Das eigene Kreuz tragen

Was ist Selbstverleugnung? oder: Gibt es christliche Selbstverwirklichung?

Ich verwirkliche mich selbst, indem ich mich annehme, mit meinen Begrenztheiten. Eine egoistische Ego-Verwirklichung hat aber mit meinem Selbst, wie Gott es meint und liebt, nichts zu tun. Jesus ruft uns also zu: Verleugne dich selbst als Egoisten! Lerne dich kennen, wie du wirklich bist, wenn du dich auf Gottes Liebe einlässt!

Ein Kreuz an einer Halskette liegt auf einer ebenen Fläche

Ein Kreuz an einer Halskette (Bild: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst am Sonntag Estomihi, den 2. März 2003, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Das Wort zur Woche steht im Evangelium nach Lukas 18, 31:

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Drei Tage sind es noch bis zum Aschermittwoch – heute, am Sonntag vor der Passionszeit, in der wir des Leidens Jesu gedenken, feiern wir einen Abendmahlsgottesdienst mit dem Thema: „Das eigene Kreuz tragen.“

Lied 495, 1+4+5:

1) O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gib mir und dass in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib.

4) Find’t sich Gefährlichkeit, so lass mich nicht verzagen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gib, dass ich meinen Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind.

5) Lass mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, dass von unrechtem Gut nichts untermenget sei.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

„Das eigene Kreuz tragen“, das ist der Leitgedanke dieses Gottesdienstes. Viele tragen ein Kreuz an einer Kette um den Hals – als ein Zeichen: Ich bin Christ! oder auch einfach als ein Schmuckstück. Das Kreuz erinnert aber auch Grab und Tod; Jesus musste sein Kreuz buchstäblich tragen und brach unter ihm zusammen, als er zur Hinrichtung geführt wurde. Auf unserem Fensterbild über dem Altar hat Christus das Kreuz hinter sich gelassen – es ist überwunden, er ist auferstanden. Der sein Kreuz trug, der unter ihm zusammenbrach, der an ihm hing, der es überwand:

Kommt, lasst uns ihn anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wie ist das gemeint: „Das eigene Kreuz tragen?“

Mein Kreuz kann etwas sein, was mir auferlegt ist und was ich beim besten Willen nicht ändern kann: mein Aussehen, meine Unzulänglichkeiten, eine Behinderung oder Krankheit. Mit dem, was nicht zu ändern ist, muss ich mich selber annehmen.

Nicht alles, was mir andere aufbürden, ist automatisch mein Kreuz: Ich kann nicht alle Lasten für andere tragen, nicht einmal für Menschen, die mir nahestehen. Aber ich kann mich entscheiden, manche dieser Lasten zu meinem eigenen Kreuz zu machen.

Mein Kreuz, das kann auch Schuld sein, die ich auf mich lade. Dieses Kreuz muss nicht mein Kreuz bleiben, dieses Kreuz nimmt Christus als sein Kreuz auf sich. Ich spüre die Last auf meiner Schulter und rufe zu Gott um Vergebung:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Alle eure Sorge werft auf [Gott]; denn er sorgt für euch.

So heißt es in 1. Petrus 5, 7.

Ich nehme mich an, wie ich bin, denn Gott hält mich für einen kostbaren Menschen.

Ich ertrage einen schwierigen Menschen, denn auch er ist von Gott geliebt.

Ich sage Nein zu einer Belastung, wenn ich überfordert bin, denn ich bin nicht allmächtig.

Ich werfe meine Schuld am Kreuz Jesu ab und gehe unbelastet in den neuen Tag.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, schenke uns Weisheit, um zu erkennen, welches Kreuz wir eigentlich zu tragen haben und welches nicht. Lass uns diese Weisheit lernen von Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Markus 8, 27-30:

27 Und Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, dass ich sei?

28 Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten.

