Keine Macht den Sorgen!

Die Konfirmandinnen achten schon darauf, dass ihre Kleidung gut aussieht. Aber wichtiger finden sie es, ob man sich auf die Freundin verlassen kann und ob der Freund treu bleibt. So etwas meint Jesus mit dem Reich Gottes. Das ist da, wo Menschen innen reich sind, wo sie Liebe spüren, wo sie sich wichtig fühlen, ohne sich wichtig machen zu müssen.

Das Schild "Keine Macht den Drogen" abgewandelt zu "Keine Macht den Sorgen"

In Abwandlung eines bekannten Slogans wählte das „Team halb 6“ den Titel für den Gottesdienst

Gottesdienst um halb 6 in Paulus am 15. Sonntag nach Trinitatis, den 28. September 2003, um 17.30 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Abend, liebe Gemeinde!

Nach einer Sommerpause begrüßt Sie das „Team halb 6“ herzlich zu einem weiteren Gottesdienst um halb 6 in Paulus.

Wir tun dies mit dem Wort zur Woche aus dem Brief 1. Petrus 5, 7:

„Alle eure Sorge werft auf [Gott], denn er sorgt für euch.“

Das Thema des Gottesdienstes haben wir uns von Jesus in der Bergpredigt vorgeben lassen; es lautet: „Keine Macht den Sorgen!“

Wir beginnen mit dem Lied 369 und singen daraus die Strophen 1, 2 und 7:

1. Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.

7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Was helfen uns die schweren Sorgen? In diesem Gottesdienst stellen wir die Sorgen und das Sorgen in Frage. Wir werden über Sorgen nachdenken, die wir uns machen, wir gehen auf Gedanken ein, die sich unsere Konfirmanden zum Thema gemacht haben, wir hören Jesu Erlaubnis: Macht euch keine Sorgen!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Keine Macht den Sorgen – aber sie sind doch da! Schaff ich den Schulabschluss, krieg ich die Lehrstelle, behalte ich meinen Job? Reicht das Geld, um die Schulden zu bezahlen? Das sind alltägliche Fragen x-beliebiger Zeitgenossen. Überstehe ich die Chemo, werde ich Weihnachten noch erleben? – so fragt ein Krebskranker. Hinzu kommen die vielen kleinen Sorgen, die uns zermürben. Ein Termin jagt den andern, kleine Fehler schleichen sich ein, man weiß nicht, wo einem der Kopf steht, es allen recht zu machen ist unmöglich. Gott, ich bin urlaubsreif! Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich. „Herr, erbarme dich, erbarme dich. Herr, erbarme dich, Herr, erbarme dich.“

Und doch – was helfen uns die schweren Sorgen? Psalm 131 lädt uns ein zum kindlichen Vertrauen:

1 HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind.

2 Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.

3 Israel, hoffe auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Wo finden wir Gelassenheit? Wie können wir unsere Sorgen loslassen? Sind wir zu stolz, wollen wir cool erscheinen, wo wir eigentlich Hilfe brauchen? Gott, setz uns den Kopf zurecht, gib uns klare Gedanken, dass wir auf das hören, was du unserem Herzen sagst. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören im Text zur heutigen Predigt, was Jesus in der Bergpredigt über die Sorgen und das Sorgen sagt. Er steht im Evangelium nach Matthäus 6, 25-34:

25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja.“

Wir glauben – und haben Zweifel. Wir vertrauen auf Gott – und sind in Sorgen verstrickt. Wenn wir unseren Glauben bekennen, dann dürfen wir dieses Bekenntnis als Bitte verstehen, dass Gott unser Vertrauen zu ihm stärkt. So sprechen wir gemeinsam die Worte des Apostolischen Glaubensbekenntnisses:

Glaubensbekenntnis

Wir singen das Lied 366:

1. Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat,

2. so ist dies unser Trost allein, dass wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not,

3. und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung,

4. die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist.

5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr.

