Leben unterwegs – wie in einem Zelt

Ein Zelt steht für das wandernde Gottesvolk. Eine Kirchengemeinde sollte aber keine Gerüchteküche sein, in der aufgeschnappt und in Umlauf gebracht wird, was hinter dünnen Zeltwänden verborgen bleiben sollte. Besser ist es, die Zeltplane zurückzuschlagen und das persönliche Gespräch zu suchen, um Spannungen und Meinungsverschiedenheiten zu bewältigen. Auch können Gemeindezentren Schutzräume sein, wenn es im Leben drunter und drüber geht.

direkt-predigtGottesdienst mit Barbara Görich-Reinel, Alexander Klein und Helmut Schütz am Sonntag nach Weihnachten, 28. Dezember 2003, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Ein Zelt wurde in der Pauluskirche aufgebaut

Im Altarraum der Pauluskirche wurde ein Zelt aufgebaut

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Zum dritten Mal feiern die drei evangelischen Kirchengemeinden Michael, Paulus und Thomas gemeinsam den Gottesdienst „zwischen den Jahren“, und ich begrüße alle, die dieses Mal von fern und nah in die Pauluskirche gekommen sind.

Christen brechen von ihrer eigenen Gemeinde auf, um den Gottesdienst in einer anderen Kirche zu feiern. Das erinnert an die Zeit, als die Israeliten in der Wüste von Ort zu Ort wanderten, in Zelten lebten und ein Zelt als Gotteshaus hatten. Auch die Geburt Jesu geschah nicht in einem festen Haus, sondern unterwegs, in einem Stall.

Darum steht heute ein Zelt hier in der Kirche, und alle haben ein Blatt in die Hand bekommen, auf dem ein Zelt abgebildet ist. Pfarrerin Görich-Reinel, Vikar Klein und Pfarrer Schütz denken heute mit uns darüber nach, was das Symbol des Zeltes für uns in unseren drei Gemeinden bedeuten könnte.

Wir singen das Lied 45 von dem König, der in Bethlehem geboren wurde:

1. Herbei, o ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

2. Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß, Gott, wahrer Gott von Ewigkeit geboren. O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

3. Kommt, singet dem Herren, singt, ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen: »Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!« O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!

Helmut Schütz:
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir lesen den Psalm 27 (im Gesangbuch Nr. 714). Gemeinsam lesen wir Männer die linksbündigen Verse und die Frauen lesen bitte die nach rechts einrückten Verse:

1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?

4 Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten.

5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen.

7 Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!

8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: „Ihr sollt mein Antlitz suchen.“ Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.

9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlaß mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!

10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf.

13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.

14 Harre des Herrn! Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
Alexander Klein:

Gott, du willst uns bergen, wie im Schutz eines Zeltes.

Wir aber suchen oft nach Wegen, wie wir auch ohne dich für uns und unser Leben sorgen können.

Du schenkst uns Menschen an unsere Seite, doch wir gehen oft unbarmherzig und kalt mit ihnen um.

Du möchtest die Türen unserer Kirchen öffnen, wir aber halten sie oft geschlossen und bringen das Schild „Geschlossene Gesellschaft“ an.

Herr, wir bitten:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Gott ist’s, der in euch beides wirkt, das Wollen und das Vollbringen, zu seinem Wohlgefallen (Philipper 2, 13).

Darum: Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Unser Leben bleibt zurück, Gott, hinter den großen Worten von Weihnachten, hinter dem Glanz dieses Festes. Wir möchten etwas mitnehmen in den Alltag. Schenke uns in diesem Gottesdienst ganz neu Herzen, die sich dir anvertrauen, die sich auf andere Menschen einlassen können und in denen sich der Wunsch regt, die Türen unserer Kirchen weit aufzumachen.

Das bitten wir im Namen deines Sohnes Jesu Christi. „Amen.“
Lied 35, 1+4:

1. Nun singet und seid froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippen bloß und leucht‘ doch wie die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O.

4. Wo ist der Freuden Ort? Nirgends mehr denn dort, da die Engel singen mit den Heilgen all und die Psalmen klingen im hen Himmelssaal. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da!

Barbara Görich-Reinel: „Mache den Raum deines Zeltes weit“ (Jesaja 54, 2)
Der Altarraum der Pauluskirche mit einem Zelt gegenüber vom Weihnachtsbaum

Das Zelt unter dem Weihnachtsstern im Altarraum der Pauluskirche

Gott schenke uns ein Wort für unser Herz und ein Herz für sein Wort.

