Zu Hause in der Ungeborgenheit

Zu guter Letzt

Weihnachtskerze in dunkler Umgebung

Kerzenlicht leuchtet im Dunkeln (Foto: pixabay.com)

… fand Maria doch einen Platz für ihre Niederkunft, nicht in der Herberge, sondern im Stall von Bethlehem. Dass es dazu kommen musste, woran lag es? Woran liegt es immer wieder, dass Menschen wegen ihrer Armut oder auf der Flucht nur notdürftig untergebracht sind, dass Menschen obdachlos werden oder sich in dieser Welt verfolgt oder heimatlos fühlen? Hat das Gedicht nicht Recht?

Der Mensch:
des Menschen
größte Plage –
keine Frage.

Damals im Stall von Bethlehem kam dieses Kind zur Welt. In ihm der Höchste selbst – und die, die sein Ebenbild sein sollten, nahmen ihn nicht auf. Dennoch hielt Gott seinen Weg als Kind in der Welt konsequent durch – als Kind, das in seiner Bedürftigkeit Liebe herausforderte und das Geschenkte weitergab:

ein kind
kann die liebe
voraustragen
die es empfängt
unmittelbar

Der Lebensweg des Jesus von Nazareth, in Bethlehem geboren, durchbricht den Teufelskreis der Heimatlosigkeit: Er nimmt die an, die sich für unannehmbar halten, er preist die selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, er liebt die Feinde und verspricht dem mit ihm gekreuzigten Sünder einen Platz im Paradies.

So hat Weihnachten mit einem Licht zu tun, das in eine dunkle Welt hineinscheint:

Sieh,
es scheint
sein Licht:
verzage nicht!

Wer blind ist für dieses Licht, nimmt nur Finsternis wahr, wo Geborgenheit sein könnte. Wer sich wärmen lässt von den Strahlen dieses Lichtes, kann zu Hause sein auch in der Ungeborgenheit: Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet im Vertrauen auf Gott.

Pfarrer Helmut Schütz

„Zu guter Letzt“ Dezember 2002 – Februar 2003 im Gemeindebrief der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen. Die Gedichte stammen von Markus Bernard aus Gießen.

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