Unser täglich Brot sichern?

Gegenüber der Kirche hängt ein Plakat des Bauernverbandes: „Unser täglich Brot sichern.“ Gott kommt in diesem Spruch nicht mehr ausdrücklich vor. Nicht um eine Bitte geht es, sondern um den Einsatz aller menschlichen Kräfte und Leistungsfähigkeit zur Sicherung unserer Ernährung. So ein Werbespruch kann gefährlich sein. Wenn er die Haltung ausdrückt, dass wir auf Gott heute nicht mehr angewiesen sind.

Erntedankbrot - kranzförmig mit dem Schriftzug Erntedank in der Mitte

Ist das Erntedankfest mit dem Dank für das tägliche Brot nicht mehr zeitgemäß? (Foto: pixabay.com)

direkt-predigtErntedankfestgottesdienst am Sonntag, 2. Oktober 1983, um 9.30 Uhr in Reichelsheim, 10.30 Uhr in Heuchelheim, 13.00 Uhr mit Taufe in Dorn-Assenheim
Glockenläuten und Orgelvorspiel

Herzlich willkommen zum Festgottesdienst am Erntedanksonntag! In der Kirche mit dem geschmückten Altar feiern wir heute wieder den Dank für die Ernte, für das, was Gott uns schenkt, für alles, was durch unsere Hände geht und mit durch unsere Arbeit geschaffen wird, was aber doch von Gott herkommt.

Lied EKG 380, 1-4 (EG 502):

1. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er lässt dich freundlich zu sich laden; freue dich, Israel, seiner Gnaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden!

2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben.

3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da lässt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden, machet uns ledig von allen Sünden.

4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet frühn und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen, füllet uns alle mit seinem Segen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Es gibt Menschen, die können sich selbst vergessen und werden deshalb nicht ärmer. Es gibt Menschen, die denken nur an sich; sie finden keine Freude. Arm sind die dran, die sich auf Reichtum verlassen, für eigenen Besitz sich verbrauchen, als wäre das alles im Leben. Gut sind die dran, die teilen können, damit alle ihr Recht bekommen. Gut sind die dran, die wissen, dass sich das Leben lohnt, wenn satt werden, die hungrig sind, wenn Wohnung finden, die in Löchern hausen, wenn lachen können, die nichts zu lachen haben.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, großzügig wie kein anderer: Mach uns offen für andere Menschen, mach uns bewusst, wieviel uns geschenkt ist. Dann werden wir sehen, wie schön es ist, dankbar zu leben. Gott, wir sind reich und deshalb in der Versuchung, unser Leben selber sichern zu wollen und die anderen Menschen zu vergessen. Gib jedem von uns die Armut, die er braucht, um in der Nachfolge für andere da zu sein, damit wir ein erfülltes Leben finden. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Lesung: Matthäus 19, 16-23

16 Und siehe, einer trat zu ihm und fragte: Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe?

17 Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem, was gut ist? Gut ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.

18 Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber sprach: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben;

19 ehre Vater und Mutter«; und: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.

20 Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch?

21 Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!

22 Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.

23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen.

Lied EKG 227, 1-8 (EG 320):

1. Nun lasst uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben.

2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, tut er nie etwas sparen.

3. Nahrung gibt er dem Leibe; die Seele muss auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünden.

4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben; Christus, für uns gestorben, der hat das Heil erworben.

5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider alles Unheil; der Heilig Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen.

6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben. Im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben!

7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Große mit den Kleinen; du kannst’s nicht böse meinen.

8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesus Christus. Amen.

Gnade und Friede sei mit uns allen von Gott, unserem Vater und Schöpfer, und Jesus Christus, unserem Herrn und Erlöser. Amen.

Der Text zur Predigt am Erntedankfest steht in diesem Jahr im Evangelium nach Matthäus 6, 19-24.

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.

20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.

21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

22 Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.

23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!

24 Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Herr, zeige uns, was es heißt: bei dir Reichtümer zu sammeln. Lass uns dankbar leben! Amen.

Liebe Gemeinde!

