Das Gleichnis von der Windmühle

Alle kirchliche Aktivität, die es bei uns gibt, ist nur sinnvoll, wenn sie mit dem gemeinsamen Zentrum unserer Kirche in Verbindung steht. Vielleicht hilft uns das Bild von der Mühle, dass wir noch bewusster nach dem Geist Gottes fragen. Gottes Mühlen mahlen langsam, heißt es, aber wenn wir auf eigene Faust unseren Kirchenbetrieb beschleunigen wollen, kommt leerer atemloser Aktivismus heraus.

Die Windmühle in Greetsiel, die noch in Betrieb ist und von der Familie Schoof bewirtschaftet wird

Eine der beiden Zwillingsmühlen in Greetsiel ist noch im Betrieb und wird von der Familie Schoof bewirtschaftet

#predigtGottesdienst am Sonntag, 19. Oktober 1986, in Heuchelheim 9.30 Uhr und Reichelsheim 10.30 Uhr

Ich begrüße Sie und euch herzlich im Gottesdienst am 21. Sonntag nach Trinitatis, insbesondere die Familie … mit ihrem Sohn …, der heute getauft werden soll. Und außerdem freuen wir uns, dass wir in diesem Gottesdienst drei Kirchenvorsteher in ihren Dienst einführen können, die in die Reihen des vor einem Jahr neugewählten Kirchenvorstandes hinzuberufen worden sind.

Lied EKG 436, 1+5+6 (EG 331 mit veränderten Strophen 5 und 6):

1. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

5. Auf dem ganzen Erdenkreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie verehrt auf deinem Thron deinen eingebornen Sohn.

6. Sie verehrt den Heilgen Geist, der uns allen Trost gewähret, der mit Kraft die Seelen speist und uns alle Wahrheit lehret, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

3 Niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den heiligen Geist.

So sagt es der Apostel Paulus (1. Korinther 12).

4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.

6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, unser himmlischer Vater! Wir kennen dich nur durch den Menschen Jesus, in dem du dich offenbart hast. Und nur durch deinen heiligen Geist, nur durch dich selbst, können wir an dich glauben. Du, Gott, heiliger Geist, bist es auch, der uns in der Gemeinde zusammenführt. Hier im Gottesdienst schenkst du dich uns, hier willst du uns anrühren, bewegen, verändern. Hier willst du uns trösten und aufrichten, wenn wir traurig oder mutlos sind. Hier willst du uns beunruhigen und herausfordern, wenn wir uns allzu sicher fühlen und ein allzu bequemes Leben führen. Wir sind angewiesen auf dich, auf deine Kraft, deine Liebe, deine Vergebung. Sonst könnten wir nicht deine Gemeinde sein, und unser Christsein wäre nur äußerlich. Deshalb: komm zu uns, heiliger Geist – Geist des Vaters im Himmel, der du dich uns versprochen hast in Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn! „Amen.“

In 1. Korinther 12, 12-26 benutzt Paulus das Bild des menschlichen Körpers, um zu zeigen, wie der heilige Geist in der Gemeinde wirkt:

12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.

13 Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.

14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.

15 Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte er deshalb nicht Glied des Leibes sein?

16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte es deshalb nicht Glied des Leibes sein ?

17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch?

18 Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat.

19 Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib?

20 Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer.

21 Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht.

22 Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten;

23 und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand;

24 denn die anständigen brauchen’s nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben,

25 damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen.

26 Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied EKG 217, 1+5+6 (EG 251):

1. Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu. Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.

5. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, dass sie es so herzlich meine, wie’s dein letzter Wille war. Ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet ist.

6. Liebe, hast du es geboten, dass man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, dass ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann.

Taufe
Lied Beiheft „Singe Christenheit“ 823, 1-6
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Schnitzerei mit den Greetsieler Zwillingsmühlen

Schnitzerei mit den Greetsieler Zwillingsmühlen

Wir hören den Text zur Predigt aus 1. Korinther 12, 4-6:

4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.

5 Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.

6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

Liebe Gemeinde!

