Der Herr ist in meiner Seele

Ein Konfi-Psalm: Der HERR ist meine Hoffnung in der Dunkelheit. Er gibt mir, was ich brauche. Er tröstet mich, wenn ich mich verloren fühle, und hilft mir bei Gefahr. Auch wenn ich alles hinschmeiße, hat er ein tröstendes Wort für mich. Ich kann ihm vertrauen, denn er versteht meine Sorgen. Wenn ich mich einsam fühle, ist er für mich da.

Jesus, der Gute Hirte, mit einem Schaf auf der Schulter

Jesus, der Gute Hirte, mit einem Schaf auf der Schulter (Bild: pixabay.com)

#predigtKonfirmation am Sonntag Rogate, dem 10. Mai 2015, um 14.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Orgelvorspiel zum Einzug der Konfis mit dem Kirchenvorstand

Im Namen aller Konfis begrüße ich Eltern, Verwandte, Paten und Freunde, den Kirchenvorstand und alle anderen in unserem Gottesdienst zur Konfirmation!

Liebe Konfis, dies ist Euer Gottesdienst! Konfirmation heißt „Fest-Machen“: Ihr macht heute eure Sache mit Gott und mit der Kirche fest, und ihr bekommt Segen von Gott, der euch stark macht für euer erwachsenes Leben als Christinnen und Christen.

Noch ein paar Ansagen: Um Unruhe zu vermeiden, schalten Sie bitte Ihr Handy aus. Und es soll im Gottesdienst nicht fotografiert werden, vor allem nicht mit Blitz. Nach dem Gottesdienst ist Gelegenheit zum Fotografieren vor der Kirche oder am Altar. Von der Empore aus kann mit Video gefilmt werden.

Über die heutige Kollekte haben wir Konfirmandinnen und Konfirmanden abgestimmt. Sie ist für die Stiftung „Wings of Hope Deutschland“ bestimmt. Diese betreut Kinder, die mit ihren Familien aus Krisengebieten geflüchtet sind.

„Wings of Hope“ heißt „Flügel der Hoffnung“. Diese Hilfsorganisation baut sichere und geschützte Stätten auf, in denen Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, Fußball spielen und Freundschaften schließen können.

Sie können dort Sicherheit, eine Struktur in ihrem Alltag und ein gewaltfreies Umfeld erleben, um mit oft schrecklichen Erlebnissen besser fertig zu werden.

Jetzt konzentrieren wir uns auf die Feier der Konfirmation. Sie steht unter dem Leitgedanken: „Der Herr ist in meiner Seele“.

Wir feiern Konfirmation im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Lied 515, 1-2+6-8: Laudato si

Wir beten ein Lied von König David, den Psalm 23:

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang.

Und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Amen.

Der Psalm 23 ist das bekannteste Gebet der Bibel. Wer von Ihnen musste ihn auswendig lernen? Wer kann ihn noch? Nein, ich werde das jetzt nicht nachprüfen.

Für unsere Konfis gehört der Psalm 23 zu den sieben Lernstücken, die sie auswendig gelernt haben. Das fiel manchen gar nicht so leicht, weil die Sprache des Psalms doch schon sehr alt ist.

Aber wenn die Formulierungen auch alt sind, so bleibt der Inhalt doch immer noch aktuell. Man muss nur ein wenig darüber nachdenken, was mit diesen alten Worten eigentlich gemeint ist.

Im Konfi-Unterricht habe ich darum den Mädchen und Jungen einmal zwei Aufgaben gestellt. Zuerst sollten sie sich vorstellen, alles, was im Psalm 23 gesagt ist, würde nicht stimmen. Was wäre, wenn Gott kein guter Hirte wäre? Was wäre, wenn das Gegenteil wahr wäre?

Die zweite Aufgabe bestand dann darin, einen eigenen Konfi-Psalm zu schreiben, in der Sprache unserer Zeit.