Können wir dankbar sein? Oder leben wir nach dem Motto: „Es wird einem nichts geschenkt?“

Das Erntedankfest ist ja ein Anstoß zum Danken und ein Anstoß zum Nachdenken über das Danken. Wir beten ja in jedem Gottesdienst: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ Und in diesem Erntedankgottesdienst können wir bewusster als sonst diesen Satz nachsprechen und nachempfinden, was er aussagt. „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ In der Mitte des Vaterunser steht dieser Satz; so wichtig nimmt Jesus unser leibliches Wohl, so ernst nimmt er unseren Hunger, unser Bedürfnis, satt zu werden. Und mit Brot ist ja nach Martin Luther nicht nur der gebackene Brotlaib gemeint, sondern alles, was wir zum Leben notwendig brauchen: Nahrungsmittel und Dienstleistungen, handwerkliche Fertigungen und viele Industrieprodukte, und nicht zuletzt die Zuwendung anderer Menschen.

Für Jesus ist wichtig, dass alle Menschen bekommen, was sie zum Leben brauchen. Und genauso eindringlich macht er uns klar, dass uns alles, was wir bekommen oder uns verschaffen, von Gott geschenkt wird.

Das wollen wir modernen Menschen nun oft gar nicht begreifen. Sind wir nicht ziemlich unabhängig von Gottes Hilfe geworden durch den Einsatz von Technik und Welthandel? Ist es uns nicht schon zu selbstverständlich geworden, dass in unserem Land kein Hunger herrscht? Danken, für etwas so Selbstverständliches wie Brot – ist das dann nicht ein Luxus für Leute, die nichts Besseres zu tun haben?

Ich habe gegenüber der Kirche ein Plakat des Bauernverbandes gesehen. Da steht drauf: „Unser täglich Brot sichern.“ Gott kommt in diesem Spruch nicht mehr ausdrücklich vor. Nicht um eine Bitte geht es, sondern um den Einsatz aller menschlichen Kräfte und Leistungsfähigkeit zur Sicherung unserer Ernährung. So ein Werbespruch kann gefährlich sein. Er kann Ausdruck der Haltung sein, dass wir auf Gott im Grunde heute nicht mehr angewiesen seien; wir sichern unser tägliches Brot selbst. Für Christen ist wichtig, bei der eigenen Leistung den Geber aller guten Gaben nicht aus dem Auge zu verlieren. Denn nicht nur, dass der Boden Frucht hervorbringt, ist von Gott so eingerichtet, sondern auch, dass wir bestimmte Fähigkeiten haben und einsetzen können, verdanken wir unserem Schöpfer. Gott, der Herr über Leben und Tod, hat uns mit einem Stück Lebenszeit beschenkt, hat uns viele Eigenschaften, Anlagen und Fähigkeiten gegeben und hat uns die Verantwortung dafür übertragen, sie miteinander und füreinander zu nutzen. So sollen wir natürlich bestrebt sein, alles, was wir können, dafür einzusetzen, dass wir nicht hungern müssen, dass niemand auf der Welt hungern muss, und dass auch unsere Kinder und Enkel noch von unserem Boden ernten können.

Vielen ist das zu wenig – Gott für das zu danken, was uns wie eine Selbstverständlichkeit vorkommt: dass wir leben, dass wir etwas können, dass auf dem Acker etwas wächst, dass uns Kinder geboren werden und sie groß werden. Viele erwarten von Gott, dass er mit großem Getöse daherkommt und mindestens die großen Weltprobleme mit einem Schlag löst. Und sie übersehen dabei, dass Gott wirklich noch mehr für uns getan hat, allerdings in Unscheinbarkeit: er ist in der Person Jesu in diese Welt gekommen und hat einen Weg gezeigt, das Böse und das Leiden in der Welt zu überwinden – den Weg der Liebe.

