Die ganze Welt in Gottes Hand

Vogel: Komisch. Wir fahren doppelt Karussell, auf der Erde um die Sonne und mit der Erde immer im Kreis. Dass uns dabei nicht schwindlig wird, habe ich immer noch nicht verstanden. Sonne: Du hast ja auch einen ganz kleinen Kopf. Vogel: Aber ihr Kinder in der Kirche, ihr habt viel größere Köpfchen als ich. Da passt ganz viel Lernen rein.

Stabpuppen Vogel und Erde

Tanja Mohr stellte die Stabpuppen für das szenische Spiel im Schulanfangsgottesdienst her

#predigtSchulanfängergottesdienst am Dienstag, 14. August 2012, um 9.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen für die Erstklässler der Sandfeldschule und der Georg-Büchner-Schule
Klaviermusik zum Stillewerden
Begrüßung (Pfarrer Helmut Schütz)
Pfarrer Helmut Schütz im Talar mit Beffchen

Pfarrer Helmut Schütz

Guten Morgen, liebe Kinder, guten Morgen, liebe großen Leute!

Wir grüßen euch und Sie alle. Wir – das sind Tanja Mohr von der katholischen Gemeinde St. Albertus, das bin ich, Pfarrer Helmut Schütz, von der evangelischen Paulusgemeinde, und Gaby Engel aus der evangelischen Stephanusgemeinde wird nachher auch in dieser Feier mitwirken.

Wir sind hier, weil heute für viele von euch Kindern die Schule anfängt. Und ich glaube, ich kann auch sehen, wer von euch heute den ersten Schultag hat. Wisst ihr, wie ich das merke? Weil ihr eine Schultüte dabei habt, stimmt’s? Haltet doch mal eure Schultüten hoch – so viele Schulkinder gehen heute zum ersten Mal in die Schule. Jetzt möchte ich mal wissen: Wer von euch geht nachher in die Georg-Büchner-Schule? Und wer in die Sandfeldschule? Ich sehe aber auch noch andere Kinder – wer geht denn schon länger in die Schule, ins zweite, dritte oder noch höhere Schuljahr? Und wer geht noch in den Kindergarten? Ihr habt aber auch große Leute mit in die Kirche gebracht, Erwachsene. Jetzt sollen alle Papas mal aufstehen. Und die Opas zeigen einfach mal auf. Und jetzt die Omas. Natürlich dürfen wir auch die Mamas nicht vergessen. Schön, dass Sie alle da sind! Neugierig bin ich auch, ob auch Lehrerinnen und Lehrer hier sind – von ihnen werdet ihr Kinder in der Schule eine Menge lernen können.

Jetzt feiern wir einen Gottesdienst. Gott kann man nicht sehen, aber er ist immer da für uns. Er hat alles gemacht, was es gibt, und er hat uns lieb. Jesus sagt: Gott ist wie ein lieber Papa für uns da. Er kann uns trösten wie eine liebe Mama. Er gibt uns Kraft, damit wir viele Sachen machen können, ja, auch Kraft im Kopf, damit wir gut nachdenken und lernen können.

Lied „Du hast uns deine Welt geschenkt“
Eingangsgebet (Tanja Mohr)

Am Beginn unseres Gottesdienstes wollen wir miteinander beten. Wenn wir beten, sprechen wir mit Gott. Dazu ist es wichtig, dass alle einmal ganz still werden. Wir falten unsere Hände.

Lieber Gott, du hast uns deine Welt geschenkt und wir sollen auf sie aufpassen. Du sprichst zu uns durch das Strahlen der Sonne. Du erscheinst uns in den Farben der Blumen. Du bist da in Größe weiter Wälder. Die Natur lässt uns erahnen, wie wunderbar deine Güte und Liebe zu uns Menschen ist.

Gott, du liebst alles, was du geschaffen hast. Heute ist ein wichtiger und aufregender Tag für uns. Unser erster Schultag. Sei du uns jetzt nahe, schau auf uns und höre auf uns, wenn wir singen und zu dir beten. Amen.

