„Hinauf auf die Tiefe!“

Jesus lässt die Jünger hinauffahren auf die Tiefe, so widersprüchlich klingt es wörtlich im Urtext. Höhe und Tiefe hängen zusammen. Höhenangst ist eigentlich Furcht vor dem Sturz in die Tiefe. Wer auf das Meer hinausfährt, wo es tief ist, der schwebt in gefährlicher Höhe über unergründlicher Tiefe. Ausgerechnet in dieser Gefahr, die uns schaudern lässt, liegt aber eine ungeheure Chance.

Jesus sitzt im Boot mit fünf Jüngern oberhalb - "auf der Tiefe" des wie ein Block gestalteten Wassers; die Jünger ziehen ein Netz mit Fischen aus dem Wasser

Erstaunt ziehen die Jünger Jesu ein schwer gefülltes Netz aus der Tiefe des Meeres (Bild: pixabay.com)

#predigtTaufgottesdienst am 5. Sonntag nach Trinitatis, den 12. Juli 2009, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Musik und Einzug der Tauffamilie mit den Paten

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Besonders herzlich begrüße ich die drei Taufkinder … mit ihren Familien und Paten.

Im Taufgottesdienst spielt das Wasser eine große Rolle. Heute nicht nur bei der Taufe selbst, sondern auch in der Predigt: da geht es um eine Jesusgeschichte, die sich zwischen Land und Meer abspielt, und vor allem geht es um die unergründliche Tiefe des Wassers, die Gefahren birgt, aber auch Leben spendet.

Lied 322, 1-5:

1. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld’t.

2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut;

3. der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt;

4. der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet guten Muts, die Straf erlässt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts.

5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Wir taufen mit Wasser, im Namen eines Gottes, der uns berührt wie das Wasser, das unsere Haut nass macht. Gott, der uns geschaffen hat mit Haut und Haaren. Gott, der selber in unserer Haut gesteckt hat, als er zur Welt kam, als sein Geist in Jesus wohnte. Gott, der uns innen drin bewegt, wenn wir seinen Trost und seine Liebe spüren, seinen Heiligen Geist.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Im Wasser kann man untergehen, ertrinken. Manchmal kommt uns das ganze Leben so vor, als hätten wir keinen festen Boden unter den Füßen, als würden wir untergehen in einem Meer von Traurigkeit, von Angst, von Schuld. Gott, bewahre uns davor, verlorenzugehen, in die Abgründe des Lebens zu stürzen. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Ohne Wasser können wir nicht leben. Alles Leben auf der Erde stammt ursprünglich aus dem Wasser. Ohne Wasser würden wir verdursten. Auch unsere Seele fühlt sich manchmal wie ausgetrocknet, wenn wir zu wenig Anerkennung und Liebe spüren, überlastet oder überfordert sind. Jesus Christus, der auferstandene Sohn Gottes, spricht zu uns (Offenbarung 21, 6):

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Der Herr sei mit euch! „Und mit deinem Geist!“

Wir bitten dich, Gott, um ein Leben im Vertrauen zu dir. Lass uns nicht erschrecken und erstarren vor den Mächten des Bösen, gib uns neue Energie und neuen Mut, wenn wir wie gelähmt sind durch menschliche Unvollkommenheit und alltägliche Widrigkeiten des Lebens. Wenn wir an Jesus glauben, so sagt die Bibel, werden von unserem Leib „Ströme lebendigen Wassers fließen“. Darum bitten wir dich, Gott, im Namen deines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören das Taufevangelium nach Matthäus 28, 16-20:

16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.

18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Liebe Eltern, liebe Paten, liebe Gemeinde!

Drei Mädchen taufen wir heute. Jedem Mädchen lassen wir drei Mal Wasser über den Kopf laufen, im Namen des dreieinigen Gottes.

