Jesus, der „zweigestammte“ Held

„Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn“.

Jesus ist ein „zweigestammter Held“, ein Mensch aus Davids Stamm mit Maria als Mutter, unbekanntem Erzeuger und Josef als Adoptivvater, und zugleich stammt er direkt von Gott ab, indem der heilige Geist Gottes in ganz besonderer Weise in ihm wohnt und sein ganzes Wesen durchdringt.

Die Christusstatue in Rio de Janeiro

Was für ein Held ist Jesus? (Foto der Christus-Statue in Rio de Janeiro: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am 4. Advent, den 21. Dezember 1997, um 9.00 Uhr in der Kapelle der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Herzlich willkommen im Gottesdienst am 4. Advent! Nur noch wenige Tage sind es bis Weihnachten, und dieser Gottesdienst ist geprägt von der Vorfreude auf Weihnachten, von dem, was wir von Gott zu erwarten haben, von dem Kind, das da geboren wird.

Alle vier Kerzen brennen heute am Adventskranz, und so singen wir dazu passend als erstes das Lied 17 mit allen vier Strophen:

Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt!
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten aus dem Psalm 102:

17 Ja, der HERR baut Zion wieder / und erscheint in seiner Herrlichkeit.

18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen / und verschmäht ihr Gebet nicht.

19 Das werde geschrieben für die Nachkommen; / und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.

20 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, / der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

21 dass er das Seufzen der Gefangenen höre / und losmache die Kinder des Todes,

22 dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN / und sein Lob in Jerusalem,

23 wenn die Völker zusammenkommen / und die Königreiche, dem HERRN zu dienen.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, du hörst das Seufzen der Menschen, du bist den Menschen nahe, die sich für Kinder des Todes halten. Ob es uns gut geht oder ob wir Kummer haben, du bist unser Begleiter. Doch oft ist uns das nicht bewusst. Du bist ja auch unsichtbar und häufig auch unspürbar, wenn unser Gefühl für dich verschlossen ist. Öffne unsere Herzen für deine Ankunft, lass uns spüren, dass du vom Himmel auf die Erde blickst, ja dass du sogar den Himmel auf die Erde bringst in der Geburt deines Sohnes. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung zum 4. Advent aus dem Brief des Paulus an die Philipper 4, 4 bis 6:

4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

5 Eure Güte lasst kundsein allen Menschen! Der Herr ist nahe!

6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Wir singen vor der Predigt das alte Adventslied Nr. 4:

Nun komm, der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt, dass sich wunder alle Welt, Gott solch Geburt ihm bestellt.

Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein, Gott von Art und Mensch, ein Held; sein‘ Weg er zu laufen eilt.

Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Höll und wieder zu Gottes Stuhl.

Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar. Dunkel muss nicht kommen drein, der Glaub bleib immer im Schein.

Lob sei Gott dem Vater g’tan; Lob sei Gott seim ein’gen Sohn, Lob sei Gott dem Heilgen Geist immer und in Ewigkeit.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde! Heute lege ich in der Predigt nicht einen Abschnitt aus der Bibel aus, sondern den Text eines Liedes. Es ist das Adventslied Nr. 12, das wir relativ selten singen. Heute soll es uns, wenige Tage vor Weihnachten, hinführen zur Feier der Weihnachtsfreude.

Adventszeit ist ja die Zeit des Wartens; eine alte Sehnsucht soll endlich erfüllt werden. In unserem Lied wird daran erinnert, wie bereits das Volk der Juden gewartet hat, sich gesehnt hat, und zwar danach, dass endlich der Messias, der Beauftragte von Gott selber, auf der Erde erscheint und ewigen Frieden für die Menschen schafft.

Was die Juden bis heute in der Zukunft erwarten, dass endlich der Messias kommt, das sehen wir Christen als bereits erfüllt an, in der Geburt Jesu. Gott selber war bereits zu Gast auf der Erde, in der menschlichen Gestalt Jesu. Aber das heißt nicht, dass die Zeit des Sehnens und des Wartens für uns jetzt vorbei wäre, denn das endgültige Friedensreich hat im Erdenleben Jesu erst begonnen, es ist noch nicht vollendet worden. Nur in der Verborgenheit einer menschlichen Gestalt, die armselig aussah und von menschlicher Herzenshärte zum Scheitern verurteilt wurde, ist der Sohn Gottes auf der Erde erschienen. Dass gerade in dieser Armseligkeit Gottes Herrlichkeit bereits verborgen war, wie ein großartiges Geschenk, das man in billiges Packpapier einwickelt, das ist nur für Menschen erkennbar, die mit glaubenden Augen sehen können. Unser Adventslied, das wir jetzt gemeinsam betrachten, will uns dazu einladen, mit solchen Augen des Glaubens zu schauen. Hören wir die erste Strophe des Liedes:

Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält
und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat.

