„Gott und ein Mädchen“

Liebesgeschichte zwischen Gott und den Menschen.

Im Singspiel „Ave Eva“ von Wilhelm Willms und Peter Janssens wird das Geheimnis besungen, wie ein Kind gezeugt werden konnte, in dem Gott selbst zur Welt kam: „Heiliger Geist, Geist aus dem Himmel, lange angestauter Same, einsamer Same, Gottes Geist hat endlich ein Kind gezeugt auf der Erde, Gott und ein Mädchen…“

Sandskulptur eines jungen Mädchens, die im Dunkeln steht

„Gott und ein Mädchen“ (Foto der Sandskulptur: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst an Heiligabend, Montag, den 24. Dezember 1990, um 15.00 Uhr in der Kapelle der Landesnervenklinik Alzey

Herzlich willkommen heute am Heiligen Abend in der Kapelle unserer Klinik! Ich begrüße Sie alle auch im Namen meines katholischen Kollegen, Herrn Helmut Jung, der diesen Gottesdienst mit mir gemeinsam gestaltet. Insbesondere möchten wir uns bedanken, dass der Alzeyer Posaunenchor uns wieder musikalisch unterstützt.

Und nun lasst uns beginnen mit dem ersten Lied von der weihnachtlichen Blume, die da mitten in der Dunkelheit der Welt zu blühen anfängt:

1) Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht.

2) Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht.

3) Das Blümlein so kleine, das duftet uns so süß, mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis: Wahr‘ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wie kann man sich das vorstellen – Gott wird ein Kind? Mit Worten des Paulus aus dem Philipperbrief (Philipper 2) halten wir es uns vor Augen, was das bedeutet: der Gottessohn wird als Mensch geboren:

6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott im Himmel, immer wieder tut es uns leid, wenn Weihnachten nicht so schön wird, wie wir es uns vorgestellt haben. Wenn es doch keine weißen Weihnachten gibt, wenn wir doch wieder voller Hektik gewesen sind, wenn wir in der Klinik sein müssen und nicht zu Hause in einer Familie. Dann lass uns daran denken, dass Dein Weihnachten äußerlich auch nicht schön war. Schön wurde es erst durch Dich; wunderschön ist es, zu wissen: Du kommst gerade dahin, wo nicht alles schon heil und gut und schön ist. Gott im Himmel, manchmal ärgern wir uns sogar über Weihnachten, wenn man nur Geschenke macht, weil es alle tun, wenn man einen Besuch nur gerade an Weihnachten bekommt, weil es sich so gehört, wenn ein liebevoll gemeintes Geschenk nicht beachtet wird. Dann lass uns daran denken, dass das wichtigste Geschenk an Weihnachten Du selbst bist. Du schenkst Dich uns im Kind. Du schenkst Dich aus Liebe, nicht aus Pflichtgefühl und Heuchelei. Schenke uns auch solche Liebe, und hilf uns, Liebe anzunehmen. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die alten Worte der Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium nach Lukas 2, 1-20:

1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.

3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war,

5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Wir singen nun ein bekanntes Weihnachtslied, das nicht im Gesangbuch steht, das aber sicher die meisten auswendig können: „Stille Nacht, Heilige Nacht“:

Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht; durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter ist da! Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner Geburt.

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Wir singen mit den Engeln das Lied 16, 1-3:

1) „Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär, der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will.

2) Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein.

3) Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein.

15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.

19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Wir singen noch drei weitere Strophen aus dem Lied der Engel – Lied 16, 4-6:

4) Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit‘, dass ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich.

5) So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“

6) Des lasst uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir aus dem Evangelium nach Matthäus im Kapitel 1 die Verse 18-25:

18 Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist.

19 Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.

20 Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist.

21 Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

22 Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7, 14):

23 »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.

24 Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

25 Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.

Liebe Gemeinde!

Als wir vor ein paar Tagen im Bibelkreis im Haus Jakobsberg zusammenkamen, da ging es um das Thema „Weihnachten“. Einige Teilnehmerinnen waren voller Ärger und Enttäuschung über Weihnachten. Da hat man voller Liebe jemandem etwas gebastelt – und es wird verächtlich beiseite gelegt; es ist ja nichts Gekauftes, es ist ja aus der Beschäftigungstherapie im Krankenhaus. Oder man ist die ganze lange Zeit in der Klinik nie besucht worden; aber nun, weil Weihnachten ist, fühlen sich die Verwandten verpflichtet, doch einmal zu kommen. Zeigen diese Beispiele nicht: Weihnachten ist ein verlogenes Fest?

Aber muss Weihnachten ein Fest sein, an dem man sich möglichst teure Geschenke macht? Muss man an Weihnachten so tun, als wäre in der Familie alles in Ordnung? Muss man sich eine scheinbar heile Welt vormachen? Ist dies alles, was viele Menschen heute am Weihnachtsfest stört, denn überhaupt das echte Weihnachten?