Wenn wir zu Gott reden, dann nennen wir das beten. Das hab ich ja eben stellvertretend für uns alle getan. Wir können aber auch anders beten und zwar alle gemeinsam in einem Lied: „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“.

Lied: „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“
Stabpuppenspiel „Die ganze Welt in Gottes Hand“ mit Helmut Schütz, Tanja Mohr und Gaby Engel

Stabpuppe: ErdeErde: Ich bin die Erde. Und ich freue mich, dass Gott mich in der Hand hält.

Vogel: Ich habe aber noch nie die Hand von Gott gesehen.

Erde: Gott ist ja auch unsichtbar. Und seine Hand, das ist nicht so eine Hand wie von einem Menschen. Ich weiß einfach, dass Gott mich festhält. Und dabei hilft mir die liebe Sonne.

Sonne: Ja, das tue ich. Ich bin die Sonne. Und du, liebe Erde, läufst auf einem riesengroßen Kreis immer um mich herum. Ein ganzes Jahr dauert es, dann bist du einmal um mich herumgelaufen. Ich halte dich fest mit meiner Schwerkraft. Was das ist, werdet ihr irgendwann in der Schule lernen.

Stabpuppe SonneErde: Ich finde das ganz toll mit der Schwerkraft, die Gott erfunden hat. Wenn es die nicht gäbe, würde ich einfach weg von dir ins dunkle Weltall fliegen.

Sonne: Das wäre schlimm, denn dann wäre es überall ganz kalt auf dir. Alles Wasser würde zu Eis, und alle Menschen und Tiere müssten erfrieren.

Erde: Da bin ich aber froh, dass ich in deiner Nähe bleibe und es nur manchmal im Winter kalt wird. Und dass die Menschen Häuser haben mit Heizungen, wo sie nicht frieren müssen.

Sonne: Es ist aber auch toll, dass du nicht abstürzt und in mich rein fliegen kannst.

Erde: Dafür bin ich Gott auch sehr dankbar. Sonst müsste ich ja verbrennen, weil du so heiß bist.

Sonne: Gut, dass du einfach immer um mich herumfliegst.

Vogel: Aber ich habe das noch nie gemerkt, dass die Erde fliegt. Ich kann fliegen. Aber die Erde ist immer ganz ruhig unter mir.

Erde: Ich bin ja auch so groß, dass ihr das gar nicht merkt, wie ich um die Sonne herum fliege.

Stabpuppe VogelVogel: Das hat Gott auch sehr gut gemacht, dass wir das nicht merken. Sonst würde mir wahrscheinlich schlecht. Ich mag nicht gern Karussell fahren!

Sonne: Eigentlich fahren wir alle Karussell. Ich fliege auch durch das große weite Weltall. Und auch dabei hält Gott mich fest, dass ich auf meiner Bahn bleibe, immer rund um die Milchstraße.

Vogel: Milchstraße? Gibt es da Milch zu trinken?

Sonne: Nein, die nennt man nur so. Die Milchstraße, das sind ganz viele Sterne am Himmel, die sieht man manchmal nachts, wenn keine Wolken am Himmel sind, die sehen so aus, als hätte da jemand Milch verschüttet.

Vogel: Das ist mir alles zu kompliziert. Ihr Kinder, ihr werdet das ja vielleicht alles mal in der Schule lernen, aber mir brummt mein kleiner Kopf.

Erde: Hauptsache, du kapierst, dass Gott auch dich festhält, wenn du in der Luft fliegst.

Vogel: Ja, das kapiere ich. Er hält mich fest, und die Luft hilft ihm dabei. Die kann man ja auch nicht sehen, und trotzdem trägt sie mich, dass ich nicht runterfalle.

Erde: Was ich auch noch schön finde, dass es so viele verschiedene Tiere auf der Erde gibt. Zum Beispiel die Fische.

Bild: FischVogel: Aber die leben nicht in der Luft. Und auch nicht auf der Erde. Sondern im Wasser.