Im Urlaub war ich an der Nordsee. Da oben gibt es viele Windmühlen, und in Ostfriesland sind etwa zehn davon sogar noch oder wieder in Betrieb. Ich habe in Greetsiel eines dieser Wunderwerke menschlicher Technik angesehen; der Mühlenbesitzer und -betreiber Lükko Schoof hat sie bei einer Führung eindrucksvoll beschrieben und auch viel zur Geschichte der Mühlen in Deutschland erzählt. Wenn ich so predigen könnte, wie der erzählen kann, dann wären meine Predigten niemandem zu lang!

Aber weshalb fange ich überhaupt von den Mühlen an? Als ich so über diese Windmühle staunte und mir klarmachte, wie sie funktioniert, da erschien sie mir plötzlich wie ein Gleichnis, ein Bild, ein Symbol für eine christliche Gemeinde. Es gibt das Bild vom Schiff, das sich Gemeinde nennt; Paulus hat die Kirche als einen Leib mit vielen Gliedern beschrieben, wie wir vorhin hörten; warum sollen wir nicht auch einmal die Kirche mit einer Windmühle vergleichen?

Das ist besonders reizvoll und enthält Wahrheit, da ja auch der Geist Gottes oft mit einem Wind verglichen worden ist, der weht, wo er will. Ohne Wind steht die Mühle still; ohne den heiligen Geist bewegt sich in der Kirche nichts – jedenfalls nichts, was mit dem Auftrag der Kirche zu tun hätte.

Flügel der Windmühle in Greetsiel von untenDas erste, was also eine Mühle braucht, sind die Mühlenflügel, um den Wind einzufangen und zu nutzen. Aber wie kann sich eine Kirchengemeinde vom Geist Gottes bewegen lassen? So wie eine Mühle Flügel braucht, so braucht eine Gemeinde den Gottesdienst. Gottesdienst ist Offenheit für den Geist, für die Nähe Gottes. Gottesdienst ist die Bereitschaft, Gott an sich arbeiten zu lassen. Die Gemeinde braucht Menschen, die Woche für Woche, Jahr für Jahr teilnehmen an der besonderen Möglichkeit, sich von Gott ansprechen zu lassen: am Gottesdienst.

Gemeinde ohne Gottesdienst wäre tot, so wie eine Mühle ohne Flügel stillsteht. Es gibt ja auch in Norddeutschland viele alte Mühlengebäude, die keine Flügel mehr tragen – sie sehen irgendwie trostlos, hoffnungslos, unvollständig aus. Vielleicht kann man bildlich sagen: Der Gottesdienst ist der schönste Schmuck einer Kirchengemeinde und zugleich die einzigartige Kraftquelle.

Mühlenflügel können aber auch stillstehen. Wenn kein Wind weht, zum Beispiel. Dann muss man Geduld haben und auf Wind warten. Oder sind die Flügel nur noch Attrappe? Sind sie festgestellt, auf Dauer abgebremst? Nur noch ein Schmuck für eine anderweitig genutzte Mühle? Viele Mühlen in Ostfriesland sind zu Teestuben, Museen oder Ferienwohnungen umgebaut worden. Wie ist es mit unserer Kirchengemeinde? Ist der Gottesdienst nur Aushängeschild, eingefahrene Routine für eine Gemeinschaft, die ansonsten mit ganz anderen Sachen beschäftigt ist? Oder ist unser Gottesdienst – wie die Flügel einer Mühle – immer wieder neu darauf eingestellt, uns von Gottes Geist in Bewegung setzen zu lassen?

Windrose und Mühlenflügel einer Windmühle in GreetsielNoch etwas ist wichtig bei den Mühlenflügeln. Sie müssen immer in Windrichtung ausgerichtet sein. Früher musste das – bei Mühlen alter Bauart – der Müller mit einer langen Stange selbst tun, die Mühle per Hand so drehen, die ganze Mühle, so dass der Wind die Mühlenflügel immer von vorn erfasste. Sonst konnten sie sich auch nicht drehen – ja, wenn der Wind von hinten kam und nur den oberen Teil der Flügel erfasste, konnte die Mühle sogar umkippen. Vielleicht kann man in einer Kirchengemeinde den Pfarrer mit diesem Müller vergleichen; er soll ja darauf achten, dass die Ausrichtung auf Gottes Wort und Gottes Geist erhalten bleibt. Aber muss er das allein tun?