„Gott sei Dank!“ Das sagen wir oft so dahin. Mit dieser Floskel beginnt das Lied. Hier ist das keine leere Redensart, sondern hier wird Gott gegenüber echte Dankbarkeit ausgedrückt. Das Lied beginnt mit diesem Gefühl: Wir haben Gott etwas zu verdanken. Oft sind wir in Not, oft fühlen wir uns zu kurz gekommen, aber jetzt denken wir an etwas, wofür wir danken können.

„Gott sei Dank durch alle Welt“, so geht es in dem Satz weiter. Hier dankt also nicht ein einzelner Mensch für sein privates Glück oder Seelenheil, nein, diese Dankbarkeit umfasst die ganze Welt und soll alle Völker, alle Menschen einbeziehen.

Und was ist das für ein Gott, der Dankbarkeit weckt? Es ist der Gott, „der sein Wort beständig hält“, einer, auf den man sich verlassen kann, und zwar für immer und ewig.

Aber was hat er uns denn für ein Wort gegeben, welches Wort hält er denn beständig? Er hat uns nicht ein Leben ohne Kummer und Sorgen versprochen. Er hat nicht versprochen, von oben herab durch magisches Eingreifen alles Böse auf der Erde zu vernichten, jede Krankheit zum Verschwinden zu bringen, jeden Krieg zu beenden. Vielmehr hat er den Messias versprochen, einen Menschen, in dem er selbst, Gott selbst, auf der Erde anwesend sein wollte. Und dieses Versprechen hat er gehalten. Er hat einen „zu uns gesendet“, der in der Sprache des Liedes „der Sünder Trost und Rat“ genannt wird.

Sünder? Als Sünder werden wir hier angesprochen. Sind wir Sünder? Wollen wir gern so angesprochen werden? Was sind denn überhaupt Sünder?

Meist wird dieses Wort falsch verstanden, als ob damit gemeint sei, dass wir alle Menschen wären, die bewusst Böses tun. Manchmal denkt man auch, alles, was einem Spaß macht, ist verboten, und, wenn man sich dann doch etwas Verbotenes erlaubt, ist man ein Sünder, zum Beispiel, wenn man zu viel Süßigkeiten nascht oder wenn man Spaß hat in der Liebe mit einem Partner.

Aber in der Bibel ist ein Sünder ein Mensch, der irgendwie den Kontakt mit Gott verloren hat. Entscheidungen, die wir ohne das Vertrauen auf Gott fällen, sind häufig von Angst geprägt und führen uns oft in den Egoismus hinein. Ein Sünder ist im Grunde ein Mensch, der vor einer abgrundtiefen Angst davonläuft, nämlich der Angst, einsam und verloren zu sein in einer grausamen Welt. So gesehen ist ein Sünder nicht jemand, dem man Vorwürfe machen kann und gut zureden kann: Jetzt sündige mal nicht so viel! Sondern ein Sünder braucht zunächst einmal Trost, nämlich den Trost, dass er nicht allein ist auf der Welt, dass Gott trotz allem zu ihm steht und ihn liebhat. Und erst dann braucht er auch Rat, nämlich den Rat, wie man nun in der Welt verantwortlich mit dem eigenen Leben umgeht, wenn man nicht ein Sünder bleiben will, sondern auf Gott vertrauen möchte.

Und sogleich hören wir den Text der zweiten Strophe:

Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war
und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit.

Hier wird nun zurückgeblendet in die hebräische Bibel, in die Zeit des Volkes Israel, die Zeit, in der Gott den Menschen eines kleinen, von ihm ausgewählten Volkes sein Wort gegeben hatte, er würde in der Gestalt des Messias selber auf die Erde kommen. Das war es, was die Schar der „alten Väter“ und sicher auch der „alten Mütter“ des Gottesvolkes sich so sehnlichst gewünscht hatten. Das Wünschen und das Sehnen ist ja gerade im Zusammenhang mit Weihnachten immer noch aktuell, allerdings vor allem bei den Kindern. Die wünschen sich Geschenke, die sehnen sich danach: hoffentlich ist bald Weihnachten, wann kommt endlich das Christkind?

Aber haben auch Erwachsene etwas zu wünschen und zu ersehnen? Viele sagen ja: „Man kriegt nichts geschenkt!“ oder „Hoffen und Harren hält manchen zum Narren!“ oder was der Sprüche mehr sind. Dennoch haben Menschen, die offen geblieben sind für Gott, nicht aufgehört zu hoffen und zu wünschen, sowohl im Volk Israel als auch in der Geschichte der Kirche. Bis heute gilt das: Wir haben von einem Gott etwas zu erwarten, dem etwas an uns liegt, der uns Menschen wichtig nimmt, der unser Trost und Rat sein will.