Es ist immer wieder schwierig, das Konzept eines dreieinigen Gottes zu erklären. Klar ist jedenfalls, dass wir nicht drei Götter haben. Die Dreieinigkeit ist eine Hilfsvorstellung, die sich christliche Theologen ausgedacht haben, um etwas eigentlich Undenkbares denkbar zu machen: Wie können wir den Gott, der größer ist als Alles, überhaupt wahrnehmen und erfahren? Die Bibel sagt: Indem die göttliche Macht und Kraft, die niemand sehen kann, die das All erschaffen hat, die wir Vater nennen, sich uns in dem Menschen Jesus selber offenbart hat. Gott hat seinen Geist ganz uns gar in Jesus wohnen lassen. Soweit sind wir aber nur bei einer Zweieinigkeit angelangt. Dreieinig wird unser Glaube an Gott, weil auch wir durch Gottes Geist verwandelt werden können. Wir glauben an den unsichtbaren Gott über uns, der in Jesus mit uns auf der Welt gelebt hat und der als Heiliger Geist auch in uns wirkt.

… ist heute unser ältestes Taufkind mit fast zweieinhalb Jahren. Ihr Taufspruch aus 1. Johannes 3, 1 erzählt die Geschichte vom dreieinigen Gott in Kurzform:

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!

Die Liebe, die der Vater uns schenkt, ist zunächst Jesus selbst. In ihm verkörpert sich Gottes Liebe, seine Wegweisung, sein Trost, seine Vergebung, der Mut, den Gott uns macht. Und wer dem Wort Gottes folgt, das sich in Jesus verkörpert, der heißt und ist ein Kind Gottes: indem er Liebe lebt. Wir wünschen es der kleinen quirligen …, dass sie in ihrem Leben immer Liebe und Geborgenheit spürt, und dass sie es lernt, was es in einer nicht immer nur schönen Welt heißt, Liebe zu üben und als ein Kind Gottes zu leben. Wenn man mit zwei älteren Brüdern aufwächst, …, muss man schon sehen, wie man sich durchsetzt. Es ist schön, wenn ein Kind auch immer wieder die Erfahrung macht, dass es gerade dann nicht zu kurz kommt, wenn es teilen kann und wenn man zusammenhält.

… hat vorgestern ihren 1. Geburtstag gefeiert. Sie trägt ihren Vornamen in Erinnerung an ihre Großmutter, die leider nicht miterleben kann, wie ihr Enkelkind groß wird, und bekommt als Taufspruch den Psalm 91, 11:

[Gott] hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Engel werden in der Bibel von Gott ausgesandt, um bestimmte Botschaften auszurichten und Auftrage auszuführen. Engel können uns in menschlicher Gestalt zur Seite stehen, Engel können im Traum erscheinen, Engel können uns unsichtbar umgeben mit ihrer beschützenden Macht. Wer auf die Macht der Engel vertraut, der ahnt etwas davon, dass wir nicht in einem kalten, unpersönlichen Universum leben, das nur aus Materie und Energie besteht, sondern dass wir von den guten Mächten Gottes umsorgt und behütet sind, was auch immer geschieht. In erster Linie sind es natürlich die Mutter und der Vater, die ihr Kind mit ihrer Liebe und Fürsorge ins Leben hineingeleiten, auch die Patinnen und Paten spielen eine wichtige Rolle und können für ein Kind „ein wenig Engel sein“. Diese Aufgabe muss uns nicht überfordern, wenn uns bewusst ist, dass wir als Erwachsene gemeinsam mit unseren Kindern von Gottes Engeln umgeben sind.

Das jüngste unserer Taufmädchen ist … mit ihren gut fünf Monaten. Ihr Taufspruch besteht aus zwei Versen der Sprüche Salomos (Sprüche 2, 10-11):

Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten.

Dieses Bibelwort wirkt ganz anders als die beiden anderen Taufsprüche, doch auch hier ist die Rede von Gottes Liebe und vom Behütetwerden. Die Betonung liegt allerdings auf der Art und Weise, wie sich das Geliebtsein und Behütetwerden am deutlichsten im Leben eines Menschen auswirkt. Wir sind geliebte Kinder Gottes, indem wir verwandelt werden, und diese Verwandlung beginnt in unserem Innern, im Herzen, in der Seele. Für die Menschen der Bibel ist damit keine sentimentale Innerlichkeit gemeint; vielmehr ist das Herz der Sitz des menschlichen Willens, der sich unmittelbar in der Lebenshaltung auswirkt, und die Seele ist ein Ausdruck für den Gesamtcharakter eines Menschen mit Gedanken, Gefühlen und Handlungsweisen. Wer in diesem Sinn Weisheit, Erkenntnis, Besonnenheit und Einsicht gewinnt, der bleibt bewahrt und behütet vor dem Bösen und vor der Sinnlosigkeit eines vergeblich gelebten Lebens. Das wünschen wir auch der jetzt noch kleinen …: dass sie nicht nur äußerlich groß wird, sondern dass auch ihre inneren Kräfte wachsen und sie Freude hat an einem Leben, das sie in Liebe und Verantwortung vor Gott und den Menschen führt.

