„Streut mir Rosenblätter aufs Grab!“

Trauerfeier für eine Frau, die nicht wollte, dass man bei ihrer Beerdigung Erde ins Grab wirft. Sie bestimmte ausdrücklich: „Streut mir Rosenblätter aufs Grab!“

"Streut mir Rosenblätter aufs Grab!" Rosenblätter in einem Gefäß, um sie auf ein Grab zu streuen

Rosenblätter als Symbol des blühenden Lebens und der Liebe (Bild: Teecetera – pixabay.com)

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Liebe Trauergemeinde, wir sind hier versammelt, weil Frau O. im Alter von [über 50] Jahren gestorben ist. Wir erweisen ihr die letzte Ehre, indem wir eine kurze Trauerfeier halten, um Abschied von ihr zu nehmen, und sie zu ihrer letzten Ruhestätte hier auf Erden geleiten.

Wir beten mit Psalm 103 (Verse 17-18 in eigener Übertragung):

2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

3 der dir alle deine Sünde vergibt und heilt alle deine Gebrechen,

4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

14 Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.

15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde;

16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nicht mehr da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.

17 Aber die Liebe Gottes bleibt für immer bei denen,

18 die seine Liebe annehmen und weitergeben.

Liebe Trauergemeinde,

wenn wir heute von Frau O. Abschied nehmen, dann wollen wir nicht ihr ganzes Leben nacherzählen. Es war kein leichtes Leben, schon von Kindheit an, aber es gab immer wieder auch Dinge, die ihr Freude machten und an die sie sich selber gerne erinnerte.

Erinnerungen an das Leben der Verstorbenen

Dass sie nun gestorben ist, ist traurig. Aber vielleicht ist ihr auch viel erspart geblieben. Lange leiden musste sie nicht.

Was sich Frau O. für ihre Beerdigung gewünscht hat, hat mich beeindruckt und mir zu denken gegeben. Sie wollte nicht, dass man bei der Trauerfeier Erde auf ihren Sarg wirft, sondern Rosenblätter streut. Diesen Wunsch werde ich respektieren. Dabei denke ich an den Bibelvers, den wir gehört haben (Psalm 103, 15):

Ein Mensch … blüht wie eine Blume auf dem Felde.

Sicher sind wir von Erde genommen, unser Körper ist aus Material von der Erde und kehrt zur Erde zurück, wenn wir sterben. Aber in der Zwischenzeit blühen wir. Wir Menschen sind wie Blumen mit zarten Blütenblättern, die mit ihrem Duft und ihrer Schönheit Freude verbreiten können. Wir sind sehr verletzbar und manchmal können wir – wie die Rose mit ihren Dornen – auch andere verletzen. Aber am Wichtigsten ist: diese besondere Blume, die Rose, erinnert uns an die Liebe.

Vielleicht kann man sagen: Was für die Rose ihr Duft, ist für uns Menschen die Liebe. Die Rose tut nichts weiter dafür, sie duftet einfach, sie erfreut Menschen mit ihrer Schönheit. Wenn wir Menschen spüren, dass einer uns liebt, oder wenn wir einen anderen Menschen lieben, ist es ganz ähnlich: Das ist dann einfach so, das kommt von innen, das machen wir nicht bewusst. Wir nehmen einander an, so wie wir sind.

Diese Liebe macht unser Leben kostbar. Die Bibel sagt, dass die Liebe von Gott kommt. Und wenn wir sterben, dann kehren wir zu dieser Liebe zurück. Alles, was wir an Liebe in unserem Leben bekommen und verschenken, das geht nicht verloren. Dafür kann es ein schönes Zeichen sein, wenn wir gleich beim Abschied von Frau O. Rosen auf ihr Grab streuen. Amen.

Du, Gott der Liebe, wir bitten dich: nimm Frau O. in deine ewige Liebe auf und schenke ihr Ruhe und Frieden.

Du, Gott der Liebe, lass uns nicht vergessen, was du uns Gutes getan hast. Wir sind dankbar für alles, was Frau O. an Liebe empfangen und geben konnte. Wir vertrauen dir auch an, was belastend und bedrückend war und ist. Begleite uns in unserer Trauer und gib uns die Kraft, die wir brauchen. Amen.

Nachdem Frau O. im Alter von [über 50] Jahren gestorben ist, sind wir gemeinsam hier, sie zu begraben. Wir vertrauen sie der Liebe Gottes an und legen ihren Leib in Gottes Erde:

Wie eine Blume blühen wir,
wie eine Blume welken wir,
aber die Liebe bleibt ewig.

Wir sind Staub, von Erde genommen, und kehren zurück zur Erde, aus der unser Leib gemacht ist. Aber in der Hoffnung sind wir bei Gott, der uns für immer aufbewahrt in seiner Liebe.

Vater unser und Segen

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