Was ich mir wünsche

Familiengottesdienst mit Wünschen von Kindern und Erwachsenen.

Im 3. Johannesbrief, der weniger als eine Seite lang ist, wünscht Johannes seinem Freund Gajus Gesundheit, Wahrheit und Frieden. Auch seine Seele soll gesund sein. Er soll „in der Wahrheit leben“, in Treue und Respekt Lösungen für mitmenschliche Probleme suchen. Und wenn andere Böses tun, soll er nicht auch Böses tun, sondern Gutes.

Die Wünsche der Kinder werden auf Sternen an Tüchern befestigt, die vorn im Altarraum hängen

Wünsche der Kinder werden im Familiengottesdienst auf Sternen an Tüchern im Altarraum befestigt

Familiengottesdienst am 3. Sonntag im Advent, 12.12.2010, um 16.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Tag, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich in der Pauluskirche zum vorweihnachtlichen Familiengottesdienst mit dem Thema „Was ich mir wünsche“.

Diesen Gottesdienst haben gemeinsam mit Pfarrer Schütz Erzieherinnen und Kinder unserer Paulus-Kita vorbereitet. Auch von der Georg-Büchner-Schule ist eine Lehrerin mit ihren Schülern hier; sie beteiligen sich am Gottesdienst, indem sie ein Lied vortragen.

In diesem Jahr haben wir schon einen frühen Wintereinbruch erlebt, und es hat eine Menge geschneit. Darum singen wir heute das altbekannte Adventslied „Leise rieselt der Schnee“:

1. Leise rieselt der Schnee, still und starr liegt der See, weihnachtlich glänzet der Wald: Freue dich, Christkind kommt bald!

2. In den Herzen wirds warm, still schweigt Kummer und Harm, Sorge des Lebens verhallt: Freue dich, Christkind kommt bald!

3. Bald ist heilige Nacht, Chor der Engel erwacht, hört nur wie lieblich es schallt: Freue dich, Christkind kommt bald!

Wir feiern Familiengottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Weihnachten ist das Fest der Wünsche. In der Vorweihnachtszeit schreiben Kinder ihre Wunschzettel. Heute wollen wir darüber nachdenken, was wir uns wünschen. Es gibt ja ganz verschiedene Wünsche: man kann sich Sachen wünschen, zum Beispiel Süßigkeiten oder Spielzeug oder Sachen zum Anziehen oder ein Buch zum Lesen. Oder auch Geld, damit man sich selber etwas kaufen kann. Es gibt aber auch andere Wünsche, die man nicht mit Geld erfüllen kann.

Lieber Gott, manche Kinder und auch Erwachsene haben sooo viele Wünsche, eine ganz lange Liste. Und dann sind sie enttäuscht, weil sie nicht alles kriegen, was sie sich gewünscht haben. Andere Kinder und Erwachsene haben einen einzigen Herzenswunsch, und wenn der erfüllt wird, sind sie überglücklich. Lieber Gott, lass uns genau überlegen, was wir uns wünschen, was uns wirklich glücklich macht.

Manche kriegen viele Sachen und freuen sich gar nicht richtig. Andere sind mit wenig zufrieden und können sich viel mehr freuen. Lieber Gott, ich wünsche mir, dass jeder Mensch kriegt, was er braucht, damit er zufrieden leben kann. Amen.

Die Kinder im Kindergarten haben ein Lied gelernt, das wir jetzt alle zusammen singen wollen:
Was schenk ich dir zu Weihnachten?

