Reich durch Christi Armut

Der extrem kurze Predigttext wirft Fragen auf, die nicht leicht zu beantworten sind. Die erste Frage ist: Was meint Paulus mit Armut und Reichtum? Die zweite: Wie kann einer uns reich machen, indem er selber arm wird? Und als dritte Frage schließe ich an: Hat das konkret etwas damit zu tun, wie wir als Kirche mit unserem Geld umgehen sollen?

Alte Goldmünzen

Paulus sieht Geld als Mittel zum gerechten Ausgleich (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember 2013, 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Herzlich willkommen zum Abendmahlsgottesdienst in der Pauluskirche!

Heute, am 2. Weihnachtsfeiertag im Jahr 2013, ist der Text zur Predigt so kurz, dass er bequem in die Begrüßung hineinpasst (2. Korinther 8, 9):

„Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“

Auf den Reichtum, den wir an Weihnachten gewinnen, besinnen wir uns in diesem Gottesdienst.

Zu Beginn singen wir das Lied 27:

1. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn, und schenkt uns seinen Sohn.

2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein, in einem Krippelein.

3. Er äußert sich all seiner G’walt, wird niedrig und gering und nimmt an eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding, der Schöpfer aller Ding.

4. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran, die klare Gottheit dran.

5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher, das herze Jesulein, das herze Jesulein!

6. Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis, Gott sei Lob, Ehr und Preis!

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

In Bethlehem wird der Messiaskönig Israels geboren, nicht in der Hauptstadt Jerusalem. In der Futterkrippe der Tiere in einem Stall kommt Gottes Sohn zur Welt, nicht in einer Wiege mit warmen Kissen in einer Nobelherberge. Als Erwachsener verzichtet Jesus auf einen festen Wohnsitz und läuft als Wanderprediger von Ort zu Ort, angewiesen auf die Unterstützung großzügiger Gastgeber. Und am Ende seines irdischen Lebens wird man ihn kreuzigen, und die Soldaten würfeln um sein letztes Hemd.

Ist das ein armer Hund, der da geboren, umhergelaufen und gestorben ist?

Nein, in all dieser Armut ist er reich, bringt er mit und verschenkt er, was er von Gott geschenkt bekommen hat: Liebe von ganz oben.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, wir nehmen die Armut wahr, in der dein Sohn unter uns gelebt hat, aber wir selber möchten es lieber warm und gemütlich haben. Mach uns bewusst, wo wir reich sind auf Kosten anderer, wo wir die Augen vor der Not anderer Menschen verschließen, wo wir nicht zu teilen bereit sind. Wir rufen zu dir, Gott:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

An Weihnachten öffnet sich der Himmel mit einem Reichtum, vor dem alle irdischen Reichtümer verblassen. Was die Engel dem Josef, der Maria und den Hirten verkünden, erfüllt ihr Leben auf eine Weise, die sie nie für möglich gehalten hätten. Und ein Stern im Morgenland führt weise Männer auf einen Weg der Demut und der Unterwerfung unter den Willen eines kleinen Kindes und seines Schutzengels.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, mach du auch unser Leben reich. Mach uns bewusst, auf was wir verzichten können oder müssen, um die Hände und das Herz frei zu haben für das, was du uns schenken willst. Zeige uns, was unser Leben wirklich erfüllen kann, wo wir echtes Glück, wahre Zufriedenheit, wirklichen Frieden finden. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, deines Sohnes, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 1, Verse 18 bis 25:

18 Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist.

19 Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.

20 Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist.

21 Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

22 Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht :

23 »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.

24 Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

25 Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 23:

1) Gelobet seist du, Jesu Christ, dass du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis.

2) Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen find’t; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis.

3) Den aller Welt Kreis nie beschloss, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis.

4) Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein‘ neuen Schein; es leucht‘ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis.

5) Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammertal, macht uns zu Erben in seim Saal. Kyrieleis.

6) Er ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis.

7) Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Den Text zur Predigt haben wir schon am Anfang gehört. Ich lese ihn noch einmal – 2. Korinther 8, 9 (dieses Mal nach der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 by Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart):

Ihr wisst, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat:
Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.

Liebe Gemeinde!