Hören wir zuerst Anti-Psalmen mit zum Teil sehr krassen Aussagen. Die Vorleser lesen nicht ihre eigenen Texte, es geht hier auch nicht um die eigene Meinung der Konfis. Sie sollten sich vorstellen, wie furchtbar es wäre, wenn Gott uns nicht wie ein guter Hirte begegnen würde, zum Beispiel wie ein Lackaffe, ein Tyrann oder ein Zerstörer:

Der Herr ist mein Lackaffe, mir wird vieles mangeln. Er isst meine ganze Aue und trinkt mein ganzes Wasser. Er verdunkelt meine Seele. Er führt mich auf der Straße um seines Namens willen. Ich bin im dunklen Teil und habe Angst, denn du bist nicht bei mir, dein Hund und deine Katze trösten mich. Du bereitest mir einen Stuhl mit Strom und verbrennst meine Freunde.

Der Herr ist wie ein Tyrann. Überall, wo er hinkommt, herrscht das Böse. Wenn ich zu ihm bete, lacht er mich aus. Wenn ich ihm ein Opfer bringe, ignoriert er es. Er sagte, er wolle mir helfen, doch er machte mich zum Gespött der Menschen. Er ließ mich allein, als meine Not am größten war. Ich betete zu ihm, doch er überschüttete mich mit Pech. Er führte mich in die Hölle und überließ mich dem Teufel. Dort werde ich leiden für immer, und er wird mich weiden im Unglück.

Der Herr ist der Zerstörer, mir wird viel mangeln. Er weidet mich in der Hölle und führet mich zum Teufel. Er vernichtet meine Seele. Er führt mich vom richtigen Weg ab, um mich zu verwirren. Und ob ich schon wanderte am schönsten Ort meines Lebens, er brachte mir Unglück; er verließ mich wortlos, niemand, der mir beisteht. Du demütigst mich im Angesicht aller Menschen. Er beschmiert mich mit Pech und lässt mich verdursten. Böses und Ungerechtigkeit werden mich mein Leben lang verfolgen, ohne Hoffnung auf Besserung, und ich werde trostlos verenden und schnell in Vergessenheit geraten.

Zwei Mal haben Konfis sich vorgestellt, wie schlimm es wäre, wenn Gott die Menschen zum Teufel schicken würde. Zwei andere denken, dann wäre es fast so, als sei Gott selber ein Teufel oder ein menschliches Schwein:

Der Herr ist mein Teufel, er stiehlt anderen die Sachen. Er weidet mich auf totem Boden und führt mich zum Dreckwasser. Gott verunreinigt meine Seele und führt mich auf falschen Straßen. Du bereitest einen dreckigen Tisch im Angesicht meines Freundes. Du salbst mein Haupt mit Bratfett und schenkst nichts voll. Schlechtes und Habgier werden mir folgen mein einsames Leben lang. Und ich werde gehen vom alten Haus des Herrn immer davon.

Unser Herr ist nie für uns da und wird es nie sein. Er bringt uns immer in Gefahr und war noch nie da. Niemand sah ihn bis jetzt, und seine Kleidung war gefetzt. Er lud uns nie zu sich ein, was ein Schwein. Er gab uns nie ein großes Wunder, nur Sünde über uns.

In weiteren Anti-Psalmen stellt sich ein oder eine Konfi Gott als denjenigen vor, der ihm den nötigen Schlaf raubt, ein anderer sieht ihn als furchtbaren Herrn und ein dritter beschreibt ihn nicht als den Hirten, sondern als den Dieb der Schafe:

Der Herr ist mein Wecker, mir wird an Schlaf mangeln. Er schlägt mich auf einer grünen Aue und schubst mich in dreckiges Wasser. Er zerstört meine Seele.

Der Herr ist mein furchtbarer Herr, mir wird was mangeln. Er weidet mich an einem grausamen Ort und führt mich in Versuchung. Du bereitest vor mir einen Krieg im Angesicht meiner Familie. Das Böse und Schlechte werden mir folgen mein Leben lang.

