Roman Landau: „Der Aufstieg Europas“

Der Journalist und Historiker Dr. Roman Landau will beweisen, dass das moderne Europa jüdisch-christlichen Impulsen mehr verdankt als Einflüssen der griechisch-römischen Antike. Leider tut er seinem Anliegen keinen Gefallen, indem er häufig fehlerhaft oder abwegig argumentiert (bis hin zu Spekulationen über einen blonden David) und der akademischen Wissenschaft pauschal Fachidiotie und Selbstüberschätzung vorwirft.

Kopf der Statue des David von Michelangelo in Florenz

Würde es etwas beweisen, wenn der biblische David blond gewesen wäre? (Bild: MaatkarePixabay)

Inhalt der Buchbesprechung

Sehr geehrter Herr Dr. Landau

Wurde die deutsche Sprache noch vor 300 Jahren als Kultursprache grundsätzlich angezweifelt?

Ist das Judentum eine Zwei-Götter-Religion?

Sind naturwissenschaftliche Welterklärungsmodelle prinzipiell unbeweisbar?

Gab es im Frühmittelalter eine jüdische und christliche Selbstverwaltung?

Hatten Calvinismus, Protestantismus und Anglikanismus es nur auf das Vermögen der „christlichen Gemeinschaften“ abgesehen?

Ist Leviathan das Fleisch des weiblichen Wals?

Wird der amerikanische Einfluss auf die deutsche Demokratie von allen geleugnet?

Ist aus einem egalitären Ur-Christentum die feudale Staatskirche des 19. Jahrhunderts geworden?

Sind alle modernen Gelehrten Fachidioten, die sich selbst überschätzen?

Wurde niemals römisches Recht in die europäische Rechtsgeschichte übernommen?

Kennt Roger Bacon keine andere Rechtstradition als die jüdische?

Kann man den Begriff „Judex“ für einen Richter von den Juden ableiten?

Ist das Wort „logos“ im Johannesevangelium mit „Gesetz, Ordnung“ zu übersetzen?

Haben die Juden den Pazifismus erfunden?

Wissen die Historiker heute nicht mehr, wonach sie überhaupt suchen?

Wann entstand aus welchen zwei Völkern das Volk des Judentums?

Werden in der Bibel kaum große Katastrophen der Menschheitsgeschichte erwähnt?

Wirft ein „blonder David“ Fragen bezüglich der ethnischen Zusammensetzung des ältesten Judentums auf?

Waren die Armenier und nicht die Römer die Besatzungsmacht in Jerusalem zur Zeit Jesu?

Erklären Jacques Monod und Manfred Eigen die Entstehung des Lebens als „reinen Zufall“?

Treibt die „intellektuelle Elite“ den Abstieg unserer Gesellschaft voran?

Was hat die höchste Staatsgewalt in Hamburg mit dem christlichen „Kyrie eleison“ zu tun?

Wie modern war das mittelalterliche Christentum nun wirklich?

Sehr geehrter Herr Dr. Landau,

nachdem ich von Wilhelm Kaltenstadlers Buch „Die jüdisch-christlich-islamische Kultur Europas. Wurzeln – Strukturen – Entwicklungen“ aus dem Jahr 2014 sehr angetan gewesen war und er sich mehrfach auf Sie bezogen hatte, hatte ich mir von Ihrem Buch „Der Aufstieg Europas. Wie modern war das mittelalterliche Christentum?“ (UBW-Verlag, Hamburg 2006) [alle farbig hinterlegten Zitate auf dieser Seite stammen aus diesem Buch] eine Menge weiterer Aufschlüsse erhofft.

Stattdessen sind mir viele Zweifel an Ihrer Argumentationsweise gekommen, die sich vor allem auf solche Themenbereiche beziehen, über die ich als evangelischer Theologe ganz gut Bescheid weiß. Ich nehme daher nicht Stellung zur Gesamtaussage Ihres Buches, sondern zitiere nur einige Passagen, zu denen ich jeweils meine kritischen Anmerkungen und Anfragen formuliere.

Wurde die deutsche Sprache noch vor 300 Jahren als Kultursprache grundsätzlich angezweifelt?

„Noch in der Barock-Zeit hatten … viele (z. B. Leibniz) angenommen, daß das Deutsche sich nie für kulturelle und philosophische Diskurse eignen würde, und daß die deutsche Kultur zusammen mit dem deutschen Volk schon bald aussterben würde (Bernal 318)“. (S. 11)

So zitieren Sie ein Werk von Bernal (welches genau, ob von Martin oder John D. Bernal, geht weder aus Ihrem Text noch aus dem Literaturverzeichnis hervor), in dem der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz als Kronzeuge für einen Abgesang auf die deutsche Sprache noch vor 300 Jahren benannt wird.

Damit passt aber nicht zusammen, dass genau dieser Leibniz gelehrte Menschen dazu ermutigt, auch Gedanken der „Logick und Metaphysick“ in „Teutscher“ Sprache auszudrücken. Das entnehme ich seiner Schrift „Unvorgreiffliche Gedancken, betreffend die Ausübung und Verbesserung der Teutschen Sprache“, die frei zugänglich im Internet nachzulesen ist:

„10. Es ereignet sich aber einiger Abgang bey unserer Sprache in denen Dingen, so man weder sehen noch fühlen, sondern allein durch Betrachtung erreichen kan; als bey Ausdrückung der Gemüths-Bewegungen, auch der Tugenden und Laster und vieler Beschaffenheiten, so zur Sitten-Lehr und Regierungs-Kunst gehören; dann ferner bey denen noch mehr abgezogenen und abgefeimten Erkäntnissen, so die Liebhaber der Weissheit in ihrer Denck-Kunst, und in der allgemeinen Lehre von den Dingen unter dem Nahmen der Logick und Metaphysick auff die Bahne bringen. Welches alles dem gemeinen Teutschen Mann etwas entlegen und nicht so üblich, da hingegen der Gelehrte und Hoffmann sich des Lateins oder anderer fremden Sprachen in dergleichen fast allein und in so weit zu viel beflissen; also dass es denen Teutschen nicht am Vermögen, sondern am Willen gefehlet, ihre Sprache durchgehends zu erheben. Denn weil alles was der gemeine Mann treibet, wohl in Teutsch gegeben, so ist kein Zweiffel, dass dasjenige, so vornehmen und gelehrten Leuten mehr fürkommt, von diesen, wenn sie gewolt, auch sehr wohl, wo nicht besser in reinem Teutsch gegeben werden können.“

Ist das Judentum eine Zwei-Götter-Religion?

„Das Judentum scheint diesen [altorientalischen] Polytheismus auf zwei Götter reduziert zu haben. Der höchste, Allmächtige Gott und Jahwe, der Gott des Krieges. Die Bibel hat das Zeugnis dieser Dichotomie bewahrt, wenngleich das Judentum später in der Auslegung und Interpretation diesen Doppelcharakter aufgegeben zu haben scheint, und nur noch einen gerechten Gott kennen wollte. Das Böse in der Welt ist dann aber nicht mehr erklärbar.“ (S. 16)

Meines Erachtens ist es abwegig, dem Judentum (nachdem es seit der Zeit des babylonischen Exils und der Perserzeit den Polytheismus zugunsten eines strikten Monotheismus aufgegeben hat) einen Ditheismus bzw. religiösen Dualismus unterstellen zu wollen.

