Jesu Liebe zum kleingläubigen Petrus

Das Evangelium für den kleingläubigen Petrus ist ein sehr menschliches Evangelium. Wenn das in unserer Kirchengemeinde zu spüren ist, dann sind wir einladend für andere, die auch nur einen kleinen Glauben haben. Sind wir Menschen, die nichts überspielen, sondern ihre Schwächen und Unsicherheiten eingestehen können? Sind wir, statt Meister im Glauben sein zu wollen, Suchende und Fragende, manchmal auch Streitende?

Kirchenfenster: Jesus und Petrus wandeln auf dem Meer, Petrus bittet Jesus um Hilfe, im Hintergrund das Boot mit den anderen Jüngern

Jesus hilft dem kleingläubigen Petrus (Bild des Kirchenfensters: pixabay.com)

#predigtDiamantene und Goldene Konfirmation mit Taufe und anschließender Abendmahlsfeier am Sonntag, den 1. Mai 1988 um 10.30 Uhr in der Reichelsheimer Kirche

Herzlich willkommen in der Reichelsheimer Kirche; ich wünsche allen einen guten Morgen an diesem 1. Mai!

Ich begrüße besonders die Diamantenen und die Goldenen Konfirmanden, die hier zusammengekommen sind – zum Teil von auswärts – um ihr Konfirmationsjubiläum feiern – 60 bzw. 50 Jahre nach ihrer Konfirmation!

Außerdem: Hallo, kleiner …! – er ist mit seinen Eltern, seinen Paten und anderen Verwandten hier, um in der ersten Hälfte des Gottesdienstes getauft zu werden. Schließlich freue ich mich, dass auch eine ganze Reihe Kinder der Einladung zum Kindergottesdienst gefolgt sind. Den Anfang des Gottesdienstes bekommt ihr hier in der Kirche mit, auch die Taufe, und dann, vor der Predigt, geht ihr mit Frau … und mit … nach drüben ins Sälchen. Viel Spaß!

Lied 347, 1-3:

Lobet den Herren alle, die ihn ehren; lasst uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren!

Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket: Lobet den Herren!

Dass unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren!

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir hören zum Eingang die Worte des Psalms 139, 1-18 und 23-24:

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.

Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir…

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.

Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott im Himmel, Du bist nicht nur weit weg im Himmel, Du bist uns nahe hier auf der Erde. Du umgibst uns von allen Seiten, wir sind Dir wichtig. Und das Schöne daran ist: Wir müssen nicht vor Dir Angst haben, denn Du hast uns lieb. Du zählst und rechnest nicht unsere bösen Taten zusammen, sondern traust uns Gutes zu. Hilf uns, dass wir Vertrauen zu Dir fassen. So bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Markus 4, 35-41:

35 Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren.

36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm.

37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass das Boot schon voll wurde.

38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille.

40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

41 Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied 823, 1-6
Taufe
Lied 152, 1+2
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Festpredigt im Gottesdienst zur Diamantenen und Goldenen Konfirmation hören wir einen Bibeltext aus dem Evangelium nach Matthäus 14, 22-33:

22 Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe.

23 Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.

24 Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.

25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See.

26 Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht.

27 Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!

28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.

29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.

30 Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!

31 Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

32 Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich.

33 Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

Liebe Gemeinde, besonders liebe Diamantenen und liebe Goldenen Konfirmanden!

Das klingt gut – „diamanten“, „golden“ – lauter wertvolle Stücke haben wir hier in der Kirche sitzen, und das nicht nur, weil Sie Ihr Konfirmationsjubiläum feiern, sondern weil wir alle, jede und jeder einzelne, für Gott ganz wichtige und kostbare Menschen sind. Ob wir es glauben oder nicht, ob wir das so annehmen wollen oder nicht, es stimmt.

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Stimmt es wirklich?

Vielleicht würde mancher sagen: Sicher, wenn man sich bemüht, dann kann man für Gott schon sehr brauchbar sein. Etwas guter Wille gehört natürlich dazu, und wenn man die Ansprüche vielleicht nicht ganz so hoch schraubt, dann schneidet man vergleichsweise schon ganz gut bei Gott ab.