6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei,

7. auf dass von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde! Wir haben gehört, was Jesus sagt: „Macht euch keine Sorgen!“

Wie meint er das? Geht er ironisch mit den Sorgen der Menschen um, wie es 1987 Jürgen von der Lippe tat, als er den Song schrieb: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!“ So locker kann man wohl nur mit kleinen Alltagssorgen umgehen – aber was ist, wenn das Leben wirklich zur Plage wird? Auch den Ratschlag des Volksliedes will Jesus uns wohl nicht ans Herz legen: „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein!“ Spül sie weg, die Sorgen, betäube sie mit einer Droge, die sich jeder leisten kann – das versuchen zwar viele, aber die Sorgen werden dadurch nicht weniger, sondern um so größer.

Nein, es gibt echte Sorgen, es gibt große Sorgen, und Jesus weiß das. Jesus ist ja selber nicht reich. Diesen Satz: „Sorget nicht!“ sagt er als Wanderprediger – ohne feste Arbeit und Obdach – zu andern armen Leuten. Die echten Sorgen seiner Zuhörer waren auch seine eigenen echten Sorgen. Was sollen wir essen? Woher kriegen wir Kleidung? Wo sollen wir wohnen? In den Armenvierteln der Welt sind das bis heute echte Sorgen geblieben. Woher kriege ich das Schulgeld für die Kinder oder Geld für Medikamente? Wo gibt es sauberes Wasser? Diese Sorgen können Menschen zermürben, ihnen ihre Würde nehmen. Diesen Menschen sagt Jesus, als einer, der selber nicht viel hatte: „Lasst euch nicht fertig machen von der täglichen Sorge ums Überleben!“

Gibt es das auch bei uns? Ich habe die Konfirmanden gefragt, worum sie sich Sorgen machen. Nicht wirklich darum, ob sie genug zum Essen oder zum Anziehen haben. Höchstens darum, ob das Essen schmeckt oder ob die Lieblingskleidung zu teuer ist. Die Mädchen sorgen sich eher darum, ob sie zu viel essen.

Allerdings gab es auch in Deutschland massive Hungersnot, und das haben Menschen erlebt, die heute noch leben; vielleicht habt ihr Konfirmanden noch Urgroßeltern, die den Zweiten Weltkrieg bewusst miterlebt haben, die können euch erzählen, wie das war, als einem wirklich der Magen knurrte und man hamstern musste, um zu überleben. Viele sprechen zwar nicht gern über diese Zeit, weil sie denken, dass die jungen Leute das sowieso nicht verstehen. Aber dazu kommt es, glaube ich, nur, wenn man das Erzählen mit Vorwürfen verbindet: „Ihr habt ja keine Ahnung – ihr müsstet mal einen Krieg erleben, da würdet ihr nicht zurechtkommen!“ Natürlich haben wir Jüngeren keine Ahnung – ja, da sind wir 50-Jährigen genau so dran wie ihr 13- oder 14-Jährigen, denn der letzte Krieg in Deutschland ist Gott sei Dank schon fast 60 Jahre her. Um so interessanter und wichtiger kann es sein, sich erzählen zu lassen, wie es war.

Am spannendsten sind solche Geschichten, wenn man spürt: Das war so schrecklich, dass ich es nie, nie, nie erleben möchte – und doch hat dieser Mann, diese Frau nicht aufgegeben. Als ob sie Jesu Wort in ihr Leben übersetzt hätten: Sorgt nicht um euer Leben! Gott sorgt für euch.

Da erzählt eine Frau von ihrem Lebensweg, der aus Wolgadeutschland über Sibirien und Kasachstan am Ende hierher nach Deutschland führt. In der alten Heimat stehen die Soldaten mit der Maschinenpistole vor dem Haus, und es bleiben nur ein paar Stunden, um das Notwendigste zusammenzupacken, dann muss man das eigene Haus für immer verlassen, ab nach Sibirien.

Oder ein Mann erzählt aus der Kriegsgefangenschaft in Nordafrika. Stundenlang werden sie im Viehwaggon durch die Wüste Sahara gefahren, es gibt keinen Schluck Wasser. Die Zunge klebt am Gaumen, man kann nicht einmal sprechen. Endlich hält der Zug. Alles stürzt hinaus. Hier gibt es Wasser – in einem dreckigen Wasserloch mit einer ekelerregenden Brühe darin. Trotzdem trinken alle, weil sie sonst verdursten. Viele von ihnen leiden noch heute an den Folgen der Krankheit, die sie sich dort geholt haben, zerfressene Organe, angewiesen auf teure Medikamente.

