Mit Christus auferstehen – schon in diesem Leben!

Gott befreit uns aus einem Leben wie im Grab, in dem „ich Ruh und Frieden hab“. Er lacht uns an und schüttelt den Kopf: „Wie seid ihr doch so verliebt in den Tod!“ Er macht uns Mut, bewusst zu leben, zu lieben, und um der Liebe willen uns auch zu verändern und Unruhe in Kauf zu nehmen.

Auferstehen mit Jesus: Ein Kreuz mit dem Schriftzug "Jesus Christ"

Mit Jesus Christus zusammen macht uns Gott lebendig (Bild: geralt – pixabay.com)

#predigtGottesdienst mit Taufen und anschließendem Abendmahl am Ostersonntag, 3. April 1983, um 9.30 in Heuchelheim und 10.30 Uhr in Reichelsheim
Glockenläuten und Orgelvorspiel

Zum Gottesdienst am Ostermorgen begrüße ich Sie herzlich! Wir wollen heute Ostern feiern, sind auf ein fröhliches Fest eingestellt. Doch Ostern ist mehr als ein frohes Frühlingsfest, mehr als ein lustiges Osterhasen- und Eiersuchvergnügen. Denn Ostern ist eng mit Karfreitag verknüpft. Wir sehen noch die ausgelöschten Kerzen. Wir haben sie im Karfreitagsgottesdienst gelöscht, zum Zeichen, dass Jesus wirklich starb. Sie sind noch nicht wieder angezündet, zum Zeichen dafür, dass es am frühen Ostermorgen für die Jüngerinnen und Jünger Jesu noch nicht Ostern war.

Es war ein trauriger Morgen nach diesem Sabbat, an dem Jesus im Grab gelegen war. Der Sabbat, an dem sie den Leichnam nicht versorgen konnten, wie es Brauch und Pflicht war, war am Vorabend mit Sonnenuntergang zu Ende gegangen. Am Sonntagmorgen, wenn es eben wieder hell geworden sein würde, wollten die Frauen, die um Jesus trauerten, ihm die letzte Ehre erweisen. Ich lese an dieser Stelle den ersten Teil der Schriftlesung zum Ostertag.

Markus 16, 1-7:

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.

2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.

3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.

7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

Ein Engel verkündet es: Jesus ist nicht mehr bei den Toten, Gott hat ihn vom Tod auferweckt! Als Sinnbild für dieses neu geschaffene Leben unseres Herrn Jesus Christus zünde ich die Altarkerzen zu Beginn dieses Ostergottesdienstes an.

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Zum Ausdruck dieser Osterfreude singen wir das Osterlied EKG 82, wobei wir nach jeder Strophe das Halleluja einschieben (EG 100, 1-5):

1. Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit‘. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2. Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

3. Er hat zerstört der Höllen Pfort, die Seinen all herausgeführt und uns erlöst vom ewgen Tod. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4. Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5. Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Christus spricht (Offenbarung 1, 18):

Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Herr Jesus Christus! Wir hören die Osterbotschaft des Engels. Wir hören, dass du lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aber wir geben zu, dass wir uns das manchmal nicht recht vorstellen können. Am einfachsten ist es, das Osterfest aus Gewohnheit mitzufeiern, uns an den schönen Osterbräuchen mit den Kindern zu freuen und die biblischen Geschichten halt eben im Gottesdienst so hinzunehmen, weil sie dazugehören.

Mach es uns nicht so leicht, Herr! Zeig uns, wie schwer es auch die Freunde Jesu hatten, zur echten Osterfreude zu kommen! Mach uns klar, dass die Osterbotschaft, wenn wir sie wirklich ernstnehmen, zuerst einmal etwas Erschreckendes an sich hat! Mach uns bereit, zu akzeptieren, dass wir uns werden verändern müssen, wenn Ostern für uns wahr werden soll!