Aber andere würden antworten: Nein, das kann gar nicht wahr sein. So einen starken Glauben habe ich nicht, und auch nicht so eine große Nächstenliebe. So viel leiste ich nicht für die Kirche und für Gott. Warum sollte ich, ausgerechnet ich, für Gott eine so wichtige Rolle spielen? Ich, ein kostbarer Mensch? Ich bin viel zu unvollkommen, ich kenne meine Fehler.

Und werden nicht auch die Menschen der Bibel ganz realistisch beschrieben, in ihren geistigen Höhenflügen, aber auch in ihren Abstürzen? Der Petrus will sogar auf dem Wasser laufen, aber dann versinkt er kläglich! Ein wertvoller, unersetzbarer Mensch für Gott – kann er das überhaupt sein, dieser Kleingläubige?

Lassen Sie mich einmal phantasieren. Wie wäre es denn eigentlich gewesen, wenn Petrus nicht kleingläubig gewesen wäre? Wäre er dann großgläubig gewesen? Wie wäre es dann weitergegangen mit den Christen?

Ich erzähle also nun die Geschichte einmal anders weiter, als sie in der Bibel steht – wohlgemerkt, das ist nur ausgedacht, und achten Sie bitte gut auf den Unterschied zu der wirklichen biblischen Geschichte, die wir eben von … gehört haben:

Die großgläubigen Wasserläufer

Das war die Geschichte von den großgläubigen Wasserläufern.

Gut, dass sie nicht so in der Bibel steht. Das kann nicht das Gegenbild zur Kleingläubigkeit des Petrus sein, das wäre eine furchtbare Sache: eine Gemeinde der Eingeweihten, der Eingebildeten, die wissen, wie man Wunder in Serie fertigt, die für sich leben und sich um die anderen nicht kümmern. Das alles hat nichts mit unserem Christenglauben zu tun.

Und das sei auch jedem gesagt, der sich vielleicht (das ist ja ein immer wiederkehrendes Thema) an dem hier erzählten Wunder stört – darauf kommt es überhaupt nicht an. Die Wundergeschichte ist nur das Mittel, um etwas viel Wichtigeres auszudrücken: nämlich – dass das Evangelium gerade für die Kleingläubigen da ist!

Ich weiß von mir, dass mein Glaube ein schwaches Pflänzchen ist, dass ich ihn niemals unwandelbar habe, wie man Kenntnisse haben kann. Ich weiß, dass ich oft genug zwar in Predigten vom Glauben reden kann, aber in Gesprächen nicht das richtige Wort finde, das vom Glauben her gesagt werden müsste. Ich weiß, dass ich mein Vertrauen zu Gott immer wieder neu zu bewähren habe; ich erfahre immer wieder, dass mein Vertrauen mickrig ist oder auch gelegentlich ganz und gar fehlt, weil mich Angst überkommt oder ein egoistisches Sicherheitsbedürfnis. Ich weiß das alles. Und trotzdem möchte ich lieber mit diesem schwachen Vertrauen leben als mit einem Großglauben, der mir krank vorkommt. Ich möchte lieber in einer Volkskirche leben mit vielen Problemen als in einer Gemeinde, die sich selbst genug ist und keinerlei Solidarität für die Kleingläubigen übrig hat. Es gibt ja solche großgläubigen Gemeinschaften, die wir manchmal fast etwas neidisch betrachten; wir sagen dann: eigentlich muss man sie bewundern, wie sie von Haustür zu Haustür gehen und sich für ihren Glauben einsetzen, wie sie stundenlang auf der Straße stehen und ihre religiösen Blätter anbieten, die wissen, was sie glauben. Aber ich habe den Eindruck, von solchen Sondergemeinden gehen kaum heilende Kräfte aus; geknechtet werden die Menschen, die sich ihnen anschließen, und abgewertet werden alle, die das nicht tun wollen.

Ich bin dankbar für das Evangelium vom kleingläubigen Petrus, wie es uns von Matthäus überliefert ist. Denn in diesem Evangelium komme ich vor. Hier bekomme ich Luft. Hier wird niemand zum uneingeweihten Außenseiter gestempelt, nur weil sein Glaube klein ist. Wenn selbst von Petrus heißt: „Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!“ – dann heißt das doch wohl, dass wir alle, auch wenn wir sehr aktive Christen sind, im Glauben immer Anfänger bleiben.