Gott ist ein Dieb, er klaut Schafe. Er ist geizig und gibt nichts ab. Ich lebe in seinem roten Reich! Er verwirrt mich und will mich töten! Er schnürt mich zu und erstickt mich. Er bringt mich in das Schlimmste. Hoffentlich vergesse ich diesen Satan. Auf dem blendend hellen Berg sterbe ich. Er lässt mich in Ruhe, und ich habe nur Stress. Du bist immer woanders! Ich werde von dir behandelt wie… Du ziehst den Stuhl weg, wenn ich mich setze, und opferst mich für dich. Du schüttest PECH über mich. Du trinkst aus, und ich verdurste. Nie werde ich wiederkommen, denn du lässt mich vor dir kriechen.

Alle bisherigen Anti-Psalmen gingen davon aus, dass es Gott gibt, nur dass er nicht gut ist. Der folgende Anti- Psalm ist atheistisch und hält es für unnötig, von Gott überhaupt zu reden:

Gott existiert nicht, weder im Himmel noch auf der Erde. Er ist weder der Schöpfer noch der Erlöser. Aber warum darüber reden, wenn man auch über die wichtigen Dinge reden kann? Zum Beispiel, warum hat McDonalds keinen Lieferservice? Oder warum fahren nachts weniger Busse als tagsüber?

Ähnliche Fragen kann man aber auch an Gott selber richten:

Warum hast du die Schule erschaffen?

In einer letzten Art von Anti- Psalm überlegt ein Konfirmand oder eine Konfirmandin, wie es wäre, wenn nicht Gott unser guter Hirte wäre, sondern wir für ihn die Verantwortung tragen würden:

Der Herr ist mein Sklave, ihm wird nichts mangeln. Ich weide ihn auf einer grünen Aue und führe ihn zum frischen Wasser. Ich erquicke seine Seele. Ich führe ihn auf rechter Straße um meines Namens willen…

Nach diesen vielen Anti- Psalmen singen wir ein Lied, das dazu passt, dass viele Menschen, vielleicht auch wir selbst, tatsächlich oft am Glauben oder an der Liebe Gottes zweifeln.

Lied: „Manchmal kennen wir Gottes Willen“
Gott gebe euch ein Herz für sein Wort und Worte für euer Herz. Amen.

Liebe Konfis, liebe Gemeinde!

Warum habe ich an den Anfang des Konfirmationsgottesdienstes eure Anti-Psalmen gestellt? Warum lasse ich diese ziemlich unschönen Worte erst mal so stehen und füge jetzt meine Predigt ein, bevor ihr auch eure eigenen Psalmen mit guten, schönen Gedanken über Gott und euren Glauben formuliert habt? Erstens, weil eure Psalmen nachher sehr gut überleiten zum Glaubensbekenntnis und zu eurer Einsegnung. Und zweitens, weil der heutige Text zur Predigt gut an eure Anti-Psalmen anknüpft.

Dieser Predigttext steht im Evangelium nach Johannes 16. Jesus redet dort zu seinen Jüngern, und aus den verschiedenen Konfi-Szenen, die ihr in mehreren Konfi-Gottesdiensten gespielt habt, wisst ihr bereits, dass er oft Mühe hatte, seine Freundinnen und Freunde zu überzeugen. Jesus sagt dort:

23 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.

24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.

26 Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will;

27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb.

Bibeltexte sind manchmal komisch formuliert. Auf den ersten Blick denkt man: Das ist doch verrückt. Oder: Das kapiere ich nicht. Genau darum liebe ich Bibeltexte. Je mehr Mühe sie machen, bis man sie kapiert, desto größer ist manchmal das Licht, das mir aufgeht, wenn ich begriffen habe, was Jesus oder Mose oder ein anderer Mensch der Bibel oder vielleicht Gott selbst mir sagen will.

Komisch fängt Jesus schon an mit dem Wort „wahrlich, wahrlich“. Er will damit sagen: Achtung! Jetzt kommt etwas total Krasses! Darum passt genau auf!