29 Und er fragte sie: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus!

30 Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 410: Christus, das Licht der Welt
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde! Vorhin in der Lesung hörten wir, dass Jesus gern wissen will, wofür die Leute ihn halten. Petrus ist wie üblich vorneweg mit seinem Mundwerk und ruft aus: „Du bist der Christus! Du bist der Messias, auf den die Juden seit Jahrhunderten warten, du bist der Gesalbte Gottes, der Frieden und Gerechtigkeit auf die Erde bringt!“

Merkwürdig nur, dass Jesus den Jüngern verbietet, davon in der Öffentlichkeit zu reden. Und noch merkwürdiger ist für sie das, was ihnen Jesus außerdem zumutet.

Hören wir aus dem Evangelium nach Markus 8, 31-33. Das sind die Verse, die sich unmittelbar an die Lesung von vorhin anschließen:

31 Und [Jesus] fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.

32 Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren.

33 Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.

Hier also, liebe Gemeinde, redet Jesus auf einmal frei und offen. Aber die offenen Worte über das, was Jesus bevorsteht, gefallen dem Petrus nicht: Leid, Verwerfung, Tötung – das passt nicht zusammen mit seinem Bild von Jesus. Der Christus wird gequält, abgelehnt, getötet? Kann er sich nicht mit göttlicher Allmacht dagegen wehren?

Für diese Einwände fängt sich Petrus eine scharfe Zurechtweisung ein. „Weg von mir, Satan!“ fährt Jesus ihn an. Nicht weil er Petrus für einen besonders bösen Menschen hält – er sagt sogar, dass Petrus menschlich und nicht etwa bewusst teuflisch denkt. Aber gerade diese menschliche Denkweise – wenn Gott allmächtig wäre, müsste sein Christus alles Leid aus der Welt verbannen – gleicht aufs Haar der Versuchung Jesu durch den Satan, was am nächsten Sonntag das Predigtthema sein wird. „Weg von mir, Satan!“

Es ist schon heftig, dass Jesus ausgerechnet den Jünger hart vor den Kopf stößt, der ihn eben noch als den Messias erkannt und gefeiert hat. „Du bist der Christus!“ „Weg mit dir, Satan!“ Das sieht nicht nach einer guten Werbestrategie aus. Will Jesus denn keine neuen Nachfolger gewinnen? Will er die, die ihm schon folgen, wieder vergraulen? Warum sollte man einem Jesus nachfolgen wollen, der bald sowieso tot ist?

Auf diese Fragen antwortet Jesus mit einem deutlichen Wort in aller Öffentlichkeit:

34 Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

35 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten.

36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?

37 Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?

Sein Kreuz auf sich nehmen – heißt das: sich zum Leiden drängen? So leiden wollen, wie Jesus gelitten hat? Etwa gar sein Leben wegwerfen? Nein, das hat ja auch Jesus nicht getan – er nahm ein Kreuz auf sich, das nicht zu ändern war.

Und ich – ich soll nicht das Kreuz Jesu tragen, sondern mein eigenes Kreuz, die Herausforderung, die ich zu meistern habe. „Das eigene Kreuz tragen“ – so sieht „Selbstverwirklichung auf christlich“ aus: Ich verwirkliche mich selbst, indem ich mein Schicksal annehme – und mich selbst, gerade auch mit meinen Begrenztheiten. Was mich behindert, was mich verletzt, das schneidet mir nicht den Weg in die Zukunft ab, nein, ohne all das wäre mein Leben nicht mein Leben.

Hinzu kommt: Ich verwirkliche mich selbst, indem ich auch über die Folgen nachdenke, die mein Verhalten für andere hat. Geht meine Selbstverwirklichung auf fremde Kosten, handelt es sich um egoistische Ego-Verwirklichung, die mit meinem Selbst, wie Gott es meint und liebt, nichts zu tun hat. Dieses Kreisen ums eigensüchtige Ego kommt nirgendwo an, es kennt kein wirkliches Ziel und keine Liebe und ist im Grunde tot – schon lange vor der eigenen Beerdigung. Ich verliere mein Leben, mein inneres Leben, meine Seele, meine Erfüllung genau dann, wenn ich voller Krampf und ohne Liebe mein bisschen Leben um jeden Preis erhalten will.

