Verrat oder Vertrauen?

Konflikte kann es sogar in einer Abendmahls­gemeinschaft geben, die so eng mit Jesus vertraut war wie damals die Jünger. Jesus brach das Brot und teilte den Kelch mit den Mutigen und Ängstlichen, dem Verleugner und sogar dem Verrräter. Er überwand Verrat und Tod, indem er beides ertrug; er schenkte uns das Leben, damit auch wir Verrat und Todesmächte überwinden.

Abendmahl am Tisch am Gründonnerstag, 21. April 2011, um 19.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Gaby Engel, Pfarrer Helmut Schütz und Küster Andrzej Czeremuga

Gaby Engel, Pfarrer Helmut Schütz und Küster Andrzej Czeremuga

Guten Abend, liebe Gemeinde!

Wie in jedem Jahr begrüße ich Sie herzlich zum Tischabendmahl am Gründonnerstag in der Pauluskirche! Der Tisch ist gedeckt, für alle. Wir feiern das Heilige Abendmahl anders als sonst am Sonntagmorgen, ähnlich wie es damals von Jesus und seinen Jüngern gefeiert wurde, abends, gemeinsam am Tisch.

Wir sind versammelt im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Frau Gaby Engel und ich haben diesen Abendmahlsgottesdienst gemeinsam vorbereitet. Da der für heute vorgeschlagene Predigttext nicht nur vom Abendmahl, sondern auch vom Verrat des Jüngers Judas handelt, wollen wir uns mit dem schwierigen Thema beschäftigen: „Verrat oder Vertrauen?“

Wir beginnen mit dem Jesuslied 583:
Er ruft die vielen her, die Hoffnung suchen, die Fremdgewordnen, auch und dich und mich

Jesus ruft zu Gott auch Menschen, denen Gott fremd geworden ist. Die sich ihm entfremdet haben. Oder die einander fremd geworden sind. Wo man sich fremd fühlt, kann Vertrauen nur schwer wachsen. Wo Vertrauen enttäuscht wird und zerbricht, da wird man sich fremd. Und dann wächst Angst. Im Extremfall sogar Verrat.

In diesem Gottesdienst denken wir darüber nach, wie es dazu kommen kann, dass Vertrauen in Verrat umkippt.

Und mehr noch interessieren wir uns dafür, wie wir das verhindern können und ob es eine Umkehr vom Weg des Verrates gibt. Wie können Menschen, die einander fremd geworden sind, wieder neues Vertrauen zueinander aufbauen? Wie können Menschen, die sich Gott entfremdet haben, wieder anfangen, auf Gott zu vertrauen? Wir haben gehört: Jesus schenkt den Frieden, der von Angst und Schuld befreit. Lassen wir ihn an uns heran?

Alle vier Evangelien beschäftigen sich mit dem Verrat des Judas. Alle erzählen davon, wie Jesus diesen Verrat mitten in der vertrauten Runde der Jünger zum Thema macht. Jedes Evangelium tut dies auf seine Weise, jedes etwas anders. Wir beginnen mit Lukas 22, 21-23. Da redet Jesus unmittelbar nach der Einsetzung des Abendmahls vom Verräter:

21 Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir am Tisch.

22 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie es beschlossen ist; doch weh dem Menschen, durch den er verraten wird!

23 Und sie fingen an, untereinander zu fragen, wer es wohl wäre unter ihnen, der das tun würde.

Ein Passahmahl ist bei den Juden eigentlich ein Familienfest. Jesus bildet mit seinen Jüngern eine neue Art von Familie mit einer ganz besonderen Vertrautheit, die auf dem Vertrauen zu Gott gründet. Die hier versammelt sind, wollen gemeinsam den Willen Gottes tun.

Ausgerechnet in diese friedliche Feierstimmung platzt Jesu Ankündigung des Verrats wie eine Bombe. Ist es nicht genug, dass von außen Gefahr droht, von den Römern, den Hohepriestern, denen, die Jesus nach dem Leben trachten? Muss jetzt auch noch von innen, aus der Mitte der vertrauten Gefährten, Verrat drohen? Wir mussten an den Spruch denken: „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.“

Merkwürdig knapp und unpersönlich äußert sich Jesus bei Lukas über den Verrat: Er spricht von der „Hand des Verräters“, als ob diese Hand sich selbständig gemacht hätte, um ihr böses Werk zu tun. Vielleicht will Jesus den Judas nicht vor den anderen bloßstellen. Er hat noch die Chance, umzukehren, sich eines anderen zu besinnen, die Gemeinschaft wiederherzustellen. Jesus weiß allerdings, dass Judas diese Chance nicht nutzen wird. Und das macht ihn traurig; er nimmt Anteil am Schicksal des Verräters: „Weh dem Menschen, der den Menschensohn verrät“. Judas ist schlechter dran als Jesus, der von ihm verraten wird.