Erde: Gut, dass Gott dafür gesorgt hat, dass es auch ganz viel Wasser auf mir gibt. Da können die Fische drin leben. Und in dem Wasser hält Gott auch die Fische ganz fest. Er hat das so gemacht, dass das Wasser die Fische trägt.

Vogel: Ich finde es auch noch schön, dass Gott die Bäume geschaffen hat. Da können wir Vögel Nester drin bauen, und es wachsen Früchte dran, die kann man essen.

Bild: BaumSonne: Und ich bin froh, dass ich immer über der Erde scheinen kann, damit ihr es schön hell und schön warm habt.

Vogel: Aber du scheinst ja gar nicht immer. Oft sind nur Wolken am Himmel und manchmal regnet es ganz doll. Und dann bin ich ganz traurig.

Sonne: Ich scheine aber trotzdem. Ich verstecke mich nur manchmal hinter den Wolken. Ich bin immer noch da, nur ihr könnt mich nicht sehen.

Vogel: Wenn ich also ganz hoch fliegen würde, über die Wolken, dann könnte ich dich auch bei Regen sehen?

Sonne: Stimmt, aber ich glaube, für dich würde die Luft da oben zu dünn.

Erde: Die Menschen in den Flugzeugen, wenn die über den Wolken fliegen, die sehen die Sonne auch da oben.

Vogel: Also, wenn ich hier unten manchmal traurig bin, weil die Sonne nicht scheint, ist sie immer noch da?

Sonne: Ja, ich bin immer da. Und genau so ist es mit dem lieben Gott. Den kann man ja gar nicht sehen. Nicht einmal hier oben, wo ich bin. Aber er ist trotzdem immer da.

Vogel: Aber du bist doch nicht immer da, liebe Sonne. In der Nacht nämlich nicht. Dann gehst du unter.

Sonne: Das stimmt ein bisschen und stimmt auch ein bisschen nicht. Ihr seht mich dann nicht mehr, aber andere Tiere und Menschen auf der Erde können mich dann sehen.

Vogel: Das verstehe ich nicht.

Erde: Vielleicht kann ich das erklären. Das kommt, weil ich nicht nur um die Sonne herumlaufe. Ich drehe mich auch die ganze Zeit um mich selbst, immer im Kreis, jeden Tag einmal ganz um mich herum.

Sonne: Darum scheine ich immer auf dich, aber immer nur auf eine Seite von dir. Und die andere liegt im Dunkeln.

Erde: Jetzt scheinst du mich hier in Deutschland an. Darum ist es jetzt in Deutschland Tag. Ich drehe mich immer weiter um, und heute Abend wird es in Deutschland dunkel und du scheinst mich auf der Seite von Amerika an, und später in Australien und dann in Indien und in Russland und morgen früh wieder hier in Deutschland.

Bild: Mond und SternSonne: Und damit ihr es in der Nacht nicht ganz dunkel auf der Erde habt, scheint in der Nacht oft auch der Mond.

Vogel: Und die Sterne. Und die Milchstraße. Nur, wenn Wolken sind, sieht man auch den Mond und die Sterne nicht.

Sonne: Ja, das hast du gut verstanden.

Erde: Und ich drehe mich immer um mich selbst, aber mir wird trotzdem nicht schwindelig.

Vogel: Komisch. Wir fahren doppelt Karussell, auf der Erde um die Sonne und mit der Erde immer im Kreis. Dass uns dabei nicht schwindlig wird, ist wirklich ein Wunder. Und so richtig habe ich das immer noch nicht verstanden.

Sonne: Du bist ja auch ein Vogel und hast einen ganz kleinen Kopf. Du musst ja auch nicht alles verstehen.

Vogel: Da bin ich aber froh. Aber ihr Kinder hier in der Kirche, ihr habt viel größere Köpfchen als ich. Da passt ganz viel Lernen rein.

Sonne: Das denke ich auch. Ihr geht ja jetzt in die Schule, und da lernt ihr bestimmt ganz viel über mich und über die Erde und über alles, was es auf der Erde gibt.