Als wir in diesem Jahr unseren Kirchturm saniert haben, da ist es unseren Architektinnen gelungen, den Kostenrahmen sogar ein wenig zu unterschreiten. Wenn uns dann jemand gefragt hat, warum wir nicht auch gleich die Kirche angestrichen und das Dach erneuert haben, und wir die Antwort gaben, dass wir dazu erst einmal unsere Rücklagen für die notwendigen Eigenmittel auffüllen und Geld von der Landeskirche beantragen müssen, gab es immer wieder Bemerkungen über Bischof Tebartz van Elst. Als ein Negativbeispiel, wie man in der Kirche keinesfalls mit Geld umgehen soll, wird er den Titel „Protzbischof“ in der Öffentlichkeit wohl nicht mehr loswerden.

Auf der anderen Seite gibt es den neuen Papst der katholischen Kirche, der sich nicht zufällig Franziskus genannt hat. Er hat bereits viele Zeichen gesetzt, dass man als Papst bescheiden auftreten, Reformen auf dem Weg zu einer Kirche für die Armen und Belasteten einleiten kann. Als evangelischer Pfarrer finde ich es zwar problematisch, wenn es so stark von der Persönlichkeit eines Papstes abhängt, welchen Weg eine ganze Weltkirche einschlägt, und würde schon deshalb nicht gern katholisch sein wollen, aber das Vorbild von Papst Franziskus als Fürsprecher der Armen und als bescheiden auftretender Mensch können auch wir Evangelischen uns zu Herzen nehmen.

Immerhin beruft sich die Kirche, egal ob evangelisch oder katholisch, auf Jesus Christus, und der hat uns ein ganz besonderes Beispiel im Umgang mit Reichtum und Armut gegeben.

Paulus sagt: Jesus war reich und wurde arm um unseretwillen. Er tat das nicht, weil Armut als solche schön ist, sondern um uns reich zu machen durch seine Armut.

Das ist ein extrem kurzer Predigttext, doch er wirft Fragen auf, die gar nicht so leicht zu beantworten sind. Die erste Frage ist: Was ist hier mit Armut und Reichtum gemeint? Die zweite: Wie kann einer uns reich machen, indem er selber arm wird? Und eine dritte Frage möchte ich anschließen: Hat das, was Paulus uns hier sagen will, auch konkret etwas damit zu tun, wie wir als Kirche mit unserem Geld umgehen sollen?

Also, 1. Frage: Was meint Paulus, wenn er sagt, Jesus war reich und wurde arm? Er meint nicht das Gold, das Jesus von den Weisen aus dem Morgenland bekam. Das war sicher nicht so viel, um in Saus und Braus leben zu können. Denkt er vielleicht daran, dass Jesus mit 30 Jahren eine gesicherte Existenz als Handwerker aufgab, um ein unstetes Leben als Wanderprediger zu führen und die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden? Das stimmt zwar auch, aber Paulus stellt sich die Sache mit Jesus noch etwas anders vor.

Wenn er der Sohn Gottes ist, dann kommt sein göttlicher Anteil aus dem Himmel. „Das Wort ward Fleisch“, heißt es ja, Gott selber nimmt unser Fleisch und Blut an. Und da Gottes Wort durch und durch Liebe ist und diese Liebe unendlich und Gott allmächtig ist, kann man sich ausmalen, was für einen Verlust an Glück und Erfüllung es für Gott bedeuten muss, in einem einzelnen, irdischen Menschen zur Welt zu kommen. Seinen ganzen himmlischen Reichtum gibt er auf, als er zu Bethlehem, im Stall, als Kind in der Krippe geboren wird, weil Kaiser Augustus seine Familie herumgeschubst hat, und als er tödlich bedroht wird von König Herodes. Am Ende wird er sogar buchstäblich getötet unter Pontius Pilatus. Jesus führt in der Tat kein Leben in Reichtum, sondern in Armut. „Er ist auf Erden kommen arm“, hieß es in dem Lied vor der Predigt. Und warum ist er gekommen? Nur aus diesem einen Grund: „dass er unser sich erbarm!“

Damit sind wir bei der Frage Nr. 2: Wie kann Jesus uns reich machen, indem er selber arm wird? Wieder ist die Antwort nicht dort zu suchen, wo es um buchstäblich äußeren irdischen Reichtum geht. Wer wohlhabend ist, kann natürlich einem anderen alles schenken, was er hat. Dann ist er selber arm und der andere reich. Aber Jesus war nicht auf diese Weise reich und hat Menschen auch nicht mit materieller Unterstützung geholfen.

Wieder geht es dem Paulus um etwas anderes. Jesus nahm ja unser menschliches Schicksal auf sich, um den Menschen der Welt, Juden und Heidenvölkern, den Weg zum Reich Gottes zu zeigen und zu bahnen. Alle sollten im Frieden mit Gott, mit sich selbst, mit ihren Mitmenschen leben. Alle sollten Vergebung erfahren und die Verstrickungen ihres Lebens in Sünde überwinden. Allen wollte Jesus mit Liebe begegnen, damit sie zur Liebe fähig werden.

