Happy End?

Zu guter Letzt

Löwenzahn mit wegfliegendem Samen

Löwenzahnsamen (Foto: pixabay.com)

… gibt es ein Happy End, im Film oder im Märchen. Die Guten gewinnen in letzter Sekunde gegen die Bösen. Der Prinz bekommt die Königstochter, und sie leben glücklich bis an ihr Lebensende.

Aber im richtigen Leben? Im Kosovo fallen keine Bomben mehr, aber Hass und Blutvergießen sind noch lange nicht überwunden. Konfirmandinnen fragen sich: „Wofür leben wir eigentlich, wenn wir sowieso irgendwann sterben müssen?“ Heiraten wollen viele auch nicht, „weil man sich ja doch wieder scheiden lässt“.

In einem alten Lied der Bibel lese ich: „Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr“ (Psalm 103, 15-16). Menschen wie eine Pusteblume, zeitweise schön anzusehen, dann vom Wind verweht.

Doch ich lese weiter: „Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun“ (Psalm 103, 17-18). Wer Gott vertraut, braucht kein böses Ende zu fürchten. Seine Liebe umgibt uns selbst dort, wo wir am Ende sind. Mit Gott „im Bunde“ behält unser Leben eine sinnvolle Ausrichtung.

Der Mensch ist
wie eine Pusteblume:
so schön, so verletzbar,
mit unzähligen Samen
für neues Leben.

Pfarrer Helmut Schütz

„Zu guter Letzt“ Juni – August 1999 im Gemeindebrief der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen

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