Der Zahnkranz, in dem sich die ganze Mühlenkappe mit den Flügeln dreht, wenn die Windrose es befiehlt

Der Zahnkranz, in dem sich die ganze Mühlenkappe mit den Flügeln dreht, wenn die Windrose es befiehlt

Die Mühle muss heute nicht mehr von Hand eingestellt werden – eine Windrose besorgt diese Arbeit. Das kleinere Windrad, das hinten an der Mühlenkappe senkrecht zur Achse der Mühlenflügel angebracht ist. Es dreht sich nur, wenn die Windrichtung die großen Flügel nicht von vorn trifft; und durch seine Drehung bewegt es die ganze Mühlenkappe über ein kleines Zahnrad, das in einem Riesenzahnkranz läuft, immer in die richtige Richtung. Diese Windrose will ich in einer Kirchengemeinde mit den Gruppen vergleichen, die sich intensiver als andere mit der geistlichen Ausrichtung der Gemeinde beschäftigen. Das kann der Pfarrer sein, das können Hauskreise sein, das kann unser Bibelkreis sein; das sind alle Familien, in denen für die Gemeinde gebetet wird, und alle Zusammenkünfte unserer Gruppen, unseres Kirchenvorstands, unseres Konfirmandenunterrichtes, unseres Schulunterrichtes, in denen über Gott und den Glauben nachgedacht wird.

Das Königsrad der Windmühle

Das Königsrad der Windmühle

Was geschieht nun weiter in der Mühle, wenn sie richtig ausgerichtet ist und wenn der Wind stark genug weht? Über ein System von Zahnrädern wird unter anderem das Königsrad angetrieben. Das Königsrad wiederum ist sozusagen die Zwischenschaltstation für die verschiedenen Aufgaben, die in der Mühle anfallen: mahlen, schroten, schälen, sieben usw. Ich will nicht weiter auf diese einzelnen Funktionen eingehen – um sie kennenzulernen, sollten Sie selbst einmal eine ostfriesische Mühle besichtigen. Mir kommt es nur auf den Vergleich an.

Denn auch in der Kirchengemeinde gibt es viele Aufgaben, viele Arbeitsbereiche nebeneinander. Und damit es zwischen den einzelnen und den Gruppen, die da am Werk sind, kein Durcheinander und kein Gegeneinander gibt, sollte es eine Schaltstation geben, eine Stelle, die die Leitung ausübt, das Königsrad in der Mühle.

Aber wer erfüllt in in der Kirche diese Leitungsaufgabe? Früher (und oft auch noch heute) hat man im Pfarrer den Gemeindeleiter gesehen, der alles in der Hand hat. Wieder erinnert mich das im Bild der Mühle an die älteren Mühlen, die noch keine Windrose und auch kein Königsrad hatten. Sie waren noch viel weniger leistungsfähig und überforderten zugleich den Müller.

Wenn die Zahnräder richtig ineinandergreifen, setzen die Windmühlenflügel alles in Bewegung

Wenn die Zahnräder richtig ineinandergreifen, setzen die Windmühlenflügel alles in Bewegung

Bei uns soll der Kirchenvorstand die Funktion des Königsrads übernehmen – er soll die Gemeinde leiten und ist mitverantwortlich für alles, was in der Gemeinde getan wird oder getan werden soll. Das ist eine große Verantwortung und kann nicht bedeuten, dass andere die Arbeit tun und der Kirchenvorstand nur bestimmt. Nur ein Kirchenvorstand, dessen Mitglieder zugleich auch Mitarbeiter der Gemeinde sind, nach ihren Möglichkeiten natürlich, ohne dass jemand überfordert wird, kann wirklich die Gemeinde leiten. Das Bild der Mühle kann uns auch hier eine Erinnerung und Mahnung sein: Das Königsrad muss immer mitlaufen, wenn sich die anderen Räder, Mahlstein und Pellstein, Aufzug und Schüttelsieb und was es da sonst noch gibt, bewegen sollen. Aber – wie gesagt – das ist keine Überforderung, weil ja das Königsrad nicht von sich aus die Mühle antreibt – der Antrieb kommt ja von oben, vom Wind, der die Flügel in Bewegung setzt.

