„Schäme dich nicht!“

Auch uns sagt der Apostel: „Schämt euch nicht!“ Schämt euch nicht, über religiöse Fragen zu sprechen; ihr braucht sie nicht nur mit euch allein abzumachen. Schämt euch nicht, auf Gott zu vertrauen, nur er kann selig machen. Schämt euch nicht, euch berufen zu lassen von Jesus: es gibt Aufgaben für jeden Christen, die jeder ausfüllen kann, jeder wird gebraucht.

Schäme dich nicht! Das Bild zeigt eine Frau, die zwei Hände vor ihr Gesicht hält und zwei weitere Hände auf ihrem Kopf liegen hat

Sollte man sich wegen seines christlichen Glaubens schämen? (Bild: geralt – pixabay.com)

#predigtSilberne Konfirmation am 16. Sonntag nach Trinitatis, 14. September 1986, 10.30 Uhr in Heuchelheim (ebenfalls am 21. September 1986 in Reichelsheim)

Zur Silbernen Konfirmation begrüße ich Sie und Euch alle herzlich in der Heuchelheimer Kirche! Gemeinsam sind wir hier zusammengekommen, um im Gottesdienst an den Tag zurückzudenken, an dem Sie hierher vor den Altar getreten sind, um als junge Menschen eingesegnet zu werden. Hier in Heuchelheim feiern heute gleich zwei Konfirmandenjahrgänge ihr 25-jähriges Jubiläum; denn damals, gerade im Jahr 1961, wurde die Dauer des Unterrichts auf ein Jahr herabgesetzt, so dass es in einem Jahr zwei Konfirmationen gab – Frau S. und Frau H. finden das sicher noch heute ungerecht – oder etwa die anderen, weil sie lieber noch ein Jahr Konfe gehabt hätten?

Und nun beginnen wir mit festlichem Gesang:

Lied EKG 234 (EG 317), 1-3:

1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören!

2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?

3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. (Psalm 103, 1-5)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, unser himmlischer Vater! Wir kommen in deiner Kirche zusammen, weil unser Glaube an dich nicht nur eine Privatsache ist. Dir gefällt es, wenn wir gemeinsam dich loben, wenn wir gemeinsam nach dir und deinem Wort fragen, wenn wir uns hier stärken lassen für den Alltag. Du gibst uns nicht immer, was wir wünschen, aber du schenkst uns, was wir brauchen: zum Beispiel Kraft und Liebe und Besonnenheit, um unser Leben meistern zu können und dabei nicht auf Kosten anderer Menschen zu leben. Wir bitten dich heute um Offenheit für dein Wort und um Offenheit für die Menschen neben uns! Stärke unseren Glauben, unsere Liebe und unsere Hoffnung durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören ein Wort der Bibel, das unsere Vorfahren im Glauben im Volk Israel in schweren Zeiten aufgeschrieben haben. Gerade wenn sie bittere Erfahrungen durchmachen mussten, lernten sie, sich Gotte BARMherzigkeit anzuvertrauen. Manchem von uns heute mag es ganz ähnlich gegangen sein. Ich lese aus dem Buch der Klagelieder 3, 22-26:

Die Güte des Herrn ist‘s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja.“

Lied EKG 218 (EG 263), 1-5:

1. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr.

2. Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit; mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. Erbarm dich, Herr.

3. Schaue die Zertrennung an, der kein Mensch sonst wehren kann; sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt. Erbarm dich, Herr.

4. Tu der Völker Türen auf, deines Himmelreiches Lauf hemme keine List noch Macht. Schaffe Licht in dunkler Nacht. Erbarm dich, Herr.

5. Gib den Boten Kraft und Mut, Glaubenshoffnung, Liebesglut, lass viel Früchte deiner Gnad folgen ihrer Tränensaat. Erbarm dich, Herr.

Gnade und Friede sei mit uns allen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

Der Predigttext steht im Brief 2. Timotheus 1, 7-10:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.

Liebe Gemeinde, vor allem liebe Silberne Konfirmanden!

Die Konfirmation mit dem ihr vorangehenden Unterricht ist in unserer Volkskirche ein Anlass, um alle getauften evangelischen Christen eines Jahrgangs an einem Ort zusammenzuführen. Ganz gleich, auf welche Schule einer geht, ganz gleich, einen wie starken Glauben einer mitbringt oder wie fromm die Eltern sind – hier sind in der Regel alle mit dabei. Und wenn es gut geht, kann hier auch Kirche als Gemeinschaft erfahren werden, als Gemeinschaft über Gruppengrenzen hinweg. Manchmal ist allerdings die Cliquenwirtschaft auch stärker; manchmal gelingt es nicht, das Gefühl einzelner zu überwinden, sie gehörten eigentlich nicht dazu.

