Ostern lädt ein zum Glauben

Wir haben gehört, zuerst gab es am Ostertag noch gar keine Osterfreude, sondern nur Angst und Entsetzen. Das Grab ist leer. Jesus soll auferstanden sein. Wie kann das möglich sein? Davon, wie Jüngerinnen und Jünger Jesu dann doch zu glauben anfangen, handelt unser Predigttext.

Ein Kruzifix vor wolkigem Himmel mit dem Strahlenkranz einer Sonne um Jesu Kopf

Ostern lädt zum Glauben an Jesus ein, der den Tod besiegt (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am Freitag, 12. April 2013, um 10.30 Uhr im Ensemble-Pflegezentrum Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Heute endet mein Auftrag, hier im Ensemble-Pflegeheim Gottesdienste zu halten. Ich fand es immer sehr schön bei Ihnen. In Zukunft werden Herr Pfarrer Pötz und einige Prädikantinnen sich mit den Gottesdiensten hier abwechseln.

 

Am vorletzten Sonntag und Montag war das Osterfest, damit hat die österliche Freudenzeit begonnen, die noch bis Pfingsten andauert. In diesem Gottesdienst möchte ich mit Ihnen Osterlieder singen und darüber nachdenken, wie uns die Osterbotschaft zum Glauben einlädt.

In der Hoffnung, dass es bald endlich bei uns Frühling wird, singen wir am Anfang das Lied 110. Wir stimmen in den Osterjubel ein zusammen mit der ganzen Welt, mit allen Engeln und mit der gesamten Natur:

1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

2. Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja, die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.

3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja, die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.

4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja, jetzt singt und klingt die Nachtigall. Halleluja, Halleluja.

5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja, und gibt der Welt ein‘ neuen Schein. Halleluja, Halleluja.

6. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“
Psalm 118:

15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!

17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.

21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Vater im Himmel, hilf uns, auf deinen Sohn Jesus Christus zu vertrauen, der von den Toten auferstanden ist. Schenke uns einen Glauben, der uns zufrieden und dankbar leben lässt und uns hilft, Frieden zu halten mit den Menschen, mit mit uns sind. Amen.

Wir hören das Osterevangelium nach Markus 16, 1-8:

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.

2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.

3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.

7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

So hören wir, wie die Frauen am Grab Jesu zuerst vorlauter Angst und Entsetzen die Osterbotschaft gar nicht weitersagen. Aber irgendwann haben sie sich dann doch aufgerafft und erzählt, was sie erlebt haben.

Davon singen wir das Lied 105:

4. Drei Frauen gehn des Morgens früh; Halleluja, Halleluja, den Herrn zu salben kommen sie. Halleluja, Halleluja.

5. Sie suchen den Herrn Jesus Christ, Halleluja, Halleluja, der an dem Kreuz gestorben ist. Halleluja, Halleluja.

6. Wer wälzt uns fort den schweren Stein, Halleluja, Halleluja, dass wir gelangn ins Grab hinein? Halleluja, Halleluja.

7. Der Stein ist fort! Das Grab ist leer! Halleluja, Halleluja. Wer hilft uns? Wo ist unser Herr? Halleluja, Halleluja.

8. Erschrecket nicht! Was weinet ihr? Halleluja, Halleluja. Der, den ihr sucht, der ist nicht hier. Halleluja, Halleluja.

9. Du lieber Engel, sag uns an, Halleluja, Halleluja, wo habt ihr ihn denn hingetan? Halleluja, Halleluja.

10. Er ist erstanden aus dem Grab, Halleluja, Halleluja, heut an dem heilgen Ostertag. Halleluja, Halleluja.

13. Wir sehen’s wohl, das Grab ist leer. Halleluja, Halleluja. Wo aber ist denn unser Herr? Halleluja, Halleluja.

14. Ihr sollt nach Galiläa gehn; Halleluja, Halleluja, dort werdet ihr den Heiland sehn. Halleluja, Halleluja.

15. Du lieber Engel, Dank sei dir. Halleluja, Halleluja. Getröstet gehen wir von hier. Halleluja, Halleluja.

16. Nun singet alle voller Freud: Halleluja, Halleluja. Der Herr ist auferstanden heut. Halleluja, Halleluja.

17. Des solln wir alle fröhlich sein, Halleluja, Halleluja, und Christ soll unser Tröster sein. Halleluja, Halleluja.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde!

