Der kleine Zachäus auf dem Baum

Gabi spielt gern den suuuperguten Simon und Lutz ungern den bösen Zöllner Zachäus (Lukas 19, 1-10).

Pfarrer Helmut Schütz mit den Handpuppen Gabi, Lutz und Fischli

Pfarrer Helmut Schütz mit den Handpuppen Gabi, Lutz und Fischli

Kinderandacht mit Lutz, Gabi und Fischli in der Kita der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen

Pfarrer: Hallo Kinder! Gabi und Lutz sind heute wieder hier! Und Fischli, der Pinguin.

Lutz: Hallo Kinder!

Gabi: Hallo Kinder!

Fischli: Hallo Kinder!

Pfarrer: Beim letzten Mal haben die drei euch eine Geschichte vorgespielt, die war sehr traurig. Von Kain und Abel, vom Streiten, vom Hauen, vom Totmachen.

Lutz: Heute will ich aber nicht wieder den Kain spielen. Ich will nicht immer streiten und böse sein.

Gabi: Und ich will heute nicht wieder den Abel spielen. Ich will nicht gehauen werden und dann auf dem Boden liegen.

Fischli: Aber ich will wieder die Stimme von Gott spielen. Es war schön, dem Kain zu sagen, was Gott ihm sagen wollte. Auch wenn er darauf nicht hören wollte. Darf ich das wieder machen?

Pfarrer: Na gut, Fischli, dann spielst du heute den Jesus.

Fischli: Wieso? Ich will wieder sagen, was Gott sagt.

Pfarrer: Das kannst du dann doch. Jesus sagt doch auch, was Gott sagt. Jesus ist doch der Sohn von Gott, und er nennt Gott seinen Papa.

Fischli: Oh, gut, dann bin ich heute der Jesus.

Pfarrer: Lutz, du spielst den kleinen Zöllner Zachäus.

Lutz: Den kleinen Zöllner Zachäus? Was ist das denn für ein Name?

Pfarrer: Ein Zöllner sitzt am Stadttor. Man muss ihm Zoll bezahlen. Manchmal nimmt er zuviel Geld von den Leuten. Darum ist er ist ganz reich und freut sich über sein vieles Geld. Aber die Leute sind böse auf den kleinen Zöllner Zachäus.

Lutz: Dann bin ich ja schon wieder der Böse. Genau wie beim Kain. Das will ich doch nicht. Und klein will ich auch nicht sein.

Pfarrer: Ist doch nicht schlimm, wenn man klein ist. Und ich verspreche dir: Die Geschichte geht nicht so böse aus wie bei Kain!

Lutz: Ehrenwort? Na gut. Dann bin ich also der kleine Zöllner Zachäus.

Gabi: Und was bin ich?

Pfarrer: Du spielst den suuuperguten Simon.

Lutz: Wieso darf ich den nicht spielen? Immer muss ich der Böse sein. Nur weil ich Hörner habe und ein Teufelchen bin.

Pfarrer: Wart’s doch ab. Vielleicht ist es gar nicht so gut, wenn man suuupergut sein will.

Gabi: Aber ich find’s gut. Ja, ich bin gern suuupergut. Ich mach immer alles richtig. Ich tu nie was Böses.

Lutz: Das glaubst du doch selber nicht.

Gabi: Aber ich soll doch einen suuuperguten Menschen spielen.

Pfarrer: Also gut, dann bist du der Simon. Du machst das sehr gut. Sogar suuupergut. Und jetzt geht das Spiel los.

Fischli: So, Kinder, jetzt bin ich der Jesus. Ich gehe gern zu den Menschen und erzähle ihnen von Gott. Ich erzähle ihnen: Gott hat euch alle lieb. Und ich mache auch Menschen gesund. Ich gehe von einem Dorf in das nächste Dorf. Ich gehe von einer Stadt in die nächste Stadt. Überall erzähle ich von Gott und mache Menschen gesund. Und wenn es Abend wird, frage ich die Leute, bei wem ich essen und schlafen kann. Heute gehe ich in die Stadt Jericho. Auch da will ich von Gott erzählen und Menschen gesund machen.

Gabi: Ich habe gehört, Jesus kommt zu uns in die Stadt Jericho. Das ist toll! Ich höre so gerne Geschichten von Gott. Bestimmt kommt er zu mir nach Hause zum Essen und Schlafen. Ich mache nämlich immer alles, was Gott will. Ich bin suuupergut!

Lutz: Ist das wirklich wahr, Simon? Jesus kommt zu uns nach Jericho? Ich will ihn auch gerne sehen!

Gabi: Wieso willst du den Jesus sehen, Zachäus? Jesus ist ein guter Mensch, aber du bist nur ein böser Zöllner. Du nimmst immer viel zu viel Geld von den Leuten. Du bist ein Betrüger. Ein Halsabschneider.

Lutz: Immer schimpfst du auf mich. Immer schimpfen alle auf mich. Keiner mag mich. Ihr seid auch nicht lieb. Das sollt ihr mir büßen! Ihr sagt, ich bin böse? Na gut, dann bin ich eben böse! Es geschieht euch nur recht, wenn ihr ganz viel Zoll zahlen müsst.

Gabi: Siehst du! Du bist ein böser Mensch und bleibst ein böser Mensch. Ich hab’s doch gleich gesagt. Und den Jesus wirst du nicht sehen!

Lutz: Wieso nicht? Ich kann den Jesus genau so gut sehen wie du.

Gabi: Nein, nein, Zachäus. Du bist nämlich viel kleiner als ich. Und ich lass dich einfach nicht in die erste Reihe. Du kannst hinten bleiben. Da sieht du Jesus gar nicht, bäääh!

