Korrekt in der Arbeit, treu in der Ehe

Trauerfeier für einen Mann, der viele Jahrzehnte korrekt seine Arbeit verrichtet und treu zu seiner Frau gestanden hat.

Korrekt in der Arbeit, treu in der Ehe: Ein herzförmiges Vorhängeschloss an einer Brücke, verrostet, aber weiterhin geschlossen

Ein altes Schloss als Symbol einer langjährigen treuen Ehe (Bild: Anemone123 – pixabay.com)

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Liebe Trauergemeinde, Sie sind hier versammelt, weil Herr U. im Alter von [über 60] Jahren gestorben ist.

Wir denken gemeinsam an sein Leben, wir begleiten einander auf dem Weg des Abschieds, und wir besinnen uns angesichts des Todes auf Worte Gottes, die trösten und zum Leben helfen.

Wir beten mit Worten aus dem Psalm 37:

1 Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter.

3 Hoffe auf den HERRN, und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich.

5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird‘s wohl machen

11 [und die kleinen Leute] werden ihre Freude haben an großem Frieden.

16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser.

17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen, aber der HERR erhält die Gerechten.

19 Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit.

23 Von dem HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, und er hat Gefallen an seinem Wege.

24 Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand.

37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.

39 Der HERR hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not.

Liebe Gemeinde!

Wenn wir von einem Menschen Abschied nehmen, dann denken wir an sein Leben: an seine Kindheit und Jugend, an sein Familienleben und seine Arbeit, an das, was ihm Freude gemacht, und auch an das, was ihn belastet hat.

Erinnerungen an das Leben des Verstorbenen

Eine eigene Familie gründete er erst spät, nachdem sein Vater und seine Mutter gestorben waren. Als Sie beide Hochzeit gefeiert haben, hat Ihnen Pfarrer S. einen Trauspruch aus dem Judasbrief mit auf den Lebensweg gegeben (Judas 2):

Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe!

Seit dieser Zeit haben Sie gemeinsam in Ihrer Wohnung gelebt, und Ihr Trauspruch ist wahr geworden: Sie konnten in Frieden miteinander leben und haben einander sehr geliebt.

So treu Herr U. in seiner Ehe war, so beständig gestaltete er auch sein Arbeitsleben. Als er seinen ersten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte, fand er schließlich eine Arbeit, bei der er mit Leib und Seele dabei war. Viele Jahre übte er sie aus und war Tag und Nacht für die Firma da. Sogar im Urlaub sprang er ein, wenn Not am Mann war. Als er einmal während der Arbeitszeit von einem Auto angefahren wurde, blieb er nicht länger als unbedingt nötig im Krankenhaus und fing nach zwei Wochen schon wieder mit der Arbeit an. Und auch als er in Rente ging, arbeitete er aushilfsweise weiter.

Herr U. war ein Mensch, der ehrlich durch die Welt ging und alles korrekt haben wollte. Wenn man ihn um einen Gefallen bat, konnte er nicht gut Nein sagen. Wenn er nicht auf Arbeit war, machte er es sich gern zu Hause gemütlich; er ging nie aus, war nicht in der Kneipe zu finden. Das Essen seiner Frau schmeckte ihm gut, er war stolz auf sie. Er trank seinen Kaffee, rauchte sein Zigarettchen. Wenn er nachts arbeiten musste, machte er sich immer Sorgen um seine Frau: „Lass niemanden rein, bleib für dich“, sagte er ihr.

Musik hörte er gern; auch spielte er selber ein bisschen Gitarre und sang wohl auch mal mitten in der Nacht auf der Arbeit „Hoch auf dem gelben Wagen“.

Und sportbegeistert war er. An erster Stelle stand der Fußball, den er früher selber gespielt hatte, aber auch für die Ruderregatta und fürs Boxen interessierte er sich.

Nun müssen Sie von ihm Abschied nehmen, den Sie so sehr geliebt haben. Es tut gut, darüber auch einmal reden zu können, sein Herz ausschütten zu können. Den Bibelspruch von Ihrer Hochzeit möchte ich Ihnen heute, liebe Frau U., noch einmal neu ans Herz legen:

Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe!

Es tut gut, Menschen zu haben, denen Sie sich anvertrauen können und die für Sie da sind. Es ist wichtig zu wissen, wer einen wirklich versteht und es gut mit einem meint. Und es tut gut zu wissen, dass wir immer zu Gott beten können, dass Gott bei uns ist und uns nicht verlässt.

Es tut auch gut, für den geliebten Mann noch ein paar letzte Liebesdienste zu tun, die Grabstelle, die Urne und schönen Blumenschmuck auszusuchen. Es ist wichtig, dass man sich Zeit lässt, um zu trauern. Wenn man so lange glücklich zusammengelebt hat und sich lieb gehabt hat, dann kann man das nicht in kurzer Zeit vergessen.

Aber wir sind heute nicht nur traurig. Wir sind auch dankbar für alles, was Herr U. in seinem Leben an Liebe bekommen und gegeben hat. Und wir wissen, dass Liebe nicht verlorengeht, auch dann nicht, wenn man stirbt.

Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe!

Das gilt auch jetzt noch, nach seinem Tod, für Ihren Mann. Ich bin gewiss, dass Gott Ihren Mann barmherzig in seinem ewigen Frieden aufnimmt. Gott schaut ja nicht darauf, wie oft einer in die Kirche geht, sondern er blickt ins Herz und fragt danach, wie ein Mensch es mit der Liebe hält, die wir alle mehr oder weniger von Gott geschenkt bekommen. In dieser Zuversicht lasst uns den Verstorbenen getrost loslassen und ihn den barmherzigen Händen Gottes anvertrauen. Er nimmt ihn am Ende mit Ehren an, und wir erweisen ihm auf unsere Weise die letzte Ehre, indem wir nun Herrn U. zu seiner letzten irdischen Ruhestätte geleiten. Lasst uns zum Grab gehen im Frieden Gottes, unseres Herrn. Amen.

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