An diesem Punkt wird auch klar, was mit Selbstverleugnung gemeint ist. Das ist kein Aufruf zum Selbsthass. Nein, es ist der Aufruf, uns nicht mehr zu kennen als das egoistische Wesen mit dem Zwang zur Selbstbehauptung. Indem wir Jesus nachfolgen, könnte es gelingen, uns neu kennenzulernen: Wir sind doch geschaffen als Ebenbild der Liebe Gottes. Jesus ruft uns also zu: Verleugne dich selbst als Egoisten! Lerne dich kennen, wie du wirklich bist, wenn du dich auf Gottes Liebe einlässt!

Aber machen wir uns nichts vor. Wenn es schon für Petrus schwer war, Jesu Worte über sein Leiden zu akzeptieren – der Aufruf, sein eigenes Kreuz zu tragen, ist auch heute nicht etwa modern geworden. Tatsache ist: Jugendliche, die gläubig sind, gern zur Kirche gehen und an Gott glauben, werden belächelt und verspottet. Tatsache ist auch: die moderne Welt hakt Gott ab – der schafft das Leid nicht aus der Welt, also ist er entweder ohnmächtig oder nicht gut oder es gibt ihn gar nicht.

Damals wie heute liegt es nahe, sich für den Glauben an einen Gott zu schämen, der nicht einmal seinen Sohn retten konnte oder wollte, oder für den Glauben an einen Jesus, der kein cooler Siegertyp war.

Jesus sagt dazu:

38 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Jesus reagiert auf die Scham der Menschen, indem er in die Zukunft blickt. Er wird getötet von Menschen, die einen menschenfreundlichen Gott nicht ertragen und sich seiner Worte schämen. Und dann ist seine Geschichte aber nicht etwa vorbei – wir können sie nur in Bildern weitererzählen – er wird zum ewigen Leben erweckt, er wird sogar die Rechte Hand Gottes, das Menschenkind Jesus wird sogar der ewige Richter sein, der über alle Menschen das gerechte und barmherzige Urteil spricht. Für die Menschen, die sich seiner schämen, empfindet dieser barmherzige Richter ebenfalls Scham. Er liebt doch auch diese Menschen – warum schämen sie sich für einen schwach auftretenden Jesus, für einen scheinbar ohnmächtigen Gott? Ihm geht es nahe, was wir Menschen tun, und er leidet daran, wenn wir Menschen uns selber ins Unglück stürzen.

Mit dem Jünger Petrus hat die Predigt angefangen. An seinem Schicksal können wir konkret ablesen, was es bedeutet: sich selbst verleugnen – oder auch nicht, sein Kreuz auf sich nehmen – oder auch nicht – für Jesus einstehen – oder sich seiner schämen. Petrus ist ja immer der Draufgänger, der für Jesus begeistert in die Bresche springt. Er erkennt und bekennt in Jesus den Messias. Er zieht als erster sein Schwert, um ihn im Garten Gethsemane zu verteidigen. Er verspricht am Gründonnerstag hoch und heilig, Jesus niemals im Stich zu lassen. Und doch kennt Petrus sich selber nicht wirklich. Hinter seinen starken Worten und draufgängerischen Taten versteckt sich eine Angst, die erst zu Tage tritt, als Jesus sich widerstandslos festnehmen lässt und man nichts mehr zu seiner Rettung tun kann. In diesem Augenblick verleugnet Petrus nicht sich selbst, sondern Jesus. „Ich kenne den Menschen nicht!“ ruft er dreimal aus, in nackter Angst um sein Leben. So zerbricht endgültig das vertraute Bild, das Petrus von sich selber hat. Er ist nicht der stärkste aller Jünger, er ist nicht der zuverlässigste der Freunde Jesu, er hat nicht den tiefsten Glauben. Dennoch nennt Jesus gerade ihn den Felsen – wieviel Humor hat dieser Jesus! Liebevoll beschämt er sein Großmaul Petrus mit einem Augenzwinkern und vertraut gerade ihm die Leitung seiner Gemeinde an.

Mit wieviel Scham muss Petrus nach Ostern gerade dieses Wort Jesu in der Erinnerung gehört haben? Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich, folge mir nach! Hätte ich es doch getan! Hätte ich doch schon damals eingesehen, was Jesus meinte! Hätte ich mich doch schon damals so erkannt, wie er mich schon längst kannte! Wenn ich um meine tiefe innere Angst gewusst hätte, wäre ich dieser Angst nicht so machtlos ausgeliefert gewesen. Ich hätte gerade diese Angst als mein Kreuz auf mich nehmen können, mich meiner Angst stellen können, so wie es Jesus im Garten Gethsemane tat.