Wer das Böse durch die Annahme eines zweiten, bösen Gottes zu erklären versucht, entfernt sich jedenfalls vollständig vom Kerngedanken der jüdischen und christlichen Theologie, dass nur ein Gott ist und dass dieser Gott dem Bösen absolut überlegen ist. Mich hat in diesem Zusammenhang der Gedanke des Philosophen Odo Marquard überzeugt, dass das Böse grundsätzlich unerklärbar ist, dass aber zugleich das Böse zu den Fragen gehört, auf die man immer wieder neue Antworten geben muss, nicht um sie endgültig zu beantworten, sondern um sie offen zu halten.

Dem Wesen der jüdischen Gottesvorstellung widerspricht es auch, wenn Sie JHWH auf einen Kriegsgott reduzieren. Der unaussprechliche Name Gottes steht für die Unverfügbarkeit des Gottes, der eine Gesellschaft der Freien und Gleichen heraufführen will. Von grundsätzlichem Pazifismus ist dabei allerdings nicht die Rede.

„Gott existiert, und zwar zweimal. Nämlich einmal als die Schöpfung, die uns in letzter Konsequenz vermutlich immer ein Rätsel bleiben wird, und zum zweiten als moralische Abstraktion unseres Gesellschaftsvertrages.“ (18)

Es klingt für einen Christen, der sich zudem darum bemüht, den Jahrhunderte alten Antijudaismus des Christentums endlich zu überwinden, sympathisch, wenn Sie sich für den jüdisch-christlichen Glauben stark machen.

Aber wenn Sie Gottes Existenz verdoppeln und in dieser Verdoppelung dann gleich wieder radikal reduzieren, nämlich erstens auf die Schöpfung (der Gott im jüdisch-christlichen Sinn doch stattdessen als Schöpfer gegenüber steht!) und zweitens auf einen Gesellschaftsvertrag (darin stehen Sie zwar dem Theologen Ton Veerkamp nahe, aber auch dem halte ich in diesem Punkt zumindest Einseitigkeit vor), dann erscheint Ihre Parteinahme auch wieder fragwürdig. Treten Sie vielleicht nur für ein (falsches) Bild ein, dass Sie sich vom jüdischen und christlichen Glauben machen? Da bleibe ich lieber vorsichtig.

Sind naturwissenschaftliche Welterklärungsmodelle prinzipiell unbeweisbar?

„Die vom Affen abstammende Bioform, die zur Hybris neigt, muß sicher noch einen weiten Weg gehen, um die Geheimnisse der Schöpfung zu verstehen.

Zwar stellt sie eindrucksvolle Theorien auf wie die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik, aber diese passen noch immer nicht ganz zusammen und erklären eigentlich relativ wenig.

Die Relativitätstheorie ist übrigens auch mit dem Grundwissen der Biologen unvereinbar. Nach der Relativitätstheorie würden Zwillinge, die in zwei verschiedenen Raumschiffen unterschiedlich schnell fliegen, unterschiedlich schnell altern.

Man muß dazu wissen, daß die naturwissenschaftlichen Welterklärungsmodelle prinzipiell unbeweisbar sind und (von ihrem erkenntnistheoretischen Gehalt her) den rein spekulativen Glaubenssätzen ähneln, mit der ja auch die Theologen arbeiten.“ (S. 18f.)

Zwar haben Sie Recht damit, dass es nie einen endgültigen Beweis für eine physikalische Theorie gibt. Aber das spricht nicht gegen die Naturwissenschaft, sondern es ist gerade ihr Wesen, dass sie bestrebt sein muss, ihre eigenen Ergebnisse zu falsifizieren. So lange das allerdings nicht gelingt, und vor allem, wenn viele Beobachtungen und Messergebnisse eine Hypothese bzw. ihre Voraussagen bestätigen, dann sprechen Wissenschaftler von einer gut begründeten Theorie. Auch die kann irgendwann durch eine neue Theorie, die die Welt in ihren Zusammenhängen besser erklärt, abgelöst werden. Aber bis dahin kann sie wertvolle Dienste leisten, um etwa technischen Fortschritt zu ermöglichen.

Als Nicht-Physiker zu behaupten, dass Relativitätstheorie und Quantenmechanik nur relativ wenig erklären, kommt mir reichlich überheblich vor.

Um die Sache mit dem Zwillingsparadoxon wenigstens ansatzweise nachvollziehen zu können, sollten Sie sich vielleicht einmal unter dem Eintrag Zwillingsparadoxon bei Wikipedia informieren. Ich sage nicht, dass ich alles verstanden habe, was da steht, aber ich traue mir zumindest nicht zu, kurzerhand zu behaupten, dass all das dem Grundwissen eines Biologen widerspricht.

Apropos Biologen: Warum reden Sie eigentlich so unpräzise bzw. unrichtig davon, dass der Mensch nach Darwin vom Affen abstamme? Dass behauptet die Evolutionstheorie doch gar nicht. Menschen und Affen haben lediglich gleiche gemeinsame Vorfahren, wie ja überhaupt, wenn man die Gene der Lebewesen auf der Erde miteinander vergleicht, alles Leben miteinander verwandt ist.

Gab es im Frühmittelalter eine jüdische und christliche Selbstverwaltung?

„Die Juden schufen mit dem Talmud ein Regelwerk der gesellschaftlichen Ordnung und waren in der Lage, über die Interpretation die Dynamik des sozialen Prozesses zu berücksichtigen. Während die Christen sehr früh eine Hierarchisierung und Bürokratisierung erleben mußten. Der König, der diese gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten hatte, war in beiden Modellen urspünglich nur von zweitrangiger Bedeutung. (S. 20)

„Es scheint, als hätte es im Frühmittelalter tatsächlich eine solche Gesellschaft gegeben, in der der König relativ zweitrangig war und die jüdischen und christlichen Gemeinden sich quasi selbstverwaltet haben.“ (S. 21)

Diese kaum oder gar nicht belegten Thesen leuchten mir nicht ein. Ob der Talmud die Juden dazu befähigte, „über die Interpretation die Dynamik des sozialen Prozesses zu berücksichtigen“, kann ich nicht beurteilen – aber saßen Juden denn zwischen Antike und Neuzeit an Schaltstellen der Macht, so dass sie überhaupt die Chance gehabt hätten, „Hierarchisierung und Bürokratisierung“ im Prozess von Machtausübung zu vermeiden?

Auf der anderen Seite wurde das Christentum seit Konstantin, Theodosius und Justinian zum ideologischen Garanten des spätrömischen Kaiserreichs. Aber selbst, wenn später die Könige zeitweise weniger mächtig waren als die Kirche, hat dann doch wohl die Kirche Macht ausgeübt, oder soll es ein Machtvakuum, Anarchie oder etwas Ähnliches wie eine Demokratie gegeben haben? Das bleibt alles offen.

Hatten Calvinismus, Protestantismus und Anglikanismus es nur auf das Vermögen der „christlichen Gemeinschaften“ abgesehen?