Pfarrer: Ja, Kinder, so haben Simon und Zachäus miteinander gestritten. Und dann ist es so weit. Jesus kommt in die Stadt Jericho. Ganz viele Leute stehen am Straßenrand. Und wirklich – man lässt den Zöllner Zachäus nicht nach vorn durch. Und er kann nichts von Jesus sehen!

Lutz: He, lass mich durch, ich will auch den Jesus sehen!

Gabi: Nein, hier dürfen keine Bösen durch, nur Suuupergute! Du kannst da hinten bleiben!

Lutz: Doofer Simon! Lässt mich einfach nicht durch.

Pfarrer: Aber da hat der kleine Zöllner Zachäus eine Idee.

Lutz: Wisst ihr was, Kinder? Da steht ein Baum, ein Maulbeerbaum. Da klettere ich einfach rauf. Von oben kann ich Jesus sehen.

Pfarrer: So klettert Zachäus wirklich auf den Maulbeerbaum. Das ist gar nicht so einfach, er muss ganz schön schnaufen.

Gabi: He, guckt mal da! Der kleine Zöllner Zachäus! Er sieht nichts. Der abgehackte Riese muss auf einen Baum klettern, hahaha! Jesus wird ihn schön auslachen, wenn er ihn da oben sieht. Und mich wird er fragen, ob er bei mir wohnen kann.

Pfarrer: Was meint ihr, Kinder? Lacht Jesus den kleinen Zöllner aus? Da kommt er schon. Ihr wisst ja, Fischli spielt den Jesus.

Fischli: Hallo, ihr lieben Leute! Schön, dass ihr alle gekommen seid! Ich will euch nachher Geschichten von Gott erzählen. Aber jetzt habe ich erstmal Hunger. Ich muss erst was essen.

Gabi: Hallo Jesus! Ich bin Simon. Kommst du zu mir nach Hause? Ich bin schon immer ein suuuperguter Mensch gewesen und habe etwas Suuupergutes für dich gekocht!

Fischli: Danke, das ist sehr nett von dir. Aber wen sehe ich denn da oben?

Gabi: Haha, das ist nur der kleine geldgierige Zöllner Zachäus. Der nimmt immer so viel Geld von den armen Leuten, dass er ganz reich geworden ist. Der ist gaaanz böse.

Fischli: Zachäus, steig schnell runter! Ich will zu dir in dein Haus kommen.

Lutz: Waaas? Wirklich? Du bei mir? Gehst du nicht zu Simon? Der ist ein viel besserer Mensch als ich.

Fischli: Ja, ich weiß. Suuupergut. Aber ich will wirklich lieber zu dir.

Pfarrer: Das lässt sich der Zachäus nicht zweimal sagen. Sofort klettert er vom Baum runter und nimmt Jesus mit.

Gabi: He, Jesus, du kannst doch nicht zu so einem nach Hause gehen! Ich glaube, du bist doch kein guter Mensch. Du bist böse. Wie Zachäus. Jesus, dich sollte man bei der Polizei anzeigen!

Lutz: Ich glaube, den Simon hast du dir zum Feind gemacht. Der ist so suuupergut, für den bist du nicht gut genug.

Fischli: Ich hab trotzdem nichts gegen ihn. Simon, hör doch mal zu! Ich komme nachher zu dir und erzähle dir von Gott. Aber jetzt lass mich erstmal zu Zachäus gehen.

Gabi: Du kannst mir gestohlen bleiben, Jesus! Bleib doch lieber gleich bei dem bösen kleinen Zöllner Zachäus! Deine Geschichten von Gott will ich gar nicht mehr hören. Kommst du wirklich von Gott? Du bist gar kein guter Mensch!

Fischli: Stimmt, kein Mensch ist suuupergut, nicht einmal ich selbst. Du allerdings auch nicht. Nur Gott ist wirklich gut. Und deshalb vertrag dich doch lieber mit dem Zachäus. Vielleicht will er ja gar nicht böse sein.

Gabi: Ach, haut doch beide ab!

Lutz: Komm lieber mit, Jesus, du hast ja sowieso Hunger. Aber ich weiß gar nicht, was ich dir anbieten soll.

Fischli: Ach Zachäus, wir schauen mal, was du hast, und dann kochen wir was Schönes zusammen. Und wir reden mal über alles.

Lutz: Über alles? Über was?

Fischli: Über dich. Über die Leute. Über alles.

Lutz: Wieso?

Fischli: Ich glaube, du bist nicht ganz glücklich. Auch wenn du reich bist.

Lutz: Stimmt. Die anderen sagen immer, ich bin böse. Dabei will ich gar nicht böse sein.

Fischli: Du willst es nicht. Aber bist du wirklich nicht böse?

Lutz: Die Leute mögen mich nicht, darum nehme ich ihnen viel Geld ab, dann müssen sie es büßen und ich bin wenigstens reich.

Fischli: Bist du wirklich reich, Zachäus? Nur weil du viel Geld hast?

Lutz: Nein, Jesus. Keiner mag mich, weil ich böse bin. Weißt du was? Morgen gebe ich alles zurück, was ich zu viel genommen habe. Ach was, ich gebe ihnen sogar viermal so viel zurück! Und den armen Leuten schenke ich die Hälfte von meinem Geld.

Fischli: Das ist lieb, Zachäus. Ich glaube, du bist gar kein böser Mensch. Gott hat dich jedenfalls lieb.

Lutz: Und ich glaube, den Simon hat Gott auch lieb. Auch wenn er gar nicht so suuupergut ist, wie er sich einbildet.

Fischli: Ja. Hoffentlich merkt er noch, dass Gott alle Menschen lieb hat.

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