Wir haben uns dann einmal die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus angesehen, eine der beiden Weihnachtsgeschichten in der Bibel. Wir wollten einmal genau hinschauen, wie es denn mit Weihnachten wirklich ist.

Und da waren einige von uns erst einmal überrascht. Da geht es ja so richtig menschlich zu, haben wir gemerkt.

Maria ist schwanger, nicht von ihrem Mann, sondern „vom heiligen Geist“. Eine Teilnehmerin des Bibelkreises hatte dafür eine gute Auslegung. Das bedeutet: es war von Gott her so bestimmt, sie sollte eben schwanger werden. Für Josef aber blieb das Problem: Was sollte er nun tun? Er musste ja denken, dass seine Verlobte ihm schon vor der Ehe untreu geworden sei. Öffentlich anklagen wollte er sie dafür nicht. Er wollte sie heimlich verlassen.

Dieses „heimliche“ Verlassen, das hat uns im Bibelkreis dann wieder an das „verlogene Weihnachten“ von heute erinnert. Sieht das nicht so aus, als ob Josef sich schlau aus der Affäre ziehen will? Er macht sich aus dem Staub, warum sollte er nicht, er tut seiner Braut ja nichts Böses, aber er lässt sie im Stich mit ihrem Kind.

Anscheinend scheut sich Gott nicht, gerade in solche Zustände hineingeboren zu werden. Gott will zur Welt kommen, als ein kleines, hilfloses Kind, das seine Eltern braucht. Und als Vater sucht er sich ausgerechnet einen Mann aus, der zwar fromm und gerecht genannt wird, der sich aber gerade aus scheinbar moralischen Gründen beinahe dazu entschlossen hätte, gar nicht sein Vater sein zu wollen.

Erst ein Engel muss dem Josef im Traum erscheinen, damit er es sich doch noch einmal überlegt. So bleibt das Paar zusammen; Josef trennt sich nicht von Maria; das Jesuskind kann mit der Liebe von Mutter und Vater aufwachsen.

War es weit hergeholt, dass einige im Bibelkreis bei dieser Erzählung von dem Engel an ihre Therapeuten denken mussten? Die Therapeuten geben ja auch manchmal einen Anstoß zum Nachdenken, zum Umdenken. Warum sollten wir nicht auch manchmal einen Engel nötig haben, vielleicht einen Engel in Menschengestalt?

Doch zurück zur Weihnachtsgeschichte nach Matthäus. Warum legt er eigentlich solchen Wert darauf, dass dieses Kind ein Kind vom Heiligen Geist ist? Ja, was ist das eigentlich für ein Kind, das da geboren wird, das gezeugt wurde durch den Heiligen Geist? Zwei Namen schlägt der Engel für dieses Kind vor, die beide schon im Alten Testament stehen. Beide Namen haben im Grunde die gleiche Bedeutung: Jesus heißt zu deutsch: „Gott hilft“, und Immanuel heißt „Gott mit uns“. Darum geht’s also. In diesem Kind kommt Gott selbst zu uns, und der Heilige Geist ist nichts anderes als die Kraft Gottes. In diesem Kind ist Gott selbst unsere Hilfe und Rettung. Denn wenn wir durch dieses Kind, durch diesen Jesus wieder Verbindung mit Gott haben, dann sind wir gerettet von unseren Sünden, dann ist alles vergeben und vergessen, was zwischen uns und Gott steht, dann können wir nicht mehr verloren gehen.

Es gibt ein Singspiel von Wilhelm Willms und Peter Janssens („Ave Eva“), in dem diese Weihnachtsgeschichte phantasievoll und eindrucksvoll nacherzählt wird. Die beiden haben in bildhafter Sprache nachempfunden, warum die biblische Erzählung sich scheut, einfach so von Josef als dem Erzeuger und Vater von Jesus zu sprechen.

„Nun hat endlich der Geist ein Kind gezeugt“, heißt es in diesem Singspiel. Und weiter wird gefragt: „Welcher Geist? Der Geist eines Mannes? Nein! Welcher Geist? Der Geist einer Frau? Nein! Welcher Geist? Der Geist eines Volkes? Nein! Welcher Geist hat endlich ein Kind gezeugt?“ Und die Antwort wird gegeben, in einer anderen, sanften Tonart: „Heiliger Geist, Geist aus dem Himmel, lange angestauter Same, einsamer Same, Gottes Geist hat endlich ein Kind gezeugt auf der Erde, Gott und ein Mädchen, Gott und ein Mädchen.“

Ein Geheimnis ist es, ein Geheimnis wird es bleiben, wie ein Mann und eine Frau ein Kind haben konnten, in dem Gott selbst zur Welt kam.