Erde: Und auch vom lieben Gott könnt ihr viel lernen, der uns alle in der Hand hält. Der hilft euch beim Lernen, der ist bei euch, wenn ihr Angst habt, und dem könnt ihr Danke sagen, wenn ihr euch über etwas freut.

Lied: „Meinem Gott gehört die Welt“
Fürbitten

Gott, du bist immer da und hältst uns in deiner Hand – Du bist immer für uns da. Deshalb bitten wir:

Begleite alle Schulanfänger an diesem ersten Schultag und an allen anderen Tagen, lass sie in den neuen Klassen gute Freunde finden und miteinander und mit den neuen Lehrerinnen und Lehrern gut auskommen. Lass die älteren Schüler dazu beitragen, dass sich die Erstklässler an der neuen Schule gut einleben.

An einer Schule gibt es nicht nur Erstklässler. Gott wir bitten dich für alle Schüler, die die Schule schon länger besuchen: Lass sie ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren. Sei bei ihnen, wenn sich ihre Erwartungen einmal nicht erfüllen und gib ihnen immer wieder Freude am Lernen.

Gott, du lässt Menschen für uns da sein, die uns auf unserem Lebensweg begleiten: Eltern und Großeltern, Geschwister, Patinnen und Paten, Freunde und Freundinnen. Dafür danken wir dir uns bitten dich: Stärke ihr Vertrauen, wenn sie mit der Einschulung ihrer Kinder ein Stück loslassen müssen und ihre Vorfreude auf diesen neuen Lebensabschnitt mit ihren Kindern.

Gott, wir bitten dich für alle Lehrerinnen und Lehrer: Hilf ihnen, ein jedes Kind, das ihnen anvertraut ist, in seiner Weise anzunehmen und ihm gerecht zu werden. Gib ihnen die Kraft und die Nervenstärke, in schwierigen Situationen mit Schülern, Eltern oder auch Kollegin ruhig du gelassen zu reagieren und einvernehmliche Lösungen zu finden. Erhalte ihnen die Liebe zu ihrem Beruf, so dass sie mit Humor und Freude unterrichten und die Kinder gerne zu ihnen kommen.

Alle Bitten, die wir nun ausgesprochen haben, aber auch die, die wir im Herzen haben, wollen wir einfließen lassen in das Gebet, das der Herr uns zu beten gelehrt hat und dazu stehen wir auf:

Vater unser
Segnung der Erstklässler und aller anderen, die gesegnet werden möchten

Alle Kinder und Lehrerinnen, die es wollen, kommen nach vorne und bekommen ihren persönlichen Segen:

Gott segne und beschütze dich
er schenke dir Frieden in der Schule und zu Hause.

Und nun bekommen auch alle anderen Gottes Segen:

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden. Amen.

Lied: „Dank für die Sonne“
Erklärung zum Mobile (Tanja Mohr)

Wir haben heute auch ein kleines Geschenk für die Schulanfangskinder mitgebracht, das wir euch jetzt am Ende gerne hinten an der Tür austeilen wollen.

Mobile zeigen! Wir haben hier für euch ein kleines Mobile, das euch an diesen Gottesdienst erinnern soll. Ein Mobile von Sonne, Erde, Vogel (die vorhin in der Geschichte dabei waren), Baum, Fisch, Mond. Das ist aber noch nicht fertig gebaut, sondern muss erst noch von euch, vielleicht mit der Hilfe eurer Eltern zusammengefügt werden.

Wie geht das?!

Ihr bekommt von uns ein Blatt mit, auf dem die Figuren für das Mobile zu finden sind. Diese Figuren müsst ihr einfach nur ganz vorsichtig aus der Stanzform herausdrücken, sie mit Fäden zusammenbinden, so wie ich das hier gemacht habe. Wie es genau geht, steht aber auch noch einmal auf dem Bastelbogen drauf. Schön wäre es, wenn ihr dieses Mobile gemeinsam mit euren Eltern zu Hause zusammenbaut und dann vielleicht auch einen schönen Platz zu Hause findet, wo ihr es hinhängen könnt.

Klaviermusik zum Ausklang
Verteilen der Mobiles an den Türen

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