Nach der Konfirmation laufen die Lebenswege der meisten jungen Leute wieder weit auseinander. Jetzt sind Sie nach 25 Jahren wieder einmal als Gruppe zusammengekommen; Ihre Lebensfäden laufen zusammen. Das ist ein guter Anlass, zunächst einmal zurückzudenken und sich zu fragen:

Was bedeuten mir eigentlich heute noch die anderen da neben mir, die damals mit mir zusammen konfirmiert worden sind? Kann ich mit ihnen Erfahrungen austauschen? Bin ich gespannt darauf, wie sich die anderen ihr Leben aufgebaut haben, die ich lange nicht gesehen habe? Habe ich die Erwartung an sie, dass sie auch an mir interessiert sind und zuhören, wenn ich von mir erzähle?

Und dann – ist Silberne Konfirmation auch ein Anlass zum Nachdenken über Gott und den eigenen Glauben? Was hat mir Gott damals bedeutet, und was bedeutet er mir heute? Ist mein Glaube kleiner geworden, von Zweifeln und von der Alltagsroutine fast erdrückt, oder ist er gewachsen – genährt von Dankbarkeit in guten Tagen, bewährt und gekräftigt in schweren Tagen?

Und eine weitere ernste Frage können wir uns stellen an einem Tag, an dem wir hier zusammen sind: Ist es normal und müssen wir es hinnehmen, dass es immer nur wenige sind, die stark sind im Glauben? Können wir nichts daran ändern, dass nur an solchen Anlässen wie Konfirmation oder Konfirmationsjubiläum unsere Lebenswege sich hier im Gottesdienst kreuzen? Warum fällt es vielen Konfirmierten so schwer, sich auch nach der Konfirmation zur Kirche zu halten; warum bleiben viele einfach stehen im Glauben – nicht im Sinne von „standhaft“, sondern im Sinne von „sich nicht weiterentwickeln“?

Vielleicht liegt es daran, dass es viele Missverständnisse über Gott und den Glauben gibt. Z. B. meinen viele, dass Gott immer nur fordert, und sie halten die Gebote für eine sie überfordernde Pflicht. Und umgekehrt meinen sie, dass Gott den Menschen sowieso nicht helfen will oder kann. Schließlich müssen auch gute Menschen leiden, und böse werden nicht bestraft.

Aber Gott schenkt. Er schenkt auf andere Weise. Unser Predigtext setzt ein: „Gott hat uns gegeben…“ Was hat er gegeben? Einen Geist! Ein Geist, das ist hier nichts Übernatürliches, nichts Unheimliches, nichts Nebelhaftes, sondern etwas ganz Natürliches und Klares und Handfestes, etwas, das sich in unserer eigenen Seele abspielt. Sicher, das ist unsichtbar, und kein anderer kriegt das mit, aber wir selbst spüren es doch, wenn unsere Seele in Bewegung gerät, wenn wir z. B. zwischen Zweifel und Hoffnung oder zwischen Trauer und Zuversicht hin- und hergerissen sind. „Gott hat uns gegeben…“, d. h. hier: er kommt innerlich zu uns.

Dann wird zunächst gesagt, was er uns nicht gegeben hat: einen Geist der Furcht! Gott will uns nicht kleinmachen, demütigen, niederdrücken; wir sollen nicht ständig in Angst leben vor ihm und unsere Sünden zählen. Sondern er hat uns einen ganz anderen Geist gegeben: den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit!

Selbstbewusstsein schenkt uns Gott, den Mut, auf die Kräfte und Gaben zu vertrauen, die wir ja auch von Gott haben. Das ist der Geist der Kraft, der gerade in Schwachen mächtig wird.

Und es ist kein egoistischer Geist, kein Selbstbewusstsein, das sich anderen gegenüber aufspielen, immer Recht behalten muss. Der Geist, den Gott uns schenkt, der hilft uns, uns selber lieb zu haben, ohne dabei die anderen gering zu achten. Er hilft uns auch, manchmal über den eigenen Schatten zu springen und den anderen wichtiger zu nehmen als uns selber. Das ist der Geist der Liebe.

Als dritte Erklärung dieses Geistes steht dann noch da: ein Geist der Besonnenheit. Das hat mit kühlem klaren Kopf zu tun, mit Selbstdisziplin, mit dem Wissen um Verantwortung und um bestimmte Grenzen, die man beachten muss.