„Schwieriger und langwieriger gestaltete sich die Enteignung des kirchlichen Grundbesitzes, der in vielen europäischen Ländern ein Drittel des gesamten Grundbesitzes ausmachte. Die berechtigte Kritik an vielen Mißständen des bürokratischen kirchlichen Apparates konnte schließlich genutzt werden, um das Kind mit dem Bade auszuschütten: Calvinismus, Protestantismus und Anglikanismus traten auf mit dem Gestus des theologisch-theoretischen Diskurses, zielten aber auf das Vermögen der christlichen Gemeinschaften. Ob einzelne Klöstergemeinschaften möglicherweise in vorbildlicher Weise sich um die Wohlfahrt ihrer Region gekümmert hatten, spielte plötzlich eine geringere Rolle als die Tatsache, daß es da einiges anzueignen gab.“ (S. 21f.)

Wo bleibt der Beweis oder wenigstens ein einziger Beleg für die Behauptung, dass „Calvinismus, Protestantismus und Anglikanismus“ es nur „auf das Vermögen der christlichen Gemeinschaften“ abgesehen haben?

Ist Leviathan das Fleisch des weiblichen Wals?

Leviathan = nach jüd. Überlieferung das Fleisch des weibl. Wal in der zukünftigen Welt; das Mahl der Gerechten. (Anmerkung auf S. 22)

Diese Überlieferung weicht von sonstigen Beschreibungen des Leviathan ab. Sie geben wieder keine Belegstelle an. Ich würde mich dafür interessieren, woher sie stammt.

Wird der amerikanische Einfluss auf die deutsche Demokratie von allen geleugnet?

„Besiegt wurde das alte System durch das, was man das amerikanische System nennen müßte. Obwohl dies seltsamerweise niemand macht. Lieber tut man so, als sei dies eben das gute alte deutsche Gesellschaftssystem, das so oder ähnlich schon immer geherrscht habe…“ (S. 30)

Ich denke, dass es für viele sogar selbstverständlich ist, dass die Amerikaner uns Deutschen die Demokratie, die bürgerlichen Freiheiten samt dem Wirtschaftswunder geschenkt haben, auf Grund derer es dann sogar möglich wurde, die Amerikaner wegen ihrer eigenen imperialistischen Politik in Vietnam und wegen des überzogenen Wettrüstens zu kritisieren.

Ist aus einem egalitären Ur-Christentum die feudale Staatskirche des 19. Jahrhunderts geworden?

„Mark Twain hatte sich übrigens auch entschieden gegen die Staatskirche gewandt, wie sie im 19. Jhd. existierte. Sie war nämlich zu einem ideologischen Apparat der feudalen Herrschaft geworden. Nachdem man den Christen ihren materiellen Besitz genommen hatte, war ihr weltanschauliches Gebäude entkernt worden und befand sich in einem Zustand, in dem es weder Paulus noch Saulus wiedererkannt hätte.

Auf diesen paradoxen Charakter des Christentums ist deutlich hinzuweisen. Während das Ur-Christentum eine egalitäre, kommunitaristische Bewegung war, die in brüderlicher Liebe zum Judentum stand und in der der kleine, kritische und mutige Handwerker zum Idealtypus wurde, war das Christentum des 19. Jhd. zu einer Karikatur seiner selbst und zu einem Abbild seiner feudal-staatlichen Reformer geworden.“ (S. 39)

Nachdem Sie pauschal über die sozialdarwinistischen Theorien von Nietzsche und Marx urteilen (und sogar schon Darwin selbst als Sozialdarwinisten einordnen, was mir besonders fragwürdig erscheint), unterziehen Sie auch das Christentum radikaler Kritik. Als ob es vorher nur positiv zu beurteilen gewesen wäre (jedenfalls das katholisch-klösterliche) und sich erst im 19. Jahrhundert in eine „nützliche Ideologie“ für eine militaristische und statische Gesellschaftsordnung verwandelt hätte.

Warum fällt es Ihnen so schwer zu differenzieren? Fast überall muss es Schwarz-Weiß zugehen, entweder loben Sie über den grünen Klee oder Sie urteilen rundweg ab.

Woher Sie das Urteil nehmen, dass „das Ur-Christentum eine egalitäre, kommunitaristische Bewegung war, die in brüderlicher Liebe zum Judentum stand und in der der kleine, kritische und mutige Handwerker zum Idealtypus wurde“, ist mir völlig schleierhaft (abgesehen davon, dass Ralph Davidson dasselbe behauptet hat, was er aber ebenfalls nicht belegen kann).

Die Urchristen waren ja selbst noch Juden, die allerdings rasch mit anderen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde über die Anbetung Jesu als Gottes Sohn in Streit gerieten. Und bereits ab dem 2. Jahrhundert entwickelten sich in der entstehenden katholischen Kirche antijudaistische Haltungen (die Marcel Simon, Verus Israel, Oxford 1986, eingehend beschreibt).

Für die romantische Verklärung kleiner, kritischer, mutiger Handwerker im Urchristentum bleiben Sie leider auch jeden Beleg schuldig.

Übrigens: Dass Mark Twain sich „entschieden gegen die Staatskirche“ wandte, kommt mir auch eigenartig vor, denn soweit ich weiß, gab es in den USA nie eine Staatskirche. Oder sollte er sich auf seinen Europareisen kritisch gegenüber der mit dem Staat verbundenen Kirche geäußert haben?

Sind alle modernen Gelehrten Fachidioten, die sich selbst überschätzen?

„Wie kommt es, daß diese einfachen Zusammenhänge bis jetzt nie richtig dargestellt werden konnten …? Zum einen hängt dies sicher vor allem mit dem wohlversteckten Interesse zusammen, den europäischen Enteignungsprozeß verharmlosen zu wollen. … Zum zweiten spielt sicher eine Rolle, daß der Mensch 98,4 % des genetischen Materials mit dem Schimpansen teilt und also zu schwierigen geistigen Abstraktionen höchstens dann in Ansätzen fähig ist, wenn es seinen Interessen dient.

Vor allem aber dürfte es an der (professionellen Fachidiotie) und der (professoralen) Hybris des akademischen Gewerbes liegen, die es verhindern, daß einfache Zusammenhänge, die in das Blickfeld des modernen Gelehrten kommen, vernünftig beantwortet werden können.“ (S. 41f.)

Die Frage, warum niemand außer Ihnen „diese einfachen Zusammenhänge“ bisher richtig darstellen konnte, beantworten Sie mit unbelegten Vermutungen und an Beleidigung grenzenden Unterstellungen:

  1. „Man“ (wer genau?) wollte die Enteignung der kirchlichen Klöster verharmlosen.
  2. „Der“ Mensch als Verwandter der Schimpansen ist sowieso immer von seinen Interessen geleitet (müsste das nicht aber auch für alle Juden und Christen gelten?).
  3. „Das“ akademische Gewerbe krankt an Fachidiotie und Hybris.

Solche verallgemeinernde Argumentationen kann ich nicht ernst nehmen. Ihr einziger Beleg für Ihre Behauptungen ist eine Anekdote über Ihren Doktorvater, die aber lediglich die banale Tatsache beweist, dass auch Wissenschaftler mal Unsinn reden. Aber wo ist das Problem? Andere denkende Menschen könnten dem Unsinn doch mit guten Gründen widersprechen. Meinen Sie wirklich, auf diese Weise „die“ Dummheit „des“ modernen Gelehrten bewiesen zu haben?