Dann redet Jesus von seinem Vater im Himmel, von Gott, vom Guten Hirten, und er verspricht uns: Der gibt uns alles, worum wir bitten.

Auch das könnte uns komisch vorkommen. Denn wir haben bestimmt alle schon mal Gott um etwas gebeten, was dann nicht in Erfüllung gegangen ist. Gott macht nicht immer einfach alles, was wir wollen. Darum denken ja viele Menschen auch, es gebe Gott gar nicht. Oder wenn es ihn gibt, dann ist er vielleicht doch eher so wie in euren Anti-Psalmen: Er lässt Böses zu, er rettet nicht, er behandelt uns ungerecht, er kümmert sich gar nicht um das, was wir uns wünschen.

Hat Jesus also gelogen? Nein, ich habe aber eben drei Wörter in seinem Satz ausgelassen. Er sagt ja: Gott gibt euch alles, was ihr erbittet „in meinem Namen“. Was soll das nun wieder heißen? Wie ist das gemeint: Gott im Namen Jesu bitten?

Wir verstehen das vielleicht, wenn wir uns klar machen, dass Jesus der Sohn Gottes war. Er war ein Mensch wie wir, ganz genau so wie wir hat er Hunger gehabt und gegessen, musste schlafen und aufs Klo, hat geschwitzt und gefroren, hat geweint und gelacht. Nur einen Unterschied gab es bei ihm zu uns: Er hatte vollkommenes Vertrauen zu Gott im Himmel, den er seinen Vater nannte. Er wusste, dass Gott nur Liebe ist; selbst wenn Gott auf die Menschen sauer und zornig ist, dann ist er das, weil er nicht will, dass die Menschen sich gegenseitig quälen und umbringen und in ihr eigenes Unglück rennen. Und weil Jesus einen so guten Draht zu Gott hatte, konnte er auch besonders gut beten. Er wusste, dass wir beim Beten Gott nicht erst sagen müssen, was mit uns los ist. Das weiß Gott sowieso schon. Er wusste auch, dass Gott kein Automat ist, der alle unsere Wünsche erfüllt. Darum hat er mitten in das Vaterunser die Bitte hineingeschrieben: „Dein Wille geschehe“.

Das war auch für Jesus nicht immer leicht. Kurz bevor Jesus im Garten Gethsemane verhaftet wurde und wusste, man würde ihn ans Kreuz schlagen, da hat er zu Gott gebetet: „Lass doch diesen Kelch, dieses Leiden, an mir vorbeigehen. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“

Es ist schwer zu verstehen, aber es war Gottes Wille, dass Jesus diesen Tod erleiden sollte. Gottes Geist war ja in Jesus drin, und der wollte nicht fliehen und sich nicht mit Gewalt retten. Gott will nicht mit Zauberei oder Gewalt eingreifen, um das Böse in der Welt zu vernichten. Er will die Welt durch Liebe verändern, das Böse mit Gutem überwinden. Er leidet mit den Opfern.

Im Namen Jesu Gott um etwas bitten, das kann also ganz schön schwer sein. Es kann ja sein, dass man schlimme Sachen erlebt, und die gehen nicht einfach weg. Da stirbt ein lieber Mensch, und Gott lässt es zu. Das haben einige von euch in den letzten Jahren auch erlebt. Aber trotzdem kann man Gott bitten, dass er uns tröstet, uns beisteht, uns neuen Mut gibt.

Aber das fällt uns oft so unsagbar schwer! Damit stehen wir allerdings nicht allein. Jesus sagt sogar zu seinen Jüngerinnen und Jüngern: „Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen.“ Also die mussten das auch erst noch lernen! Das heißt: Mit dem Ende des Konfi- Jahres seid ihr noch lange nicht am Ende mit dem Lernen, was Beten und Glauben angeht. Man lernt nie aus in einem Leben mit Gott, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Dann sagt Jesus: „Bittet, so werdet ihr nehmen, und ihr werdet euch total freuen!“ Auch das klingt verrückt. Wenn wir Gott bitten, garantiert uns Jesus, dass wir was kriegen und darüber auch noch wirklich froh sind. Das kann man nicht beweisen. Das kann man nur ausprobieren im Leben. Ich weiß, dass es stimmt. Wenn ich zu Gott Vertrauen habe, wenn ich ihn bitte, mir zu geben, was gut für mich ist, dann fühle ich mich geborgen, getragen und gehalten, dann kann ich zufrieden leben, dann weiß ich auch, was Gott von mir will, dann hat mein Leben einen guten Sinn.

