Gemeinsam helfen – gemeinsam heilen

Der Zucker- und Salzlöffel ist ein Beispiel für die Heilung kranker Kinder mit einfachen Mitteln. Man hat gemerkt, dass es nicht so gut ist, wenn man große Krankenhäuser baut oder nur Ärzte hinschickt. Die meisten Menschen wohnen viel zu weit weg. Deshalb hat man sich acht Punkte ausgedacht, die noch wichtiger sind für arme Länder…

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direkt-predigtFamiliengottesdienst am 2. und 3. Advent, 9. und 16. Dezember 1984 um 10.30 Uhr in Heuchelheim bzw. Reichelsheim

Ich begrüße Sie und Euch alle herzlich im Familiengottesdienst am 3.Advent! Es geht heute um das Thema „Gemeinsam helfen – gemeinsam heilen“. Was soll das bedeuten?

Wir wissen, was „helfen“ bedeutet. Nicht nur an sich denken, für einen anderen etwas Gutes tun, ein liebes Wort sagen, beim Einkaufen helfen, ihm etwas schenken, jemandem bei den Hausaufgaben etwas erklären, was er nicht verstanden hat. Das können wir alle: gemeinsam helfen und uns auch helfen lassen.

Aber „heilen“? Macht das nicht nur der Arzt? „Heilen“ bedeutet „gesund machen“. Wir hören gleich im Gottesdienst, wie es war, als Jesus lebte. Er hat Menschen gesund gemacht, auch ohne Medizin. Und wir hören nachher eine Geschichte von Kindern, die sich gegenseitig helfen, gesund zu werden.

Manche Leute sagen: Da kann man lange warten, bis einem jemand hilft! Deshalb helfe ich mir lieber selbst! Jetzt sind wir in der Adventszeit, das bedeutet: Warten. Warten auf Jesus. Warten auf Hilfe. Und vielleicht wartet jemand auch auf unsere Hilfe.

Lied EKG 6, 1-3 (EG 1):

1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Ein König kommt, der für uns da ist. Ein Heiland kommt, der unser Leben heil macht. Ein Helfer kommt, der uns hilft zu helfen. Jesus kommt und zeigt, wie lieb Gott uns hat.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, unser Vater im Himmel! Wir können dich nicht sehen, aber wir können zu dir beten. Du weißt, dass wir oft nur an uns denken und anderen Menschen weh tun. Zeig uns, wie schön es ist, auch an andere zu denken und sich gegenseitig zu helfen. In der Adventszeit warten wir auf Weihnachten. Lass uns nicht vergessen, dass das der Geburtstag deines Sohnes Jesus ist. Wir können uns auf unsere Geschenke freuen, doch auf Jesus zu warten, heißt auch, dass wir anderen eine Freude machen können. Lieber Gott, schenk uns einen guten Gottesdienst und eine schöne Vorweihnachtszeit! Das bitten wir dich durch Jesus Christus unseren Herrn. „Amen.“

Lesung: Matthäus 11, 2-6

2 Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger

3 und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?

4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:

5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt;

6 und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.

Lied EKG 8, 1-3 (nicht im EG):

1. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran! Empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, lasst uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier.

2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können; im Nachtmahl, Tauf und Wort.

3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Als Predigttext hören wir noch einmal die Antwort Jesu auf die Frage von Johannes dem Täufer, ob Jesus denn der Retter sei, der kommen solle, oder ob sie auf einen anderen warten sollten. Da sagte Jesus (Matthäus 11, 4-6 – GNB):

Berichtet ihm, was ihr hört und seht: Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird die Gute Nachricht verkündet. Freuen darf sich jeder, der nicht an mir irre wird!

Amen.

Liebe Kinder und liebe Erwachsene!

Wo Jesus ist, geschehen ungewöhnliche Sachen, ja sogar unglaubliche Sachen. Wir können uns das gar nicht vorstellen, dass Blinde plötzlich gehen können oder sogar Tote wieder aufstehen. Ich weiß aber, dass Jesus manchmal auch Leute blind genannt hat, die sehr wohl ihre Augen gebrauchen konnten, die aber einfach nicht sehen wollten, dass jemand anders in Not war. Und ich weiß, dass Jesus Menschen als tot ansah, auch wenn sie noch nicht gestorben waren, wenn sie keine Liebe hatten. Auf jeden Fall geschieht da, wo Jesus ist, etwas sehr Schönes: Menschen helfen und heilen sich gegenseitig. Davon will ich heute eine Geschichte erzählen, die Geschichte der Kinder von Ajoya…

Die Geschichte der Kinder von Ajoya
Kanon: Einsam bist du klein

Und was kannst du? Was können wir? Was können wir noch tun?

Wir können auch den Kindern in Ajoya helfen! Wenn wir etwas Geld für die Aktion „Brot für die Welt“ geben, oder wenn wir dafür Geld sammeln, dann wird das Geld dafür ausgegeben, dass sich an vielen Orten in der Welt Menschen gegenseitig helfen und Krankheiten heilen können.