Wurde niemals römisches Recht in die europäische Rechtsgeschichte übernommen?

„Das Erstaunliche am Schicksal von Justinians Gesetzgebung ist, daß das Werk trotz des großen Aufhebens, das um seine Publikation gemacht wurde, zunächst wenig Aufmerksamkeit erregte.“

„Da es auf Latein geschrieben war, war es für viele griechisch sprechende Juristen in Byzanz unverständlich.“ (S. 44, beide Zitate aus Peter Stein, „Römisches Recht und Europa“)

Unter Berufung auf diese beiden aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate zweifeln Sie die Übernahme des Römischen Rechts in die europäische Rechtsgeschichte an. Aber haben Sie überhaupt das gesamte Werk des Historikers Peter Stein gelesen, in dem er doch genau diese Übernahme nachweist? So lese ich es jedenfalls in einer Rezension seines Buches bei Amazon:

„Stein beschreibt in knapper aber treffender Form, wie sich das römische Recht nach und nach in Europa verbreitet hat und wie es mehr und mehr Partikularrechte, die sich in den einzelnen Regionen gebildet hatten zu verdrängen begann.“

Kennt Roger Bacon keine andere Rechtstradition als die jüdische?

„Wie klärt man Unstimmigkeiten der Überlieferung? Man blickt in die Quellen. Vor mir liegt das Werk des wichtigsten europäischen Intellektuellen des 13. Jhds. Das ,Opus Majus‘ des Roger Bacon (R.B. Burke). … Bacon … verweist lediglich auf das jüdische Recht. Ihm scheint jede andere Rechtstradition völlig unbekannt zu sein, denn er versucht auch nicht andere Rechtstraditionen zu widerlegen. Nun ist ja allgemein bekannt, daß das sog. kanonische Recht 1140 von Gratian in Bologna gesammelt worden ist… Aber auch davon scheint Bacon nichts zu wissen. Er sagt: „Es gibt nur eine perfekte Weisheit, und zwar die Weisheit der Schriften. … ‚Die Bücher des Alten Testaments werden kanonische Schriften genannt‘.“ (S. 45f.)

In die Quellen zu blicken, ist ein löbliches Unterfangen. Aber wie Sie das tun, klärt überhaupt keine der von Ihnen unterstellten Unstimmigkeiten.

Zunächst einmal blicken Sie nicht in „die“ Quellen, sondern nur in eine, nämlich in ein Buch von Roger Bacon. (Welche Bedeutung der Name R.B. Burke haben soll, den Sie in Klammern anführen, ist mir nicht ganz klar – war er es, der Bacon als wichtigsten europäischen Intellektuellen des 13. Jahrhunderts bezeichnet hat? Wenn ja, in welcher Veröffentlichung?)

Und wenn man nun wirklich nur wenige kurze Blicke in das Opus Majus des Roger Bacon hineinwirft, was leicht möglich ist, da Google die Edition dieses Werkes von John Henry Bridges aus dem Jahr 1900 online gestellt hat, dann stellt man auch noch fest, dass Sie in mehrfacher Hinsicht falsch liegen.

1. Es stimmt nicht, dass Roger Bacon nur das jüdische Recht kennt. Auf das Alte Testament bezieht er sich als mittelalterlicher Christ, der die christliche Religion höher einschätzt als das Judentum und den Islam und diese wiederum höher als heidnische bzw. polytheistische Religionen (so Bridges in seiner „Analysis of the ,Opus Majus‘“, S. clcvii-clxxi). Auf den Talmud scheint sich Bacon nirgendwo zu beziehen. Stattdessen schätzt er die Philosophie des Aristoteles sehr hoch ein und beklagt, dass viele Lateiner falsch aus der von ihm intensiv erforschten griechischen Sprache übersetzt hätten. In seinen moralphilosophischen Ausführungen bezieht er sich allerdings auch auf römische Autoren wie Cicero und Seneca.

2. Das Römische Recht ist Roger Bacon nicht etwa unbekannt; vielmehr ist er, der in Paris lehrte, wo Systeme philosophischer Theologie aufgebaut wurden, strikt gegen die Haltung der Universität von Bologna eingestellt, wo in der Nachfolge von Irnerius und anderen das zivile Römische Recht gleichberechtigt neben dem kirchlichen Kanonischen Recht gelehrt wurde. John Henry Bridges zitiert in seinem Vorwort des Opus Majus (S. lxxxiii) und in einer Fußnote zum lateinischen Text des Roger Bacon (S. 34) den Autor Rashdall, Mediaeval Universities, i. p. 133, mit den Worten: „Everything in the Canon Law was Roman which was not of directly Christian or Jewish origin.“ Man kann Bacon also nicht als Beweis dafür anführen, dass die Römische Rechtstradition zu seiner Zeit insgesamt nicht gepflegt worden wäre; das Gegenteil ist der Fall.

3. Roger Bacon kennt auch sehr wohl das kirchliche Kanonische Recht; genau an der Stelle, auf die Sie sich beziehen, zitiert er sogar aus dem Decretum Gratiani (das er Ihnen zufolge angeblich gar nicht kennt) – „Decretorum parte prima distinctione nona“ – und weiß also, dass es in Partes und Distinctiones eingeteilt ist. Und eben in diesem Zusammenhang besteht Bacon darauf, dass dieses kirchliche Recht sich vom „Kanon“ (griech.) der biblischen Schriften herleitet, nicht von den „Regula“ (lat.) des Römischen zivilen Rechts. Sie haben den lateinischen Satz Bacons missverstanden:

„Canonicum vero jus a scriptoris sacris nominatur, non ab alliis, sicut ipsum nomen demonstrat; quae scripturae canonicae dicuntur libri Veteris Testamenti, sicut Decretorum parte prima distinctione nona habetur, aut canones nuncupantur. Nam Canon Graece, Regula Latine dicitur.“

Da steht nämlich nicht einfach, wie Sie annehmen, die Selbstverständlichkeit: „Die Bücher des Alten Testaments werden kanonische Schriften genannt“, als ob der Ausdruck „kanonisch“ nur für die Bibel und nicht auch für das „kanonische“ Kirchenrecht verwendet würde, sondern: „Das kanonische Recht freilich wird von den heiligen Schriften her benannt, nicht von anderen, wie selbst ihr Name beweist; die Bücher des Alten Testaments heißen kanonische Schriften, wie es im Dekret, Teil 1, Abschnitt 9, heißt, oder werden Canones genannt. Denn Canon heißt es auf Griechisch, Regula auf Lateinisch.“ Das heißt, das Wort „kanonisch“ = „regelgerecht“, das sich laut einer Aufzählung bei Wikipedia auf die unterschiedlichsten Wissensgebiete beziehen kann, wird von Roger Bacon genau darum auf das Kanonische Kirchenrecht bezogen, weil es sich von den kanonischen Schriften der Bibel herleitet.

Kann man den Begriff „Judex“ für einen Richter von den Juden ableiten?