Liebe Gemeinde, was sehen wir hier? Ein Zelt – ähnlich dem auf Ihrem Blatt. Für diesen Gottesdienst haben Herr Vikar Klein, Herr Pfarrer Schütz und ich das Symbol des Zeltes ausgewählt. Ein Zelt steht für das wandernde Gottesvolk. Und unterwegs sind wir zwischen den Jahren, besuchen andere, empfangen Besuch, verreisen. Das wandernde Gottesvolk schlägt seine Zelte überall auf. Denn so ein Zelt macht mobil. Mit ihm lässt es sich schnell auf- und abbrechen. Ein Zelt ist praktisch für bewegliche Menschen oder solche, die sich nicht festlegen lassen.

Ich gebe zu, in biblischen Zeiten kannte man nur das Zelt, heute wählt man eher den Wohnwagen oder das Wohnmobil. Das Dach über dem Kopf soll für bestimmte Bedürfnisse und Zwecke flexibel sein und dennoch Schutz vor Nässe und Kälte bieten. Früher entsprach das Nomadentum wirtschaftlichen Bedürfnissen, heute sind Camper Freizeitmenschen, die von Individualität und Unabhängigkeit geprägt sind. Die Geschäftsleute unserer Tage dagegen pflegen als reisende Manager und Vertreter in Hotels unterzukommen, andere wohnen auf Baustellen in Bauwagen oder Containern. Auch sie gehören zum wandernden Gottesvolk.

Zurück zum Zelt. Im Bild, das Sie in der Hand halten, sind drei Abteilungen eines Zeltes erkennbar. Man könnte darin unsere 3 Gemeinden sehen: Paulus links, Thomas in der Mitte, Michael rechts! Sie alle drei verfügen über unterschiedliche Gotteshäuser: Paulus hat diese Kirche, hallig, sakral, die beschwerlichen Stufen lassen an Buße denken. Thomas besitzt ein Gemeindezentrum, der Flachbau soll verschiedene Gruppen beherbergen und sie zu einer Gemeinschaft zusammenführen. Michael ist stolz auf sein traditionsreiches Kirchlein, das alt und ehrwürdig, anheimelnd, aber auch düster und streng wirken kann. An evangelischen Gotteshäusern ist im Gießener Norden alles vertreten. Und wir Menschen suchen darin Heimat und Schutz, Trost und Zuspruch. Wir feiern in unseren Kirchen Gottes Nähe und erhalten neue Anstöße für unser Leben.

Heute sind wir unter einem Dach versammelt, sind gewandert und gefahren, haben unseren Raum im Sinne Jesajas erweitert (Jesaja 54, 2 – Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 by Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart):

Mach den Raum deines Zeltes weit! Spann deine Zelttücher aus, ohne zu sparen. Mach die Stricke lang und Pflöcke fest.

Die Zelttücher und Decken sind von Wieseck bis hier her gespannt, weit und großzügig, auf Wachstum eingestellt. Mit Jesaja haben wir die Stricke lang und die Pflöcke fest gemacht. So bekommt unser gemeinsames Gebilde Haltbarkeit und Stabilität. Mit langen Seilen halten wir uns gegenseitig, und sichern gleichzeitig unseren eigenen Stand. Zusammen bleiben wir flexibel und beweglich als das wandernde Gottesvolk unter einem Zelt.

Musik
Helmut Schütz: Sara horchte „hinter der Tür des Zeltes“ (1. Mose – Genesis 18, 10)

Liebe Gemeinde, in einem Zelt lebt man unter besonderen Bedingungen. Im Frankfurter Bibel-Erlebnismuseum ist ein komplettes Nomadenzelt aufgebaut, aus der Zeit, als das Volk Israel noch nicht in festen Städten lebte, sondern mit Schafen und Ziegen von Weideplatz zu Weideplatz zog.

So ein Zelt war gar nicht mal so klein, und es ließ sich durch Zeltbahnen unterteilen. Der Wohnplatz für die Frauen und Kinder war von dem Bereich für die Männer und älteren Jungen abgetrennt, so dass jeder auf engstem Raum sich doch ein Stück Privatsphäre bewahren konnte. Allerdings kann man sich denken, dass es auch Probleme mit sich bringt, wenn man so dicht beieinanderhockt.