Aber überfordere uns nicht und lass uns nicht allein dabei. Denn es ist schwer, einzusehen und danach zu leben, dass nur der, dessen alter Mensch mit Jesus stirbt, auch mit Christus als neuer Mensch aufersteht. Um diese Einsicht und die Bereitschaft, zu dir umzukehren, bitten wir dich, Jesus Christus, unseren Herrn.

Wir hören den zweiten Teil der Schriftlesung, der davon handelt, wie die Freundinnen und Freunde Jesu auf die Osterbotschaft reagieren. Der Text steht im Markusevangelium 16, 8-16, und er setzt ein; nachdem der Engel zu den Frauen gesprochen hat. Dieser Text enthält zugleich das Taufevangelium, wie es Markus überliefert hat.
Markus 16, 8-16:

8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

9 Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte.

10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und Leid trugen und weinten.

11 Und als diese hörten, dass er lebe und sei ihr erschienen, glaubten sie es nicht.

12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie über Land gingen.

13 Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.

14 Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen.

15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.

16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!

Lied EKG 85 (EG 111), 13-14:

13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, dass er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, g‘nug, dass ich Christus bei mir hab. Halleluja.

14. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit‘, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja.

Taufe
Lied EKG 85 (EG 111), 1-5:

1. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja.

2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, lässt du mir früh die Gnadensonn aufgehn: nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja.

3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt ins Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehr sein Siegesfähnlein schwingt. Halleluja.

4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält; drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja.

5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja.

Gnade und Friede sei mit uns allen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, unserem gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Amen.

Vom Erschrecken der Jüngerinnen und vom Unglauben der Jünger gegenüber der Auferstehungsbotschaft hörten wir in der Schriftlesung. Wäre das nicht auch unsere normale Reaktion? Mit Grabpflege kennen wir uns aus. Aber was bedeutet Auferstehung für uns?

Wir hören den Text zur Predigt aus dem Brief an die Epheser 2, 4-10 (GNB):

Gott ist reich an Erbarmen. Er hat uns seine ganze Liebe geschenkt. Durch unseren Ungehorsam waren wir tot; aber er hat uns mit Christus zusammen lebendig gemacht. Bedenkt: aus reiner Gnade hat er euch gerettet! Zusammen mit Jesus Christus hat er uns vom Tod erweckt und in sein himmlisches Reich versetzt. In den kommenden Zeiten wird das enthüllt werden. Dann wird der unendliche Reichtum seiner Gnade sichtbar in der Liebe, die er uns durch Jesus Christus erwiesen hat. Es ist tatsächlich reine Gnade, dass ihr gerettet seid. Ihr selbst könnt nichts dazu tun, als im Vertrauen anzunehmen, was Gott euch schenkt. Ihr habt es nicht durch irgendein Tun verdient; denn Gott will nicht, dass sich jemand vor ihm auf seine eigenen Leistungen berufen kann. Wir selbst sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar die guten Taten schon geschaffen, die wir nun auch tun sollen.

Liebe Gemeinde!

Wenn Auferstehung nur eine Tatsache wäre, die sich vor eintausendneunhundertundfünfzig Jahren in Jerusalem ereignet hätte oder vielleicht nicht ereignet hätte, die aber uns nicht beträfe, dann könnten wir sie getrost vergessen. Von Auferstehung zu reden ist wichtig, weil wir damit gemeint sind, jeder einzelne von uns. Paulus sagt es glasklar: „Durch unseren Ungehorsam waren wir tot; aber Gott hat uns mit Christus zusammen lebendig gemacht.“

Tot sind wir, wenn wir Jesus und Paulus folgen, nicht erst dann, wenn biologisch kein Leben mehr in uns ist, sondern schon mitten im irdischen Leben, wenn keine Liebe in uns ist bzw. wenn die Liebe nicht vollkommen in uns ist. Selbstsucht ist Tod, der Selbsterhaltungstrieb auf Kosten anderer verfehlt auf lächerliche Weise sein Ziel, das Sich-Schützen durch die Bedrohung anderer gerät zum Selbstmord.