Tauflied 577: Kind, du bist uns anvertraut

Ja, wessen Lieder werden die drei Taufkinder später einmal singen? Welche Melodie wird sich durchhalten in ihrem Leben? Worauf werden sie sich verlassen? Wir wünschen uns, dass sie auf Gott vertrauen können und sich in ihrem Leben von ihm getragen wissen. Dieses Gottvertrauen sprechen wir in den Worten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses aus, stellvertretend auch für …:

Glaubensbekenntnis und Taufen
Lied 574: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen

Wir hören den Text zur Predigt aus dem Evangelium nach Lukas 5, 1-11:

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth

2 und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.

3 Da stieg er in eins der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!

5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen.

7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken.

8 Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.

9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,

10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.

11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Lied 313: Jesus, der zu den Fischern lief und Simon und Andreas rief
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, ich halte eine kurze Predigt über das Wasser, wo es tief ist: gefährlich und voller Chancen.

3 [Jesus] stieg … in eins der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

Jesus fährt ein Stück vom Land weg. Wörtlich heißt es im griechischen Urtext: Er will von der Erde weg ein wenig hinauffahren. Von hier aus, nur wenig von der Erde weg, von einer etwas erhöhten Position, so wie diese Kanzel nur ein wenig höher ist als die Sitzreihen in der Kirche, spricht Jesus die Menschen an. Wir hören Worte, nicht von der Erde, aber trotzdem nicht abgehoben, Worte aus einem Himmel, der uns so nahe ist, dass er uns berührt, bewegt.

4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!

Dann lässt Jesus die Jünger hinauffahren auf die Tiefe, so widersprüchlich klingt es wörtlich im Urtext. Höhe und Tiefe hängen zusammen. Höhenangst ist eigentlich Furcht vor dem Sturz in die Tiefe. Wer auf das Meer hinausfährt, wo es tief ist, wer den Nichtschwimmerbereich weit hinter sich lässt, der schwebt in gefährlicher Höhe über unergründlicher Tiefe. Ausgerechnet in dieser Gefahr, die uns schaudern lässt, in Unruhe versetzt, liegt aber eine ungeheure Chance.

Hinauffahren auf eine Tiefe, das weckt in mir Gedanken an Situationen, in die ich nicht hinein will, Herausforderungen, die mir zu groß sind. Ich bin wie gelähmt durch verfahrene Situationen, Menschen, die mich enttäuschen, vielleicht einen Schicksalsschlag, der mich aus heiterem Himmel trifft.

5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.

Simon Petrus spricht aus, was in Augenblicken des Niedergedrücktseins mein Herz so sehr erfüllt, dass für nichts anderes mehr Platz da ist, keine Energie, keine Freude mehr, nicht einmal mehr Tränen, um zu weinen. Der Kloß im Hals, die eingeschnürte Brust, die Schlaflosigkeit mit immer nur kreisenden, nicht zur Ruhe kommenden Gedanken: „Ich tue, was ich kann, und doch schaffe ich nicht, was ich soll. Was hat denn alles überhaupt noch für einen Sinn?“

Trotzdem fügt Simon, dem Jesus den Beinamen Petrus, der Fels, gegeben hat, noch einen Satz hinzu:

Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

Ich bin dankbar, wenn mir so etwas gelingt. Ich drücke mich nicht vor einer unangenehmen Aufgabe. Ich raffe mich auf, um mich den Untiefen eines schwierigen Gespräches zu stellen. Ich gebe nicht auf, obwohl ich Angst habe, meine Kräfte könnten nicht ausreichen, um eine Durststrecke durchzustehen, ein gewaltiges Problem zu bewältigen.

6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen.

