Paulus liebt die Zahl Drei

Um seinen Missionserfolg in Saloniki zu beschreiben, zählt Paulus drei Dinge auf, die dafür entscheidend waren: Kraft, Geist, Gewissheit. Er lobt die Thessalonicher für das Werk des Glaubens, die Arbeit der Liebe und die Geduld der Hoffnung. Und sie haben das Wort von Jesus in dreifacher Weise aufgenommen: In großer Bedrängnis – mit Freuden – im heiligen Geist.

Kreuz, Herz und Anker als Symbol für Glaube, Liebe und Hoffnung

Paulus liebt die Zahl Drei, zum Beispiel in seinem Wort über Glaube, Liebe und Hoffnung (Grafik: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 14. Sonntag nach Trinitatis, den 24. September 2000, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße Sie und Euch mit dem Bibelwort zur kommenden Woche aus dem Psalm 103, 2:

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

So fordern wir die eigene Seele zur Dankbarkeit auf.

Wir tun das, wenn wir glücklich sind – denn wir neigen dazu, Gott in unserem Glück einfach zu vergessen.

Wir tun das aber gerade auch dann, wenn wir traurig und in Not sind – denn sonst sehen wir nur noch das Dunkle und Böse, das uns niederdrückt.

Dankbar sein – das können wir lernen auf Jesu Spuren, in der Gemeinde. Davon mehr in der Predigt!

Lied 331, 1+3+5+11:

1) Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

3) Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Himmelsheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum.

5) Dich, Gott Vater auf dem Thron, loben Große, loben Kleine. Deinem eingebornen Sohn singt die heilige Gemeinde, und sie ehrt den Heilgen Geist, der uns seinen Trost erweist.

11) Herr, erbarm, erbarme dich. Lass uns deine Güte schauen; deine Treue zeige sich, wie wir fest auf dich vertrauen. Auf dich hoffen wir allein: lass uns nicht verloren sein.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Lasst uns im Wechsel die Worte des 23. Psalms beten. Sie stehen im Gesangbuch unter der Nr. 711. Sie sprechen bitte die eingerückten Verse.

1 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Manchmal verlaufen die Tage ganz normal, einer wie der andere. Dann fragen wir: Wozu brauchen wir einen Guten Hirten? Wir kommen doch auch so zurecht. Manchmal sind die Täler allzu tief, durch die wir wandern müssen. Dann fragen wir: Ist überhaupt ein Guter Hirte da? Müssen wir wirklich kein Unglück fürchten? Normale oder gute Tage – kein Anlass, um dankbar zu sein? Schwere Tage mit Belastungen – kein Anlass, um zu sagen: Not lehrt beten? Gott, aus unserem Glück oder Leid oder Alltagstrott rufen wir zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Jesus Christus spricht (Johannes 10):

11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,

15 wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;

28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Großer Gott, den wir loben, du bist uns ein Guter Vater, ein starker Helfer in der Not. Jesus Christus, unser Bruder, du bist uns ein Guten Hirte, der uns festhält – auch in der Verzweiflung. Gott, Heiliger Geist, du bist uns Kraft und Trost, einfach in uns drin. Ohne dich wüssten wir manchmal nicht weiter. Hilf uns, Gott, dass wir deine Nähe spüren, dass wir deinen Trost annehmen, dass wir dankbar leben können. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Lukas 17, 11-19:

11 Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog.

12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne

13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!

14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.

15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme

16 und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter.

17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?

18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?

19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 616:

1. Auf der Spur des Hirten führt der Weg durch weites Land.
In der Zeit der Fülle hat mein Herz sein Wort erkannt.
Laut und fröhlich klingt das Lied,
das sich durch mein Leben zieht:
Fröhlich ist, wer Christus in der Welt am Werke sieht!

2. Auf der Spur des Hirten führt der Weg durch Einsamkeit.
In der Zeit der Dürre schweigt das Herz voll Traurigkeit.
In Bedrückung ist mein Halt
und gewinnt in mir Gestalt,
der, des’ Tod und Leben meiner Angst und Sorge galt.

