Ein christliches Opferfest?

Vom Karfreitag zum Osterfest.

Handpuppenszene für die Kinder des Kinder- und Familienzentrums in der evangelischen Pauluskirche Gießen.
Osterandacht der Kita-Kinder in der Pauluskirche

Osterandacht der Kita-Kinder in der Pauluskirche

Lutz: Hallo Gabi, hast du das letztes Mal eigentlich verstanden, was Jamal und Zappi erzählt haben?

Gabi: Wieso, was meinst du denn?

Lutz: Das mit Abraham und dem Opfer und dem Schaf.

Gabi: Du meinst, dass Abraham dachte, er soll seinen Sohn töten und dann sollte er nur ein Schaf opfern?

Lutz: Ja. Der Jamal hat doch gesagt, die Muslime feiern deswegen ein Opferfest.

Gabi: Stimmt. Und was hast du davon nicht verstanden?

Lutz: Warum feiern die Christen eigentlich nicht auch ein Opferfest? Die Geschichte steht doch auch in der Bibel, nicht nur im Koran.

Gabi: Das weiß ich auch nicht. Fragen wir doch mal Fischli. Der ist heute auch hier in der Kirche.

Gabi ruft Fischli, damit er erklärt, ob es ein christliches Opferfest gibt

Gabi ruft Fischli, damit er erklärt, ob es ein christliches Opferfest gibt

Fischli: Hallo, liebe Kinder! Ich war ja schon lange nicht mehr bei euch. Kennt ihr mich noch?

Lutz: Manche vielleicht nicht, es gibt ja neue Kinder im Kindergarten.

Gabi: Dann lernen die dich jetzt kennen. Du bist ein Pinguin, der Fischli heißt.

Fischli: Und ihr wollt von mir wissen, warum die Christen kein Opferfest feiern?

Lutz: Ja, Fischli. Jamal und Zappi haben uns von Abraham erzählt, dass er ein Schaf geopfert hat. Aber nur Muslime feiern ein Opferfest, Christen nicht.

Fischli: Na ja, so etwas ähnliches gibt es bei den Christen auch. Aber nicht mit Abraham, sondern mit Jesus.

Gabi: Wieso? Hat Jesus auch ein Schaf geopfert?

Fischli: Nein, das nicht. Aber wir Christen glauben, dass Jesus sich selbst geopfert hat.

Lutz stellt auch Fragen an Fischli

Lutz stellt auch Fragen an Fischli

Lutz: Was? Hat Jesus sich selber totgemacht?

Fischli: Nein, das auch nicht. Der König im Land dachte, Jesus hilft so vielen armen Menschen, der will bestimmt selber König werden. Davor hatte er Angst, darum wollte er Jesus totmachen.

Gabi: Das war aber ein böser Mann!

Fischli: Ja. Auch andere Menschen wollten, dass Jesus tot ist. Die haben geschrien: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“, und dann hat man ihn an ein Kreuz gehängt.

Lutz: Da vorne ist ein Kreuz, da sieht man, wie man den Jesus aufgehängt hat.

Gabi: Das ist aber sehr böse. Und da ist er gestorben?

Fischli: Ja, wir Christen glauben, dass er da gestorben ist. Er wollte nicht die Menschen töten, die ihn töten wollten. Darum hat er sich nicht gewehrt und sich selber töten lassen. Das meine ich, wenn ich sage: Er hat sich selbst geopfert.

Lutz: Aber was ist nun mit dem christlichen Opferfest. Davon habe ich noch nie etwas gehört.

Fischli muss viel erklären

Fischli muss viel erklären

Fischli: Na ja, das heißt ja auch nicht so. Aber wir Christen feiern Karfreitag. Das ist übermorgen. Da gehen Christen in die Kirche und denken daran, dass Jesus sich geopfert hat.

Gabi: Das ist aber ein trauriges Fest.

Lutz: Das würde ich gar nicht gerne feiern wollen.

Fischli: Das kann ich verstehen. Aber wir Christen sagen: Der Jesus hat die Menschen so sehr lieb gehabt, dass er sogar für sie gestorben ist. Er ist unser bester Freund. Er ist so lieb wie der liebe Gott.

Lutz: Aber was hat der Jesus davon. Tot ist er trotzdem.

Fischli: Jesus ist aber nicht tot geblieben.

