Fromm sein – neu definiert!

„Fromm“ ist nicht der, der meint, ein besserer Christ zu sein. Und nicht nur der ist „fromm“, der nie an Gott zweifelt. „Fromm“ im Sinne Jesu ist, wer weiß, dass er auf Gottes Güte angewiesen bleibt. „Fromm“ sind wir, wenn wir offen sind für Gott, der uns oft fremd ist, und offen für unseren Nächsten, auch wenn er unbequem ist.

Blaue Fraktale, die wir eine Blume oder eine Spirale aussehen

Fromm zu sein ist keine eigene Leistung, sondern ein Gottesgeschenk (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am Sonntag Septuagesimä, 3. Februar 1985, in Heuchelheim und in Beienheim, am Sonntag Sexagesimä, 10. Februar 1985, in Weckesheim und Reichelsheim
Glockenläuten und Orgelvorspiel

Am Sonntag Septuagesimä, das bedeutet übersetzt 70 Tage vor Ostern, begrüße ich Sie herzlich in unserem Gottesdienst in der Reichelsheimer Kirche. Im Anschluss an diesen Gottesdienst findet hier in der Kirche eine Gemeindeversammlung zur Kirchenvorstandswahl statt, zu der Sie ebenfalls eingeladen sind.

Nun beginnen wir unser Singen und Beten, unser Hören und Nachdenken mit einem Loblied für Gott:
Lied EKG 230, 1-3 und 13-15 (EG 324):

1. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst.

2. Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt.

3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd?

13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut.

14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und lässt dich nicht.

15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Anlitz leuchten, dass man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. (Psalm 67, 2-3)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

[Gott] lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Matthäus 5, 45)

Sein Segen gilt allen. Doch oft schreien wir nach Gerechtigkeit und meinen unseren Vorteil. Von Güte wollen wir nichts wissen, nur Leistung soll zählen. Und doch wissen wir: das Beste im Leben lässt sich nicht erzwingen. Das ist ärgerlich und tröstlich zugleich. Zu dir und zu uns selbst wollen wir kommen, guter Gott. Versuchen möchten wir, unsere Bestimmung zu finden, und dem Leben die Bestimmung zu geben, die ihm zukommt. Lass uns erkennen, wer uns in Christus gegeben ist, in Jesus Christus, unserem Herrn.

Wir hören die Schriftlesung aus dem Prophetenbuch des Jeremia 9, 22-23:

22 So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums.

23 Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja. Halleluja. Halleluja!“

Lied EKG 385, 1-3 (EG 494):

1. In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret; mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen.

2. Gott ist’s, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen; er gibt uns Segen, Mut und Kraft und lässt das Werk gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muss der Zug gesegnet sein, dass wir die Fülle haben.

3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht’ und bleibt auf seinen Wegen, der wird von ihm gar reich gemacht durch seinen milden Segen. Da wird der Fromme froh und satt, dass er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben.

Gnade und Friede sei mit uns allen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

Wir hören den Text zur Predigt aus dem Evangelium nach Matthäus 20, 1-16a (GNB). Jesus erzählte ein Gleichnis:

Wenn Gott sein Werk vollendet, wird es sein wie bei einem Weinbergbesitzer, der früh am Morgen einige Leute für die Arbeit in seinem Weinberg anstellte. Er einigte sich mit ihnen auf den üblichen Tageslohn von einem Silberstück, dann schickte er sie in den Weinberg. Um neun Uhr ging er wieder auf den Marktplatz und sah dort noch ein paar Männer arbeitslos herumstehen. Er sagte auch zu ihnen: Ihr könnt in meinem Weinberg arbeiten, ich will euch angemessen bezahlen. Und sie gingen hin. Genauso machte er es mittags und gegen drei Uhr. Selbst als er um fünf Uhr das letzte Mal zum Marktplatz ging, fand er noch einige herumstehen und sagte zu ihnen: Warum tut ihr den ganzen Tag nichts? Sie antworteten: Weil uns niemand eingestellt hat. Da sagte er: Geht auch ihr noch hin und arbeitet in meinem Weinberg! Am Abend sagte der Besitzer des Weinberges zu seinem Verwalter: Ruf die Leute zusammen und zahl allen ihren Lohn. Fang bei denen an, die zuletzt gekommen sind, und höre bei den ersten auf! Die Männer, die erst um fünf Uhr angefangen hatten, traten vor, und jeder bekam ein Silberstück. Als nun die an der Reihe waren, die ganz früh angefangen hatten, dachten sie, sie würden entsprechend besser bezahlt, aber auch sie bekamen jeder ein Silberstück. Da schimpften sie über den Besitzer und sagten: Die anderen, die zuletzt gekommen sind, haben nur eine Stunde lang gearbeitet, und du behandelst sie genauso wie uns? Dabei haben wir den ganzen Tag in der Hitze geschuftet! Da sagte der Weinbergbesitzer zu einem von ihnen: Mein Lieber, ich tue dir kein Unrecht. Hatten wir uns nicht auf ein Silberstück geeinigt? Das hast du bekommen, und nun geh! Ich will nun einmal dem letzten hier genauso viel geben wie dir! Ist es nicht meine Sache, was ich mit meinem Eigentum mache? Oder bist du neidisch, weil ich großzügig bin? Jesus schloss: So werden die Letzten die Ersten sein, und die Ersten die Letzten.