Zum Schluss sagt Jesus noch etwas Komisches: „Ich will nicht den Vater für euch bitten. Das sollt, das könnt ihr selber tun.“ Warum? „Weil er selbst euch lieb hat.“

Wir dürfen uns direkt an den obersten Chef wenden. In Jesu Namen. So, als wären wir an der Stelle von Jesus. Als wären wir wie Jesus, so gläubig, so vertrauensvoll, so voller Liebe. Mit allen unseren Gedanken, die Gott schon kennt, sogar wenn sie so krass sind wie die Gedanken in euren Anti-Psalmen, könnt ihr euch Gott anvertrauen. Er hört euch. Er will, dass ihr glücklich werdet. Er nimmt euch an mit Respekt, und er will, dass ihr das auch mit anderen Menschen tut: ihnen Respekt erweist, ihnen helft, wo sie Hilfe brauchen. Gott hat euch lieb. Darum könnt ihr Menschen sein, die in der Welt Liebe verbreiten und Böses mit Gutem überwinden. Amen.

Gott erfülle dich mit aller Freude und mit Frieden im Glauben. Amen.

Jetzt singen wir ein Lied von Jesus, das wir schon einige Male im Konfi-Jahr gesungen haben – „Der Gammler“:

Man sagt, er war ein Gammler

So, liebe Konfis, jetzt seid ihr bald keine Konfirmandinnen und Konfirmanden mehr, denn diese Worte bedeuten ja, dass ihr Leute seid, die konfirmiert, also im Glauben gefestigt werden sollen. Ob ein Jahr Konfi-Unterricht ausreicht, damit ihr fest genug im Glauben werdet, weiß ich zwar nicht. Aber wie ich schon sagte, ihr müsst nicht aufhören zu lernen.

Auf jeden Fall habt ihr im Konfi-Unterricht eine Menge erfahren und gelernt, wobei ich die Lernstücke nicht für das Wichtigste halte. Mir hat das Konfi-Castle am besten gefallen, ich erinnere mich aber auch gerne an das Brotbacken, ans Bibelmuseum, an den Besuch im Krematorium und die Erfahrung von Trost auf dem Friedhof. Toll fand ich, dass von Anfang an enge Freundschaften unter euch entstanden sind und dass die Zusammenarbeit von Thomas- und Paulusgemeinde gut geklappt hat. Beeindruckt war ich auch, wie ihr euch vom Konfi-Team habt helfen lassen, wenn es mal Konflikte gab, und wie ihr euch auf das Gespräch mit William Henderson und Imen Souai eingelassen habt, als es um die Probleme der Flüchtlinge und mit den Flüchtlingen in Gießen ging. Immer wieder habt ihr in Konfi-Gottesdiensten der Gemeinde etwas mitgeteilt, was ihr im Unterricht erarbeitet hattet, und das tut ihr heute als Konfirmanden ein letztes Mal. Bevor ihr gemeinsam vor eurer Einsegnung das Glaubensbekenntnis der Kirche sprecht, drückt ihr euren Glauben in eigenen Worten aus, nämlich in selbst geschriebenen Konfi-Psalmen. Wieder liest nicht unbedingt jeder den eigenen Text vor.

Der Herr ist mein Hirte, er ist immer für mich da, deswegen wird mir nichts mangeln. Er zeigt mir und meiner Familie den Weg auf rechter Straße. Egal was mir passiert, du bist mir immer nah. Danke, dass du für mich und meine Familie den Tisch vorbereitest und uns satt machst. Denn du zeigst mir Gutes und Barmherzigkeit mein Leben lang.