Die Jünger werden von Jesu Äußerung in Unruhe versetzt. Sie fragen sich untereinander, wer wohl der Verräter ist. Jesus fragen sie bei Lukas nicht.

Eine solche Feier zu erleben, fände ich schlimm. Man wünscht sich Gemeinschaft und Frieden, und plötzlich erfährt man, welcher Riss durch die Gemeinde geht. Wir sind gut dran, wenn wir an unserem Tisch und in unserer Gemeinde nicht unter einer solchen Zerrissenheit leiden müssen. Jesu Worte zeigen uns allerdings: Konflikte kann es in jeder Gemeinschaft geben, sogar in einer Abendmahlsgemeinschaft, die so eng mit Jesus vertraut war wie damals die Jünger. Die Gemeinschaft des Leibes Christi ist gegen das Böse nicht immun. Und trotzdem hört Jesus nicht auf, das Abendmahl mit diesen Jüngern zu feiern. Er schließt auch Judas nicht aus, zerschneidet das Band der Liebe zu ihm nicht endgültig.

Wir singen aus dem Lied 223 die Strophen 2, 3 und 5:

2. Da von dem eignen Jünger gar der Herr zum Tod verraten war, gab er als neues Testament den Seinen sich im Sakrament,

3. gab zwiefach sich in Wein und Brot; sein Fleisch und Blut, getrennt im Tod, macht durch des Mahles doppelt Teil den ganzen Menschen satt und heil.

5. Der du am Kreuz das Heil vollbracht, des Himmels Tür uns aufgemacht: gib deiner Schar im Kampf und Krieg Mut, Kraft und Hilf aus deinem Sieg.

Hören wir nun, wie Markus in seinem Evangelium vom dem Abend erzählt, an dem Jesus mit seinen Jüngern das Passahmahl feiern will (Markus 14, 17-21):

17 Und am Abend kam er mit den Zwölfen.

18 Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten.

19 Und sie wurden traurig und fragten ihn, einer nach dem andern: Bin ich’s?

20 Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht.

21 Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

Pfarrer Helmut Schütz an der Gitarre

Pfarrer Schütz begleitet Lieder mit seiner Gitarre

Markus betont besonders, dass mit Jesus „die Zwölf“ versammelt sind. Diese Zahl ist ein Symbol dafür, dass hier das Volk Israel, das aus zwölf Stämmen besteht, in Eintracht zusammensteht und heil wird. Ob wirklich nur Männer und nicht mehr als dreizehn Personen anwesend sind, können wir nicht sagen. Aber der angekündigte Verrat steht zu dieser Zahl Zwölf als der Zahl des Ganz- und Heil-Seins in besonderem Gegensatz.

Markus erwähnt nun, dass die Jünger traurig wurden. Und statt zu fragen: „Wer ist der Verräter?“, stellen sie alle einzeln, jeder für sich, an Jesus die Frage: „Bin ich‛s?“ Das ist ungewöhnlich selbstkritisch. Alle trauen sich selber zu, ein Verräter zu sein. Sind sie sich ihres eigenen Vertrauens zu Jesus so wenig sicher? Haben sie daher auch zu wenig Selbstvertrauen? Sie müssten doch wissen, alle außer Judas, dass sie nicht zu den Feinden Jesu gelaufen sind, Jesus nicht denunziert haben. Aber Markus will offenbar andeuten, dass im Gottvertrauen der meisten Menschen doch eine gewisse Unsicherheit besteht. Wie sicher können wir uns sein, dass wir uns in jeder Situation zu Jesus bekennen würden? Wie stark wäre unser Glaube, wenn wir in einem Land leben würden, in dem Christen unter Verfolgung leiden? Übersteht unser Gottvertrauen unbeschadet Katastrophenmeldungen und persönliche Schicksalsschläge?

Wir singen aus dem Passionslied 88 die Strophen 2 und 5:

2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden.

5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion lass mich gläubig fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen?

Der Evangelist Matthäus 26, 20-25, erzählt die Geschichte ähnlich wie Markus, mit einem großen Unterschied:

20 Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen.

21 Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

22 Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln, ihn zu fragen: Herr, bin ich’s?

