt Raum dem Zorn!“

Weihnachtliche Gedanken über Paulus und seine seltsame Friedensermahnung

Paulus ruft nicht zu einem Tun, sondern zu einem Lassen auf: „Gebt Raum dem Zorn!“ Was davor steht, erwartet er selbstverständlich von Menschen, die geliebt sind. Wozu er diese ermutigen will, an Stelle einer von ihnen selbst verübten Rache, ist keine Selbstverständlichkeit: dass sie dem Zorn Raum geben.

Bild: Helmut Schütz

Das Goldene Kalb: Vom Tanz zum Bürgerkrieg

Wir können es nicht aus der Bibel wegdeuteln: Ein ehrwürdiger Mann wie Mose ruft dazu auf, „den Bruder, Freund und Nächsten“ zu erschlagen, weil im Volk keinerlei Respekt vor Gottes Geboten existiert. Mit dem, was wir von der Barmherzigkeit Gottes an anderen Stellen der Bibel erfahren, hat dieses Strafverfahren nichts zu tun. Die Bibel ist nicht immer einfach zu lesen.

In Gedanken, Worten, Taten „sauber“ bleiben

Unzucht heißt, einen anderen Menschen nur wie einen Gegenstand zu benutzen, seine Würde mit Füßen zu treten. Unreinheit ist die Beschmutzung der eigenen Seele durch Unehrlichkeit und Hintergedanken und durch die Beleidigung anderer. Das Thema Habsucht ist aktuell, weil unser ganzes Wirtschaftssystem darauf aufbaut, dass jeder möglichst viel verdienen will und soll.

„Gebt Raum dem Zorn, aber rächt euch nicht selbst!“

Wer sich rächt, tut es oft, weil der Täter selber fühlen soll, was er einem anderen angetan hat. Aber menschliche Rachetaten können das nicht erreichen, denn dann müsste der Täter ja erst einmal fühlen können wie ein mitfühlender Mensch. Das schafft nur Gott: einen Übeltäter mit dem konfrontieren, was er wirklich angerichtet hat, ohne dass er sich davor verstecken kann.