Aus diesem Tod durch die Sünde werden wir mit Christus auferweckt und – wie Paulus es ausdrückt – in das himmlische Reich Gottes versetzt. Das klingt unverständlich, ist aber im Grunde einfach zu verstehen: Paulus geht davon aus, dass das Reich Gottes nicht erst in ferner Zukunft und nicht erst nach unserem irdischen Tode beginnt, sondern hier und jetzt auf der Erde, wo wir fähig sind, dem Willen Gottes zu folgen. Und das wiederum ist eine Sache der Gnade.

Vielleicht haben Sie den Lutherfilm gesehen am Freitag und werden heute möglicherweise den zweiten Teil sehen; in der Beschäftigung mit Martin Luther in diesem 500. Jahr nach seiner Geburt könnte uns gerade dieser Begriff der „Gnade“ wieder klarer werden. Gnade bedeutet, dass uns das, worauf es im Leben ankommt, von Gott geschenkt wird.

Wer von Gnade lebt, setzt sich nicht für etwas ein, weil dabei etwas für ihn herausspringt, sondern weil er diesen Einsatz für wichtig hält. Wer von Gnade lebt, versucht sich nicht Verdienste zu erwerben, um dann sagen zu können: seht her, hier bin ich, so viel habe ich erreicht, so habe ich mich aufgeopfert, so bescheiden bin ich, so arbeitsam, so großzügig usw. usw. Wer von Gnade lebt, tut einfach, was notwendig ist, freut sich auch über Anerkennung und Dank, will sich aber nicht über andere erheben, braucht sich nicht selbst zu rechtfertigen, sondern weiß, dass er ebenso auf die Liebe der anderen und die Liebe und Vergebung Gottes angewiesen ist, wie er die anderen lieben und ihnen vergeben soll.

Auferstehung bedeutet: das Reich Gottes fängt bei uns an. Wir sind getauft, d. h. wir sind mit Christus für die Sünde gestorben, wir sind auch mit Christus zur Liebe auferweckt. Paulus sagt es wörtlich: Wir sind durch Jesus Christus so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können! Ausreden zählen nicht mehr. Ja, Paulus geht sogar so weit, zu sagen, dass Gott schon vorgeplant hat, was wir tun können, dass Gott mit uns schon ganz bestimmte Dinge vorhat. Nun sollen wir das, was uns an guten Dingen möglich ist, aber auch wirklich tun!

Was wir tun können, wie wir uns ändern können, das hängt oft nicht an äußeren Umständen. In der Zeitschrift „Gong“ las ich ein „Wort zum Alltag“ des Betheler Pfarrers Fenner. Da beschrieb er, wie ein seelisch kranker Betheler Patient über einen anderen sagte: „Dem geht es nicht gut, aber ich hab ihm gesagt, er kann immer zu mir kommen, wenn er mich braucht.“ Leiden muss nicht dazu führen, dass man nur nur noch um sich selbst kreist; einer, dem es schlecht geht, muss nicht unbedingt zuerst mal an sich denken – und an die anderen gar nicht mehr.

Wer sagt: ich bin halt so, ich kann mich nicht ändern, der scheut sich vielleicht nur davor, fremde Hilfe anzunehmen für diese Veränderung. Eine offene Aussprache, eine Beichte vielleicht, könnte Wunder wirken. Wer sagt, ich bin viel zu viel mit mir selbst beschäftigt, ich kann mich nicht auch noch mit anderer Leute Sorgen abplagen, mag für bestimmte Zeiten recht haben; vielleicht steckt aber auch ein Stolz dahinter, der ebenso wenig fremde Hilfe annehmen wie anderen helfen will, ein Stolz, für den Christus längst am Kreuz gestorben ist.