Um das zu erreichen, musste Jesus in seinem Leben auf dieser Erde alles aufgeben. Er verlor allen äußeren Reichtum, am Ende sogar seinen guten Ruf, indem man ihn als Verbrecher am Kreuz hinrichtete.

Der Reichtum, den er uns damit verschafft, dass er auf äußeren Reichtum verzichtet hat, ist allerdings ein Reichtum anderer Art: wie gesagt, er schenkt uns Liebe und Vergebung, Wege zum Frieden und zur Gerechtigkeit, er holt uns aus der Hölle und öffnet und den Himmel. Und indem er das tut, ist auch klar, dass er innerlich immer reich geblieben ist, auch wenn er äußerlich auf Erden arm war. Denn die Liebe Gottes, die in ihm war, konnte man nicht töten. Am Ende wurde auch Jesus selbst wieder in den Himmel aufgenommen und hat dort erneut Anteil an Gottes Herrlichkeit. Aber er beansprucht diese Herrlichkeit nicht egoistisch nur für sich selbst. Vom Himmel aus ist er uns unsichtbar nahe, indem er uns mit seinem Heiligen Geist anrührt und bewegt, verändern und erfüllen will. Und wenn wir einmal sterben, holt er uns in den Himmel, um uns dort erst recht reich zu machen.

Schließlich die 3. Frage: Wie sollen wir als Kirche mit dem Geld umgehen, das uns in Form von Spenden oder Kirchensteuermitteln anvertraut ist? Gibt Paulus uns mit seinem Wort von Jesu Armut auch darauf eine Antwort?

Vielleicht nicht unmittelbar mit diesem Wort. Aber im Zusammenhang dieses Bibelverses geht es durchaus ganz konkret ums Geld. Zwei Verse zuvor (2. Korinther 8, 7) spricht Paulus nämlich die Gemeinde in Korinth darauf an, dass sie

„in allen Stücken reich“ sind, nämlich „im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allem Eifer und in der Liebe, die wir in euch erweckt haben“.

Sie sind also innerlich reich geworden, weil sie Gottvertrauen und Erkenntnis gewonnen haben, weil Liebe in ihnen wach geworden ist und sie sich voller Eifer engagieren. Paulus will nun prüfen, ob dieser innere Reichtum wirklich echt ist, indem er die Korinther dazu aufruft, nun auch reichlich von dem abzugeben, was sie äußerlich besitzen. Es ist ein Kollektenaufruf für die in Not geratene Gemeinde in Jerusalem. Wer innerlich reich ist, von dem kann man erwarten, dass er bereit ist, wenigstens zum Teil auf äußeren Reichtum zu verzichten.

Das ist auch der Grund dafür, dass wir in jedem Gottesdienst eine Kollekte einsammeln. Wer sich im Gottesdienst gestärkt fühlt, wer innerlich reicher geworden ist, wer einen Dienst von Gott an sich selber erfahren hat, der kann die Bitte um eine Geldspende als Ermutigung begreifen, nun auch einen kleinen Beitrag zur Hilfe für andere Menschen zu leisten.

Dass beim Thema „Geld“ alles mit rechten Dingen zugehen soll, betont Paulus, indem er einige Verse weiter dann noch sagt (2. Korinther 8, 13-14):

„Nicht, dass die andern gute Tage haben sollen und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme. Jetzt helfe euer Überfluss ihrem Mangel ab, damit danach auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe.“

Es geht also gerade nicht darum, dass der eine buchstäblich auf Kosten des anderen arm oder reich werden soll, sondern dass jeder nach seiner besonderen Situation entweder zu denen gehört, die unterstützt werden, oder zu denen, die entsprechend ihren Möglichkeiten anderen helfen können.

Und nicht zuletzt ist dem Paulus in Geldfragen noch etwas wichtig (2. Korinther 8, 21), nämlich

„dass es redlich zugehe nicht allein vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen.“

Darum lässt er sich von einer Vertrauensperson der Spender nach Jerusalem begleiten.