Liebe Gemeinde!

Dieses Gleichnis Jesu zeichnet eine Szenerie, die klar und verständlich ist, dem Alltag entnommen. Berichtet wird von einem Arbeitsmarkt. Es gibt da einen Unternehmer, Arbeiter und Arbeitslose. Von Stundenlohn, von Arbeitsverträgen und Tarifauseinandersetzungen ist die Rede. Das alles ist uns mehr oder weniger vertraut und verständlich. Höchst unklar ist nun allerdings das Lohnverfahren. Verwundert hören wir, dass für ungleiche Arbeit gleicher Lohn gezahlt wird. Und da entsprechend der Einleitung der Weinbergbesitzer für Gott steht, entsteht die Frage: Handelt Gott nicht ungerecht, wenn er es macht wie der Weinbergbesitzer im Gleichnis: Er zahlt den Arbeitern, die den ganzen Tag gearbeitet haben, nicht einen Pfennig mehr als denen, die nur eine Stunde geschafft haben. Ist das nicht eine himmelschreiende Ungerechtigkeit?

Jesus weiß, wie es auf dem Arbeitsmarkt wirklich zugeht. Er hat schließlich Zimmermann gelernt und erst mit 30 Jahren als Wanderprediger angefangen. Nun will er den Leuten etwas über Gott sagen und benutzt dazu Beispiele aus dem Alltag, den alle kennen. Aber die Beispiele bleiben nicht einfach Alltagsgeschichten, sondern sie haben einen überraschenden, manchmal schockierenden Schluss. Wir müssen als Hörer feststellen: Wenn Gott so ist, wie Jesus ihn im Gleichnis darstellt, dann ist er ganz anders, als ihn sich viele vorstellen.

Gott will anscheinend gar nicht gerecht sein, so wie wir uns Gerechtigkeit vorstellen. Er will gütig sein auf eine Art, die immer wieder Menschen geärgert hat, von den Pharisäern angefangen bis hin zu vielen Menschen heute. Ärgern wir uns auch?

Womit habe ich das verdient? fragen viele Menschen, die unverschuldet großes Leid getroffen hat. Und manche fügen hinzu: Warum geht es denen so gut, die Unrecht tun? Das sind verständliche Fragen. Wir sehnen uns danach, Anerkennung zu bekommen für das, was wir getan haben. Und wir meinen: wenn es schon Unglück geben muss, dann soll es die treffen, die es verdient haben. Aber offensichtlich ist das nicht die Art, wie Gott den Menschen Lohn austeilt. Lohn ist bei Gott nicht eine gerechte Entlohnung für geleistete Dienste. Wir haben Gott gegenüber keinen Lohnanspruch anzumelden. Wir kommen nicht weiter mit den Fragen: Warum geht es anderen besser? Warum bleiben die Schlechten oft verschont?

Sondern: Lohn ist für Jesus etwas, das er jedem, der dafür offen ist, schenken will. Da wir bei dem Wort Lohn immer an Entlohnung denken, ist es in diesen Zusammenhang wirklich leicht misszuverstehen. Es geht hier darum, dass Gott gut zu uns ist, auch dann z. B., wenn wir selten an ihn denken. Er kümmert sich um uns, auch wenn wir uns nicht um ihn kümmern.