Ajoya ist ein Beispiel für solche Hilfe für behinderte Kinder in Mexiko. Der Zucker- und Salzlöffel ist ein Beispiel für die Heilung kranker Kinder mit einfachen Mitteln. Auch in der Hilfe für andere lernt man immer noch dazu. So hat man inzwischen gemerkt, dass es nicht so gut ist, wenn man in armen Ländern große Krankenhäuser baut oder nur Ärzte hinschickt. Die meisten Menschen können gar nicht zum Krankenhaus gelangen oder zum Arzt, weil sie viel zu weit weg wohnen und weil das viel zu teuer ist. Deshalb hat man sich acht Punkte ausgedacht, die noch wichtiger sind für arme Länder, acht Trümpfe auf der Hand:

  1. ausreichende und erschwingliche Ernährung, möglichst aus eigenem Anbau;
  2. sauberes Wasser,
  3. Schutzimpfungen,
  4. Ausbildung von Geburtshelferinnen und Kinderpflegerinnen, damit nicht mehr so viele Mütter bei der Geburt sterben und nicht mehr jedes 10. Kind im ersten Lebensjahr stirbt,
  5. wichtigste Medikamente am Ort selbst billig herstellen; 240 Medikamente reichen aus,
  6. Ausbildung von Dorfgesundheitshelfern, die einfache Krankheiten wie Durchfall behandeln können,
  7. Ausbildung der Medizinmänner und weisen Frauen zu fachkundigen Helfern,
  8. Gesundheitserziehung, damit man die Ursachen schlechter Gesundheit vorbeugend erkennt und etwas dagegen tun kann.

50 Milliarden Dollar pro Jahr würde es kosten, dies alles weltweit durchzusetzen. Das klingt viel, aber es ist nur zwei Drittel dessen, was jedes Jahr in der ganzen Welt für Zigaretten ausgegeben wird. 50 Milliarden Dollar, das sind 150 Milliarden DM oder 150 000 mal 1 Million Mark. Für Brot für die Welt wurden im letzten Jahr 79 Millionen Mark gespendet.

Es wird also etwas Sinnvolles getan, aber es fehlt überall an Geld. Aber ist es nicht so: wir geben gern etwas, wenn wir wissen, es wird für eine gute Sache ausgegeben. Wenn also die Sammler kommen oder auch im Heiligabendgottesdienst: bitte denken Sie daran, bitte denkt daran, wofür soviel Geld Jahr für Jahr gebraucht wird und wie viel damit geholfen werden kann!

Und wie ist es bei uns?

Wir haben genug zu essen. Manchmal sogar zu viel. Was müsst ihr nicht alles für Süßigkeiten, in euch hineinstopfen, gerade jetzt zur Weihnachtszeit! Bei uns muss auch niemand an Durchfall sterben. Wir haben Ärzte und Medizin genug. Aber viele sind bei uns an der Seele krank. Viele brauchen bei uns jeden Tag ein liebes Wort. Viele haben Angst vor anderen, weil sie immer ausgelacht werden, weil sie in der Schule nicht gut sind, weil sie keine Arbeit bekommen oder weil die Arbeit zu schwer ist, weil sie es nie jemandem recht machen können, ja, weil niemand sie gern hat. Viele bei uns können an der Seele gesund werden, wenn wir lieber ein nettes Wort zu viel sagen und ein Schimpfwort weniger.

Und wenn die anderen so blöd sind?

Dann ist es besser zu sagen: Ich bin traurig! Ich fühle mich verletzt! als zurückzuschimpfen: Du bist gemein, du bist blöd!

Denn wenn ich sage: ich bin traurig, dann kann mich der andere vielleicht verstehen. Aber wenn ich sage: du bist gemein, dann verletze ich vielleicht wieder den anderen, und wir verstehen uns beide nicht.

Jesus will, dass wir nicht nur an uns denken, aber er will auch nicht, dass wir uns vergessen. Alle sollen heil werden! Alle hat er lieb, die anderen und auch uns. Amen.

Lied EKG 7, 4-6 (EG 9):

4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt.

5. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müsst haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, lasst eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der ist eu’r höchstes Gut.

6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu’r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist’s, der helfen kann; halt’ eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn.

Herr, unser Gott! Höre uns, wenn wir zu dir beten! Sei uns nahe, wenn wir dich brauchen! Schenk uns Menschen, die uns helfen! Mach uns bereit, anderen zu helfen! Gib, dass wir unsere Ohren nicht verstopfen, wenn du uns etwas sagen willst! Gib, dass wir sehen, wenn jemand in Not ist! Lass uns nicht den Mut verlieren, auch wenn die Not sehr groß ist! Schenke uns den Mut, um Hilfe zu bitten, wenn wir am Ende sind! Gib uns die Zuversicht, dass unsere Hilfe nützlich ist, auch wenn wir nur wenig tun können!

Und wenn unsere Macht ganz am Ende ist, lass uns trotzdem nicht das Vertrauen zu dir verlieren. Tröste uns in Trauer und Verzweiflung! Sei denen nahe, die um einen Verstorbenen trauern. Heute bitten wir dich insbesondere für Herrn …, der im Alter von 57 Jahren gestorben ist und kirchlich bestattet wurde. Herr Jesus Christus, Licht der Welt, leuchte du auch in unseren Schmerz hinein und gib uns Hoffnung.

Wir warten auf die Ankunft deines Sohnes, Gott! Mach uns offen für das, was du uns schenken willst Amen.

Vater unser
Lied 5, 1+4-5 (EG 7):

1. O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, hera b vom Himmel lauf, reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

4. Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

5. O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern; o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.

Abkündigungen und Segen

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