Kinder aus dem Kindergarten kommen nach vorn und tragen uns nun ein Gedicht vom Wünschen vor:

Was ich dir wünsche

Jetzt werden Kinder vom Kindergarten nach vorne kommen und uns sagen, was sie sich in diesem Jahr zu Weihnachten wünschen:

„Was ich mir wünsche“

Schülerinnen und Schüler der Georg-Büchner-Schule singen uns jetzt ein Lied:

Ich wünsche mir zum heiligen Christ

In der Kirche lesen wir immer auch aus der Bibel vor. Ich habe mich gefragt: „Was steht in der Bibel über das Wünschen?“ und ich fand den sehr kurzen 3. Brief des Johannes, der hat nur ein Kapitel, und da stehen gute Wünsche drin, die dieser Johannes an einen Freund schreibt, der Gajus heißt (3. Johannes 1 – vereinfachte Übersetzung in Anlehnung an die Lutherbibel 1984):

1 Ich, Johannes, schreibe an Gajus, den Lieben. Ich habe dich lieb, du bist ein guter Mensch.

2 Mein Lieber, ich wünsche dir, dass es dir gut geht und dass du gesund bist, so wie es deiner Seele gut geht.

3 Denn ich habe mich sehr gefreut, als ich hörte, wie viel Gutes du getan hast.

4 Darüber freue ich mich am meisten, wenn ich höre, dass du und deine Freunde die Wahrheit sagen und das Richtige tun. Ich habe euch ja so lieb, als wäret ihr meine eigenen Kinder.

10 Es gibt Leute, die uns schlecht machen mit bösen Worten.

11 Aber mein Lieber, folge du nicht dem Bösen nach, sondern dem Guten. Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Böses tut, der hat Gott nicht gesehen.

13 Ich hätte dir viel zu schreiben; aber ich wollte gar nicht so viel mit Tinte und Feder an dich schreiben.

14 Ich hoffe nämlich, dich bald wieder zu sehen; dann können wir lange miteinander reden.

15 Ich wünsche dir Frieden! Deine Freunde, die hier sind, grüßen dich. Grüße auch die Freunde dort bei dir, jeden mit Namen.

Wir singen das Lied auf dem Liedblatt:

„Wünsche“

Liebe Kinder, liebe Konfis, liebe erwachsene Leute!

Jetzt haben wir sehr viel von Wünschen gehört. Sachen, die man kaufen kann: LEGO-Steine, eine Puppenstube, Bücher, eine Gitarre; und anderes, was man nicht kaufen kann: freundliche Worte, ein ansteckendes Lächeln, Zeit, die man miteinander verbringt. Manche Wünsche werden erfüllt und andere nicht. Und es gibt auch Wünsche, die gar nicht erfüllbar sind. Im Kindergarten habe ich eine Geschichte von einem Mädchen erzählt, Katrin heißt sie. Sie wünscht sich, dass ihre Oma zurückkommt. Aber die Oma ist gestorben, und darum geht das nicht.

Auf den Sternen hier vorne stehen viele Wünsche unserer Kindergartenkinder. In der Weihnachtsgeschichte, die in der Bibel steht, kommt auch ein Stern vor. Auf dem steht zwar kein Wunsch drauf, aber die Leute, die ihn sehen, freuen sich trotzdem. Denn sie haben sich etwas gewünscht, und dieser Stern zeigt ihnen, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht. Was für ein Wunsch war das? Sie wollten, dass ein König kommt, der in die Welt endlich Frieden bringt. Und der Stern zeigt ihnen den Weg, wo ein ganz besonderes Königskind geboren wird. Dieses Kind wollen die Sterngucker unbedingt besuchen, sie fragen sich, wird dieses Kind wirklich der König sein, auf den wir warten? Sie folgen dem Stern, und dann finden sie das Kind in Bethlehem, in einem Stall, es liegt in einer Futterkrippe; die Mutter Maria hat ihr Neugeborenes da hineingelegt. Es ist ein Kind, das wirklich viele Wünsche erfüllen wird. Es heißt Jesus, und wenn es groß wird, zeigt es den Menschen, welche Wünsche wirklich wichtig sind.

Von drei solchen wirklich wichtigen Wünschen haben wir in dem 3. Brief von dem Johannes aus der Bibel gehört.

Erster Wunsch: Gesundheit

Johannes wünscht seinem Freund, dass es ihm gut geht, und dass er gesund ist. Nicht nur sein Körper soll gesund sein, auch seine Seele, er soll nicht dauernd traurig sein oder denken, er wäre nichts wert. Er soll nicht immer nur Angst haben, sondern sich etwas zutrauen.