Wir haben gehört, zuerst gab es am Ostertag noch gar keine Osterfreude, sondern nur Angst und Entsetzen. Das Grab ist leer. Jesus soll auferstanden sein. Wie kann das möglich sein?

Davon, wie Jüngerinnen und Jünger Jesu dann doch zu glauben anfangen, handelt unser Predigttext. Er steht im Markusevangelium nach den Versen, die wir vorhin schon gehört haben (Markus 16, 9-20):

9 Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte.

10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und Leid trugen und weinten.

11 Und als diese hörten, dass er lebe und sei ihr erschienen, glaubten sie es nicht.

Maria von Magdala war die beste Freundin von Jesus. Sie wurde die erste Verkünderin der Frohen Botschaft von seiner Auferstehung. Sie war nicht immer so stark im Glauben gewesen. Nein, es heißt, sieben Dämonen hätten sie in ihrer Gewalt gehabt, sie war also in vielfältiger Weise belastet und krank gewesen. Niemand hätte gedacht, sie könne ihr Leben in den Griff kriegen. Aber dann weckte Jesus ihr Vertrauen, und sie wurde gesund und glaubensstark. Aber die Männerfreunde Jesu glauben ihr trotzdem nicht.

12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie über Land gingen.

13 Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.

14 Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen.

Jesus kann laut werden und schimpfen, wenn er merkt, dass seine engsten Vertrauten so wenig Zutrauen zu denen haben, die ihn zuerst als Auferstandenen sehen durften. Warum lassen sie sich den Glauben nicht schenken? Warum machen sie ihr Herz so hart, dass Gottes Liebe nicht in ihr Herz eindringen kann?

15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.

Obwohl Jesus sich über seine Jünger ärgert, sendet er sie doch in die Welt hinaus. Obwohl sie versagt haben, traut Jesus ihnen viel zu. Sie sollen die Frohe Botschaft verkünden, dass das Leben über den Tod gesiegt hat.

16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Diesen Spruch kennen Sie vielleicht. Viele wandeln ihn ab: „Wer’s glaubt, wird selig.“ Aber es stimmt wirklich: Wer sich Gott anvertrauen kann, der kann zufrieden, glücklich, selig sein, selbst wenn er wenig Geld hat und wenn seine Kräfte nachgelassen haben. Die Taufe ist ein Zeichen dafür, dass wir den Glauben von Gott geschenkt bekommen; so wie Wasser uns abwäscht oder unseren Durst löscht, so ist es Gottes Vergebung, die uns rein macht, und es ist Gottes Liebe, die in uns unseren Glauben weckt.

Wer sich dagegen ganz gegen Gottes Liebe abschließt, wer keinen Platz für Barmherzigkeit in seinem Herzen hat, der kann von Gott nicht erreicht werden; so ein Mensch ist tatsächlich unglücklich oder sogar verdammt, wie Jesus sagt. Ob es Menschen gibt, die für immer verdammt sind, will ich nicht behaupten. Ich glaube, Gott will niemanden verloren gehen lassen.

Dann zählt Jesus fünf Zeichen auf, an denen man einen lebendigen Glauben erkennt.

17 Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese. In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben.

Wer glaubt, kann böse Geister vertreiben, zum Beispiel den bösen Geist der Verbitterung durch ein freundliches Lächeln oder den bösen Geist der Verzweiflung durch ein tröstliches Wort. Wenn sich böse Geister gar nicht so vertreiben lassen wollen, kann man im Namen Jesu zu Gott beten, dass er seinen guten heiligen Geist bei uns einkehren lässt.

Ein zweites Zeichen wird sein, dass sie…

in neuen Zungen reden.

An Pfingsten erleben das die Jünger: sie reden so, dass Menschen aus vielen Völkern sie verstehen. Sie gehen aus sich heraus, können trösten, Mut machen und zum Glauben einladen.