23 Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.

24 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.

Während bei Lukas und Markus beim Abendmahl im Dunkeln bleibt, wer Jesus verrät, ergänzt Matthäus einen Vers. Als Judas fragt: „Bin ich‛s?“, antwortet Jesus: „Du sagst es.“ Die anderen Jünger kriegen das vielleicht gar nicht mit; dem Matthäus ist die persönliche Beziehung zwischen Jesus und Judas wichtig.

Judaskuss und Petrusschwert

Judas wird Jesus mit einem Kuss verraten, während Petrus mit dem Schwert dreinschlägt (Bild: pixabay.com)

Die beiden waren doch enge Vertraute; Judas wird Jesus mit einem Kuss verraten. Und es stellt sich die Frage: Wie kann es zu einem solchen Verrat kommen? Weder Lukas noch Markus noch Matthäus beantworten diese Frage. Judas tut es einfach. Ist er einfach ein böser Mensch? Oder war sein Vertrauen zu Jesus echt, und es ist irgendwann umgekippt?

Manche meinen, dass Judas ein Zelot war, ein Eiferer für die Befreiung des jüdischen Volkes. Es spricht manches dafür, dass er Jesus dazu bringen wollte, den Kampf gegen die verhasste römische Besatzungsmacht zu eröffnen. Diese falschen Hoffnungen erfüllte Jesus nicht, und so verlor Judas sein Vertrauen auf Jesus. Vielleicht sollte sein Verrat eine Provokation sein, um Jesus aus der Reserve zu locken. Vielleicht konnte Judas den Gedanken nicht aushalten, dass Jesus lieber Gewalt erleiden wollte als Gewalt auszuüben. Vielleicht hatte er Angst davor, dass die große Sache Jesu einfach sang- und klanglos scheitern würde. Vielleicht ist sein Vertrauen an dieser Angst zugrundegegangen.

Angst und Vertrauen können an sich Hand in Hand gehen, wie Geschwister, die sich vertragen. Man kann eine Angst, der man sich stellt, mutig überwinden. Aber eine Angst, der man sich nicht stellen will, kann in Feigheit und Verrat umkippen.

Wir singen aus dem Lied 94 die Strophen 1 bis 4:
… Er schonte den Verräter …

Johannes hat in seinem Evangelium keinen Bericht von der Einsetzung des Heiligen Abendmahls, erzählt aber in Johannes 13, wie Jesus bei einem Abendessen seinen Jüngern die Füße wusch, und er erwähnt, wie bei diesem Abendessen …

2 … schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten.

Dann sagt Jesus im Laufe des Abends:

18 Es muss die Schrift erfüllt werden (Psalm 41, 10): »Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen.«

21 [Und Jesus wurde] betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

22 Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.

23 Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu.

24 Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.

25 Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?

26 Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

27 Und als der den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!

28 Aber niemand am Tisch wusste, wozu er ihm das sagte.

29 Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte.

30 Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Johannes erzählt die Szene viel ausführlicher als die anderen Evangelisten. Petrus bittet den Lieblingsjünger, der sich an Jesu Brust lehnt, herauszufinden, wer der Verräter ist. Aber als Jesus ihm ein eindeutiges Zeichen gibt, scheint weder dieser Jünger noch irgendein anderer zu begreifen, was vor sich geht. Zu ungeheuerlich scheint das, was hier geschieht.

Nach Johannes geht es hier nämlich nicht nur um einen Vertrauensbruch zwischen Freunden, sondern um den Kampf zwischen Gott und dem Satan, zwischen dem absolut Guten und dem absolut Bösen. Von Judas heißt es, dass er sich anfangs vom Satan Pläne ins Herz eingeben lässt. Noch ist er dem Bösen nicht ganz verfallen, aber er spielt mit Gedanken, die ihn immer weiter vom Vertrauen auf Gott entfernen. Als Jesus ihm den Bissen gibt und er sich ertappt fühlt, fährt Satan selbst in ihn hinein. Das Böse ergreift komplett Besitz von ihm. Er scheint sich dagegen nicht mehr wehren zu können. Ich denke, Johannes will davor warnen, sich auch nur in Gedanken von dem Vertrauen auf Gott zu entfernen. Denn wer das Vertrauen auf Gott verliert, verliert sich selbst. Er verliert sich an das Böse, das zwar keine Person ist, wie man sich früher den Teufel vorgestellt hat mit Hörnern und Pferdefuß, aber das doch eine Macht ist, die einen voll im Griff hat.