Zweiter Wunsch: Wahrheit

Johannes wünscht sich selber, dass sein Freund die Wahrheit sagt und das Richtige tut. Er soll „in der Wahrheit leben“, so steht das in der Bibel für die Erwachsenen. Was heißt das?Man soll sich nicht anlügen, sondern ehrlich sein. Man soll nicht fremd gehen, sondern einander treu sein in der Ehe. Immer über alle Probleme reden und Lösungen suchen. Man soll sich Zeit nehmen für die wichtigsten Menschen, die es gibt, die eigenen Kinder.

Dritter Wunsch: Frieden

Zum Schluss wünscht Johannes seinem Freund etwas ganz Besonderes: nämlich Frieden! Wenn wir Weihnachten in der Kirche sind, dann hören wir, dass die Engel bei der Geburt Jesu vom Frieden singen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, weil Gott die Menschen lieb hat. Jesus wird wirklich der König, der Frieden bringt. Denn er bringt Liebe in die Herzen der Menschen. Er sagt ihnen, wie sie mit Streiten und Hauen und Kriegführen aufhören können. „Wenn andere Böses tun, tut ihr nicht auch Böses, sondern Gutes!“ Und er sagt ihnen, dass es viel schöner ist zu teilen, als immer alles nur für sich alleine haben zu wollen.

Wenn man teilen kann, dann kann manchmal sogar ein unerfüllbarer Wunsch ein bisschen erfüllt werden.

Erinnert ihr euch an das Mädchen Katrin? Wisst ihr noch: Ihre Oma war gestorben, und sie wünschte sich so sehr, sie würde zurückkommen und noch einmal mit ihr auf den Weihnachtsmarkt gehen wie im letzten Jahre. Weil sie so traurig war, sagte ihre Freundin Gesa zu ihr: „Weißt du was, ich gebe dir ein Stück von meiner Oma ab!“ Katrin fragt: „Wie soll das denn gehen?“ Und Gesa meint: „Ich frage meine Oma, ob sie mit uns beiden zusammen auf den Weihnachtsmarkt geht, so kann ich meine Oma mit dir teilen!“

Und jetzt singen wir ein Lied von dem Stern von Bethlehem, und einige Kinder im Kindergarten haben gesagt: „Das ist mein Lieblingslied!“

Ein Stern steht über Bethlehem

Wir beten zu Gott und rufen nach jedem Teil des Gebetes: „Höre unser Gebet!“

Lieber Gott, wir wünschen uns oft so viel. Und alle Wünsche dürfen wir dir sagen. Du weißt sogar unsere ganz geheimen Wünsche, über die wir mit niemandem reden. Schenke uns das, was wir am meisten brauchen und was gut für uns ist. Wir rufen zu dir, Gott: „Höre unser Gebet!“

Lieber Gott, es ist schön, dass wir uns etwas wünschen dürfen. Schon die Vorfreude ist schön, die Aufregung, ob wohl unser Herzenswunsch erfüllt wird. Und dann die Freude, wenn wirklich ein Wunsch erfüllt wird, auch wenn es ein kleiner Wunsch ist! Schenke uns Vorfreude, Aufregung und Freude – und auch, dass wir dankbar sein können. Wir rufen zu dir, Gott: „Höre unser Gebet!“

Lieber Gott, wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden, dann sind wir ein bisschen traurig. Hilf uns dabei, das auszuhalten. Dass wir uns trotzdem über etwas anderes freuen können. Mach unsere Augen auf, so dass wir sehen, was wir alles Schönes haben und erleben! Wir rufen zu dir, Gott: „Höre unser Gebet!“

In der Stille bringen wir alles vor Gott, was wir persönlich auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Wir singen das Lied 542:

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg
Abkündigungen

Gott ist bei euch mit seinem Segen. Gott schaut euch mit liebevollen Augen an. Gott behütet euch unter den Flügeln seiner Engel. Gott kommt zu euch im Jesuskind in der Krippe. Gott gibt seine Liebe in eure Herzen, seinen Trost in eure Seelen, seinen Frieden in eure Gemeinschaft. Amen.

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