Die Art, wie Jesus mit Petrus umgeht, tut mir wohl. Er verwaltet kein Geheimwissen, das er großherzig an seine persönlichen Lieblinge austeilt. Er sucht sich auch nicht irgendwelche Streber heraus, die sich an ihn heranschmeißen und einschmeicheln. „Seid getröstet. Ich bin’s. Fürchtet euch nicht.“ Mit diesem Gruß vermittelt er allen Erschrockenen und Verstörten, allen Unsicheren und Geängsteten die Erfahrung, dass sie nicht allein sind und nicht ganz allein ihr Leben meistern müssen. Furcht und Unsicherheit sind nichts, wofür man sich schämen müsste. In Jesu Augen macht es mich nicht unmöglich, dass ich Zweifel habe und gelegentlich scheitere, dass ich mir Sorgen mache über die Zukunft der Menschheit auf unserer Erde und nachgrüble über die kleinen Alltagsprobleme, über die ich nicht Herr werde. Auch dass ich gelegentlich aufschreien möchte: Hilfe, ich versinke – Wellen gehen über mich her, große Wogen, Fluten, Wasser; ich habe Angst vor morgen, ich habe Angst vor dem nächsten Schritt; auch dies Gefühl macht mich in Jesu Augen nicht unmöglich. Er weidet sich auch nicht an der Schwäche des Petrus, er kritisiert gar nicht seinen Kleinglauben – er stellt ihn nur fest – und packt zu: „Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ Er soll gar kein Großgläubiger sein. Er soll nur wissen, auch wenn er Angst hat, unterzugehen: da ist einer, der zupacken kann, der ihn festhält, so dass er nicht ertrinken muss.

Auch wir müssen nicht ganz allein mit allem fertigwerden. Wir müssen uns nicht immer zusammenreißen. Jesus hält es aus, wenn wir unsere Schwäche zeigen, und wenn wir uns auf die Suche machen, finden wir auch andere Menschen, bei denen wir unser Herz ausschütten können, ohne dass wir es später bereuen müssen.

Das Evangelium für den kleingläubigen Petrus ist ein sehr menschliches Evangelium, für mich, für Sie für Euch. Wenn das bei uns zu spüren ist, in unserer Kirchengemeinde, dann sind wir einladend für andere, die auch nur einen kleinen Glauben haben. Es ist einladend, wenn Menschen an uns erfahren, dass wir unfertig sind und an dieser Unfertigkeit nicht verzweifeln. Es ist einladend, wenn andere mit uns die Erfahrung machen: Da sind Menschen, die ihre Schwächen und Unsicherheiten eingestehen können, nichts überspielen, nicht Meister im Glauben, sondern Suchende, Fragende, manchmal auch Streitende, die hoffentlich auch verschiedene Antworten gelten lassen und vor allem – zuhören können.

Interessant ist es, in diesem Zusammenhang einmal das Wort „Konfirmand“ zu untersuchen. Es kommt ja von „confirmare“ = festmachen, bestätigen, bekräftigen. Gewöhnlich wird es so verstanden: bei der Konfirmand bestätigt der Konfirmand seine Taufe, er bekräftigt seinen Glauben und steht fest zur Kirche. Jedenfalls sollte es eigentlich so sein, denken wir. Aber die lateinische Wortform „confirmandus“ heißt, holprig, aber wörtlich übersetzt, eigentlich: „ein Festzumachender“. Warum nicht „ein Festzuhaltender“? Vielleicht ist ein Konfirmand einer, der wie Petrus es nötig hat, festgehalten zu werden. Von Jesus und von anderen Christen. Und das immer wieder, ganz gleich, wie alt man ist – ein kleines Kind, ein Konfirmand von 12, 13, 14 Jahren, ein erwachsener Christ mitten im Leben oder auch ein Goldener oder Diamantener Konfirmand.