Die Bibel scheint zu meinen, dass Judas nicht zu retten war. Er brachte sich um aus Verzweiflung über seine Tat. Die Chance eines neuen Anfangs wie Petrus, der Verleugner, konnte er nicht ergreifen. Ich denke aber, dass das Wort Jesu (Lukas 23, 34):

„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“,

auch dem Judas gilt, der ja seine Tat bitter bereute. Letzten Endes müssen und dürfen wir dem barmherzigen Gott das letzte Wort überlassen.

Ein ungewöhnliches Lied für den Gründonnerstag möchte ich mit ihnen singen, weil es darin um den Kampf gegen dieses absolut Böse geht, das wir den Teufel nennen, Nr. 362:

1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.

2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht‘: ein Wörtlein kann ihn fällen.

Nachdem wir uns von allen Evangelisten haben erzählen lassen, woran wir uns erinnern, wenn wir sagen: „in der Nacht, da er verraten ward“, hören wir nun die Einsetzungsworte des Heiligen Abendmahls, wie der Evangelist Markus 14, 22-26, sie überliefert. Sie sind die Antwort Jesu auf den Verrat des Judas. So heilt er von sich aus das zerstörte Vertrauen, indem er sich verraten lässt, und lädt ein zu neuem Vertrauen:

22 Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib.

23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus.

24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

25 Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs neue davon trinke im Reich Gottes.

Diese Worte sagte Jesus auch zu dem, der ihn verriet. Er brach das Brot und teilte den Kelch mit den Mutigen und den Ängstlichen, mit dem Verleugner und sogar mit dem Verrräter. Er überwand Verrat und Tod, indem er beides ertrug; er schenkte uns das Leben, damit auch wir Verrat und Todesmächte überwinden in unserem Leben.

Bevor wir miteinander teilen, was Jesus uns geschenkt hat, beten wir miteinander das Gebet um das Kommen des Reiches Gottes, das Jesus selber uns gelehrt hat:

Verwischtes Bild von Pfarrer Schütz mit einem AbendmahlskelchVater unser

Schmeckt und seht, wie freundlich Gott ist. Nehmt und gebt weiter, was euch geschenkt ist, lasst uns das Brot des Lebens teilen.

Herumreichen des Korbs

Trinkt aus dem Kelch der Versöhnung, der allen Verrat überwindet und uns Mut macht, auf Gott zu vertrauen. Lasst uns die Gemeinschaft feiern, die Jesus Christus uns schenkt!

Austeilen der Kelche

Wir haben viel vom Verrat des Judas gehört. Nun singen wir ein Lied des Vertrauens, das Lied 630:

Wo ein Mensch Vertrauen gibt

Nach jeder Fürbitte rufen wir: „Christus, höre uns!“

Wir bitten für alle, die ihr Leben in den Dienst der Kirche stellen, mögen sie auf Vertrauen treffen und ihr Vertrauen in Jesus weitergeben. Für alle unsere Schwestern und Brüder in Krisengebieten, mögen sie von Verrat verschont bleiben. Christus, höre uns!

Wir bitten für die Entscheidungsträger der Welt, dass sie weise entscheiden und vertrauensvoll handeln. Für die Meinungsmacher dieser Welt, dass sie die Wahrheit nicht verraten und objektiv berichten. Christus, höre uns!

Wir bitten für uns, dass wir trotz aller schlechter Nachrichten das Vertrauen und die Hoffnung in dich nicht verlieren. Hilf uns die Not der anderen zu sehen und zu lindern. Christus, höre uns!

Wir bitten für alle, die sich verraten fühlen, schenke ihnen neues Vertrauen. Für alle, die sterben müssen, nimm sie bei dir auf. Christus, höre uns!

Jesus, du hast all die Leiden auf dich genommen um uns deine Liebe zu zeigen und den Weg zum Vater zu ebnen. Sogar mit deinem Verräter hast du Brot und Wein geteilt! Hilf auch uns, das wir lernen einander zu vertrauen, und das unsere Gemeinschaft nicht durch Verrat zerstört wird. Christus, höre uns!

Wir singen noch die Strophe 3 aus dem Lied 410:
Christus, der Herr der Welt.
… Von uns verraten, starb er ganz verlassen. Doch er vergab uns…
Abkündigungen

Der Herr segne dich, und er behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. Amen.

Grüne-Soße-Essen
Grüne-Soße-Essen nach dem Tischabendmahl am Gründonnerstag 2011

Grüne-Soße-Essen nach dem Tischabendmahl am Gründonnerstag 2011

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