Ich glaube, auch die Abneigung dagegen, sich mit Friedensfragen zu beschäftigen, die Angst vor Pazifisten und Ostermärschen hängt mit dem Tod zusammen, der mitten in unserem Leben beginnt. Blindes Misstrauen gegeneinander wird in Ost und West geschürt. Blindes Vertrauen auf immer „bessere“ Vernichtungswaffen wird gefordert. Wer fragt da nach dem Vertrauen auf den wehrlosen Christus am Kreuz? nach dem Vertrauen auf den Gott, der radikal abgerüstet hat, der Jesus nicht seine himmlischen Heerscharen zu Hilfe schickte?

Ich gebe zu, ich selbst bin oft mutlos, wenn ich den Zwiespalt sehe zwischen dem, was ich an Gefahren sehe, und der Gleichgültigkeit, mit der die meisten unter uns dem gegenüber stehen. Ich gebe zu, ich habe auch Angst vor denen, die mich in einen Topf mit denen stecken möchten, die sie unsere Feinde nennen. Ich lade trotzdem jeden ein, mit anderen gemeinsam in unserer Friedensgruppe darüber zu reden, was unsere Angst ist, was unsere Meinungsverschiedenheiten sind, wie wir miteinander friedlich auskommen und uns friedlich auseinandersetzen können, und was wir zum Frieden beitragen können.

Wenn wir mit Christus auferstehen, werden wir zusammengeführt aus unserer Vereinzelung. Nicht dadurch, dass wir von vornherein die gleichen Ideale und Programme vertreten, sondern dadurch, dass er, Jesus Christus, uns über unsere Unterschiede hinweg zusammenhält. Er will uns auch voreinander schützen, dass wir im Gespräch einander nicht verletzen, sondern einander achten und uns ernsthaft mit der Sache beschäftigen.

Das Lied, das wir vor der Predigt gesungen haben, erzählt nicht nur von der Auferstehung Christi, sondern auch von unserer eigenen Auferstehung, die schon hier, mitten im Leben, stattfindet, nämlich unsere Auferstehung – zur Liebe!

Da ist in der vierten Strophe von dem Grab die Rede, „darin ich Ruh und Frieden hab.“ Der Dichter kann anscheinend den Wunsch gut verstehen, nichts mehr von der Welt wissen zu wollen, Ruhe zu haben vor allem, was uns bedrückt, nichts entscheiden und über nichts nachdenken zu müssen. Der entscheidende Nachteil eines solchen Lebens ist allerdings: es ist kein Leben, es ist eine Form des Todes, diese Art Ruhe und Frieden, diese Flucht, findet nur im Grabe statt!

Daraus befreit uns Gott, da reißt er uns heraus, er lacht uns an und schüttelt den Kopf: Wie seid ihr doch so verliebt in den Tod! Er macht uns Mut, bewusst zu leben, zu lieben, und um der Liebe willen uns auch zu verändern und Unruhe in Kauf zu nehmen: „In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!“ Amen.

Lied EKG 85 (EG 111), 6-9:

6. Am Kreuz lässt Christus öffentlich vor allem Volke töten sich; da er durchs Todes Kerker bricht, lässt er‘s die Menschen sehen nicht. Halleluja.

7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß Gepräng ihm hier gefällt; was schlicht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja.

8. Hier ist noch nicht ganz kundgemacht, was er aus seinem Grab gebracht, der große Schatz, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja.

9. Der Jüngste Tag wird‘s zeigen an, was er für Taten hat getan, wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja.