3. Auf der Spur des Hirten sind, die er beruft, geeint,
trocknet er die Tränen, die in Jahr und Tag geweint.
Er, der Trennendes durchbricht,
füllt das Herz mit Zuversicht.
Auf der Spur des Hirten wird das Ziel des Weges licht.

(Text: Sabine Ruf, Rolf Hocke 1984/91)

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, ein spannendes Lied haben wir gesungen: „Auf der Spur des Hirten“, ein Lied, das von meinen beiden Pfarrkollegen Sabine Ruf aus Biebergemünd und Rolf Hocke aus Waldkappel gedichtet worden ist. Da sehe ich nicht die Schafherde vor mir, die blind dem Schäfer folgt, sondern ich sehe mich, wie ich aufmerksam die Spuren suche, die Gott auf meinen Wegen hinterlässt, um ihnen folgen zu können.

Da gibt es Zeiten der Fülle, der Erfüllung (Strophe 1) – ich kann dankbar sein, habe Familie und Freunde, mein Beruf macht mir Freude, mein Leben macht Sinn.

Dann gibt es Zeiten der Einsamkeit, Zeiten der Dürre (Strophe 2). Das Herz wird traurig, will nur schweigen, hält sich aber fest am Hirten, der das gleiche durchgemacht hat wie ich auch.

Zu allen Zeiten aber überwindet der Hirte die Trennung zwischen den Menschen (Strophe 3). Dass wir – im Bild gesprochen – eine Herde werden, eine Gemeinde, hat nichts mit blödem Herdentrieb zu tun, sondern mit einem Hirten, der Trennungen überwindet, der uns ein gemeinsames Ziel gibt. Wie macht er das? Er trocknet Tränen, aber erst einmal dürfen sie geweint werden. Niemand, der anders fühlt als andere, muss abseits stehen – jeder darf sein, wie er ist, und gehört dazu.

Ich denke, so sollte eine christliche Gemeinde aussehen: Jeder darf sein, wie er ist, und gehört dazu. Können wir auf der Spur des Hirten so eine Gemeinde sein oder werden?

Im heutigen Predigttext schreibt Paulus an so eine Gemeinde einen Brief. Sie lebt in Griechenland, in der Stadt Saloniki. Damals hieß sie noch Thessalonich, und Paulus schreibt, wie sehr er Gott dankbar ist, dass es diese Gemeinde gibt (1. Thessalonicher 1):

2 Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet.

Dass Paulus für eine Gemeinde betet, die er mitgegründet hat, ist normal. Erstaunlich finde ich, dass er kein bisschen Kritik an dieser Gemeinde übt, sondern Gott nur für sie danken kann. Was ist das Besondere an den Leuten in Saloniki?

3 [Wir] denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus.

Paulus hält viel von Glaube, Hoffnung und Liebe – das wissen wir aus 1. Korinther 13, 13:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Die Thessalonicher lobt Paulus für das Werk des Glaubens, die Arbeit der Liebe und die Geduld der Hoffnung. Ich sehe Paulus auf der Spur des Hirten, wie er Trennendes überwindet. Er spricht vom Werk des Glaubens – also sieht er keinen Gegensatz von Glauben und Werken, vielmehr: wer Gott wirklich vertraut, der denkt, fühlt, handelt anders; er tut keine guten Werke, um Gott zu gefallen, sondern er tut sie, weil es einfach richtig ist.

Er spricht von der Arbeit der Liebe, sieht in der Liebe also kein bloßes Gefühl, sondern sie ist Verantwortung in Aktion, da ist kein Gegensatz zwischen Fühlen, Denken und Handeln.

Er spricht von der Geduld der Hoffnung. Diese Geduld hat nichts mit Fatalismus zu tun – man kann ja doch nichts ändern -, sondern mit der Erwartung, dass alles gut enden wird.

Alles wird gut – das aber nicht etwa, weil Christen blind sind für die Realität. Nein, Christen sehen mehr als andere. Die Wirklichkeit enthält nicht nur Hass und Streit, Enttäuschung und Leid. Nein, es gibt mehr, da ist ein Gott, dem wir Menschen wichtig sind.