Eine Geschichte im 1. Buch Mose – Genesis 18 illustriert das Leben im Zelt sehr schön; sie handelt davon, wie Gott dem Abraham in der Gestalt von drei Fremden begegnet. Abraham sitzt am Eingang seines Zeltes und hält Siesta, es ist die heißeste Zeit des Tages. Da kommen drei Männer, und Abraham behandelt sie als Gastfreunde, wie es üblich und ratsam war: Sie bekommen Wasser zum Waschen der staubigen Füße, sie dürfen im Schatten eines Baumes Platz nehmen und werden bewirtet mit Brot und Butter, Milch und Kalbfleisch, mit dem, was Frau Sara backt und ein Diener kocht. Dann nimmt das Gespräch eine besondere Wendung.

9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt.

10 Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes.

Zeltplanen sind dünn. Wer lauschen will, kriegt alles mit, auch was nicht für seine Ohren bestimmt ist. Die Regel, die wir als Hausbewohner kennen: „Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand“, musste im Zelt erst recht gelten. Aber daran hält sich Sara nicht. So hört sie, die längst zu alt zum Kinderkriegen ist, die unglaubliche Neuigkeit.

12 Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch der Liebe pflegen, und mein Herr ist auch alt!

Die Zeltwand ist dünn. Dass Sara sich über die Ankündigung der Geburt ihres Kindes lustig macht, kriegen auch die Männer mit. Jetzt ist es mit der Heimlichkeit zu Ende – die Zeltbahn an der Tür wird zurückgeschlagen, und Sara muss sich der Frage stellen: „Warum hast du so wenig Gottvertrauen?“

Am Ende geht die Geschichte gut aus: Ein Jahr später hat Sara noch einmal Grund zum Lachen. Diesmal nicht aus Spottlust, sondern vor Freude. Entgegen ihren Erwartungen wird sie tatsächlich schwanger und bringt den Sohn Isaak zur Welt, ohne den die Geschichte des Volkes Israel gar nicht erst richtig begonnen hätte.

Die Wände eines Zeltes sind dünn. Selbst Wände von Häusern sind manchmal nicht dick genug, um Geheimnisse zu bewahren. Man interessiert sich füreinander, nicht immer aus guten Motiven. Gern redet man übereinander, vielleicht um so lieber, je mehr sich ein Mensch in seinen vier Wänden verkriecht. Was der wohl zu verbergen hat? Die dünne Zeltplane, sie ist auch ein Gleichnis für unsere dünne Haut. Manchmal rückt uns unsere Umwelt so dicht auf die Pelle, dass wir uns ein dickeres Fell wünschen, um nicht verletzt zu werden.

Wie gehen wir in der Kirche mit diesem Problem um, dass wir uns manchmal mehr Abstand voneinander wünschen, manchmal aber auch mehr Nähe zueinander? In einer Kirchengemeinde könnten wir Vorbild darin sein, keine Gerüchteküchen in Gang zu halten, die aufschnappen und in Umlauf bringen, was hinter dünnen Zeltwänden verborgen bleiben sollte. Zugleich könnte unter uns der Mut wachsen, hier und da einmal die Zeltplane zurückzuschlagen und das persönliche Gespräch zu suchen, gerade auch, um Spannungen und Meinungsverschiedenheiten zu bewältigen.

Das Zelt auf unserem Blatt hat drei voneinander getrennte Abteilungen, vielleicht auch ein Symbol für die Nachbarschaft der drei Gießener Nordgemeinden. Obwohl wir nur durch jeweils die Breite einer Straße getrennt sind, die Marburger und die Ludwig-Richter-Straße, erscheint uns doch die andere Gemeinde oft so fremd wie eine andere Welt, nur weil man mehr übereinander hört als miteinander redet. Unsere Gottesdienste zwischen den Jahren sind ein guter Anfang, um öfter einmal unser eigenes Zelt zu öffnen oder zu verlassen und gastfreundlich zueinander zu finden.

Musik
Alexander Klein: „Er birgt mich im Schutz seines Zeltes“ (Psalm 27, 5)

Liebe Gemeinde, das Bild auf unserem Zettel hat mich an einen Satz aus dem 27. Psalm erinnert. Dort greift der Psalmbeter das Bild des Zeltes auf, um von einer Erfahrung aus seinem Leben zu erzählen, die nicht leicht für ihn war.

Er war jemand, der von anderen Menschen klein gemacht, in die Enge getrieben, ja, sogar verfolgt wurde. Menschen wollten ihm an den Kragen! Und das alles, weil falsche Gerüchte in die Welt gesetzt wurden. Der einzige Ort, an den er nun noch flüchten konnte, war der Tempel in Jerusalem. Dort suchte er Asyl. Dort war er sicher. Dorthin konnten seine Verfolger nicht kommen.