Und – ich komme auf den Ausgangspunkt meiner Predigt zurück – ganz unabhängig davon, ob ich mich unvollkommen fühle oder ob ich sogar ein wenig stolz auf mich sein kann – für Jesus bin ich in jedem Fall wertvoll genug, wichtig genug, dass er sich voll für mich einsetzt, sogar mit seinem Leben. Das ist unerklärlich, wenn ich auf mich selber sehe, ist nicht zu erklären mit der Größe meines Glaubens oder mit dem, was ich an Leistungen vorzuweisen habe. Es ist nur damit zu erklären, dass Gott mich lieb hat. Mich und Sie und Dich, jeden und jede von uns. Das ist so, basta. Darum hält Gott uns und lässt keinen von uns fallen. Darum können wir uns an ihn halten im Leben und im Sterben. Er hat uns lieb. Darum sind wir für Gott kostbar und wichtig und er kann uns alle brauchen, um die Liebe und den Glauben auf der Erde langsam wachsen zu lassen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied 236, 1-3:

Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hierher hat mich Gott geleit‘, bis hierher hat er mich erfreut, bis hierher mir geholfen.

Hab Lob und Ehr, hab Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: der Herr hat Großes mir getan, bis hierher mir geholfen.

Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden; damit sag ich bis in den Tod: durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er geholfen.

Liebe Diamantenen und liebe Goldenen Konfirmanden!

Nun wende ich mich noch einmal ganz persönlich an Sie, die vor 60 bzw. vor 50 Jahren zum größten Teil hier in dieser Kirche, zum Teil auch an anderen Orten eingesegnet worden sind. Damals wie auch heute haben Sie gemeinsam das Glaubensbekenntnis gesprochen, haben gemeinsam gebetet und gesungen, Schriftwort und Predigt gehört. Der Segen, den Sie damals empfingen, war ein Ausdruck dafür, dass Gott Sie begleiten würde auf Ihren Wegen; das mag der eine mehr, der andere weniger stark empfunden haben – heute ist ein neuer Anlass da, noch einmal darüber nachzudenken, wie Gott wirklich unser guter Begleiter ist, dem wir vertrauen können in Gesundheit und in Krankheit, in der Freude und in der Trauer, im Leben und im Sterben.

Diamantene und Goldene Konfirmation

Gottes Segen sei mit Ihnen auch an Ihrem Lebensabend. Sein Friede erfülle Ihr Herz, regiere Ihre Gedanken und bestimme Ihr Tun. Gottes Angesicht leuchte über Ihnen auf allen Ihren Wegen. Amen.

Gott im Himmel, wir danken Dir für den Feiertag, den Du uns schenkst, für diesen Sonntag, den wir nutzen, um die Diamantene und die Goldene Konfirmation zu begehen, um ein Kind zu taufen, und um einfach mit Dir zusammen Gottesdienst zu feiern. Wir danken Dir für das Kind, das Du seinen Eltern geschenkt hast und as wir heute in Deine Gemeinde aufgenommen haben. Als Mitglieder der Jubiläumskonfirmandengruppen danken wir für Wiedersehensfreude und für all die wertvollen Erinnerungen, die in uns lebendig sind. Wir danken Dir für Deine gnädige Führung, die wir unser Leben hindurch erfahren durften. Und nun bitten wir Dich: begleite uns auch weiterhin auf unseren Wegen. Lass uns nicht allein, wenn wir Mut und Trost und Zuversicht brauchen. Lass in uns Glauben, Hoffnung und Liebe wachsen, damit wir uns als Christen bewähren in den ruhigen und in den stürmischen Zeiten unseres Lebens. Bewahre uns in allem, was uns belastet und bedrückt. Insbesondere schließen wir in unsere Fürbitte diejenigen Mitglieder und Angehörigen unserer Diamantenen und Goldenen Konfirmanden ein, die erkrankt sind und daher heute nicht hier sein können. Außerdem denken wir im Gebet an die aus Ihren Reihen bereits verstorbenen Mitkonfirmanden. In der Stille bringen wir nun vor Dich, was uns bewegt und was uns belastet…

Alle unsere stillen Gebete schließen wir zusammen in dem Gebet, das uns Jesus lehrte:

Vater unser und Segen

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