Halten wir uns das im Bewusstsein: alle kirchliche Aktivität, die es bei uns gibt – in den Frauenkreisen und im Kirchenvorstand, im Konfirmandenunterricht und Religionsunterricht, in den Taufen, Trauungen und Beerdigungen, in den Kindergruppen und in der Jugendgruppe, im Bibelkreis und Ökumeneausschuss und auch in den vielen Diensten, die einzelne für andere tun – alle diese Arbeit ist nur sinnvoll, wenn sie mit dem gemeinsamen Zentrum unserer Kirche in Verbindung bleibt oder wieder in Verbindung damit kommt.

Vielleicht hilft uns das Bild von der Mühle, dass wir noch bewusster nach dem Geist Gottes fragen. Gottes Mühlen mahlen langsam, heißt es, aber wenn wir auf eigene Faust unseren Kirchenbetrieb beschleunigen wollen, kommt wohl nichts als leerer atemloser Aktivismus heraus, der uns auf die Dauer überfordert.

Ich hoffe, dass Sie nun nicht nur etwas mehr über ostfriesische Mühlen Bescheid wissen! Sondern dass mein Mühlenbeispiel auch eine hilfreiche Auslegung der Worte des Paulus gegeben hat (1. Korinther 12, 4-69:

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Aufgaben in der Gemeinde; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 224, 1-3 (EG 259):

1. Kommt her, des Königs Aufgebot, die seine Fahne fassen, dass freudig wir in Drang und Not sein Lob erschallen lassen. Er hat uns seiner Wahrheit Schatz zu wahren anvertrauet. Für ihn wir treten auf den Platz, und wo’s den Herzen grauet, zum König aufgeschauet!

2. Ob auch der Feind mit großem Trutz und mancher List will stürmen, wir haben Ruh und sichern Schutz durch seines Armes Schirmen. Wie Gott zu unsern Vätern trat auf ihr Gebet und Klagen, wird er, zu Spott dem feigen Rat, uns durch die Fluten tragen. Mit ihm wir wollen’s wagen.

3. Er mache uns im Glauben kühn und in der Liebe reine. Er lasse Herz und Zunge glühn, zu wecken die Gemeine. Und ob auch unser Auge nicht in seinen Plan mag dringen: Er führt durch Dunkel uns zum Licht, lässt Schloss und Riegel springen. Des wolln wir fröhlich singen!

Nun möchte ich die drei neu berufenen Kirchenvorstandsmitglieder nach vorn rufen, um sie in ihren Dienst einzuführen. Zugleich ist diese Einführung für uns andere, die wir dem Kirchenvorstand angehören, eine Erinnerung an die Verheißung und den Anspruch unseres Amtes.

Ein Kirchenvorstand hat das Recht, in einer Gemeinde von unserer Größe bis zu zwei Kirchenvorsteher in seine Reihen hinzu zu berufen. Wir haben uns dafür entschieden, dabei die Altersgruppe unter 30 Jahren zu berücksichtigen, da die Jugendarbeit und die Arbeit mit jungen Erwachsenen immer wichtiger für die Kirche wird. Hinzu berufen wurden Erich Sehrt und Barbara Walther.

Außerdem muss der Kirchenvorstand für ausscheidende Mitglieder innerhalb von drei Monaten eine Neuberufung vornehmen. Er ist dabei nicht an die Vorschlagsliste zur Wahl gebunden. Da Frau Hannelore Seegers aus Dorn-Assenheim weggezogen ist, der wir für ihren Dienst im Kirchenvorstand und im Jugendausschuss herzlich danken, ist ein Platz im Kirchenvorstand frei geworden. Auf diesen Platz haben wir für Dorn-Assenheim Frau Margarete Torke berufen!