4 Liebe [Geschwister], von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid.

Erwählt sein, das kann man missverstehen. Es bedeutet nicht: Gott wählt jemand aus, weil er etwas Besonderes kann oder leistet. Erwählt sein heißt genau, was hier steht: Geliebt sein von Gott und darum wissen: Gott hat mit mir etwas vor. Das gilt für die ganze Gemeinde und für alle einzelnen. Das hängt echt nicht davon ab, was man für ein Mensch ist, sondern nur davon, ob man sich das sagen lassen will: Du bist geliebt, du bist erwählt. Darum ist Predigt so wichtig – eine Predigt, in der ich das rüberbringe: Du bist geliebt!

5 Denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem heiligen Geist und in großer Gewissheit. Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen.

Paulus liebt die Zahl Drei. Um seinen Missionserfolg in Saloniki zu beschreiben, zählt er drei Dinge auf, die dafür entscheidend waren: Kraft, Geist, Gewissheit.

Genial beschreibt Paulus, wie Gott und Mensch zusammenwirken, wenn es darum geht, Menschen davon zu überzeugen, dass Gott sie lieb hat. Worte allein tun‘s nicht. Viel wichtiger ist, dass ein Prediger, ein Missionar, in seinem Leben überzeugend auftritt: „Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen.“ Aber Paulus bildet sich darauf nichts ein, sondern er weiß, warum er und seine Mitarbeiter so glaubwürdig sein können – er ist getragen von einer Kraft, die von oben kommt, sein Glaube ist ein Geschenk von Gott selbst, vom heiligen Geist, man spürt seine Gewissheit, dass Gottes Liebe einfach da ist. Man kann nur glaubwürdig predigen, wenn man selber glaubt, was man sagt. In Saloniki hat diese Predigt Früchte getragen:

6 Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen.

Die Leute in Saloniki haben sich auf die Spur des Hirten gesetzt – hören die Worte Jesu, hören die Geschichten von Jesus, fangen an, ihm nachzufolgen. Bemerkenswert finde ich, in welcher Situation und auf welche Weise sie das Wort von Jesus aufgenommen haben:

In großer Bedrängnis mit Freuden im heiligen Geist.

Wieder drei Worte: in Bedrängnis, mit Freuden, im Geist. In Bedrängnis: Die Botschaft von Jesus ist nicht nur für Schönwetterzeiten gedacht, sondern sie hilft gerade, wenn es einem dreckig geht. Gott ist mir am nächsten, wenn ich am Ende bin, wenn ich Probleme habe. Mit Freuden: das Wort erreicht nicht nur den Kopf, sondern das Herz, den Bauch, trifft mich in meiner Angst, meiner Trauer, meiner Verzweiflung, und verändert mein Fühlen – Freude kann wachsen. Und wenn‘s nur der Trost ist: Ich bin in meinem Kummer nicht allein. Im Heiligen Geist: Den hatten wir schon – das Wort wirkt nicht, weil wir so tolle Prediger sind, sondern weil Gott selber am Werk ist.

Die Leute in Saloniki sind auf der Spur des Hirten, fühlen sich angenommen von Jesus und gehören in einer Gemeinde zusammen. Und davon können sie nicht schweigen, das sagen sie weiter. Ihr Leben verändert sich wirklich, und das hat weitere Folgen:

7 So [seid] ihr ein Vorbild geworden für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja.

8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, so dass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen.

9 Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben.

Paulus kommt durch viele Ortschaften in der Gegend von Saloniki, und überall erzählt man ihm, wie die Thessalonicher sich verändert haben. Sie haben sich bekehrt, haben ihre Blickrichtung geändert, sind durch das Wort des Paulus auf die Spur des Hirten gesetzt worden. Ein richtiges kleines Glaubensbekenntnis ist das, was man sich in den griechischen Provinzen Mazedonien und Achaja von Saloniki erzählt:

Wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott

10 und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.