Der Herr ist der Herr, mir wird an nichts fehlen. Er führt mich auf einen schönen Platz. Er bringt mich zum Ziel. Er erfrischt meine Seele. Er führt mich auf den richtigen Weg um seines Namens willen. Ob ich schon an den schlimmsten Orten war, im dunkelsten Wald, ich muss mich vor nichts fürchten, denn er ist bei mir, das „Denken an dich“ tröstet mich. Du machst mir Mut, wenn ich vor meinen Feinden stehe. Du gibst mir Trinken, und das nicht zu wenig. Mir wird Gutes widerfahren auf meinem Wege, und zwar ein Leben lang, und ich bleibe immer in Gottes Haus.

Der HERR ist meine Hoffnung in der Dunkelheit. Er gibt mir alles, was ich zum Leben brauche. Er tröstet mich, wenn ich mich verloren fühle, und hilft mir bei Gefahr. Auch wenn ich alles hinschmeiße, hat er immer ein tröstendes Wort für mich. Ich kann ihm vertrauen, denn er versteht meine Sorgen. Wenn ich mich einsam fühle, ist er immer für mich da.

Gott gibt mir das Gefühl, nicht alleine mit meinen Problemen zu sein, und steht mir auch in schwierigen Zeiten bei. Ich bin dankbar dafür, dass er immer in meiner Nähe ist, um mich zu beschützen. Er leitet mich auf allen meinen Wegen und gibt mich nie auf. Ich bin ihm dankbar und hoffe, dass er immer für mich da ist und mir auch immer beisteht.

Unser Herr ist immer da, egal wo, aber ganz nah. Er hilft uns bei jeder Sache und steht für uns immer Wache! Wenn wir traurig sind, beten wir zu ihm geschwind.

Der Herr ist mein Hirte. Er ist in meiner Seele. Er schaut von oben runter, und er ist immer munter. Er ist immer da. Und er ist uns immer nah. Jesus war in Gefahr. Dann schrieen die Leute: „Hurra, er ist auferstanden!“ Sie schrieen ganz laut: „Jesus, Jesus lebt! Es ist ein Wunder. Jesus ist und bleibt unser Held!“ Amen.

Jesus, der Herr Gottes, ist auferstanden. Der Herr schützt die Menschen und die Tiere. Gott sorgt dafür, dass es den Menschen gut geht. Gott tröstet die Menschen, die traurig sind oder denen es nicht gut geht.

Gott ist für mich Liebe und Hoffnung. Mit ihm an meiner Seite habe ich keine Angst. Wenn ich nicht weiter weiß und zu dir bete, hilfst du mir. Du zeigst mir den richtigen Weg und sorgst für Frieden. Du zeigst mir, Böses mit Gutem abzutun und barmherzig und gut zu sein.

Der allmächtige Vater und Gott lebt in uns jeden Tag und jede Nacht, hilft uns aus dem Dreck der Straße, holt mich hoch aus den Gassen, lässt mich leben mit Freuden. Doch wenn ich dem Satan mal nur ins Auge schaue, werde ich normal und habe keinen Segen und habe es verbretzelt, doch er verzeiht. Tröstet uns und lässt uns gedeihen.

Gott schickte Jesus und auch mich, er hilft uns, doch manche nahmen ihn nicht an. Wir werden froh sein wieder mal, denn wir glauben an ihn, „den großen Helfer“. Den Schöpfer, der uns das Leben schenkte. Ich danke, bis ich sterbe. Denn dann bin ich in seinem Reich. Danke. Danke. Danke.