Die Gemeinde und die bisherigen Mitglieder des Kirchenvorstands danken Ihnen für die Bereitschaft, den Dienste eines Kirchenvorstehers auszuüben. Durch Ihre Wahl sind Sie berufen, in der Gemeinschaft des Kirchenvorstands die Gemeinde zu leiten. Sie tragen Mitverantwortung dafür, dass wir uns im Leben unserer Gemeinde von Gottes Wort leiten lassen. Sie sollen mitwirken und dazu helfen, dass die gesamte Gemeinde in Wort und Tat ihren Glauben im täglichen Leben bekennt. Allein das Zeugnis der Bibel soll Ihren Dienst bestimmen und keine kirchenfremden Bindungen.

Gemäß unserer Kirchenordnung bitte ich Sie, nun folgendes Versprechen abzulegen: „Ich gelobe vor Gott und dieser Gemeinde, den mir anvertrauten Dienst sorgfältig und treu zu tun in der Bindung an Gottes Wort gemäß dem Bekenntnis und nach den Ordnungen unserer Kirche und unserer Gemeinde.“

Wollen Sie diesem Gelöbnis entsprechend Ihren Dienst als Kirchenvorsteher tun, so antworten Sie: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Liebe Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, im Gehorsam gegen Gottes Wort und im Vertrauen auf seine gnädige Zusage führe ich Sie ein in Ihren Dienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Liebe Gemeinde, ich bitte und ermahne Sie, den Dienst unserer Kirchenvorsteher zu achten, ihnen beizustehen und für sie zu beten. Dabei wollen wir bedenken, dass wir alle aufgrund der Taufe zur Mitarbeit in der Gemeinde und zum Bekennen unseres Glaubens berufen sind. Der Gott des Friedens mache uns tüchtig zu allem Guten, so dass wir das Salz der Erde und das Licht der Welt wirklich sind. Amen.

Überreichen des Kirchenvorsteherheftes
Lied EKG 221, 5 (EG 256):

5. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst ohne großen Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist.

Lasst uns beten.

Allmächtiger und barmherziger Gott! Wir danken dir für die Mitarbeiter, die du in deinen Dienst berufen hast, und für das Kind, das wir in deine Gemeinde aufgenommen haben. Und wir bitten dich, dass wir uns miteinander verantwortlich fühlen, als Glieder deiner Gemeinde mit verschiedenen Aufgaben, verschiedenen Charakteren, verschiedenen Gaben und verschiedenen Anschauungen. Lass uns unsere Konflikte in offener und fairer Weise austragen. Hilf uns, dass wir uns nicht scheuen, neue Wege in der Gemeindearbeit zu gehen, neue Verantwortung zu übernehmen. Mach uns offen für deinen Geist, der auch in unserer Gemeinde weht, wo er will. Für die Kinder bitten wir dich, für die wir in der Erziehung verantwortlich sind. Mach uns bereit, sie wirklich hineinzunehmen in Erfahrungen mit dem Glauben und mit der Kirche, so dass sie dich von Kindheit an liebgewinnen und nicht aufhören, nach dir zu fragen. Für die Menschen, die von Gewalttat und Unfrieden in der Welt betroffen sind, bitten wir dich, dass der Geist der Gewalt und der Rache sich nicht noch weiter ausbreite und dass auch der Geist der Verzagtheit und der Furcht uns nicht ergreife. Schenke uns allen deinen Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. In der Stille bringen wir die Anliegen vor dich, die wir noch auf dem Herzen haben.

Stille und Vater unser
Lied EKG 436, 11 (EG 331 nicht ganz identisch):

11. Herr, erbarm, erbarme dich. Über uns, Herr, sei dein Segen! Deine Güte zeige sich, Herr, auf allen unsern Wegen. Auf dich hoffen wir allein, lass uns nicht verloren sein!

Abkündigungen:

Alle Gruppen wie gewohnt – Kinderclub, Kindertreff, Jugendgruppe, Frauenhilfe, Junge Frauengruppe, Konfirmandenunterricht – das läuft alles, obwohl ich ab morgen noch einmal für 12 Tage weg bin, auf der Rüstzeit für Pfarrer in Altenkirchen mit Propst Grün zum Thema „Sozialer Wandel und kirchlicher Dienst in ländlichen Gemeinden“…

Segen

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