Ohne Gott wären wir gar nicht da, ohne Gott würden wir keine Sekunde leben, ohne Gott könnten wir nichts tun – das wird uns meist erst bewusst, wenn Krankheit oder Tod an unsere Tür klopfen, wenn das selbstverständlich Erscheinende plötzlich zu einer Kostbarkeit wird. Und ohne Gott wären wir dazu verurteilt, als egoistische Menschen zu leben, nur auf den eigenen Vorteil versessen, ohne ein Herz für die hungernden Menschen in der Welt oder für die bedrückten Menschen in unserer Nachbarschaft. Die Liebe die er uns schenkt, ist auch ein Grund zur Dankbarkeit. Wer sich dieser Liebe nicht öffnet – ja, kein Wunder, dass er nicht dankbar sein kann. Er wird den Dank höchstens als Pflichtübung ansehen. Aber Liebe Gottes – die zeigt uns, wer wir sind: geliebte Geschöpfe Gottes, wichtige Menschen, jeder einmalig, wie wir es am letzten Sonntag mit den Kindern gefeiert haben. Die Liebe Gottes, die zeigt uns, was wir können: statt uns ängstlich voreinander zu verschließen, aufeinanderzuzugehen, statt uns voreinander abzusichern, miteinander Vertrauen zu wagen. Wer meint: „Es wird einem nichts geschenkt“, ist wirklich arm dran, und vielleicht hat er bittere Enttäuschungen mit anderen Menschen erlebt. Jedem, der so denkt, möchte doch einer von uns begegnen, und dann möchte es uns doch gegeben sein, ihm zu zeigen, dass er sich nicht alles erarbeiten und verdienen muss, worum es im Leben wirklich geht. Wenn Liebe von Gott unter uns lebendig ist, muss es nicht so viele Leute geben, die nur durch ihre eigene Anstrengung Anerkennung finden, und die nie die Erfahrung machen, dass man sie ganz einfach so, um ihrer selbst willen, einfach weil sie da sind, liebhaben kann.

Ich habe bisher noch nicht ausdrücklich von unserem Predigttext gesprochen, aber worum es da geht, ist vielleicht schon deutlich geworden. Wer Reichtümer hier auf der Erde sammelt und hortet, der denkt sich: was soll ich denn anderes tun, geschenkt wird mir ja doch nichts. Wer Reichtümer bei Gott sammelt, der weiß um das, was Gott ihm schenkt. Bei diesem Thema wird Jesus ganz ernst. Und zugleich kann er sich ein wenig Humor nicht verkneifen. Er denkt an die Reichen seiner Zeit, die ihre kostbaren Gewänder in Truhen und ihr vieles Geld in Schatzkisten verstauten – und er erinnert sie an die Motten, die die Kleider zerfressen und an den Rost, der das Geld verdirbt, und an die Einbrecher, die den Besitzer von beiden nicht ruhig schlafen lassen. Kinder verhalten sich manchmal auch so, wenn sie sagen: „Das ist meins“, und sie lassen niemand anders dran, und dann hat niemand etwas von dem Spielzeug, denn wenn man es dauernd eifersüchtig bewachen muss, macht das teuerste Spielzeug keinen Spaß mehr. Wie gesagt, Jesus nimmt diese Angelegenheit sehr ernst. Für ihn gilt: Wer sein Herz an irdische Güter hängt, der kann nicht mehr an Gott glauben. Der hat einen anderen Gott. Mammon heißt dieser Gott in der Lutherbibel. Und das ist nichts anderes als das Geld, der Geldgötze.

Kein Götze ist für uns das Geld, wenn es uns dazu dient, das Lebensnotwendige für uns zu kaufen. Denn nicht jeder von uns kann Landwirt sein, Handwerker sein usw. In einer arbeitsteiligen Welt brauchen wir notwendig das Geld. Kein Götze ist für uns das Geld, wenn wir es auch teilen können mit denen, die weniger Chancen haben, die ungerecht behandelt werden, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, ganz gleich ob durch eigene oder fremde Schuld. Ein Zeichen für solches Teilen ist z. B. die Bereitschaft, Geld zu sammeln oder zu spenden – in den letzten Wochen von Haustür zu Haustür für Aufgaben in unserem eigenen Land, heute in der Kollekte für die Bekämpfung von Unterentwicklung in den armen Ländern. Kein Götze ist das Geld für uns, wenn es uns nicht blind macht. Wie sagt Jesus? Wenn das Auge klar ist, steht der ganze Mensch im Licht; ist das Auge getrübt, steht der ganze Mensch im Dunkeln. Ja, ein falscher Gott kann das Geld für uns sein, wenn es uns blind macht für die Probleme, die wir gedankenlos immer größer anwachsen lassen. Umweltschutz ist zu teuer, haben wir jahrelang gesagt: heute sterben die Wälder. Wer von uns würde drastisch höhere Preise für Nahrungsmittel ausgeben, damit die Landwirte nicht so oft zu viel produzieren müssen, nur um sich wirtschaftlich halten zu können? Wer würde für einen höheren Preis möglicherweise unansehnlichere Äpfel akzeptieren, weil auf einen Teil der chemischen Schädlingsbekämpfung verzichtet würde?