Wenn wir Unterschiede aufrichten zwischen den sogenannten „Frommen“ und den sogenannten „Kirchenfernen“, dann fangen wir an zu unterscheiden und zu urteilen und uns zu rechtfertigen, und das bringt überhaupt nichts. Es geht nicht darum, wer ein besserer Christ ist oder wer gerade noch als Christ anzuerkennen ist, sondern es geht darum, darauf zu vertrauen: Gott ist gut zu uns. Zu jedem von uns. Allein darauf kommt es an.

Wenn ich ein Mensch bin, dem die Kirche seit eh und ja wichtig ist, bleibe ich trotzdem mein Leben lang auf Gottes Güte angewiesen und kann mir nichts auf meine Frömmigkeit einbilden. Wenn mir Gott erst im Lauf meines Lebens wichtig geworden ist, kann ich vielleicht andere Leute besonders gut verstehen, die noch nicht so weit sind. Und wem Gott im Lauf seines Lebens fremd geworden ist, den lade ich ein zu fragen: Habe ich mir Gott vielleicht nur falsch vorgestellt? Habe ich versäumt, meinen Kinderglauben in einen reifen Erwachsenenglauben umzuwandeln? Mache ich es mir zu einfach, wenn ich sage: Ich hin halt kein Kirchgänger, und dabei soll‛s bleiben?

Es ist kein Zufall, dass ich heute, am Tage unserer Gemeindeversammlung zur Kirchenvorstandswahl, gerade über diesen Text predige. Denn bei dieser Wahl geht es ja auch darum, Arbeiter zusammenzurufen, so wie es der Weinbergbesitzer mit seinen Tagelöhnern tut. Verantwortliche Mitarbeiter sollen es sein, die für sechs Jahre die Gemeinde gemeinsam mit dem Pfarrer leiten und prägen.

Wenn wir Jesus ernst nehmen, geht es bei dieser Wahl aber nun nicht um die gleichen Dinge wie bei einer politischen Wahl. Es geht nicht darum: wer hat das bessere Programm? Es geht nicht um Kampfabstimmungen. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage. Es geht nicht um eine Abstimmung darüber, ob jemand viel oder wenig an religiösen Leistungen erbracht hat.

Nein, es soll darum gehen, dass aus allen Teilen und Gruppen der Gemeinde heraus Leute im Kirchenvorstand vertreten sind: die bewährten Kräfte oder auch neu aufgestellte Leute; solche, die Vertrautes bewahren wollen, und auch solche, die neue Ideen bringen; Alte und Junge, Männer und Frauen, regelmäßige Kirchgänger und Menschen, die eine andere Art der Verbindung zur Kirche haben, Ortskernbewohner und Neubürger.

Und da jeder von uns wahrscheinlich darüber verschieden denkt, wem das Kirchenvorsteheramt am ehesten zuzutrauen ist, sollten wir alle zur Wahl gehen und gemeinsam eine Entscheidung treffen, wer in den nächsten sechs Jahren zum Kirchenvorstand gehören soll.

In jedem Fall wird unser Kirchenvorstand neu; auch wenn die gleichen Leute wiedergewählt werden: weil es in jedem Jahr neu darum geht, aufeinander zu hören, und sich miteinander zu fragen: was bedeutet es heute in unserer Gemeinde, Christ zu sein? welche Aufgaben haben wir heute? Was können wir gemeinsam tun? Was kann jeder einzelne in besonderer Weise tun? Was könnte es für uns heute bedeuten, „fromm“ zu sein?

„Fromm“ ist ja nicht der, der meint, ein besserer Christ zu sein als ein anderer. Und umgekehrt: nicht nur der ist „fromm“, der jeden Sonntag zur Kirche geht, der die ganze Bibel wortwörtlich für wahr hält, der nie an Gott zweifelt.

„Fromm“ im Sinne Jesu ist einer, der weiß, dass er auf Gottes Güte angewiesen bleibt.

„Fromm“ sind wir, wenn wir offen sind für Gott, der uns oft so fremd ist, und wenn wir offen sind für unseren Nächsten, auch wenn er uns unbequem ist. Diese Offenheit zu lernen, ist eine Lebensaufgabe.

Gottesdienst und Predigt kann dazu immer wieder einmal eine Hilfe sein. Denn man kann nicht alles auf einmal sagen. Aber manches kann man auch nicht oft genug wiederholen. Für heute können wir uns das Wort mit nach Hause nehmen: Gott will uns nicht fein abgestuft gerecht behandeln. Er will zu uns allen in gleicher Weise gut sein; er hat uns lieb und traut uns viel zu. Darüber können wir uns nun, wie wir wollen, trösten oder ärgern. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 198, 1-3 (EG 303):

1. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in’ Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja.