Heiliger, wunderbarer Gott, wir danken dir, dass du ein Gott bist gegen den Tod und für das Leben. Du hast Jesus Christus die Auferstehung geschenkt und damit uns auferweckt vom Tod unserer Selbstsucht und Lieblosigkeit, vom Tod unseres Hochmuts und unserer Trägheit, vom Tod unserer Lebenslüge und unserer Angst vor der Veränderung durch dein Wort. Wir bitten dich für uns, dass wir die Aufgaben sehen, die du uns zugedacht hast, dass wir uns Hilfe suchen, wo wir allein nicht weiterkommen, dass wir auf andere zugehen, die uns brauchen. Wir bitten dich für die Kinder, die durch die Taufe zu deiner Gemeinde gehören. Begleite sie auf ihrem Weg und stärke Eltern und Paten im Glauben, damit sie ihrer Verantwortung gerecht werden können. Lass uns dankbar sein für die Freude, die wir mit Kindern haben, und hilf uns, mit allen Sorgen und Problemen gemeinsam fertigzuwerden. Wir bitten dich für alle, die ihr Leben nicht liebhaben können und den Tod mitten im Leben sterben: die Gleichgültigen und Unempfindlichen, die Vielen, die im Leben keinen Sinn sehen und für die alles leer und umsonst ist. Hilf uns; diesen Menschen zu helfen. Lass uns an das Leben glauben, wie Jesus es gewollt hat, und auch andere Menschen dazu ermutigen. Amen.

Vater unser
Lied EKG 75 (EG 99):

Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ‘. Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Abkündigungen und Entlassungssegen für die, die nicht am Abendmahl teilnehmen.
Lied EKG 160 (EG 213), 1-2:

1. Kommt her, ihr seid geladen, der Heiland rufet euch; der süße Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich, der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt.

2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängste weg, kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Liebesweg. Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust.

Wir feiern gemeinsam das Abendmahl unseres Herrn Jesus Christus, mit dem wir uns daran erinnern, dass er hier mitten unter uns und in uns Wohnung nehmen und aus uns lebendige Christen machen will. Wir bekennen unsere Schuld: Herr Jesus Christus, deine Auferstehung ist die schönste Botschaft, die das Evangelium uns sagt. Sie gibt uns die Hoffnung, dass einmal alles ins Reine kommen wird: für uns persönlich, für die Menschen, die wir lieben, für die vielen, die uns gleichgültig sind, und auch für die, die nicht nach unserem Sinn sind. Deine Auferstehung schafft Hoffnung für die Enttäuschten, für die Leidenden, für die um ihr Leben Betrogenen. Sie lässt uns hoffen, dass deine Welt einmal in Ordnung kommen wird. Aber du weißt auch, wie wenig uns das in unserem Alltag bewegt. Wir lassen uns von dieser Hoffnung nicht tragen und bestimmen. Sie ändert nichts an unseren Einstellungen und unserm Verhalten. So legen wir dich immer wieder zurück ins Grab. Die Härte unseres Herzens ist dein Grab. Unser Unglaube ist dein Grab. Herr, erbarme dich unser.

Ist dies unser gemeinsames Bekenntnis und stehen wir vor Gott zu unserer Schuld, so spricht Gott zu uns: Eure Sünden sind euch vergeben. Und Vergebung bedeutet für uns, nach dem Wort des Paulus zu leben: „Wer mit dem Munde bekennt ‚Jesus ist der Herr‘ und mit dem Herzen darauf vertraut, dass Gott ihn vom Tod erweckt hat, der wird gerettet.“

Einsetzungsworte – Lied 136 – Austeilung

Gott, wir danken dir für dein Heiliges Mahl. Wäre dein Sohn nicht auferstanden, so wäre es reine Erinnerung an einen Toten. Aber Christus ist auferstanden, und wir erfahren seine Kraft in uns durch den Heiligen Geist. Diese Kraft ist so wirklich, so lebendig in uns, wie wir beim Abendmahl gegessen und getrunken haben. Lass uns nun hinausgehen und wahrhaft frohe, gesegnete Ostern feiern. Lass uns neue Lebenskräfte aufnehmen in der Ruhe der Feiertage, um gestärkt in unseren Alltag zurückgehen zu können. Amen.

Lied EKG 86 (EG 112), 6-8:

6. Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.

7. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt.

8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: »Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.«

Segen

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