Wenn Sie unseren letzten Gemeindebrief aufmerksam gelesen haben, haben Sie gemerkt, dass wir dort auch auf das Thema „Geld“ eingegangen sind. Denn es ist wichtig, dass wir mit Geld, das uns anvertraut wird nach bestem Wissen und Gewissen verantwortungsbewusst umgehen. Und da überall in der Kirche Menschen am Werk sind, die Fehler machen und haben können, ist es gut, dass es in unserer Kirche Kollektenkassenprüfer und Rechnungsprüfungsämter gibt, denn sie sorgen dafür, dass im Rechnungswesen möglichst wenig Fehler vorkommen.

Wichtiger als diese Geldfragen bleibt dennoch der Reichtum, den Jesus uns schenkt, indem er „auf Erden arm“ geworden ist. Von diesem Reichtum werden wir gleich im nächsten Weihnachtslied noch einige Strophen singen (2. Korinther 8, 9):

Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“

Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen aus dem Lied 36 von Paul Gerhardt die Strophen 1, 2 und 4 sowie die Strophen 8, 9 und 11:

1. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbind’t sich mit unserm Blute.

4. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.

8. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind’t seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift’ten Wunden.

9. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben.

11. Ich bin rein um deinetwillen: Du gibst g’nug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm! Edle Blum, lass dich recht genießen.

Nun feiern wir an Weihnachten das heilige Abendmahl.

Großer Gott, der du auf Erden arm geworden bist: schenke uns deinen Reichtum an Glauben, an Liebe und Hoffnung. Stifte uns zum Frieden an. Gib uns Orientierung, wo wir verwirrt und ratlos sind. Schenke uns Trost und Mut, wo wir traurig, ängstlich oder verzweifelt sind. In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Liebe und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Erhebet eure Herzen! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, dich, Gott im Himmel, zu erkennen als Vater Jesu Christi, der unser Leben in Nöten und Bedürftigkeiten, in Armut und Schmerzen gelebt hat, um uns reich zu machen. Durch deinen Geist der unerschöpflichen Liebe preisen wir dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Einsetzungsworte

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Der große Gott verzichtet auf göttliche Größe und setzt sich allen Gefahren und Nöten unseres menschlichen Lebens aus. Nehmt das Brot und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib seiner Liebe!

Herumreichen des Korbs

Jesus gibt sein Leben für uns hin, schenkt uns den Reichtum erfüllten Lebens hier auf Erden und in der Ewigkeit. Empfangt den Kelch seines Friedens!

Austeilen der Kelche

Gott schließt uns in Jesus zusammen zum Leib seiner Gemeinde – Menschen aus allen Nationen, Menschen jeder Herkunft, alt und jung, krank oder gesund. Geht hin im Frieden! Amen.

Lasst uns beten.

Du reicher, großer Gott, wir danken dir für die Armut deines Sohnes, die uns reich macht. Lass uns spüren, wie reich man sein kann, wenn man mit Wenigem genug hat. Lass vor allem Vertrauen und Liebe reichlich in uns wachsen!

Du arm gewordener Gott, schenke uns Einsicht über unsere Bindung an falschen Reichtum – wo wir uns abhängig machen von Dingen, die wir besitzen oder unbedingt haben wollen, wo wir uns in falschem Stolz über andere erheben.

Du barmherziger Gott, schenke uns Einsicht über uns selbst – über unsere blinden Flecken – wo wir ärmer sind, als wir denken, wo wir Mangelerscheinungen der Liebe oder des Glaubens haben, wo wir anfällig für zynisches Denken sind, wo wir Menschen mit Vorurteilen begegnen, ohne neu nachzudenken, wo wir vergessen, dass wir alle unsere Gaben von dir haben.

Du Gott des Friedens, wir beten für die Menschen in der Welt, die unter Krieg, Terror und Bürgerkrieg leiden. Lass die Menschen endlich zur Vernunft kommen, dass sie ihre Konflikte beilegen und das Blutvergießen beenden. Wir beten auch für die Menschen, die unter privaten Kleinkriegen leiden, die ihre Familienstreitigkeiten nicht in den Griff kriegen. Wir beten vor allem für die Kinder, die nicht wissen, wohin sie gehören, wenn ihre Eltern sich trennen oder anfeinden.

Du Gott des Trostes, wir beten auch für Menschen, die an diesem Weihnachtsfest einen geliebten Menschen verloren haben. Für alle, denen Unglück oder Krankheit die Freude zerstört hat.

Du Gott der Liebe, wir beten auch für diejenigen, die Freude erfahren in ihrer Familie, zum Beispiel mit Kindern und Enkeln. Lass sie dankbar und zufrieden das Weihnachtsfest genießen. Amen.

Wir singen das Lied 38:
Wunderbarer Gnadenthron
Abkündigungen

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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