Was mich erstaunt: Wer so erzählt, jammert und klagt nur wenig. Häufig ist er sogar sehr dankbar. Macht euch keine Sorgen? Gott sorgt für euch? Ja, Gott hat mich überleben lassen. Ich habe mich nicht kleinkriegen lassen. So reden alte Menschen, die ihr Leben noch heute gern leben.

Ausgerechnet Leuten, die wirklich Sorgen haben, gibt Jesus den Zuspruch: „Sorgt nicht um euer Leben!“ Warum nicht? Darum: Dein Leben und du selbst sind mehr als die entwürdigende Sorge um Brot für deine Kinder, um sauberes Wasser oder was zum Anziehen. Lass dich nicht klein machen von der Sorge ums Überleben. Gott weiß, was du brauchst. In Gottes Augen bist du unendlich viel wert. Selbst wenn du sterben musst, er nimmt dich am Ende mit Ehren an.

Hier unterbreche ich heute die Predigt, und wir singen aus dem Lied 346 die Strophen 1, 3 und 4:

1. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

3. Ach sucht doch den, lasst alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; lass mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben.

Liebe Gemeinde, wenn Jesus die Macht hat, alle Feinde zu überwinden, dann gehören zu diesen Feinden auf jeden Fall auch die echten Sorgen, die es überall auf der Welt gibt. Bisher ging es um echte Sorgen von Menschen weit weg von uns. Zeitlich weit weg: im Krieg, zur Zeit der Vertreibung, des Hungers in der Nachkriegszeit. Oder räumlich weit weg: in den Elendsvierteln der Erde, bei den Menschen auf der Flucht. Wie nahe uns allerdings in der Zeit der Globalisierung sogar die Sorgen weit entfernt lebender Menschen auf den Leib rücken können, hat eine Frau aus dem „Team halb 6“ im Thailandurlaub erfahren. Sie konnte nicht übersehen, wie furchtbar dort die Mädchen ausgebeutet und missbraucht werden, schon ganz kleine. Und solches Elend ist ja nicht nur weit weg. Zum Kinderpornonetzwerk, das jetzt von der Polizei aufgespürt worden ist, gehören auch Täter aus Gießen, wie in der Zeitung zu lesen war.

Andere Sorgen scheinen demgegenüber kleiner, und doch quälen sie den, der von ihnen betroffen ist. Menschenverachtend wäre es vom Personalchef, wenn er bei der Entlassung eines Angestellten ihm schulterklopfend sagen würde: „Nun machen Sie sich mal keine Sorgen!“ Ja, es gibt die echten Sorgen, auch bei uns: Sorgen um den Arbeitsplatz, um eine gefährdete Ehe, um die Rente im Alter. Es gibt die Gewalt gegen Kinder und die Gewalt, die von Kindern ausgeht, es gibt Sorgen um körperliche und seelische Gesundheit.

Ein Signal echter Sorgen war gestern auch auf dem Seltersweg zu hören. Nein, diesmal haben keine Chaoten am Kugelbrunnen randaliert. Normale Bürger unserer Stadt, auch Mitglieder und Mitarbeiter der Kirche haben mit einem lautstarken Pfeifkonzert auf einen Skandal aufmerksam gemacht. Unsere Landesregierung muss sparen, aber muss sie es zu Lasten derer tun, die sowieso benachteiligt sind? Frauenhaus und Drogenberatung stehen vor dem Aus. Schuldnerberatung und Jugendwerkstatt sind stark belastet.

Wenn Jesus sagt: „Sorget nicht!“ dann schiebt er diese und andere echte Sorgen nicht einfach weg. Aber er warnt uns davor, uns zusätzlich zu den echten auch noch falsche Sorgen zu machen. Die Sprache ist ja verräterisch: Oft machen wir uns auch Sorgen, wir hegen Befürchtungen.