Aber nicht erst heute, sondern von Anfang an gab es Menschen, die mit diesem Geheimnis von Weihnachten nichts anfangen konnten. Die Dichter des Singspiels stellen es sich grausam vor, wie es Maria ergangen sein mag. Sie lassen sie von sich selber erzählen: „Ich, Maria aus Nazareth, Dorfstraße 13, Tochter eines armen Schafhirten, ungelernte Spinnerin, erwarte ein Kind, ein Kind aus einer übergroßen Liebe. – Und als sie das vor Gericht erklärte, da war bei Richtern, bei Beamten und beim Volk nichts, was sie sagte, hieb- und stichfest. Als einer sie fragte: Wer war der Vater?, da sagte sie: Ein Gott!“ Ist es ein Wunder, dass die Männer da anfangen zu grinsen und zu lachen? „Und als ein zweiter sie fragte: Wer war der Teufelsbursche?, da sagte sie: Ein Engel! Und als ein Dritter noch mehr wissen wollte, wie das zugegangen sei, da sagte sie: Unbeschreiblich!“ Die Männer brechen in Gelächter aus, machen Witze… Bis heute werden ja nicht wenig Witze über die Jungfrauengeburt gemacht…

Aber Maria wird dann doch nicht verurteilt; wir wissen ja schon, warum, weil Josef doch noch zu seiner Braut hält. In dem Singspiel hört sich das so an: „Nichts von all dem wurde aktenkundig, schließlich fand sich ihr Verlobter bereit, sie zu heiraten. Was ihn dazu bewog, ist unerklärlich; denn anfangs, als er erfuhr, dass seine Verlobte schwanger sei, fühlte er sich betrogen und wollte sie verlassen. Es muss wohl eigens ein nicht ungeschickter Engel sich mit Josef, dem Verlobten, befasst haben; denn dieser Josef sagt neuerdings: Sie hat mich nicht betrogen. Nichts Böses ist an ihr. Dafür stehe ich grade, ich bin der Vater, ich bin der Vater, wenn euer Gesetz, wenn eure Paragraphen das verlangen, wenn ihr Beamten das wollt, wenn ich auch nicht der Vater eines solchen Kindes sein kann, wenn ich auch nicht der Vater eines solchen Kindes sein kann. – So wurde denn dieses Kind, dieses ungewöhnliche Kind geboren, und bis heute rätselt man, wer denn nun wirklich der Vater dieses Kindes sein kann; denn einen solchen Vater, wie er einer sein müsste, gibt es nicht unter den Vätern der Menschen, einen solchen Vater, der ein solches Kind hätte zeugen können, einen solchen Vater gibt es nicht unter den Vätern der Menschen. Und das ist der springende Punkt in dieser mysteriösen Geschichte; denn alle menschlichen Gerichte, die sich bis heute mit diesem Fall befassen, verstehn zu wenig von der Liebe.“

So weit das Singspiel „Ave Eva“ von Willms und Janssens; was ich mit all dem sagen will, ist dies: die Weihnachtsgeschichte ist eine Liebesgeschichte zwischen Gott und den Menschen. Gott sucht sich ein Mädchen aus Millionen aus, um durch sie zur Welt zu kommen. Gott spricht im Traum zu ihrem Verlobten und traut ihm zu, der Vater dieses Kindes zu sein. Dieses Kind wächst auf als ein Baby, als ein Kind wie viele andere, es braucht Essen und Trinken, Windeln und ein Dach über dem Kopf und viel, viel Liebe. Und doch ist es mit diesem Kind etwas Besonderes: Der Geist Gottes kommt durch dieses Kind in die Welt, bis hin zu uns. So kindlich, so menschlich ist Gott. So sehr verlässt er sich ganz auf die Kraft der Liebe, dass er in unserer Welt auf alle sonstige Macht verzichtet. Er gebraucht keine Gewalt, keine Zauberei, keinen Druck, keinen Zwang, um sich durchzusetzen. Er setzt allein auf Liebe. Er braucht sie, und er schenkt sie. Er wartet auf Liebe, aber er kann sie nicht erzwingen. Doch nur die Liebe macht uns und unsere Welt heil.

Wenn wir das lernen, dann wird es bei uns Weihnachten. Und wenn uns manchmal Weihnachten verlogen vorkommt, dann liegt es vielleicht daran, dass wir noch etwas mehr von der Liebe lernen müssen. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Wir können das Kind in der Krippe noch heute liebevoll betrachten, indem wir das Lied 28 singen (1-4):

1) Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dirs wohlgefallen.

2) Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

3) Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht‘, wie schön sind deine Strahlen!

4) Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen!

Fürbitten und Vater unser (Helmut Jung)

Zum Schluss singen wir das Lied 456, 1-3:

1) O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

2) O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

3) O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Und nun lasst uns mit Gottes Segen ins Weihnachtsfest gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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