„Man darf dabei nicht vergessen, daß das Alte Testament während des ganzen christlichen Mittelalters das Neue Testament in seiner Rezeption übertroffen haben dürfte. Das Deutsche Bibelarchiv (Hamburg) zählt 817 erhaltene Bibelhandschriften und kam dabei auf 43 Vollbibeln, aber 599 Übersetzungen aus dem Alten und lediglich 165 Übersetzungen aus dem Neuen Testament. (204, Hunger) Wir brauchen uns dann nicht zu wundern, daß wir in den mittelalterlichen Quellen, oft den Begriff ,Judex‘ für Richter finden. Der soll zwar angeblich (irgendwie) aus ,Jus‘ (Recht, Gewohnheit) abgeleitet worden sein, könnte jedoch auch direkt auf den Juden verweisen, dessen juristischer Autorität man vertraute.“ (S. 46)

Was ist damit bewiesen, dass man im Mittelalter gut drei Mal so viele Stellen aus dem Alten als aus dem Neuen Testament übersetzt hat? Erstens ist das Alte Testament auch selbst etwa drei Mal so umfangreich wie das Neue, und zweitens ist die Rezeption der gesamten Bibel im Mittelalter eine christliche, keine jüdische gewesen.

Schon eine lateinische Phrase aus dem Rechtswesen wie „ubi iudex, ubi ius“ stellt klar, dass das Wort „iudex“ genau so direkt mit dem lateinischen Wort „ius“ zusammenhängt wie das deutsche Wort „Richter“ mit dem Wort „richten“. Manchmal sind Wortähnlichkeiten wie „Judex“ und „Jude“ wirklich nur zufällig. Um das Gegenteil zu beweisen, wären Beweise nötig.

Gegen Ihre Herleitung von „Judex“ aus dem Wort „Jude“ spricht schon die Tatsache, dass es seit römisch-christlichen Kaisern wie Theodosius eine antijudaistische Reichsgesetzgebung gab, die etwa jüdisch-christliche Ehen oder jüdischen Proselytismus verbot. Wie sollten jüdische Richter solche anti-jüdischen Gesetze angewendet und durchgesetzt haben?

Dass die Bevölkerung trotz mancher antijudaistischer Stimmungen auf der anderen Seite z. B. jüdischen Ärzten vertraute, steht auf einem anderen Blatt. Aber offizielle Positionen wie Richterämter mit dem Judentum zu verbinden, scheint mir seit den christlichen Kaisern des spätrömischen Reiches und auch das ganze Mittelalter hindurch undenkbar zu sein.

Ist das Wort „logos“ im Johannesevangelium mit „Gesetz, Ordnung“ zu übersetzen?

„Vielleicht verstehen wir jetzt sogar die kryptischen Worte des Johannesevangeliums:

‚Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben.‘ (Johannes 1,2)

Das klingt wie die Selbstüberschätzung eines Literaten, tatsächlich aber steht in dem griechischen Original: ,Logos‘. Würde man Logos als ,Gesetz‘, ,Ordnung‘ und nicht als ,Wort‘ übersetzen, dann wäre der Anfang des Johannes-Evangelium, (aber auch die gesamte Bibel) viel besser zu verstehen. Es wäre dann ein Hinweis auf die göttliche Ordnung der Natur, die geheimnisvolle Logik der Schöpfung, aus der die Welt entstanden ist.“ (S. 47)

Es ist ein guter Ansatz, das Johannesevangelium als jüdisches Buch zu lesen und nicht zu unterstellen, es sei als ein Werk aus hellenistischem Geist von vornherein antijüdisch zu beurteilen.

Und Sie haben sogar Recht damit, dass das Wort „Logos“ unter anderem auf „die geheimnisvolle Logik der Schöpfung“ hinweisen kann, „aus der die Welt entstanden ist“, denn im griechischen Alten Testament wird mit „Logos“ auch die „Weisheit“ bezeichnet, die nach Sprüche 8, 22 schon bei Gott war, „ehe er etwas schuf“.

Ihr Vorschlag, „Logos“ mit „Gesetz“ oder „Ordnung“ zu übersetzen, würde den Sinn des Wortes aber nicht genau treffen. Wenn das Altgriechische vom „Gesetz“ sprechen wollte, nahm man den Begriff „nomos“. Für „Ordnung“ gab es unter anderem die Vokabel „taxis“.

Haben die Juden den Pazifismus erfunden?

„In dem (zensierten) Talmud, den wir heute lesen, heißt es, daß alle Völker vor Gott gerufen werden und er sie fragen wird, ob sie sich mit der Rolle der Weisung beschäftigt habe. … nur Israel habe sich wirklich mit der Weisung beschäftigt. … Und im Midrasch steht: ‚Deshalb wurden die Völker der Welt gefragt …: nehmt ihr die Tora auf euch? Sie antworteten: was steht in ihr? Er antwortete: ,Du sollst nicht töten‘. Sie entgegneten: das ist das Erbe, das uns unser Vater vermacht hat: Von deinem Schwert wirst du leben‘ (Gen 27,40).‘ (Stemberger, 97)

Die Erfindung des Pazifismus unterschied also die Juden, nach ihrem eigenen Selbstverständnis, von den anderen Völkern.“ (S. 47f.)

Diese beiden aus dem Zusammenhang gerissenen Talmud-Zitate beweisen kaum, dass die Juden den Pazifismus erfunden und ausschließlich pazifistisch gedacht haben. „Du sollst nicht töten“ steht auch in der Bibel, doch die Bibel denkt von der Gerechtigkeit und Befreiung her, die durchaus aus mit kriegerischen Mitteln verteidigt werden kann.

Außerdem wundert mich Ihre nebenbei hingeworfene Bemerkung über den „zensierten“ Talmud. Wer soll das getan haben? Mit welchen Quellen belegen Sie eine solche Zensur des Talmud?

Wissen die Historiker heute nicht mehr, wonach sie überhaupt suchen?

„Die Historiker werden in der Geschichte also immer das finden, was sie suchen. Leider wissen sie heute nicht mehr, wonach sie überhaupt suchen. Sie geben zwar noch laufend Antworten, haben aber die Frage inzwischen vergessen. Wie orientierungslose Spürhunde sitzen sie vor dem Kadaver der Alten Geschichte, den Werten des 19. Jhds., und streiten sich nur noch lustlos über einige Fußnoten. Lieber sprechen sie heute von der Unübersichtlichkeit der Geschichte. Die besten Studenten des Fachs brechen ab, gehen zu den Neugeschichtlern und Soziologen oder gründen Internet-Firmen.“ (S. 67)

Haben Sie es nötig, auf diese Weise alle Historiker pauschal abzuqualifizieren? Wie viele Bücher von wie vielen Historikern haben Sie eigentlich gelesen? Kennen Sie z. B. das Buch von Achim Landwehr über „Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit“? Das wäre nur ein einziges Beispiel für einen Historiker, der sich mit anderen nicht „lustlos über einige Fußnoten“ streitet, sondern eingehend darüber nachdenkt, wie es überhaupt möglich ist, der „Vergangenheit“ zu begegnen – und zu dem Schluss kommt, dass jede Geschichtsschreibung immer eine Neukonstruktion von der jeweiligen Gegenwart her ist und gar nichts anderes sein kann.

