Wer lässt uns den Zufall zufallen?

Die Geschichte einer unmöglichen Begegnung.

Wie sollen Philippus und der Eunuch aus Äthiopien einander begegnen? Die Chancen stehen eins zu einer Million. Da hört Philippus eine Eingebung: „Geh auf die Straße nach Gaza!“ Soll er in der Wüste dem Sand und den Steinen von Jesus erzählen? Der Weg ist weit, heiß und steinig. Bis den Philippus eine prächtige Staatskarosse überholt…

Ein orthodoxer Priester in Äthiopien

Ist der Kämmerer aus Äthiopien damals in ähnlicher Pracht gereist? (Foto: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am 6. Sonntag nach Trinitatis, den 30. Juli 2000, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße Sie herzlich im Gottesdienst mit dem Wort zur kommenden Woche aus dem Buch Jesaja 43, 1:

Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat…: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

Vier Pfarrer sind heute bei uns im Gottesdienst: Herr Schütz hält den Gottesdienst. Frau Allmannsberger und Herr Heger haben ein Jahr lang Vertretungsdienst in der Paulusgemeinde geleistet und verabschieden sich heute von uns. Und auch Herr Becher ist anwesend; er nimmt in der kommenden Woche wieder seinen Dienst in der Gemeinde auf.

Das Thema des Gottesdienstes ist: „Begegnung“.

Wir singen das Lied 573 von dem Gott, der allen Menschen auf den Straßen ihres Lebens begegnen will:

Lobt den Herrn, lobt den Herrn, unter uns erblüht sein Stern
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir begegnen einander. Unsere Wege auf den Straßen dieser Erde kreuzen sich, laufen eine Zeit lang parallel, trennen sich wieder.

Wir begegnen einander: Vieles planen wir vor, Einladungen, Besuche, Besprechungen. Doch manchmal sind die zu-fälligen Begegnungen noch bedeutsamer für uns. Begegnungen, die uns zu-fallen – ohne unser Zutun.

Wir begegnen einander, und manchmal geschieht das Wunder: Aus einem, der mir gegenüber steht, wird einer, der mir beisteht. Aus Entgegnung wird echte Begegnung. Im menschlichen Begegnen erfahre ich Vertrauen, Liebe, Gott.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, ich klage dir die Geschichte verpasster Gelegenheiten. Wir begegnen einander – und verharren in der Entgegensetzung. Wir reden miteinander – und trauen uns nicht, zu vertrauen. Wir wollen zueinander finden – und können nicht über den eigenen Schatten springen. Ja, wir sehnen uns nach deiner Nähe – und verbauen uns selbst den Weg zu dir. So rufen wir zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Erinnern wir uns an den Wochenspruch: „So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ So ruft uns Gott, so geht er auf uns zu, so steht er uns gegenüber mit ausgebreiteten Armen.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, wir wünschen uns im Gottesdienst, dass du uns wirklich begegnest. So dass wir spüren, du bist da. Und wir wünschen uns , dass wir als Teilnehmer am Gottesdienst nicht allein bleiben, sondern erfahren, dass wir zusammengehören. Heute denken wir auch nach über Begegnungen, die zu Ende gehen, über neue Begegnungen, die möglich werden, und wir erbitten dazu deinen Segen im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus der Apostelgeschichte 8. Es ist der heutige Predigttext, und da er sehr lang ist, lesen wir ihn im Wechsel, Herr d‘Amour vom Kirchenvorstand und ich:

3 Saulus aber suchte die Gemeinde zu zerstören, ging von Haus zu Haus, schleppte Männer und Frauen fort und warf sie ins Gefängnis.

4 Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort.

5 Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus.

26 Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist.

27 Und er stand auf und ging hin.

Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, welcher ihren ganzen Schatz verwaltete, der war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten.

28 Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.

29 Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen!

30 Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest?

31 Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.

32 Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser: »Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf.

33 In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.«

34 Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem?

35 Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus.

36 Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?

38 Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.

39 Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich.