Was setzt Jesus dagegen? Etwas Merkwürdiges: Das Reich Gottes. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so fällt euch einfach zu, was ihr braucht.

Früher habe ich diesen Satz missverstanden. Da dachte ich, Jesus würde uns hier eine ganz neue Sorge aufbürden, eine unerträgliche. Ich dachte, wir müssten das Reich Gottes schaffen. Nein, das könnten wir nicht, und das will Jesus nicht. Das Reich Gottes kommt. Es ist schon da. Es hängt nicht von uns ab. Nach dem Reich Gottes „trachten“, das heißt: damit rechnen, dass Gott lebt. Gott ist in der Welt, Gott trägt und umfängt die Welt. Liebe ist möglich.

Wie macht man das, nach dem Reich Gottes trachten? Jesus meint, das ist ganz einfach. Lernt von den Vögeln. Sie arbeiten nicht und essen doch. So notwendig es ist zu arbeiten – nicht erst die Arbeit macht uns wertvoll. Lernt von den Blumen. Sie sind schöner angezogen als der reiche König Salomo. Zwar sagt das Sprichwort: Kleider machen Leute. Aber der Charakter ist doch weitaus wichtiger.

Das kam auch bei den Antworten der Konfirmandinnen auf die Frage nach ihren Sorgen heraus: Sie achten schon darauf, dass ihre Kleidung gut aussieht. Aber viel wichtiger finden sie es, ob man sich auf die Freundin verlassen kann und ob der Freund treu bleibt.

So etwas meint Jesus mit dem Reich Gottes. Dieses Reich ist kein Ort über den Wolken und auch kein Land Nirgendwo oder Utopia auf der Erde. Jesus sagt, dass Gottes Reich überall da ist, wo Menschen innen drin reich sind, wo sie Vertrauen und Liebe spüren, wo sie sich wichtig fühlen, ohne sich wichtig machen zu müssen. Da ist Gottes Reich, wo Gott die Menschen liebt und wo man einfach Gott vertraut. Das Reich Gottes ist da, wo der Gegensatz von Selbstliebe und Nächstenliebe überwunden ist, denn wenn für mich gut gesorgt ist und ich zufrieden bin, fange ich auch gern an zu teilen und setze mich für Gerechtigkeit ein.

Ein anderes Wort für das Reich Gottes ist die Hoffnung. Über die Hoffnung hat Frau Burk ein wunderschönes Gebet von Paul Roth gefunden, das sie jetzt mit uns beten wird:

Herr, eines deiner wunderbarsten Geschenke ist die Hoffnung
Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Wir singen das Lied 378:

Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer brechen

Nun lasst uns beten. Bitte sprechen Sie auf die Aufforderung zum gemeinsamen Beten jeweils den Satz mit: All unsere Sorge werfen wir auf dich, Gott, denn du sorgst für uns.

Mit allen, die sich sorgen um Brot und Kleider und sauberes Wasser für ihre Kinder, rufen wir zu dir: All unsere Sorge werfen wir auf dich, Gott, denn du sorgst für uns.

Mit Kranken und Sterbenden, Flüchtenden und Niedergeschlagenen, rufen wir zu dir: All unsere Sorge werfen wir auf dich, Gott, denn du sorgst für uns.

Mit allen, die sich selbst und dich verlieren, mit allen, die dahin treiben im Strom der Zeit, ohne den Himmel in sich zu tragen, rufen wir zu dir: All unsere Sorge werfen wir auf dich, Gott, denn du sorgst für uns.

Wir selbst, wenn wir nicht mehr ein und aus wissen, wenn die Sorgen unser Leben erdrücken, wenn das Sorgen unser Denken und Fühlen blockiert, rufen zu dir: All unsere Sorge werfen wir auf dich, Gott, denn du sorgst für uns.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Wir singen zum Schluss aus dem Lied 361 die Strophen 1, 2, 7 und 12:

1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

2. Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.

12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und lass bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiss zum Himmel ein.

Abkündigungen

Nach dem Segen und dem Nachspiel gehen wir durch den Saal nach draußen – wer noch im Saal verweilen will, ist herzlich zum Kirchencafé eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Musik: Always Look On The Bright Side Of Life

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.