Wann entstand aus welchen zwei Völkern das Volk des Judentums?

„Die älteste Kultur, die eine tradierte Geschichtsschreibung vorweisen kann, scheint tatsächlich die jüdische zu sein. Die Bibel erweckt den Eindruck, als sei sie überhaupt nichts anderes als ein Geschichtsbuch.

Doch auch diese Geschichtsschreibung scheint stärker von den wünschenswerten Normen und Werten ausgegangen zu sein als von der historischen Faktizität. Die Bibel behauptet, die Juden seien ein einziges Volk, das lange umherzog, um sich schließlich in Kanaan niederzulassen, tatsächlich aber findet man auch in der Bibel zwischen den Zeilen die historische Realität. Es scheinen mindestens zwei Völker gewesen zu sein, die sich zum Judentum zusammenschlossen. An einer Stelle wird nämlich gesagt, ihre alten Götter seien Baal und Astharoth gewesen (Richter 2, 8-13), an anderer Stelle wird ein goldenes Kalb als ihr alter Gott bezeichnet. (2. Mose 32, 1-4) Es ist unbestritten, daß das Judentum eigentlich erst durch die Reformen des Esra entsteht, der aus Assyrien kommt, um den Tempel wiederaufzubauen. Sollte erst zu diesem Zeitpunkt aus zwei oder mehr Völkern ein einziges geworden sein?“ (S. 67f.)

Dass Sie die Bibel in erster Linie für ein Geschichtsbuch halten, belegt, dass Sie als theologischer Laie an die Bibel herangehen. Tatsächlich enthält die Bibel auch eine Menge an Geschichtsschreibung, allerdings war man nicht an historischen Fakten und Daten an sich interessiert. Für Juden ist ihre Bibel vor allem „Tora“, also Urkunde der „Wegweisung“ des Einen Gottes, hinzu kommen Anwendungen und Auslegungen der Tora in den Büchern der „Propheten“ und der „Schriften“. Die Darstellung von Geschichte war Mittel zu dem Zweck, die Führung des Volkes Israel durch den Einen Gott nachzuzeichnen und zu zeigen, dass Gott trotz wiederholten Ungehorsams des erwählten Volkes barmherzig zu Israel steht.

Dass Israel historisch ursprünglich aus zwei Völkern bestand, scheinen Archäologen wie Israel Finkelstein inzwischen tatsächlich nachgewiesen zu haben, allerdings geht es da um das Nordreich Israel und das Südreich Juda und nicht um Spekulationen auf Grund von angeblich unterschiedlichen Göttern zweier Völker. In beiden Teilvölkern Israel und Juda gab es lange Zeit unterschiedliche Kulte nebeneinander, Baal und Astarte wurden ebenso verehrt, wie es die Anbetung Goldener Kälber gab. Aber es gab nicht im einen Volk die einen Götter, im anderen Volk die anderen.

Das Judentum entsteht wirklich erst in der Zeit, als Esra (nicht aus Assyrien, sondern aus dem babylonischen Exil) in die persische Provinz Jehud kommt. Aber, wie gesagt, es entsteht nicht aus zwei Völkern, die vorher zwei verschiedene Götter angebetet hätten, sondern aus den Rückkehrern der Judäer aus dem Exil und den Judäern, die die Babylonier bei der Deportation der judäischen Oberschicht im Land zurückgelassen hatten. Das Nordreich Israel war schon zwei Jahrhunderte zuvor von den Assyrern zerstört und aufgelöst worden; Flüchtlinge aus Israel hatten sich daraufhin dem Südreich Juda angeschlossen und dieses Königreich zu seiner ersten wirklichen Blüte geführt, bis auch Juda durch die Babylonier zerstört wurde.

Werden in der Bibel kaum große Katastrophen der Menschheitsgeschichte erwähnt?

„Die Heinsohn/Illig-Geschichtsrevisionisten sehen sich in der Tradition von Immanuel Velikovsky. Von ihm haben sie die Idee, daß man einerseits aus der Geschichte problemlos mehrere hundert Jahre entfernen kann und daß man andererseits die Groß-Katastrophen für die Menschheitsgeschichte berücksichtigen muß. Daß Natur-Katastrophen einen großen Eindruck auf die Geschichtsschreibung der Menschen gemacht haben, ist allerdings recht unwahrscheinlich, denn die Bibel bemerkt eigentlich nur die Zerstörung von Sodom und Gomorrha in einem Nebensatz. Mehr Eindruck haben zweifelsohne Nebukadnezar und seine Kriege bei den jüdischen Historikern hinterlassen. Velikovsky stützt sich mit seinem Katastrophismus auf den unbedeutenden römischen Schriftsteller Servius, der möglicherweise eine Fälschung sein könnte.“ (S. 68f.)

Man mag Immanuel Velikovsky beurteilen, wie man will. Aber wenn Sie der Bibel unterstellen, dass sie keinerlei Natur-Katastrophen außer der Zerstörung von Sodom und Gomorrha kennt, haben Sie sie nicht gründlich genug gelesen. Da gibt es die Sintflut und viele Darstellungen in den Psalmen, die sich auf Katastrophen beziehen können. Velikovsky beruft sich vor allem auf die ägyptischen Plagen sowie auf Phänomene am Himmel und im Meer im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten, außerdem auf das im Buch Josua erwähnte Stillstehen der Sonne, um seine Theorien zu belegen. Die Geschichte von Sodom und Gomorrha umfasst in der Bibel übrigens auch nicht nur einen Nebensatz, sondern das ganze Kapitel 19 des 1. Buch Mose – Genesis.

Recht haben Sie damit, dass man auf Grund all dieser Angaben nur indirekt auf die genaue Art eventueller Natur-Katastrophen schließen könnte, während man über Nebukadnezar und andere altorientalische Herrscher, von deren Eroberungsdrang die Israeliten betroffen waren, genauere Angaben gemacht hat. Sie lagen zeitlich auch näher an der Abfassung der biblischen Schriften.

Ich vermisse übrigens hier und auf den folgenden Seiten genaue Zitatangaben aus dem Buch von Velikovsky – ich wüsste z. B. gerne, wo er sich auf Servius bezieht. Nur einmal nennen Sie die Seite 91 im Buch „Die Seevölker“, das Sie immerhin im Literaturverzeichnis angeben, während ein von Ihnen auf Ihrer S. 70 erwähntes Buch von Gardiner (welches meinen Sie denn?) dort überhaupt nicht auftaucht.

Wirft ein „blonder David“ Fragen bezüglich der ethnischen Zusammensetzung des ältesten Judentums auf?