40 Philippus aber fand sich in Aschdod wieder und zog umher und predigte in allen Städten das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis
Lied 287: Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde! Die Geschichte vom „Kämmerer aus dem Mohrenland“, wie ich sie als Kind kennengelernt habe, ist die Geschichte einer unmöglichen Begegnung. Nach menschlichem Ermessen könnten Philippus und der Mann aus Äthiopien nie im Leben zusammenkommen. Zu viel spricht dagegen.

Erstens der soziale Unterschied: Philippus ist ein armer Missionar und Diakon, der Kämmerer dagegen ein mächtiger Mann im Rang eines Finanzministers.

Zweitens der Unterschied von Volk und Rasse: Philippus als Jude mit weißer Hautfarbe steht dem Äthiopier aus Schwarzafrika gegenüber.

Eine noch größere Rolle könnte drittens die Religion spielen: Der Äthiopier interessiert sich zwar für die Bibel und wäre gern zum Judentum übergetreten. Aber im vollen Sinn konnte er kein beschnittener Jude werden, weil er ein verschnittener Mann war, ein Eunuch. Genau das griechische Wort „Eunuchos“ nämlich wird in unseren deutschen Bibeln mit dem Wort „Kämmerer“ übersetzt. Die Macht dieses Mannes, der niemanden über sich hat außer der Königin Kandake, hat einen Preis – um der Königin nicht gefährlich zu werden, muss er wie ein orientialischer Haremswächter auf seine Männlichkeit und eigene Kinder verzichten. Ein solcher Eunuch aber durfte nach dem Gesetz des Mose nicht dem Gottesvolk angehören.

Viertens halten sich die beiden auch noch an den entgegengesetzten Enden des Landes Israel auf: Philippus ist gerade im Land der Samariter, nördlich von Jerusalem. Dorthin sind viele Jerusalemer Christen vor dem Christenverfolger Saulus, dem späteren Paulus, geflohen. Der äthiopische Minister dagegen begibt sich auf die Heimreise von Jerusalem in Richtung Süden. Bald wird er auf der Wüstenstraße die Grenzstadt Gaza erreichen, dann ist er weg, im Ausland.

Wie sollen diese so verschiedenen Menschen zueinander finden? Die Chancen dazu stehen höchstens eins zu einer Million. Doch Gott meint offenbar: Trotzdem kann es klappen. Er schickt dem Philippus eine Eingebung. Philippus hört, wie ihm ein Engel zuflüstert: Geh nach Süden auf die Straße nach Gaza und warte, was passiert.

Das wird dem Philippus ziemlich blöd vorgekommen sein. Was soll er als Missionar in der Wüste von Gaza, in der ödesten Gegend von Israel? Soll er dem Sand und den Steinen von Jesus erzählen?

Trotzdem: Philippus vertraut der Intuition seines Engels und macht sich auf nach Süden, zu Fuß, in seinen armseligen Sandalen, er, der Pferdefreund, wie sein Name übersetzt heißt. Der Weg ist weit, heiß und steinig. Ob er sich lohnen wird, bleibt lange ungewiss.

Bis den Philippus auf seiner Wanderung eine prächtige Staatskarosse überholt. Sie fährt so langsam, dass der Insasse während der Fahrt lesen kann. Laut liest er, wie damals üblich. Das klingt wie ein Text aus der Bibel, denkt Philippus. Er folgt einer weiteren Eingebung und missachtet sämtliche Höflichkeitsregeln: nähert sich dem Wagen, belauscht den vornehmen Mann, spricht ihn einfach an: „Verstehst du eigentlich, was du liest?“ Ganz schön dreist und unverschämt von Philippus!

Doch Frechheit siegt, sagt man. Der Kämmerer nimmt Philippus als Anhalter mit.

So kommt es wirklich zur nahezu unmöglichen Begegnung zweier Menschen, zwischen denen Welten liegen. Eine Chance von eins zu einer Million, doch es hat geklappt.

Nun kommt alles darauf an, dass die Chance auch genutzt wird. Der Kämmerer hat einen Wunsch. Er freut sich, jemanden getroffen zu haben, der ihm die Bibel erklären kann. Vor allem will er wissen, wen der Prophet Jesaja das Lamm nennt, das stumm sein Leiden auf sich nimmt. Philippus sagt ihm: Damit ist Jesus gemeint. Jesus, der Mensch, in dem Gott selbst auf Erden gelebt hat. Jesus, in dem Gott selbst auch gestorben ist für alle Menschen.