2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja.

3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht lässt trennen und hofft getrost auf Jesus Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja.

Gebet mit Fürbitten:

„Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich.“ Mit diesem Vers körnen wir gemeinsam zu Gott rufen nach jeder Fürbitte, wenn ich beginne: Lasst uns gemeinsam zu Gott beten.

Wir danken dir für alle Güte, die uns begegnet, für jeden neuen Tag, den wir erleben, für Brot und Wasser, von dem wir leben, für jedes gute Wort, das uns stärkt, für Freundlichkeit, die uns gelingt, für Freude, die in uns lebt. Lasst uns gemeinsam zu Gott beten: „Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich.“

Im Dank verblassen die Sorgen, die auch da sind. Wir werden empfänglich für deine Güte im Alltag: ausgelassene Kinder, ungezwungene Jugendliche, verliebte Paare, verantwortungsbewusste Erwachsene, lebenserfahrene alte Menschen, sie alle können uns dankbar stimmen. Deshalb lasst uns gemeinsam zu Gott beten: „Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich.“

Wir bitten, Gott, dass der Blick für deine Güte nicht so schnell verschüttet oder durch Neid verstellt wird. Wir wünschen uns, dass wir uns nicht von unseren Ansprüchen und Unzufriedenheiten bestimmen lassen, sondern die Freiheit zur Gute ergreifen. Wir möchten, dass sich für Kranke und Traurige der Himmel immer wieder aufhellt und dass Belastete und von Sorgen Geplagte empfindsamer werden für die guten Augenblicke ihres Lebens. Was an uns liegt, wollen wir zu tun versuchen, und zugleich lasst uns gemeinsam zu Gott beten: „Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich.“

Wir beklagen immer wieder, Herr, dass in unserer Gemeinde nur so wenige Christen wirklich ernst machen mit ihrem Glauben. Wir sind leicht in der Versuchung, dabei die anderen nicht ernstzunehmen, die nicht so sind wie wir. Vergib uns, Gott, dass wir schlecht über die reden, die selten oder nie zur Kirche kommen – denn wir wissen nicht, ob nicht gerade wir ihnen ein schlechtes Beispiel gegeben haben. Vergib uns auch, wenn wir zu denen gehören, die über die Kirchgänger schimpfen, die auch nicht besser seien als andere Menschen, und lass uns erkennen, was du mit uns vorhast und uns zutraust. Du befreist uns von Vorurteilen und schenkst uns Vergebung. So lasst uns gemeinsam zu Gott beten: „Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich.“

Dank sei dir, Gott, dass du uns auch in unserer Gemeinde immer wieder weiterhilfst. Wir danken dir, dass wir Menschen gefunden haben, die auch in den kommenden sechs Jahren im Kirchenvorstand für die Gemeinde Verantwortung übernehmen wollen. Ich persönlich bin besonders dankbar für viele gute Gespräche bei der Suche nach Kandidaten. Ich bin froh, dass niemand sich unter Druck gesetzt fühlen musste und dass jeder aus freiem Ermessen Ja oder Nein zu dieser Aufgabe gesagt hat. Ich bin dankbar, dass auch manche Sorge und manche Not zur Sprache kam, über die sonst vielleicht nicht gesprochen worden wäre. Lasst uns gemeinsam zu Gott beten: „Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich.“

Begleite uns, Gott, bei den weiteren Vorbereitungen zur Kirchenvorstandswahl. Hilf uns, dass wir verantwortliche Entscheidungen treffen. Und ganz gleich, wie die Wahl ausgeht und wer in den Vorstand gewählt werden wird: mach uns bewusst, dass wir alle einen Teil der Verantwortung für die Arbeit in der Kirche Jesu Christi tragen können, jeder an einem anderen Platz, jeder nach seinen Möglichkeiten und nach seinen Kräften. Lasst uns gemeinsam zu Gott beten: „Wir danken dir, Herr, denn du bist freundlich und deine Güte währet ewiglich.“

Ja, wir danken dir, Herr, denn du gibst uns Kraft zum Beten und zum Tun. Amen.

Alles, was uns in dieser Stunde bewegt, können wir einschließen in das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser
Lied EKG 122 (EG 421):

Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine.

Abkündigungen

Wir bitten Gott um seinen Segen. Der Herr segne Euch und er behüte Euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über Euch und sei Euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf Euch und gebe Euch Frieden. „Amen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.