Dem Petrus war es geschenkt, seine Scham überwinden und aus Vergebung leben zu können. Nur so geht es – das eigene Kreuz tragen, das kann man nur, wenn einem die Kraft dazu geschenkt wird. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 384:

1) Lasset uns mit Jesus ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir.

2) Lasset uns mit Jesus leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat, die erntet Lachen; Hoffnung tröste die Geduld: es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir!

3) Lasset uns mit Jesus sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Lasst uns töten hier im Leben unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, dass ich lebe für und für.

4) Lasset uns mit Jesus leben. Weil er auferstanden ist, muss das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir.

Im Abendmahl sind wir nun eingeladen, Gottes Liebe zu uns zu schmecken, in Brot und Kelch, und die Gemeinschaft mit ihm zu erleben, im Kreis derer, die auf ihn vertrauen.

Gott, bewahre uns davor, egoistisch um eigensüchtige Wünsche und Interessen zu kreisen. Hilf uns, die Herausforderung für unser Leben zu erkennen und als unser Kreuz auf uns zu nehmen. Gib uns den Mut, für dich einzustehen und lieber uns selbst zu verleugnen, als den, der auf uns baut, im Stich zu lassen.

In der Stille bringen wir vor dich, was unsere Seele belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Gott ernst zu nehmen als den der groß ist in seiner Güte und Freundlichkeit zu uns Menschen. Würdig und recht ist es, uns selber anzunehmen als Menschen mit aufrechtem Gang, von Gott geliebt und verantwortlich für unser Leben. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Wir beten mit Jesu Worten:

Vater unser und Einladung zum Abendmahl

Jesus nimmt sein Kreuz auf sich, damit wir von Schuld befreit unser eigenes Kreuz tragen können. Empfangt den Leib unseres Herrn Jesu – nehmt und gebt weiter, was euch gegeben ist – den lebendigen Leib der Liebe Gottes.

Herumreichen des Korbs

In Jesus entäußert sich Gott seiner Allmacht, verleugnet sich selbst, damit wir, durch Liebe befreit, uns selber als Ebenbild der Liebe Gottes erkennen. Nehmt hin den Kelch der versöhnenden Liebe Gottes.

Austeilen der Kelche
Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer auf mich vertraut, selbst wenn er stirbt, wird er leben. Und jeder, der lebt und auf mich vertraut, nein, der stirbt nicht – in Ewigkeit. Gehet hin im Frieden! Amen.

Gott, wir beten für die Liebe. Dass wir selbstbewusste Menschen sind, die füreinander eintreten und dabei auch auf eigene Vorteile verzichten.

Gott, wir beten für die Traurigkeit. Dass wir es aushalten, traurig zu sein, wenn uns zum Weinen zumute ist, und dass wir Menschen finden, die tröstend bei uns sind.

Gott, wir beten für die Freude. Dass uns weder beim Fastnachtfeiern noch danach der Spaß vergeht. Dass wir mit Humor die Fehler der anderen Menschen ertragen, aber auch unsere eigenen.

Gott, wir beten für die Vergebung. Dass wir mutig genug sind, Fehler und Schuld einzugestehen und um den notwendigen Neuanfang zu bitten.

Gott, wir beten für den Frieden. Dass keine Vorwände für einen Krieg gesucht werden, sondern der ehrliche Wille zu Lösungen ohne Gewalt siegreich bleibt.

Gott, wir beten für die Hoffnung. Dass wir im schweren Schicksal nicht aufgeben, sondern unsere Chancen sehen und nutzen.

Gott, wir beten für unsere Seele. Dass du sie bewahrst vor verletzenden Worten anderer Menschen und vor allem vor der Zerstörung von innen, wenn wir böse Gedanken denken wollen. Lass uns spüren und beherzigen, dass du uns liebst. Amen.

Lied 170: Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen
Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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