Wie kann Jesus Gottes Sohn sein?

Eva Jung (gobasil), Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (EKHN) und Birgit Arndt (Medienhaus) präsentieren das Querbanner der Aktion (Quelle: EKHN, Peter Bernecker)

„Weihnachten ist Geburtstag“: Eva Jung (gobasil), Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (EKHN) und Birgit Arndt (Medienhaus) präsentieren das Querbanner der Aktion (Quelle: EKHN, Peter Bernecker)

„Weihnachten ist Geburtstag“, daran erinnert unsere Landeskirche in einem Brief, den vielleicht auch Sie erhalten haben. Weihnachten mag auch noch vieles andere geworden sein, ein stimmungsvolles Fest, das nicht nur Christen feiern, eine Zeit, in der man sich nach Harmonie und Besinnlichkeit sehnt, aber Hektik und Kommerz beklagt und mit inneren oder äußeren Konflikten dann oft doch nicht fertig wird. Ursprünglich aber ist Weihnachten tatsächlich das Fest der Geburt Jesu. Gottes Sohn wird geboren – dieses Geheimnis feiern wir Christen in der Heiligen Nacht.

Um ein Geheimnis muss es sich dabei wirklich handeln. Denn wie soll Gott einen Sohn haben? Wer an die Jungfrauengeburt glauben kann, ist in dieser Frage noch keinen Schritt weiter, denn auch Muslime glauben an die Geburt des Propheten Isa von der Jungfrau Maryam, bestreiten aber, dass Gott ein Kind hat.

Allerdings ist auch nach der Bibel Gott nicht Jesu leiblicher Vater, so wie ein Mann eben ein Kind zeugt. Den wenigsten ist bekannt, dass Gott bereits im Alten Testament einen Sohn hat: „Israel ist mein erstgeborener Sohn“, spricht Gott im 2. Buch Mose, Exodus 4, 22. Damit ist eindeutig keine biologische Vaterschaft gemeint, sondern die besondere Liebe Gottes zu seinem Volk. Und in Psalm 2, 7 hört der König von Israel diese Worte: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Dieser Satz aus der hebräischen Bibel wird im Neuen Testament am häufigsten zitiert und auf Jesus bezogen; Jesus ist also in gut jüdischem Sinn der sehnsüchtig erwartete Nachkomme des großen Königs David, von ihm erhofft man Frieden und Gerechtigkeit; und dieser „Davidssohn“, den auch wir Christen in Weihnachtsliedern besingen, ist zugleich „Gottes Sohn“, denn in ihm zeigt sich die befreiende Macht der Liebe des Gottes, an den zuerst die Juden glauben und an den durch Jesus Christus auch wir, die Völker der Welt, glauben dürfen.

Die mächtigen Hohenpriester damals bestritten allerdings, dass Jesus Gottes Liebling war, Gottes besonders beauftragter „Gesalbter“ – so die wörtliche Übersetzung von „Christus“. Andere, die Jesus begegneten, wussten sich durch ihn vom gerechten und barmherzigen Gott selber angerührt: So wie er handelt und redet, so wie er die Menschen liebt, ihnen ins Gewissen spricht, sie aufrichtet, ihnen Mut macht, so verkörpert er Gott selbst – er muss Gottes Sohn sein!

Dass Sie sich in ähnlicher Weise von Jesus berühren lassen, wenn Sie an Weihnachten seinen Geburtstag feiern, wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Helmut Schütz

Geistliches Wort Dezember 2012 im Gießener Gemeindebrief „Evangelisch in der Nordstadt“

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