„Der blonde David steht in der neuen Einheitsübersetzung… In anderen deutschen Bibeln war David immer rothaarig gewesen. Es wäre interessant, die Haarfarbe in den ältesten hebräischen Bibeln zu untersuchen, was wir hier natürlich nicht leisten können. Andererseits braucht wohl nicht betont zu werden, daß ein blonder David erhebliche Fragen bezüglich der ethnischen Zusammensetzung des ältesten Judentums aufwirft, die erstaunlichweise bislang niemandem gekommen zu sein scheinen.“ (S. 75)

Wie die katholische Einheitsübersetzung der Bibel dazu kommt, David als blond zu bezeichnen, weiß ich auch nicht. Im hebräischen Text steht das Wort ‎אַדְמוֹנִ֔י, umschreibbar mit „admonij“, das man sich auch mit relativ geringen Hebräisch-Kenntnissen erschließen kann; es beruht nämlich auf dem Wort „adamah“, das „Erde“ oder „Ackerboden“ bedeutet. Ob nun „erdfarben“ eher rötlich, bräunlich oder blond bedeuten soll, hängt wohl davon ab, welche Farbe in der betreffenden Gegend man vorwiegend mit Erde oder Lehm verbunden hat. Daraus weitreichende Schlussfolgerungen für die ethnische Zugehörigkeit Davids zu ziehen, halte ich für abwegig.

Waren die Armenier und nicht die Römer die Besatzungsmacht in Jerusalem zur Zeit Jesu?

„Ein Blick in den Stadtplan von Jerusalem zeigt uns, daß es heute ein jüdisches, ein christliches, ein moslemisches und ein armenisches Viertel gibt. Warum ausgerechnet armenisch? Was machen die Armenier in Jerusalem? Sollten sie die Besatzungsmacht sein, von der im Neuen Testament und im Talmud die Rede ist und die man heute als Römer bezeichnet? Die zukünftigen Forschungen nach dem Ursprung unserer Zivilisation werden sich auf das Gebiet rund um den Ararat konzentrieren müssen. Hier scheinen die Kräfte entstanden zu sein, die die Geschicke Palästinas und des ganzen Vorderen Orients entscheidend bestimmt haben.“ (S. 78)

„Wenn wir bedenken, daß die griechische Apostelgeschichte auch fast ausschließlich ungefähr in diesem Gebiet spielt und der Küstenstreifen dieses Gebietes noch heute nach Alexander benannt ist, dann erschließt sich plötzlich denen, die in der Lage sind, ihren Verstand zu benutzen, eine völlig neue Ansicht der Geschichte.“ (80f.)

Warum sprechen Sie anderen Menschen immer wieder pauschal den Verstand ab? Haben Sie das in einem Kapitel nötig, in dem Sie selber mit recht unzusammenhängenden Informationen aus verschiedenen Quellen belegen wollen, dass nicht die Römer, sondern die Armenier die Juden zur Zeit von Christi Geburt beherrscht haben?

Die Apostelgeschichte spielt übrigens nicht im östlichsten Teil der heutigen Türkei, im Grenzgebiet zu Armenien, sondern mindestens 1000 km weiter im Westen, und ausdrücklich auch im heutigen Griechenland.

Erklären Jacques Monod und Manfred Eigen die Entstehung des Lebens als „reinen Zufall“?

„Insbesondere die Entstehung des Lebens selbst bleibt, was es immer war: ein Wunder. Weil die Naturwissenschaftler aber nur ungern von Wundern sprechen, wenn sie etwas nicht verstehen, bevorzugen sie komplizierte Modelle, Theorien und Begriffe, die ihr Unverständnis in schöne Worte fassen. Plancks Quantenmechanik, Einsteins Relativitätstheorie und Heisenbergs Unschärferelation sind, oder wirken zumindest wie ebensolche Versuche, das Unverständnis zu formulieren. Auch die Biologie will da nicht nachstehen, und deshalb hat J. Monod zu Beginn der siebziger Jahre des 20. Jhds. die Entstehung des Lebens, (also den Übergang von der Chemie zur Biologie), als einen reinen Zufall erklärt. (Jaques Monod, Zufall und Notwendigkeit, München 1971) Was aber niemanden wirklich überzeugt hat. Nicht mal ihn selbst. Denn die wunderbare Vielfalt der Strukturen und die „enorme Leistungsfähigkeit der Lebewesen“ lassen Zweifel aufkommen, ‚ob das alles Ergebnis einer riesigen Lotterie sein kann, bei der eine blinde Selektion nur wenige Gewinner ausersehen hat‘.

Und Nobelpreisträger Manfred Eigen verstärkt unsere Zweifel an der Omnipotenz von ,General Zufall‘… ‚Läßt sich die Biologie an dieser entscheidenden Stelle auf die Physik reduzieren? Wenn nicht, müßten wir das Vorhandensein einer vis vitalis annehmen, eines Dämons, der außerhalb der physikalischen Gesetze tätig wäre.‘ (250)

Warum Manfred Eigen hier einen Dämon als ,vis vitalis‘ einsetzt und nicht den lieben Gott, ist mir allerdings unverständlich. (Und hängt wahrscheinlich mit der Entchristlichung Deutschlands zusammen.)“ (S. 90f.)

Im Nachwort beweisen Sie noch einmal, wie wenig Sie von Naturwissenschaft verstehen. Und vor allem davon, wie wenig die moderne Naturwissenschaft dem jüdisch-christlichen Glauben an Gott widerspricht.

Als evangelischer Pfarrer bin ich nun wirklich jemand, der an Gott glaubt (obwohl es auch Pfarrer geben soll, die das nicht tun, ich weiß). Aber nach meiner Überzeugung hat Gott die Naturgesetze so wunderbar erschaffen, dass auch etwas so Wunderbares wie Leben aus dem komplexen Zusammenspiel einer Unzahl von Faktoren entstehen konnte.

Ich fand schon vor Jahrzehnten die populärwissenschaftlichen Bücher von Hoimar von Ditfurth sehr hilfreich, um zu verstehen, dass man Gott nicht zum Lückenbüßer für die Erklärung der Entstehung des Lebens und nicht einmal des menschlichen Geistes machen muss.

Wohlgemerkt: Das bedeutet natürlich nicht, dass Leben und Bewusstsein in den ihnen zu Grunde liegenden Prozessen völlig aufgehen. In ihnen entsteht etwas völlig Neues – oder (wie ebenfalls Ditfurth in seinem Buch „Wir sind nicht nur von dieser Welt“ damals sagte) es mag sein, dass es Gott auf dem Wege der Evolution mit Hilfe von physikalisch-biologisch-psychisch-geistigen Prozessen gelingt, etwas von seinem eigenen Geist in der Schöpfung zum Vorschein zu bringen.

Manfred Eigen haben Sie offenbar missverstanden. Er will weder auf Gott noch auf einen Dämon „außerhalb der physikalischen Gesetze“ zurückgreifen, um die Entstehung des Lebens zu erklären, sondern tatsächlich biologische auf physikalische Prozesse zurückführen.

Aber er versucht zu erklären, dass es dabei nicht um ausschließlich endloses zufälliges Würfeln geht, sondern um komplexe Prozesse, die den „Zufall“ auf ein handhabbares Maß reduzieren. Wie das gelingt, ist ein großartiges Stück der wunderbaren Schöpfung Gottes; ich gebe aber zu, dass auch ich davon nur das wenigste annähernd verstanden habe (indem ich Manfred Eigen gegoogelt und ein paar Sachen von ihm und über ihn gelesen habe, zum Beispiel in diesem ZEIT-Artikel).