Statt unser Herz ans Geld zu hängen, statt alles von unserer eigenen Leistung oder von technischer Machbarkeit zu erwarten, haben wir als Christen die Chance, uns Schätze bei Gott zu sammeln. Solche Reichtümer bei Gott sind nichts Jenseitiges, sondern die können wir hier und jetzt finden und uns damit beschenken lassen. Wo wir die Ernte aus Gottes Hand nehmen, wo sie uns zum Leben dient und wir uns darüber freuen, da sind wir von Gott beschenkt. Da werden wir dankbar sein, da werden wir bereit sein zu teilen.

Wo wir schon unsere Fähigkeit zur Arbeit, zur Feldbestellung, zur Leistung aus Gottes Hand nehmen, wo wir uns darüber freuen, dass wir etwas tun und schaffen können, da sind wir von Gott beschenkt. Da werden wir dankbar sein, da werden wir auch an unsere Verantwortung denken, die wir haben gegenüber der Natur, gegenüber den Hungernden in der Welt und z. B. auch gegenüber denen in unseren Land, die zur Zeit keine Arbeits- oder Lehrstelle finden.

Wo wir nicht nur mit unseren Augen, sondern auch mit unserem Herzen in die Welt schauen, werden wir dankbar leben, ein erfüllteres Leben haben, aber manchmal wird es auch mit unserem bequemen Leben aus sein: Wir sehen einen glücklichen Menschen, und werden dadurch reicher an Glück. Wir sehen einen Kranken und werden reicher an Mitgefühl, Wir sehen einen, der uns verachtet, und wir werden vielleicht reicher an Verständnis für ihn. Wir sehen spielende Kinder und werden reicher an Dank. Wir sehen Zerstörungen der Umwelt und werden reicher an Einsatzbereitschaft. Wir sehen die Ernte und werden reicher an Hoffnung. Wir spüren die Liebe des Partners und werden reicher an Zärtlichkeit. Wir nehmen viele Bilder auf und merken, über wie viele Dinge wir nicht selber verfügen können. Wir werden reich bei Gott, wo wir das alles an uns heran- und in uns hereinlassen.

Gott beschenkt uns großartig. Aber nur diejenigen spüren das, die sich dem unscheinbaren Gott öffnen und nicht auf einen Supermann-Gott hoffen. Was dieser unscheinbare Gott uns schenkt, kann sogar manchmal eine Krankheit, eine Beschwerlichkeit, ein unangenehmer Mensch, eine sehr schwere Aufgabe sein. Auch und gerade an diesen Dingen wachsen wir wie ein Baum, der eine Verwundung überwindet, indem er um so mehr Stärke entwickelt. Überlegen wir uns alle einmal, wofür wir unserem Gott heute am Erntedankfest am meisten dankbar sind. Es kann auch ein Kreuz sein, das wir zu tragen haben. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 256, 1-2+5 (EG 385):

1. »Mir nach«, spricht Christus, unser Held, »mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlasst die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach.

2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll.

5. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie um mich verlieren scheint, wird sie nach Hause führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier.«

Herr, gib mir heute einen neuen Himmel und eine neue Erde! Gib mir das Staunen des Kindes, dessen Blick sich der Welt zum erstenmal öffnet. Gib mir die Freude des Kindes, das in jedem Ding deinen Glanz entdeckt, ein Geschenk von dir für sich selbst. Gib mir die Freude dessen, der seine ersten Schritte macht. Gib mir das Glück dessen, für den das Leben täglich neu und voller Erwartung ist. Gib mir, dass ich alle Dinge in Christus sehe, Bäume und Felder, Tiere und Menschen. O mein Gott, mache aus mir einen dankbaren Menschen.

Vater unser
Lied EKG 371, 13-15 (EG 503):

13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.

14. Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben.

15. Erwähle mich zum Paradeis und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen, hier und dort ewig dienen.

Segen

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