Wie Philippus so erzählt, spürt der Kämmerer: Diese Geschichte von Jesus ist auch meine Geschichte. Auch ich kenne das Messer, das mir Gewalt antut, auch mich hat man zum Verstummen gebracht, mich meiner männlichen Stimme beraubt. Wenn nun Gott nicht der ist, der mich ausstößt aus dem Gottesvolk, wenn Gott selber weiß, was Erniedrigung bedeutet, wenn Gottes Sohn gestorben ist für gedemütigte und für schuldige Menschen, dann bin ich am Ziel meiner Sehnsucht.

Ich weiß nicht, wie lange die Begegnung der beiden Männer dauert. Vielleicht so lange wie eine Reisebekanntschaft zwischen zwei Stationen im Intercity. Nicht länger als einen Tag. Mehr Zeit ist nicht nötig, um in dem Kämmerer eine Entscheidung reifen zu lassen.

An einer Wasserstelle hält er die Kutsche an. Der Kämmerer will zu Jesus gehören, will getauft werden. Geht das? fragt er. Jetzt gleich? Hier und jetzt? Philippus sieht keinen Hinderungsgrund – und tauft ihn hinein in die Gemeinschaft mit Jesus.

Mit frohem Herzen reist er nach Hause, ein anderer Mensch ist er geworden. Die christliche Kirche, die er in Äthiopien gründet, besteht noch heute.

Für Philippus endet die Geschichte, wie sie begann – wundersam, märchenhaft, wie in moderner Science Fiction. So plötzlich, wie Philippus in das Leben des Kämmerers eingetreten ist, so abrupt verschwindet er auch aus ihm. Kaum hat Philippus seinen Auftrag erfüllt, wird er entrückt, sozusagen „weggebeamt“. Allerdings nicht nach oben wie bei der Himmelfahrt Jesu oder nach dem Enterprise-Motto: „Beam me up, Scotty!“ Philippus findet sich vielmehr in einer Küstenstadt am Mittelmeer wieder, ganz in der Nähe von Gaza. Er muss erst wieder zu sich selber finden – und dann – bleibt er hier in der Gegend und tut ein neues Missionsfeld auf. Überall in den Hafenstädten erzählt er von Jesus.

Begegnungen, die unser Leben verändern, erscheinen oft wie Zufälle. Doch was man Zufall nennt, wer lässt es uns zufallen – ohne unser Zutun? Wir können auch von Fügung sprechen. Günter Pfitzmann wird es so sehen, der durch einen Herzinfarkt davor bewahrt blieb, die Unglücksconcorde zu besteigen. Allerdings gibt es auch böse Zufälle, Fügungen anderer Art, die dazu führen, dass man einem schrecklichen Schicksal nicht entrinnt. Die klassische Sage, die das illustriert, ist Ödipus. Seine Eltern wollen das böse Orakel verhindern, das voraussagt, ihr Sohn wird den Vater töten und die Mutter heiraten. Gerade durch ihre angstvolle Anstrengung, das Schicksal abzuwenden, erfüllen sie selber die böse Prophezeiung.

Ein Zufall als solcher ist noch kein Wunder, sondern lediglich eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Entscheidend ist, was dieser Zufall für uns bedeutet. Manchmal ist es eine kleine Freude, zum Beispiel wenn man mitten im Urlaub auf Rügen plötzlich ein paar Leuten aus der Paulusgemeinde trifft. Manchmal verändert sich das ganze Leben wie in der kurzen Begegnung des Kämmerers aus Äthiopien mit Philippus. Wunder geschehen überall, wo in Begegnungen Freude, Vertrauen und Liebe wächst.