Von S. 18 in Ihrem Buch erinnere ich mich übrigens, dass Sie ja auch die jüdisch-christliche Auffassung von der Schöpfung missverstehen. Indem Sie „Gott“ selbst als die rätselhafte „Schöpfung“ definieren, verwechseln Sie die Schöpfung mit dem, was der Schöpfer – auf dem Wege der Evolution – auf wunderbare Weise schafft.

Treibt die „intellektuelle Elite“ den Abstieg unserer Gesellschaft voran?

„Es geht darum, daß Gesellschaften, die nicht in der Lage sind, dauerhaft Intelligenz und Kritik, – Kritik als die Erneuerung des Wissens, nicht als Darstellungsform der Überheblichkeit – zu erzeugen, zum Untergang verurteilt sind.

Diesen Niedergang kann man heute schon deutlich beobachten. Sportler, Industrielle und TV-Ansager werden von der Gesellschaft in einer Weise hofiert, daß man bereits von einem ,Terrorismus der Banalität‘ sprechen muß, während gleichzeitig die Gelehrten von der Gesellschaft (was den finanziellen und publizistischen Aufwand betrifft) schlechter behandelt werden, als albanische Serienverbrecher…

Das Symptomatische für eine absteigende Gesellschaft ist dabei, daß es gerade die (selbst ernannte) intellektuelle Elite ist, die dies entschlossen vorantreibt … Es ist offensichtlich das Primat der selbstbewußten Mittelmäßigkeit, das den öffentlichen Diskurs bestimmt.

Davidson hatte sich gewünscht, Rechtsradikaler, Kommunist, Feminist und/oder Esoteriker zu sein, weil er dann die Juden, den Kapitalismus, die Männer im allgemeinen und/oder die Marsmenschen im speziellen für alles verantwortlich machen könnte, was schief läuft. Mir geht es ganz ähnlich.

Der altmodische Utopismus der notorischen Weltverbesserer – ‚Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.‘ (Genesis 3,5) – scheint jedenfalls keine Zukunft mehr zu haben.“ (S. 92f.)

Man kann sicher an der heutigen Gesellschaft vieles kritisieren. Aber müssen Sie Banalität verbal auf eine Stufe mit Terrorismus stellen? Manches ist heute schlimmer, anderes besser als früher. Sie selber sprechen von der Gewalt im alten Orient, die durch die jüdisch-christliche Tradition in Frage gestellt wurde, und von der „egalitären Moderne“ (S. 86). Und wenn Sie hier beklagen, wie schlecht die Gelehrten von der Gesellschaft behandelt werden, sollten Sie sich auch an die eigene Brust schlagen und sich fragen, wie oft Sie die Gelehrten pauschal als unfähig und dumm bezeichnet haben.

Den Sinn der Bibelstelle 1. Buch Mose – Genesis 3, 5 scheinen Sie auf den Kopf zu stellen. Gemeint ist dieser Satz gerade nicht so, dass man wie Gott sein soll und dadurch dann Gut und Böse erkennt und die Welt verbessern kann.

Vielmehr hat Gott die Menschen dazu bestimmt, auf der Erde in dem Sinne in einem Paradies zu leben, dass man im Vertrauen auf Gott mit allem versorgt ist, was man braucht, und dass man sich voreinander nicht einmal seiner Nacktheit schämen muss. Das Verbot, vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, steht symbolisch dafür, dass der Mensch es im Vertrauen auf Gott gar nicht nötig hat, sich gegen Gott und für etwas Böses zu entscheiden.

Der Satz Genesis 3, 5 wird aber nun von Schlange ausgesprochen, also von der Stimme des Bösen, die den Menschen Zweifel an Gottes Güte einredet. Als Eva und Adam auf die Schlange hören und das Gebot Gottes missachten, wird die Welt gerade nicht besser, sondern sie wird zum Ort der Sünde, also der Trennung von Gott, zu einem Ort nicht mehr des Vertrauens und der genügsamen Zufriedenheit, sondern mühseliger Arbeit und Gewalt.

Was hat die höchste Staatsgewalt in Hamburg mit dem christlichen „Kyrie eleison“ zu tun?

„In Zukunft sollte man sich insbesondere die Geschichte Hamburgs ansehen. Einige Merkwürdigkeiten sind dort zu klären. Warum heißt die höchste Staatsgewalt in Hamburg ‚Kyrion‘? (Man denkt doch sofort an ‚Kyri eleison‘, den Schlachtruf der christlichen Heere)“ (S. 98)

Noch einige Bemerkungen zum Nachwort von Hanna Eisler:

Wenn „Kyrie eleison“ auch als Schlachtruf der christlichen Heere verwendet worden ist, dann spricht das nicht für einen durchgehenden christlichen Pazifismus.

Allerdings – als normaler Kirchenchrist denkt „man“ bei „Kyrie eleison“, zu deutsch „Herr, erbarme dich“, normalerweise nur an die Liturgie im christlichen Gottesdienst.

„Kyrios“ heißt auf Griechisch auch nichts weiter als „Herr“. So wurde in der hellenistischen Zeit z. B. der römische Kaiser bezeichnet, aber die Christen übertrugen den Titel auf Jesus Christus. Warum man also die Herrschergewalt in Hamburg auf Griechisch „Kyrion“ nannte, ist von vornherein schon einmal nicht eindeutig auf christliche Ursprünge zurückzuführen.

Stattdessen belegt aber sogar ein Zitat des griechischen Philosophen Aristoles (Politeia 1279a 25 ff.), das ich bei Giorgio Agamben in seinem Aufsatz „Einleitende Bemerkung zum Begriff der Demokratie“ (S. 10) (veröffentlicht in: Giorgio Agamben, Alain Badiou, Slavoj Žižek: Demokratie?, Berlin 2012) fand, dass der Ausdruck „Kyrion“ definitiv nicht auf den christlichen Herrn Jesus, sondern auf die oberste Gewalt schon der altgriechischen Stadtstaaten zurückgeht:

„Da nun politeia und politeuma ein und dasselbe bedeuten und die politeuma die oberste Gewalt [kyrion] der Stadtstaaten ist, muß diese Gewalt entweder einem oder wenigen oder der Mehrzahl des Volkes eignen.“

Wie modern war das mittelalterliche Christentum nun wirklich?

Gerade lese ich noch einmal den Untertitel Ihres Buches: „Wie modern war das mittelalterliche Christentum?“ Und ich frage mich: Wie intensiv sind Sie darauf inhaltlich eingegangen? Welche Antwort haben Sie gegeben?

Sehr klar ist mir diese Antwort nicht geworden. Eine Vielzahl von mir relativ unzusammenhängend erscheinenden Ausführungen, die ich nicht nachprüfen konnte, hat mich nicht überzeugt, noch weniger die oben besprochenen Stellen, an denen mir gravierende Fehler aufgefallen sind.

Irgendwie plädieren Sie dafür, den jüdisch-christlichen Impulsen der europäischen Geschichte den Vorrang einzuräumen vor angeblich antik-griechisch-römischen Einflüssen, die erst im 19. Jahrhundert durch eine nationalistisch-militaristisch geprägten Geschichtswissenschaft erfunden worden sein sollen. Aber wirklich nachgewiesen haben Sie das nicht.

Helmut Schütz

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