Dann wird ein drittes Zeichen genannt, das ist merkwürdig. Wer glaubt, kann…

18 Schlangen mit den Händen hochheben.

Schlangen hochheben, soll das eine Mutprobe sein? Zu Jesu Zeit gab es vielleicht noch mehr Schlangen und wilde Tiere draußen, da war es sicher gut, wenn man eine Schlange an der richtigen Stelle im Nacken packen und wegschleudern konnte. Vielleicht hätte Eva das auch im Paradies mit der bösen Schlange tun sollen, die ihr einflüstern wollte, dass Gott den Menschen nichts gönnt. Ich denke, Jesus meint hier: Wer glaubt, dem kann das Böse nichts anhaben. Der packt sogar den Teufel im Genick und sagt zu ihm: „Ich bin getauft, ich gehöre zu Gott, du kannst mir gar nichts.“

Viertens sagt Jesus über Menschen, die glauben:

Und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden.

Was Jesus damit meint, habe ich erst nicht verstanden. Er kann doch nicht meinen, dass wir absichtlich Gift trinken sollen. Aber dann habe ich gelesen, was man im Volk Israel tat, wenn ein Mann sagte: „Meine Frau hat mich betrogen!“ und die Frau sagte: „Das stimmt nicht!“ Man gab ihr dann ein bestimmtes Wasser zu trinken, mit Staub vermischt. Dieses Wasser schmeckte bitter und wenn sie schuldig war, würde es ihr schaden, so dass sie keine Kinder kriegen könnte. Aber wenn sie unschuldig war, würde ihr dieses Wasser nicht schaden und sie konnte schwanger werden (4. Buch Mose – Numeri 5, 11-31).

Vielleicht will Jesus sagen: Wer auf Gott vertraut, muss sich vor keiner ungerechten Anklage fürchten, denn Gott weiß, wie es in unserem Herzen aussieht.

Dann sagt Jesus als fünften Punkt noch etwas über Menschen mit Gottvertrauen, was wieder leichter zu verstehen ist:

Auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.

Wenn wir auf Gott vertrauen, können wir besonders für Menschen da sein, die uns brauchen, weil sie krank sind, weil es ihnen schlecht geht. Auch wenn wir meinen, wir könnten gar nicht viel für sie tun, hilft es ihnen vielleicht schon, wenn wir sie besuchen, ihnen zeigen, dass sie uns wichtig sind, sie berühren, sie segnen.

19 Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.

Jesus hat seinen Jüngerinnen und Jüngern so viel über den Glauben erzählt, dann holt ihn Gott zu sich in den Himmel. Dort sitzt Jesus neben Gott auf dem Thron. Er hat uns wirklich etwas zu sagen. Und was tun die Jünger Jesu?

20 Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.

Eine Predigt ist also mehr als bloße Worte. Ich wünsche mir, dass auch meine Predigt bei uns allen Zeichen des Glaubens bewirkt.

Du Gott der Hoffnung erfülle uns mit Freude und Frieden im Glauben. Hilf uns allen, auf dich zu vertrauen und nach deinem Willen zu leben. Amen.

Wir singen das Lied 115:

1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht.

2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.

5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: »Herr, Herr, meine Zuversicht!«

Barmherziger Gott, schenke uns einen Glauben, der uns dankbar und zufrieden macht. Lass uns Hoffnung gewinnen, wenn wir mutlos sind, tröste uns, wenn wir traurig sind, hilf uns, Ärger und Streit zu überwinden.

Lebendiger Gott, lass uns auf dich vertrauen, auch wenn wir Angst vor dem Tod haben oder wenn wir nicht weiter wissen in seelischer Bedrängnis. Sei du unsere Kraft und Stärke, wenn wir uns schwach fühlen, wenn wir am Ende sind.

Vater unser

Wir singen das Lied 107:

1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns zum Leben wiederbracht. Halleluja.

2. Wir bitten dich durch deine Gnad: nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die Güte dein, dass wir dein treuen Diener sein. Halleluja.

3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem Heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja.

Empfangt Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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