Viele Gelegenheiten für Begegnungen haben sich auch ergeben, als vor einem Jahr Pfarrer Becher seine Erziehungszeit begonnen hat und zwei auf den Wagen der Paulusgemeinde aufgesprungen sind, die sich den Vertretungsdienst geteilt haben: Pfarrvikarin Allmansberger und Pfarrer Heger. Liebe Hanne, lieber Wolfgang, heute, am Ende dieser Weggemeinschaft auf Zeit, sage ich einfach nur Danke für die vielen Begegnungen, die in dieser Zeit möglich waren, für Unterstützung und Zusammenarbeit, für Kritik und gute Ideen. Ich empfand uns als gutes Team, was auch unter Pfarrern nicht selbstverständlich ist. Was sonst an Begegnung möglich war und weiter wirkt, dass weiß nur Gott. Jetzt werdet ihr aus Paulus „weggebeamt“ – wie Philippus werdet ihr euch woanders wiederfinden – mit anderen Schwerpunkten, neuen Chancen. Dafür wünsche ich euch ganz schlicht Gottes Segen. Und wir hier in Paulus fangen auch wieder ein wenig neu an, denn nach der Erziehungszeit ist ab übermorgen Pfarrer Becher wieder im Dienst. Ich freue mich auch wieder auf unsere Begegnung in der Teamarbeit mit dir, lieber Tilo! Wege führen zusammen, Wege führen irgendwann auch wieder auseinander. So schenkt Gott uns Chancen der Begegnung – immer auf Zeit. Gut, wenn wir sie nutzen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 393, 6-8:

6) Kommt, Kinder, lasst uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir haben’s gut, ach ja, wir haben’s gut.

7) Kommt, Kinder, lasst uns wandern, wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, lasst uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn, als Brüder unsre Reihn.

8) Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn, auf unsrer Liebesbahn.

Abkündigungen und Verabschiedung

Gott, wir danken dir, dass du uns begegnest in Liedern und Gebeten, in Worten der Bibel und in alltäglichen Begegnungen. Wir danken dir für die Gemeinschaft in unserer Gemeinde, für alles, was Freude macht, wenn wir es gemeinsam tun, und für vertrauensvolle Gespräche im kleinen Kreis. Wir danken dir für die Erfahrung, dass wir deine Kinder sind und zu deiner weltweiten Gemeinde unbedingt dazugehören. Wir gehören zusammen, nicht nur dann, wenn wir ständig zusammen sind, sondern auch, wenn wir uns nur hier und da begegnen, wenn wir uns mit einem freundlichen Gesicht grüßen, wenn wir vielleicht nur ein einziges Mal miteinander sprechen. Wir gehören zusammen, wenn wir uns gut verstehen und auch in Konflikten, die wir fair miteinander austragen. Wir gehören zusammen, auch wenn wir nach einer gemeinsamen Wegstrecke Abschied nehmen müssen.

Besonders danken wir dir heute für alle Begegnungen mit Pfarrvikarin Allmansberger und Pfarrer Heger, die uns im vergangenen Jahr in der Paulusgemeinde geschenkt waren. Lass weiterwirken, was in Gang gesetzt wurde, und hilf loszulassen, wo Begegnungen zu Ende gegangen sind. Und für das Neue, das beginnt, schenke uns auch in Zukunft deinen Segen: für die beiden in ihren anderen Gemeinden, und für uns mit Pfarrer Becher, der wieder in seinen Dienst zurückkehrt.

Wir könnten noch vieles in unser Gebet einschließen. Ich erwähne die Opfer des Flugzeugabsturzes in Paris und des Bombenattentates in Düsseldorf und die Menschen, die in Palästina nach wie vor um den Frieden bangen.

Zum Schluss lasst uns beten für Herrn …, der im Alter von 40 Jahren gestorben ist, und für Herrn …, der mit 60 Jahren gestorben ist. Gott, hilf uns, die Toten loszulassen, die uns nahestanden, und in deine Hände zu legen. Unsere Begegnung mit ihnen hat ein Ende, doch sie sind in deiner Liebe geborgen. Wir bleiben zurück mit unserer Trauer, doch du begleitest uns mit deinem Trost. Amen.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser
Lied 395: Vertraut den neuen Wegen

Und nun geht mit Gottes Segen. Bei Kaffee oder Tee im Gemeindesaal können Sie sich gleich noch persönlich von Frau Allmansberger und Herrn Heger verabschieden.

Segen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.