Kraft, Liebe, Besonnenheit, wenn wir Christen das überall und immer ausstrahlen würden, dann sähe unsere Welt schon anders aus. Und das Schöne ist: das ist keine Utopie. Wir selber können uns diese Geistesgaben jeden Tag neu schenken lassen. Mut zur Offenheit für Gott, Mut zum Beten, den brauchen wir dafür.

Warum scheuen wir uns so, bewusst als Christen zu leben? Genieren wir uns, weil man uns für allzufromm halten könnte? Möchten wir nicht in einen Topf mit Leuten geworfen werden, die sich für was Besseres halten? Oder sind wir einfach zu stolz, um uns von Gott etwas schenken zu lassen? Verlassen wir uns lieber auf unsere eigene Kraft – und vergessen dabei, dass wir diese Kraft ja ohne Gott gar nicht hätten?

Der Apostel fordert in seinem Brief den Timotheus auf: „Schäme dich nicht!“ Schäme dich nicht, wenn die Leute deinen Glauben an Jesus lächerlich machen. Das gab es schon damals, dass Glaubende verspottet wurden. Z. B. fand man an einer fast 2000 Jahre lang verschütteten Wand in Rom bei Ausgrabungen eine Spottzeichnung an die Wand gekritzelt: ein Kreuz, ein Mann daran, sein Kopf: ein Eselskopf. Daneben ein Mensch, betend. Darunter: „Alexamenos betet seinen Gott an!“ In einer solchen Umgebung lebten damals die Christen, und der Apostel mahnte: „Schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn!“

Ich glaube, auch wir haben diese Ermahnung nötig. Halten wir nicht auch Gott oft für zu schwach, um die Probleme der Welt zu lösen? Leben wir nicht so, als ob es Christus nicht gäbe, als ob er nicht für uns gestorben wäre, als ob er dem Tod nicht die Macht genommen hätte?

Auch uns sagt der Apostel: Schämt euch nicht! Schämt euch nicht, über religiöse Fragen zu sprechen; ihr braucht sie nicht nur mit euch allein abzumachen. Schämt euch nicht, auf Gott zu vertrauen, nur er kann selig machen, nur ein Leben mit Gott behält auf ewig seinen Sinn. Schämt euch nicht, euch berufen zu lassen von Jesus: es gibt Aufgaben für jeden Christen, die jeder ausfüllen kann, jeder wird gebraucht.

Schämt euch nicht, auch wenn es immer wieder ungewöhnlich ist, wenn ein Mensch sich mehr als normal einsetzt, plötzlich einmal an einem ganz gewöhnlichen Sonntag in die Kirche geht oder eine Aufgabe in der Kirchengemeinde übernimmt. Auch der Glaube selbst ist keine so selbstverständliche Sache, wie wir oft annehmen.

Wenn einer wirklich glaubt, Gott über sein Leben bestimmen lässt, dann wird ja wirklich etwas anders in seinem Leben. Dann ist ihm etwas klar geworden, dauerhaft klar, was er nicht mehr wegwischen kann. Die Bibel nennt das „Offenbarung“. Seit Jesus auf der Erde war, ist das nicht mehr wegzuwischen: dass sein Leben und Leiden und Sterben für alle Menschen auf der Erde eine Bedeutung hat. Er hat nämlich ein für allemal offenbar gemacht, wie Gott von Anfang an zu uns Menschen steht: Gott liebt uns, er lässt uns nicht fallen, er vergibt uns, er lässt uns nicht allein. Er begleitet uns durch unser Leben und lässt uns auch im Tod nicht verloren gehen.

Wenn das wirklich wahr ist, brauchen wir uns dieses Gottes nicht zu schämen, auch wenn uns andere belächeln. Aber ist es wahr? Der Glaube an Gott ist ja keine Sache von Beweis oder Gegenbeweis. Sondern der Glaube ist eine Sache der Erfahrung, des Sich-Einlassens auf Gott, des Sich-Beschenken-Lassens mit dem heiligen Geist. Nur der lässt uns ein Licht aufgehen, nur der verwandelt uns innerlich. Das bleibt unser Leben lang so, ob wir nun Konfirmanden sind oder gestandene Erwachsene. Und was für ein Geist war das noch, mit dem Gott uns beschenken will? – ein Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit! Den wünsche ich uns allen! Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 428 (EG 358), 1+5+6:

1. Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er lässt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein, im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein.

5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe als seiner Gnade Werk.

6. So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest dabei; lass nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so lass uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn.

Liebe Silbernen Konfirmandinnen und Konfirmanden!

