Lutz und Gabi und die Doppelschnitte

Gabi erinnert Lutz an das, was der Heilige Martin mit seinem Mantel gemacht hat.

Spielszene mit den Handpuppen Lutz und Gabi beim Laternenfest der Paulus-Kindertagesstätte Gießen im November 2003

Laternen vor dem Martinsfeuer im Hof der Paulusgemeinde

Laternen vor dem Martinsfeuer im Hof der Paulusgemeinde

Liebe Kinder, Eltern, Großeltern und andere Leute!

Herzlich willkommen zur Andacht vor dem Laternenumzug in der Pauluskirche!

Eure Laternen leuchten in der dunklen Kirche sehr schön. Wollt ihr ein Laternenlied singen?

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne!“

Lutz: Hallo Kinder! Wisst ihr noch, wer ich bin? * * * Ja, ich bin der Lutz. Was singt ihr denn da? * * * Ein Laternenlied? Warum singt ihr denn Laternenlieder? * * *

Gabi: Hallo Lutz, Hallo Kinder! Lutz, du bist aber wieder mal dumm. Weißt du denn nicht, dass heute das Laternenfest ist?

Lutz: Nee, Gabi, weiß ich nicht. Was ist das denn, ein Laternenfest?

Gabi: Beim Laternenfest zünden die Kinder Laternen an…

Lutz: … und die brennen ab und es gibt ein großes Feuer?

Gabi: Nein, Lutz, du denkst immer nur an große Feuer. Nein, die Kinder zünden eine Kerze in ihrer Laterne an, und sie passen ganz doll auf, damit die Laterne nicht abbrennt.

Lutz: Aber warum zünden sie denn die Kerze an?

Gabi: Damit die Laterne schön leuchtet, nachher draußen im Dunkeln.

Lutz: Na gut, Gabi, wenn‘s den Kindern Spaß macht. Aber jetzt muss ich was essen. Ich hab einen Bärenhunger.

Gabi: Hast du denn was dabei zum Essen?

Lutz: Ja, eine dicke Doppelschnitte mit Salami drauf. Die hab ich mir zu Hause geschmiert und mitgenommen.

Gabi: Ach Lutz, wo du‘s sagst, fällt mir auf, ich hab ja auch gaaaanz grooooßen Hunger.

Lutz: Na, dann iss doch auch was. Ist ja auch fast schon Zeit fürs Abendbrot.

Gabi: Ich hab aber nichts dabei.

Lutz: Dann musst du eben warten, bis du zu Hause bist.

Gabi: Aber bis dahin bin ich bestimmt verhungert.

Lutz: Das ist Pech! Du hättest dran denken sollen, dir auch was mitzunehmen.

Gabi: Lutz! Lieber Luhutz!

Lutz: Ja, was ist denn, Gabi?

Gabi: Kannst du mir nicht was abgeben von deinem Brot? Bitte, bitte!

Lutz: Aber ich hab soooo grooooßen Hunger, dann werd ich ja selber nicht satt.

Gabi: Du hast doch eine Doppelschnitte. Wenn du mir die Hälfte abgibst, hast du immer noch eine einfache Schnitte.

Lutz: Und warum sollte ich das tun?

Gabi: Vielleicht, weil du manchmal ganz nett bist…?

Lutz: Ich soll nett sein? Ich will aber doch gar nicht nett sein. Ich bin doch ein kleiner Teufel.

Gabi: Das weiß ich doch. Deswegen streitest du ja auch so oft mit mir.

Lutz: Moment mal: du streitest bestimmt genau so oft mit mir. Auch wenn du ein Engel bist. Aber eigentlich siehst du ja aus wie ein Gespenst!

Gabi: Ich sag‘s ja, schon fängst du wieder zu streiten an!

Lutz: Nein, tu ich nicht. Außerdem ess ich jetzt meine Doppelschnitte.

Gabi: Und gibst mir nichts ab?

Lutz: Das fällt mir gar nicht ein!

Gabi: Du willst also nicht einmal am Laternenfest dein Brot mit mir teilen?

Lutz: Wieso? Was hat denn das Laternenfest damit zu tun?

Gabi: Das Laternenfest wird doch wegen dem Heiligen Martin gefeiert.

Lutz: Was war das denn für einer?

Gabi: Martin ist ein Soldat. Und einmal, mitten in der Nacht, reitet er auf seinem Pferd…

Lutz: Wieso? Hatte er kein Auto?

Gabi: Nein, das ist schon so lange her, da gab‘s noch keine Autos. Also Martin reitet durch die Nacht, und es ist sehr, sehr kalt. Es fällt sogar schon Schnee, denn es ist im Winter. Und auf einmal sieht er am Wegrand einen armen Mann hocken, der nur ein paar Lumpen an hat.

Lutz: Warum sitzt der denn da? Der soll lieber heimgehen, sonst erfriert er noch!

Gabi: Ich weiß auch nicht, warum er da sitzt. Vielleicht hat er kein Zuhause.

Lutz: Oh, Mann! Was hat der Martin da gemacht?

Gabi: Wenn der Martin so einer wäre wie du, dann wäre er einfach weitergeritten.

Lutz: Wiesoooo? So einer wie ich?

Gabi: Ja, du willst ja noch nicht mal dein Brot mit mir teilen.

Lutz: Was hat denn das mit dem Martin zu tun?

Gabi: Der Martin, der hält sein Pferd an und steigt ab. Einen langen, warmen, roten Mantel hat er an. Dann nimmt er sein Schwert und…

Lutz: Waaas? Er will den armen Mann töten? Das hätte ich nicht gedacht, daß der Martin so böse ist!

Gabi: Nein, Lutz, hör doch zu! Er nimmt sein Schwert und teilt seinen eigenen Mantel mitten durch.

Lutz: Den schönen Mantel – er schneidet ihn einfach durch? Da ist er ja kaputt!

Gabi: Es war so ein langer Umhang, den teilt er genau in der Mitte. Die eine Hälfte behält der Martin für sich, und die andere gibt er dem armen Mann.

Lutz: Das ist aber wirklich lieb von dem Martin.

Gabi: Ja. Der Bettler konnte sich da reinkuscheln und musste nicht erfrieren.

Lutz: Gabiiiii!

Gabi: Ja, Lutz?

Lutz: Ich geb dir doch die Hälfte von meiner Doppelschnitte ab. Weil du‘s bist und weil heute Martinstag ist.

Gabi: Danke, Lutz, du bist doch ein lieber Teufel!

Lutz: Dann lassen wir es uns beide gut schmecken. Guten Appetit, liebe Gabi! Und tschüss, liebe Kinder!

Gabi: Viel Spaß beim Laternenumzug, tschühüss!

Pfarrer: So, Kinder, jetzt habt ihr gehört, was der Lutz vom St. Martin gelernt hat: nämlich, wie schön es ist, teilen zu können. Jetzt singen wir zusammen das Lied vom

„Sankt Martin“

Danke, lieber Gott, dass du uns lieb hast! Danke, dass es auf der Erde für alle Menschen genug gibt! Danke, lieber Gott, dass wir Sachen teilen können! Geh nun mit uns auf dem Laternenumzug! Bleib bei uns, damit wir im Dunkeln keine Angst haben! Amen.

Ich wünsche euch und Ihnen allen, ein schönes Sankt-Martinsfest!

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