Das war auch das Geheimnis der Propheten: Sie wollten nicht genau in allen Einzelheiten die Zukunft voraussagen, sie waren keine Hellseher und Wahrsager, die dabei helfen sollen, die Zukunft und vor allem die Angst vor ihr zu kontrollieren. Nein, es ist vielmehr so: die alten Prophezeihungen halten das Wünschen und die Sehnsucht wach, das Warten auf Gott, das Vertrauen auf den von Gott gesandten Menschen, der uns wahrhaft zur Menschlichkeit befreit.

In Jesus sind diese Prophezeihungen erfüllt – „in Herrlichkeit“, wie das Lied sagt. Ich erwähnte es schon: Diese Herrlichkeit sieht nur jemand, der glauben kann. Menschen, die Jesus begegnet sind, Menschen, die durch seine Worte und Taten angerührt wurden, Menschen, die durch Jesus die barmherzige Liebe Gottes kennengelernt und gespürt haben, die sehen seine Herrlichkeit, armselig verborgen im menschlichen Dasein.

Und weiter geht es gleich mit der dritten Strophe; zunächst hören wir wieder nur den Text:

Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn,
der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt.

Hier wird nun näher auf einzelne Prophezeihungen im Alten Testament eingegangen, und einiges muss erklärt werden. In verschiedenster Weise hatten Gestalten des Volkes Israel Hoffnungsworte von Gott gehört, Prophezeihungen weitergesagt und schließlich aufgeschrieben. Und alle diese Worte der Sehnsucht sind von uns Christen dann später auf Christus bezogen worden – in ihm ist erfüllt, was schon das Gottesvolk der Juden erwartet hatte. Jesus ist „Zions Hilf und Abrams Lohn“, „Jakobs Heil“ und „der Jungfrau Sohn“ – in ihm hat Gott sein Versprechen erfüllt und „sich treulich eingestellt“, er ist eingetroffen bei den Menschen auf der Erde, bei uns Menschen, die er liebhat.

Vier Worte aus dem Alten Testament werden hier auf Jesus bezogen.

  1. „Zions Hilf“. Jesus ist die Hilfe für Zion, für das Volk, das sich – sinnbildlich gesprochen – auf dem heiligen Berg Zion in Jerusalem versammelt, also für die Menschen, die sehnsüchtig auf Gott warten.
  2. „Abrams Lohn“. Jesus ist der Lohn für Abrahams Glauben, den Gott dem Abraham im 1. Buch Mose (Genesis 15, 1) zusagt. Dort spricht Gott: „Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.“ Das Vertrauen, das bereits Abraham in den unsichtbaren Gott setzt, der nicht nur für einen einzelnen Stamm zuständig ist, sondern die ganze Welt geschaffen hat und umschließt, dieses Vertrauen wird nicht enttäuscht. Abraham bekommt aber nicht etwa eine Belohnung in dem Sinne, dass er für seinen Glauben bezahlt wird oder dass er sich irgendetwas von Gott verdient. Nein, Gott selber ist sein Lohn. Der, auf den er vertraut, ist das einzig wirklich wichtige Ziel, auf das er sich ausrichtet. Hier im Lied wird nun dieses Wort auf Jesus angewendet: Jesus ist „Abrams Lohn“, er steht an der Stelle Gottes, wer auf Jesus vertraut, der baut auf die Liebe Gottes, nach der sich schon Abraham gesehnt hat.
  3. „Jakobs Heil“ – dieses Wort bezieht sich auf das Gebet Jakobs, des Enkels von Abraham, das er kurz vor seinem Tod gesprochen hat (Genesis 49, 18): „Herr, ich warte auf dein Heil!“ Wir kennen Jakob als den, der sich listig den Segen des Vaters Isaak erschlichen hatte, der vor seinem Bruder Esau fliehen musste und der mit Gott selbst einen harten Kampf auszufechten hatte, bevor er sich mit seinem Bruder versöhnen konnte. Wir kennen die Geschichten von Jakob und seinen Frauen und Kindern, Geschichten voller Glück und Leid, voller Spannungen und Konflikte. Nichts Menschliches war Jakob fremd, und so soll wohl in unserem Lied ausgedrückt werden: Da gibt es einen, der alles heil macht, auch das wildeste, spannungsreichste Leben, auch die tiefsten Wunden, die Menschen einander schlagen. Da gibt es einen, in dem selbst Jakobs unruhige Seele Frieden findet – und nicht nur seine Seele, auch unsere: Jesus ist auch für uns das Heil, er gibt uns inneren Frieden.
  4. „Der Jungfrau Sohn“. Diese Verheißung aus dem Buch Jesaja 7, 14 kennen wir wohl am besten: Da wird zur Zeit des Königs Ahas dem Volk Israel ein Zeichen angekündigt: „Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel (das heißt: Gott mit uns).“ Ausgerechnet ein noch nicht verheiratetes Mädchen wird die Mutter dessen, in dem Gott zur Welt kommt. Angesichts von Zweifeln über seine Herkunft kann erst ein Engel im Traum den Josef davon überzeugen, dass er seine Verlobte nicht verstoßen darf. In wunderbarer Weise zeigt sich schon hier, dass Gott sich über menschliche Grenzen hinwegsetzt, um als wahrer Mensch unter uns zur Welt zu kommen.