„Es kennt der Herr die Seinen“, haben wir gesungen. Woran erkennt er sie? An ihrem Glauben, an ihrer Hoffnung:und an ihrer Liebe. Das sind alles Dinge, die sich nicht messen lassen. Aber wo sie sind, da strahlen sie aus, da werden sie weitergegeben, da gibt es ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

Silberne Konfirmation ist ein Innehalten an der Mitte des Lebensweges. Wir können uns unseres Glaubens vergewissern, uns stärken lassen für das, was vor uns liegt, vielleicht auch neu anfangen mit Gott. Wir haben es nötig, immer wieder um Glauben zu bitten, und wir tun es nun, indem wir uns erheben und das Glaubensbekenntnis miteinander sprechen:

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Und nun bitte ich die Silbernen Konfirmandinnen und den Konfirmanden, hier nach vorn zu kommen.

Da wir alle immer wieder neu eine Ermutigung im Glauben brauchen, ergreife ich heute die Gelegenheit und spreche Ihnen noch einmal neu Ihren Konfirmationsspruch zu, den Ihnen damals Ihr Pfarrer Hofmann gegeben hat.

Und zugleich überreiche ich Ihnen als Erinnerung an Ihre Konfirmation vor 25 Jahren ein kleines Heft mit dem Titel „Sieh, das ist Gottes Treue“ (5 in Heuchelheim; 22 am nächsten Sonntag in Reichelsheim).

Der Herr, unser Gott, bleibe bei Ihnen mit seinem Segen und leite Sie auf Wegen der Liebe und des Friedens und der Zuversicht. Amen.

Lasst uns beten zu Gott – für uns selbst, dass wir uns nicht schämen, Christen zu sein; dass wir uns erinnern, wie gut Gott, unser Vater, zu uns sein will, unsere Schuld vergebend, mit offenem Ohr, wenn wir zu ihm sprechen. Zu dir, Vater, gehören wir, mit unseren Angehörigen und Freunden, unseren Ehepartnern, Kindern, Eltern, unseren Nachbarn, Arbeitskollegen, Vorgesetzten, auch unseren früheren Mitkonfirmanden, mit denen wir heute feiern. Lass uns nicht vergessen, dass wir vor dir alle gleich sind in unserem Wollen und Versagen, mit unseren guten Fähigkeiten und unseren dunklen Seiten, Wir bitten dich, hilf uns, sinnvoll zu leben. Wir bitten dich für die, die krank sind, die eine Operation vor sich haben, die sich Sorgen machen um ihre Arbeits- oder Lehrstelle. Wir bitten für die Vertriebenen und Flüchtlinge in aller Welt, für die Gefolterten. Wir bitten für die, die keinen Sinn mehr im Leben sehen, wir bitten für die Sterbenden.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser
Abkündigungen
Ansprache eines Silbernen Konfirmanden in Reichelsheim, 21. 9. 1986:

Wir treffen uns nach dem Gottesdienst zur Silbernen Konfirmation noch einmal am Grab unseres früheren Pfarrers Bietz, der uns konfirmiert hat. Es ist noch nicht gar so lange her, dass er hier auf unseren Friedhof bestattet wurde, aber es ist eine lange Zeit vergangen, seit wir ihn damals als unseren Pfarrer erlebt haben. Manches sehen wir heute anders als damals, an manches denken wir mit Wehmut, an manches mit Unmut, an manches mit Freude zurück. Wenn wir hier gemeinsam stehen, tun wir‘s mit gemischten Gefühlen. Ausdrücken will ich ein Stück Dankbarkeit für das, was uns damals im Konfirmandenunterricht auf den Weg mitgegeben worden ist. Ausdrücken möchte ich auch die Hoffnung, dass wir nie aufhören zu lernen, was es bedeutet, ein Christ zu sein. Und ich wünsche mir, dass es gelingt, mit den Traurigen zu trauern und mit dun Fröhlichen zu lachen, mit einem Wort: dass wir uns so annehmen, wie wir sind!

Ganz herzlich sind Sie alle eingeladen zur Feier des Heiligen Abendmahls, die sich jetzt gleich anschließt. Wer nicht daran teilnehmen möchte, kann entweder in seiner Bank sitzen bleiben oder nach dem folgenden Lied die Kirche verlassen.

Es segne euch Gott, der Allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied EKG 208 (EG 347), 1-3:

1. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.

2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, dass uns sei hier und dorte dein Güt und Heil beschert.

3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht.

Abendmahl
Lied EKG 208 (EG 347), 4-6:

4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.

5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not.

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