Können wir diese Änderung der Blickrichtung heute auch noch mitmachen? Die Thessalonicher bekehrten sich zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott. Gott ist anders als die Abgötter des römischen Imperiums, kein Cäsar mit Lorbeerkranz, der den Weltfrieden mit seinen Soldaten sichert. Gott ist auch kein Jupiter, der über einer Horde menschlich – allzumenschlicher Götter und Halbgötter Hof hält und um seine Macht fürchten muss. Gott ist erst recht kein totes Götzenbild in einem Tempel, dem man Opfer darbringen muss. Nein, lebendig und wahr ist für ihn der Gott, der Mensch wurde in Jesus, ein Gott zum Anfassen, man konnte seine Liebe spüren.

Und man brachte ihn um, den Guten Hirten. Aber trotzdem haben wir etwas zu erwarten. Zu jeder Zeit bis zum Ende aller Tage sind wir nicht allein auf der Welt. Wir warten auf Gottes Sohn vom Himmel. Warum? Weil Gott ihn auferweckt hat von den Toten. Die gekreuzigte Liebe blieb nicht tot.

Die Liebe Jesu, die man vernichten wollte, ausschalten, kreuzigen, sie ist mächtiger als alle Gewalt der Welt. Sie ist sogar mächtiger als jedes Weltgericht, das menschliche Phantasie sich ausdenken kann. Der zukünftige Zorn, vor dem viele Menschen Angst haben – weil sie mit Recht denken: Eigentlich müsste Gott mich strafen, was ist schon Gutes an mir -, dieser zukünftige Zorn, das Weltgericht, spielt keine Rolle mehr, weil Gott so ist, wie Jesus war: barmherzig, voll Liebe und Verständnis. Er nimmt uns an, wie wir sind. Und darum können wir anders werden – selber barmherzig sein mit uns selbst und anderen. So werden wir eine Gemeinde, auf der Spur des Guten Hirten, überall, wo wir füreinander da sind und uns beistehen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 427: Solang es Menschen gibt auf Erden
Abkündigungen

Barmherziger Gott, unser guter Hirte! Es fällt nicht immer leicht, dankbar zu sein. Wenn uns Schicksalsschläge treffen, wenn wir auf dem Friedhof stehen, wenn uns alles über den Kopf wächst. Zeige uns Wege der Hoffnung, stelle uns vertrauenswürdige Menschen an die Seite, hilf uns, dass wir uns Probleme von der Seele reden können.

Barmherziger Gott, unser guter Hirte! Wir danken dir, dass du uns niemals verlässt – dass wir dich erkennen in Blumen und Bäumen, in Licht und Leben, aber dass wir dich auch finden in Trauer und Tränen. Bleibe uns nahe mit deiner Wegweisung und deinem Trost.

Insbesondere beten wir in diesem Gottesdienst für drei Verstorbene: … .

Wir sind gewiss, dass wir im Tod nicht verloren gehen, sondern so wie der gekreuzigte Jesus auferweckt wurde, so wachen wir durch Gottes Gnade im seinem Himmel auf zum ewigen Leben. Dafür danken wir dir, du lebendiger Gott.

Und wir bitten dich für die Angehörigen, die alle ihren eigenen Weg der Trauer gehen müssen. Lass sie nicht allein gehen. Begleite sie und schenke ihnen, was sie brauchen, damit sie neue Zuversicht gewinnen, neuen Glauben und neue Hoffnung. Und hilf vor allem, dass Liebe bewahrt bleibt und jeden Tag neu wachsen kann. Amen.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Zum Schluss singen wir das Lied 240. Das steht zwar im Gesangbuch unter den Liedern zur kirchlichen Trauung, deshalb habe ich es im Gottesdienst noch nie singen lassen, aber es passt nicht nur auf Ehepaare, es ist ein Gebet um Segen, das uns vielleicht jetzt allen gut tut:

Du hast uns, Herr, in dir verbunden

Und nun geht mit Gottes Segen. Vielleicht bleiben Sie auch noch ein wenig zusammen im Gemeindesaal bei Kaffee oder Tee.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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