Alles in allem ist Jesus ein „Held“ von besonderer Art, nicht ein Held, wie wir ihn aus Kriegen und Action-Filmen kennen, sondern ein Mensch mit dem Mut, ein wahrhaft menschliches Leben zu führen – und das voller Liebe. Er ist ein „zweigestammter Held“, er ist ein Mensch aus Davids Stamm, ein Mensch mit bestimmter menschlicher Herkunft, mit Maria als Mutter, unbekanntem Erzeuger und Josef als Adoptivvater, und zugleich stammt er direkt von Gott ab, indem der heilige Geist Gottes in ganz besonderer Weise in ihm wohnt und sein ganzes Wesen durchdringt. Jesus ist wahrer Mensch, kein Supermann, und zugleich wahrer Gott, indem er durch den heiligen Geist in vollkommener Weise gerade als Mensch wie wir Gottes Liebe leben kann.

Langsam nähern wir uns dem Ende der Predigt, kommen wir zum letzten Vers des Liedes:

Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil!
Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an.

Die letzte Strophe kehrt nun vom Ausflug in die Geschichte des Volkes Israel im Alten Testament zu uns in die heutige Zeit zurück. Es wird ganz persönlich – dreimal heißt es: mein Heil, mein Teil, mein Herz!

Der Jesus, der da kommt, der ist nicht nur Jakobs Heil, nicht nur die Erfüllung der Hoffnungen des alten Volkes Israel, sondern er ist auch „mein Heil“, und ich heiße den willkommen, der alles auch in mir heilmachen wird – der mir Sünder gnädig ist, der mich getrost leben lässt, der mich mit seinem Rat begleitet und führt.

Der Jesus, der da kommt, der wird nicht nur damals mit dem Jubelruf „Hosianna“ in Jerusalem willkommen geheißen, sondern er ist auch „mein Teil“. Auch ich habe Anteil an seinem Schicksal und er an meinem. Ich fühle mich ihm nahe, weil er weiß, wie ich mich fühle, und weil es Gott selber ist, der mir so nahe ist, wird mein Leben unendlich wichtig und wertvoll. Darum kann ich einstimmen in den Hosiannaruf: „Gelobt seist du!“

Zum Schluss bleibt mir nur zu wünschen übrig, dass dieser Jesus auch in mein Herz einzieht, dass er bei mir freie Bahn hat: „Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an!“

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Wir singen nach der Predigt nun ein anderes Lied, und zwar das neue Adventslied 19, 1-3:

O komm, o komm, du Morgenstern, lass uns dich schauen, unsern Herrn. Vertreib das Dunkel unsrer Nacht durch deines klaren Lichtes Pracht. Freut euch, freut euch, der Herr ist nah. Freut euch und singt Halleluja.

O komm, du Sohn aus Davids Stamm, du Friedensbringer, Osterlamm. Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei und von des Bösen Tyrannei. Freut euch, freut euch, der Herr ist nah. Freut euch und singt Halleluja.

O komm, o Herr, bleib bis ans End, bis dass uns nichts mehr von dir trennt, bis dich, wie es dein Wort verheißt, der Freien Lied ohn Ende preist. Freut euch, freut euch, der Herr ist nah. Freut euch und singt Halleluja.

Herr, unser Gott, du bist uns nahe das ganze Jahr über, doch in der Weihnachtszeit sinnen wir den Bildern der Geburt, der Ankunft des Kindes nach, die uns zeigen, dass du uns menschlich ganz besonders nahe bist, so wie ein neugeborenes Kind. Gerade die dunkle Jahreszeit ist es, in der wir tröstlich erfahren dürfen: du bist bei uns, du bist uns näher als wir dachten, du hast uns nicht vergessen. Begleite uns durch die Tage von Weihnachten und ins neue Jahr hinein, hilf uns, die Gefühle auszuhalten, die uns in diesen Tagen überkommen, und schenke uns Menschen, bei denen wir uns aussprechen können, wenn wir das brauchen. Amen.

Wir beten mit Jesu Worten:

Vater unser

Wir singen Lied 10, 1 + 4:

1) Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

4) Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.

Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in die Weihnachtswoche hineingehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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