Auch das habe ich erlebt und werde es hoffentlich immer wieder erleben: Wie ein Geschenk des Himmels die unerhoffte Lösung eines Problems! Ich wage es, ein unangenehmes Thema anzusprechen, und erlebe den Sinneswandel eines Menschen, der für vernünftige Einsichten unzugänglich schien. Ich fühle mich ausgelaugt und ohne Energie im Unterricht mit Schülern oder Konfirmanden und erlebe dann doch wieder gute Gespräche und ein Interesse an manchen Themen des Glaubens, das mich überrascht.

8 Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.

9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst … über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten…

Das wundert mich: Simon Petrus freut sich nicht über seinen großen Erfolg, sondern ein Schrecken erfasst ihn. Vielleicht weil er spürt: Es ist nicht selbstverständlich, von Gott beschenkt zu werden. Manchmal ist es gut, im Rückblick noch einmal wahrzunehmen, in welche Tiefe man hätte stürzen können, wenn man nicht festgehalten worden wäre.

10 Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.

Aber der Rückblick auf das, was uns niederdrückt und unser Leben in die Tiefe reißt, soll nicht länger dauern als einen Augenblick. Jesus will nicht, dass wir auf Dauer in Furcht und Schrecken leben. „Fürchte dich nicht“, solchen Mut spricht er auch uns zu, „stell dich deinen Aufgaben, nutze deine kleinen Kräfte, hab Vertrauen zu Gott und zum Leben!“

11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Zwei Boote hatten am Ufer gelegen, die Fischer im zweiten Boot hatten Simon Petrus helfen müssen, seines großen Fischfangs Herr zu werden, damit sein Boot nicht unterging. Gemeinsam verlassen sie nun den See über der Tiefe des Wassers und bringen die Boote herab ans Land, so wieder wörtlich im griechischen Urtext, sie kommen am Ende der Geschichte sozusagen wieder auf die Erde herunter. Auf dem See haben sie eine besondere Erfahrung gemacht, die sich in ihrem normalen Alltag auswirken soll. Sie treffen eine Entscheidung, sie ändern ihr Leben schlagartig. Sie geben ihren Beruf als Fischer auf und folgen Jesus nach. Die meisten von uns werden nicht auf Grund einer Predigt oder einer besondere Lebenserfahrung unseren Beruf aufgeben und etwas ganz anderes machen. Aber manchmal bekommen wir doch einen Anstoß dazu, unser Leben zu überdenken und uns zu fragen: Mit welcher Lebenshaltung lebe ich mein Leben? Welchen Sinn hat, was ich tue? Woher bekomme ich die Kraft, um ein Leben voller Liebe zu führen? Vielleicht kann diese Predigt dazu beitragen, dass Sie und ihr und ich uns solche Fragen stellen und beantworten. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 419: Hilf, Herr meines Lebens

Barmherziger Vater, dass wir dir vertrauen dürfen, dafür danken wir dir. Dass in Jesus Christus deine Liebe leibhaftig auf der Erde erschienen ist, dafür danken wir dir. Dass du Kinder in der Taufe als deine Kinder annimmst, dafür danken wir dir. Du machst unsere Seele heil. In dir finden wir Ruhe für unsere Seele und ein Ziel für unser Leben. Du gibst uns gute Grenzen, gute Maßstäbe, und Aufgaben, die uns nicht überfordern. Und wenn du uns hinaufführst auf die Tiefen und Untiefen des Daseins, dann lass uns auf dein Wort hin unsere Netze auswerfen, auch wenn uns manchmal die Kraft dazu fehlt. Du bist ein Gott, der die Schwachheit kennt und bist deshalb in den Schwachen mächtig.

Barmherziger Vater, wir bitten dich für die Taufkinder: lass sie behütet und gut begleitet aufwachsen. Wir bitten dich für die Familien in unserer Gemeinde: dass sie ein Ort sind, wo Kinder es gut haben und sowohl Liebe als auch gute Grenzen erfahren. Wir bitten dich für Menschen, die von Angst gequält sind: dass sie nicht verzweifeln, sondern Heilung finden im Vertrauen.

Barmherziger Vater, wir bitten dich um Trost und Begleitung in Zeiten der Trauer um einen geliebten Menschen. Heute beten wir besonders für Frau … Für ihr erfülltes Leben danken wir dir in der Zuversicht, dass sie in deiner ewigen Liebe aufbewahrt und geborgen bleibt. Amen.

In der Stille bringen wir vor Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser
Lied 322, 6-7:

6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand.

7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn.

Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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