Auch ich bin voller Dank an Gott und an euch für eure Gebete, die zugleich Glaubensbekenntnisse sind. Jetzt sollt ihr euren christlichen Glauben ausdrücken, alle gemeinsam mit dem Glaubensbekenntnis, das ihr gelernt habt. Ihr werdet heute konfirmiert, ihr bekennt euch zu Gott, mit vielen offenen Fragen, mit vielem, was euch noch zu lernen übrig bleibt, in der Schule des Lebens. Ihr Konfirmanden sprecht gemeinsam das Glaubensbekenntnis, die Gemeinde betet es still mit. Wir schließen alle gemeinsam mit „Amen.“

Glaubensbekenntnis

Vor der Einsegnung singen wir das Lied 209, in dem es um die Begleitung durch Jesus geht:

Ich möcht‘, dass einer mit mir geht

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, nun spreche ich euch für euer Leben als Christen Gottes Segen zu.

Segen ist das persönliche Geschenk von Gott an euch. Gott schenkt nicht immer, was man sich wünscht. Er gibt das, was aus eurem Leben ein ewig sinnvolles Leben macht.

Den Konfirmationsspruch sage ich euch als persönliches Segenswort für euer Leben.

9 Konfirmanden werden eingesegnet

Gott segne und behüte dich.
Er wecke in dir deine Talente,
er führe dich auf guten Wegen,
er schenke dir sinnvolles Leben.
Amen.

Gott, begleite die Neukonfirmierten auf ihrem Weg durchs Leben. Lass sie spüren, dass sie wertvolle Menschen sind. Hilf ihnen, verantwortungsvoll ihren eigenen Weg zu gehen, und schenke ihnen Aufmerksamkeit für das, was andere brauchen. Amen.

Jetzt ist noch ein herzliches Dankeschön dran: es gilt am Ende des Konfi-Jahres dem Konfi-Team, das mit mir gemeinsam den Unterricht gestaltet hat: Adelina Smolin und Laura Walther! Vielen Dank für eure wichtige und wertvolle Unterstützung!

Worte an die Neukonfirmierten (Jürgen Klimas)

Robel Ambaye singt ein Lied von Xavier Naidoo:

Bitte hör nicht auf zu träumen

Hört nun die Worte zur Einsetzung des Heiligen Abendmahls durch Jesus in gesungener Form. Die Stellen, wo über dem Text Noten stehen, werden von allen mitgesungen. Direkt im Anschluss singen wir das Vater unser, und zwar so, dass ich jede Bitte vorsinge und die Gemeinde die Bitte wiederholt.

Einsetzungsworte und Vater unser

Wir feiern miteinander das heilige Abendmahl. Die Konfirmierten empfangen es zuerst gemeinsam hier vorn. Danach teilen sie es der Gemeinde aus. Sie kommen in die Bank- und Stuhlreihen und bringen Brot in Körben und Saft in Bechern. Bitte reichen Sie Brot und Saft Ihrem Nachbarn weiter. Auch wenn Sie nicht am Abendmahl teilnehmen, bleiben bitte alle während der Feier mit uns zusammen.

Gott, du machst uns frei vom Bösen und von der Gleichgültigkeit, frei zum Guten und zur Liebe. In Jesus warst du auf der Erde – die Liebe in Person. Wie man Brot bricht und wie man Weintrauben presst, so setzt er sein Leben für uns ein.

Nehmt hin und esst. So spricht Jesus: Ich gebe euch, was ihr braucht, damit ihr euch bewährt im Leben.

Austeilung Brot

Nehmt hin und trinkt. So spricht Jesus: Wer vertrauen und lieben kann, dessen Durst nach Leben wird gestillt. Wer helfen und Hilfe annehmen kann, der wird ein erfülltes Leben haben.

Austeilen Einzelkelche

Jesus Christus macht euch frei. Lasst euch nicht gefangen nehmen durch die Macht des Bösen. Geht hin im Frieden Gottes. Amen.

Austeilung des Abendmahls durch die Konfis
Wir wollen aufstehn

Zum Schluss beten wir mit Worten unserer Neukonfirmierten. Es sind Gebete, die sich am Vaterunser orientieren:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme!

Gott, nimm uns in deine Liebe auf: Wenn es schwer läuft, hilf uns mit deiner Liebe wieder so, dass wir weiter machen können.

