Gabi und Lutz reden mit Gott

Spielszene mit Lutz und Gabi zum Thema Beten im Frühjahr 2008 in der Paulus-Kita Gießen.
Betende Hände mit Herz-und Blumensymbolen

Man kann beim Beten die Hände falten oder die Handflächen aneinanderlegen (Bild: pixabay.com)

Lutz: Kommst du endlich ins Bett?

Gabi: Warte noch, gleich komm ich!

Lutz: Was machst du denn noch so lange?

Gabi: Sei doch nicht so ungeduldig.

Lutz: Immer murmelst du was, und ich verstehe gar nichts.

Gabi: Ich rede ja auch nicht mit dir.

Lutz: Mit wem redest du denn? Hier ist doch niemand außer uns?

Gabi: Ich bete.

Lutz: Du betest?

Gabi: Ja, ich bete. Ich rede mit Gott.

Lutz: Aber wie geht das, du kannst Gott doch gar nicht sehen.

Gabi: Stimmt. Aber Gott kann mich sehen und hören.

Lutz: Aber hört er dir auch wirklich zu?

Gabi: Ja, er hört allen Menschen zu.

Lutz: Aber das sind ja sooo viele Menschen. Hunderte, Tausende, Millionen Menschen. Ich glaub nicht, dass er allen gleichzeitig zuhören kann.

Gabi: Doch, Lutz. Gott ist sooo groß und kann sooo gut hören, dass er allen Menschen zuhören kann.

Lutz: Hat Gott denn Millionen Ohren?

Gabi: Das weiß ich nicht. Ich glaube, Gott ist so unsichtbar wie die Luft, und er kann einfach gleichzeitig überall sein, und darum kann er auch allen Menschen zuhören.

Lutz: Aber wer hat schon Lust, dir zuzuhören? Blablabla…

Gabi: Jetzt werd nicht frech. Wir wollten uns doch vertragen.

Lutz: Du hast ja Recht. Aber das Beten, ist das nicht nur was für alte Leute?

Gabi: Nein, das können alle Menschen machen. Männer, Frauen, Mädchen, Jungen, alte Leute und auch Kinder.

Lutz: Aber ganz habe ich das mit dem Beten immer noch nicht verstanden.

Gabi: Was denn nicht?

Lutz: Du hast gesagt, Beten ist mit Gott Reden.

Gabi: Ja.

Lutz: Aber wenn ich mit dir rede, dann sage ich was, und dann sagst du was, und dann sage wieder ich was, und dann wieder du. Und meistens willst du das letzte Wort haben.

Gabi: Ja, und?

Lutz: Ich hab auch schon mal versucht, mit Gott zu reden. Aber er sagt dann gar nichts.

Gabi: Weißt du, Lutz, das ist bei Gott anders, als wenn wir miteinander reden.

Lutz: Wieso?

Gabi: Die meisten Menschen hätten Angst, wenn Gott auf einmal zu ihnen reden würde, einfach so aus dem Himmel oder aus dem Nichts. Man kann ihn ja nicht sehen.

Lutz: Ich fände das cool.

Gabi: Ich glaub, du würdest dir vor Angst in die Hose machen!

Lutz: Nee, ich hab doch gar keine Hose an.

Gabi: Du weißt, was ich meine. Gott spricht anders mit uns.

Lutz: Aber wie denn?

Gabi: Es hat Menschen gegeben, die hießen Propheten oder Apostel. Die haben Gott reden hören. In ihrem Herzen oder in ihrem Kopf war diese Stimme plötzlich da.

Lutz: Warum kann ich das nicht auch?

Gabi: Gott hat wohl gemeint, es reicht, wenn er ein paar Menschen aussucht, die das können.

Lutz: Aber will Gott nicht allen Menschen etwas sagen?

Gabi: Doch. Die Propheten und Apostel haben ja in der Bibel aufgeschrieben, was Gott ihnen gesagt hat.

Lutz: Ach, in dem Buch, aus dem Pfarrer Schütz immer Geschichten vorliest?

Gabi: Ja, in der Bibel stehen nicht nur Geschichten von Gott und Jesus, da steht auch, was die Propheten und Apostel von Gott gehört haben.

Lutz: Ob der Pfarrer Schütz uns mal eine Geschichte von einem Propheten vorliest?

Gabi: Ganz bestimmt. Wenn die Kinder das wollen, dann sollen sie das ruhig sagen.

Lutz: Aber jetzt sag mir noch mal: Was sagst du denn eigentlich dem lieben Gott, wenn du betest?

Gabi: Willst du das wirklich wissen? Und mich nicht ärgern? Und nicht auslachen?

Lutz: Nein. Ich will das auch mal versuchen. Beten. Reden mit Gott.

Gabi: OK, dann sage ich dir, was ich heute Abend bete:

Was schön war heute, es kam von dir.
Was unrecht war, vergib es mir.
Lass mich bei dir geborgen sein.
In deinem Namen schlaf ich ein.

Lutz: Das ist schön. Aber was heißt „geborgen sein“?

Gabi: Geborgen sein heißt, wenn man sich so richtig kuschelig fühlt, weil einer da ist, der einen im Arm lieb hält.

Lutz: Und was ist das mit dem Namen? Hat Gott denn einen Namen?

Gabi: Gott hat gesagt: Mein Name ist: ICH BIN DA. Ich bin immer für euch da. Das ist mein Name für immer. Denn Gott hat uns lieb. Aber jetzt gute Nacht, Lutz!

Lutz: Moment noch, Gabi, gleich komm ich.

Gabi: Wieso muss ich jetzt auf dich warten?

Lutz: Jetzt will ich auch noch beten. Dann komm ich! Gute Nacht, Gabi!

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