Hier konnte er erstmal Luft holen, verschnaufen, seine Gedanken wieder ordnen und sein Leben neu betrachten. Abseits und im Schutz der heiligen Gemäuer! Wie gut muss das getan haben in einer Situation, wo sein Leben voller Stress, Unruhe und Angst war.

Hier und jetzt kann er sagen (Psalm 27, 59:

Er [Gott] birgt mich im Schutz seines Zeltes.

Er greift dieses Bild auf, weil er in der Tradition seines Volkes Israel lebt. Nach der Flucht aus Ägypten wohnte Gott für die Israeliten in einem Zelt. Dann, nachdem sie im verheißenen Land sesshaft wurden, wurde der Tempel zum Wohnort Gottes.

Darum kann der Psalmbeter jetzt, im Schutz des Tempels, sagen: Gott wird mich am Ort seiner Gegenwart „schirmen“ und „schützen“ – „er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes“ (Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 by Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart).

Diese Erfahrung möchte er anderen Menschen weitersagen: Bei Gott finde ich Schutz, wenn mir das Leben hart zusetzt!

Unsere Kirchen und Gemeindezentren können so etwas wie Schutzräume sein, wenn es in unserem Leben drunter und drüber geht. Da, wo ich den Eindruck habe, dass mir alles zuviel wird, dass ich mit meiner Angst, Unruhe und meinem Stress überfordert bin, da können diese Gebäude Oasen der Ruhe und Geborgenheit sein. Können sie wie ein Zelt sein, dass Schutz bietet vor Regen und rauhem Wind. Nicht die Gebäude an sich, sondern die Gegenwart Gottes in diesen Gebäuden, in denen Gottesdienst gefeiert wird, in denen Menschen einander begegnen und unterstützen, in denen wir gemeinsam versuchen nachzubuchstabieren, welchen Weg Gott mit uns Menschen gegangen ist und immer noch geht.

Die Erfahrung des Schutzes Gottes, der seine Hand wie ein Zelt über einen hält, diese Erfahrung hat der Psalmbeter mit in sein Leben genommen. Auf den Weg hinaus aus dem Tempel. Zurück auf die Straßen und Plätze. Zurück in den Alltag mit seinen schönen uns schweren Seiten, zurück in die Nachbarschaft, die Geschäfte, Vereine und Familie.

Gottes Gegenwart bleibt nicht auf Kirchengebäude begrenzt. Zum Glück! Gott hat vielmehr verheißen, bei uns zu sein, egal wohin unsere Schritte uns leiten. Auch in ein neues Jahr mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten. Amen.

Lied 171, 1-3: Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott
Barbara Görich-Reinel – Fürbittengebet:

Gott, wir brauchen in unserem Leben ein Zuhause. Deshalb bitten wir für Menschen bei uns und in anderen Ländern, die auf der Flucht sind und ein Zuhause suchen, für alle Fremden unter uns, dass wir miteinander mehr für Integration tun; für alle Menschen, die nicht zu Hause sein können, weil sie krank oder pflegebedürftig sind, dass unsere Krankenhäuser und Heime für sie zu Herbergen werden, wo sie sich geborgen fühlen; für alle Menschen, die Angst haben müssen um ihre eigene Wohnung, weil Armut uns soziales Elend bei uns wieder um sich greift, für alle Menschen, die sich schwer tun mit ihrer eigenen Familie, mit ihrer Nachbarschaft.

Gott wir erinnern uns an die Verheißung, die du unseren Müttern und Vätern gegeben hast: Du selbst baust uns eine Stadt, wo alle Lebensrecht haben. Du führst uns dorthin. Lass uns diese Stadt und Welt mit-gestalten, so dass sie Heimat aller Menschen, auch unserer Kinder werden und bleiben kann und vor dem selbstverschuldeten Untergang bewahrt wird; Gott wir halten fest an der Hoffnung auf dein Reich und vertrauen dir unsere Träume und Sehnsüchte in einer Stille an.

Stille – Vaterunser
Lied 395, 1 – 3: Vertraut den neuen Wegen
Barbara Görich-Reinel, Alexander Klein und Helmut Schütz: Abkündigungen:
Helmut Schütz: Segen

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.

Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schliessen und dich zu schützen.

Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.

Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.

Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.

Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.

Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.

So segne dich der gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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