Gott, du bist bei uns immer willkommen, so wie ich zu Hause auch immer willkommen bin. Denn du bringst uns Barmherzigkeit und Frieden, Liebe und Gerechtigkeit.

Gott, du bist immer willkommen, du kannst kommen und gehen, wann du willst. Wenn ich Hilfe brauche oder eine Stütze, dann kommst du und bist bei mir.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Das, was du willst, soll passieren: Gott macht uns die Erde zum Himmel.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Gott, wir bitten dich, dass alle Menschen satt werden.

Dass du uns jeden Tag das gibst, was wir verdienen.

Dass du uns jeden Tag das gibst, was wir brauchen, so wie meine Eltern mir auch das geben, was ich brauche.

Gott, hilf uns: Wenn ich Hilfe brauche, wende ich mich manchmal an dich, da du mir helfen wirst.

Hilf uns durch jeden Tag: Auch wenn es am Anfang des Tages ein schweres Meeting gibt, klappt alles dank dir perfekt.

Pass gut auf uns auf: Mit dir geht‘s uns besser.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Gott, du vergibst uns unsere Sünden, und wir sollen auch vergeben: Wenn man Streit hat, vergibt man.

Wir verzeihen anderen, und andere verzeihen uns unsere Sünden.

Falls wir etwas falsch machen, verzeih uns: Wir haben uns als Kind geprügelt und haben uns verziehen, da wir ja eigentlich Freunde sind.

Vergebe uns die Sachen, die wir falsch gemacht haben, wir tun das auch bei denen, die es bei uns gemacht haben.

Wenn meine Freundin nicht nett zu mir war, sich aber wieder bei mir entschuldigt, vergebe ich ihr.

Vergib uns, wir vergeben auch: Gott vergibt uns alles, und wir sollten auch öfters mal vergeben.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Lass uns nichts Schlechtes machen, nur Gutes: Wenn wir etwas Schlechtes vorhaben, kannst du uns dahin lenken, es nicht zu tun.

Lass uns ehrlich sein und lieb zu allen: Man hat gesehen, wie man selber aufgeregt wird, und will einen anderen schlagen, besinnt sich aber eines Besseren.

Gott, du erlöst uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Warum endet das Vater unser mit diesen Worten? Weil wir dich um alles bitten dürfen im Namen Jesu:

Denn du bestimmst!

Die Welt gehört dir, und du passt gut auf sie auf: Gott passt auf die Welt auf.

Bei dir ist es gut: Ich lebe, komme immer gut durch, da ich an dich glaube.

Gott ist die Kraft, herrlich bis in die Ewigkeit.

Alles, was herrlich ist, gibt uns Gott.

Gott, ich danke dir für das Jahr mit den Konfis aus den beiden Gemeinden Thomas und Paulus. Ich danke dir, diese wunderbaren jungen Menschen kennengelernt zu haben, und ich freue mich darauf, sie in der Zukunft auch einmal wiederzusehen. Ich danke dir für alle Begegnungen zwischen dir und den Konfis, die möglich waren, für alle Freundschaften, die unter ihnen entstanden oder enger geworden sind, und auch dafür, dass du sie auf ihrem weiten Weg ins Leben niemals allein lassen wirst.

Für den heutigen Tag der Konfirmation bitte ich dich, Gott, um deinen besonderen Segen, damit es ein Tag wird, an den sich alle gern erinnern. Hilf allen, dass sie es beim fröhlichen Feiern nicht übertreiben mit dem Essen und Trinken, so dass auch heute Nacht der Kopf noch klar und die Freude ungetrübt ist. Amen.

Wir singen als Schlusslied einen bekannten irischen Segensspruch:

Möge die Straße uns zusammenführen
Ein Kreuz als Geschenk von der Kirche

Der Herr segne Euch und Er behüte Euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über Euch uns sei Euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf Euch und gebe Euch Frieden. „Amen, Amen, Amen.“

Auszug aus der Kirche und Orgelnachspiel

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