Gabi: Stimmt ja! Am Sonntag ist das Osterfest…

Lutz: … und da feiern die Christen, dass Jesus vom Tod auferstanden ist!

Fischli: Genau. Gott hat gesagt: Der Jesus hat die Menschen sooo lieb, der darf nicht für immer tot sein.

Gabi: Und darum gibt es hier in der Kirche auch noch das große Bild da oben, nicht wahr?

Fischli: Ja, liebe Gabi. Da ist Jesus noch einmal zu sehen, wie er auferstanden ist.

Lutz: Aber neben dem Jesus sind noch die ganzen bösen Sachen zu sehen: das Kreuz und die Nägel und ein Speer, mit dem man ihn gestochen hat…

Fischli: Ja, aber jetzt lebt Jesus im Himmel, und es tut ihm nichts mehr weh.

Gabi: Dann geht ja auch diese Geschichte mit dem Karfreitag doch noch gut aus, wenn es Ostern wird.

Bei der Osterandacht der Kita-Kinder

Fischli: Und wenn Leute hier in der Kirche sitzen, können sie dort oben den Jesus anschauen und sich vorstellen, wie er zu ihnen sagt: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben! Wenn ihr einmal tot seid, könnt ihr auch zu Gott in den Himmel kommen, genau wie ich.“

Lutz: Das Bild finde ich richtig schön. Mit richtig viel Rot und Gelb! Das leuchtet so richtig!

Gabi: Wo das meiste Gelb ist, da sehe ich auch Engel.

Fischli: Als Jesus vom Tod auferstanden ist, war niemand dabei. Das haben die Engel den Freundinnen von Jesus erzählt.

Gabi ist richtig stolz, dass sie ein Mädchen ist

Gabi ist richtig stolz, dass sie ein Mädchen ist

Lutz: Wieso nur den Frauen? Wieso nicht den Männern?

Fischli: Die Freunde von Jesus hatten so viel Angst, dass sie wegliefen, als man Jesus gefangen nahm. Die Frauen waren in der Nähe von Jesus geblieben.

Gabi: Da bin ich richtig stolz, dass ich ein Mädchen bin. So mutig wie diese Frauen will ich auch mal sein.

Fischli: Ja, Männer können auch von Frauen was lernen und Jungs von Mädchen.

Lutz: Und haben die Männer das dann gar nicht mitgekriegt, dass Jesus auferstanden ist?

Fischli: Doch. Den Frauen haben sie es aber nicht ge­glaubt, als sie es erzählt haben. Erst als sie Jesus selber gesehen haben. So wie in einem Traum. Da haben die Männer es auch geglaubt.

Gabi: Männer! Die brauchen immer eine Extra-Einladung!

Lutz: Aber da oben auf dem Bild sehe ich keine Frauen. Da sind Soldaten, und ein Mann liegt am Boden, und einer erzählt anderen Männern was.

Auf dem Altarfensterbild sind zwei Szenen mit Paulus zu sehen

Auf dem Altarfensterbild sind zwei Szenen mit Paulus zu sehen

Fischli: Der Mann, der da liegt, das ist Paulus mit Soldaten vor der größten Stadt in Syrien, die Damaskus heißt. Der will Christen fangen und einsperren, aber dann hört er, wie Jesus zu ihm spricht, so in seinem Kopf: „Warum willst du mich fangen? Warum sperrst du die Leute ein, die an mich glauben?“ Da glaubt auch Paulus an Jesus und wird selber ein Christ. Dann steht Paulus in der größten Stadt in Griechenland, die Athen heißt, und er sagt zu den Leuten: „Ich glaube an Jesus, und wenn ihr wollt, könnt ihr auch an Jesus glauben.“

Gabi: Ich weiß, warum da zwei Bilder von Paulus sind.

Lutz: Warum?

Gabi: Weil diese Kirche Pauluskirche heißt!

Lutz: Und ich weiß jetzt, dass Karfreitag so was ist wie ein Opferfest. Und Ostern ist ein Osterfest. Und dann will ich Ostereier suchen. Denn aus dem Ei kommt ein Küken, so wie Jesus auch wieder lebt. Und das ganze Fenster sieht wie ein Osterei aus !

Fischli: Das hast du schön gesagt, Lutz! Frohe Ostern!

Gabi und Lutz: Frohe Ostern, Fischli! Frohe Ostern, Kinder!

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