Osterspaziergang nach Emmaus

Beim Teilen des Brotes erkennen sie Jesus endlich. Sie erkennen, wer ihnen zugehört und sie getröstet hat – und sie können ihn nicht festhalten. Er lebt, jedoch nicht so wie vor der Kreuzigung. Er wird bei ihnen sein, wann immer sie einander zuhören und trösten. Er wird bei ihnen sein, wann immer sie miteinander das Brot teilen.

Kirchenfenster mit dem Gang der Jünger Jesu nach Emmaus - und Jesus in ihrer Mitte

Jesus unerkannt in der Mitte der Jünger, die nach Emmaus wandern (Bild des Kirchenfensters: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Ostersonntag, 20. April 2003, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen mit der Feier des Heiligen Abendmahls und am Ostermontag, 21. April 2003, um 10.00 Uhr in der Thomaskirche Gießen
Johann Scherer: Minuet alternative aus Sonate II

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

„Osterspaziergang nach Emmaus“. So lautet die Überschrift für diesen Gottesdienst. Zu einem Osterspaziergang macht man sich auf, wenn der Frühling erwacht und man mit Goethe sagen kann: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick.“ Auf einem besonderen Osterspaziergang begleiten wir heute zwei Jünger Jesu, die auf diesem Weg ihr ganz persönliches Ostern erleben.

Das Lied 110, das wir als erstes singen, verbindet die Osterfreude mit der Freude über den beginnenden Frühling:

1) Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

2) Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja, die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.

3) Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja, die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.

4) Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja, jetzt singt und klingt die Nachtigall. Halleluja, Halleluja.

5) Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja, und gibt der Welt ein‘ neuen Schein. Halleluja, Halleluja.

6) Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Wer Ostern spazieren geht, freut sich über die wieder erwachende Natur. Wie schön, wenn wir noch mehr Grund zur Freude haben: Nicht nur die Natur erwacht in ihrem immerwährenden Jahreskreislauf, nein, die Natur freut sich mit über die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Trauer, Depression, trübe Gedanken – sie liegen schwer auf unserer Seele. Sünde und Schuld belasten uns. Wie gelähmt ist unser Herz und zweifelt am Sinn der guten Schöpfung und des eigenen Lebens; keinen Blick hat unser Auge für die Schönheit der Natur; wie tot ist unsere Seele, wo sie keine Liebe an sich heranlässt. Wir rufen zu Gott:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Darum lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, lass uns aufbrechen und Ostern suchen – von wo aus auch immer wir starten, ob wir fröhlich sind oder traurig, gläubig oder in Zweifeln. Mach unser Herz offen für unsere eigene Erfahrung mit Ostern. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Buch Jesaja 25, 8-9:

8 Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat’s gesagt.

9 Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.«

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen aus dem Osterlied 111, die Strophen 1-5:

1) Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja.

2) Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, lässt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja.

3) Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt ins Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mir Ehr sein Siegesfähnlein schwingt. Halleluja.

4) Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält; drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja.

5) In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde! Kennen Sie den „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe, das Trauerspiel? Da bricht Dr. Faust zu einem Osterspaziergang auf, nachdem ihn die Klänge eines Osterliedes in der Frühe des Ostermorgens davon abgehalten haben, seinem Leben ein Ende zu setzen:

„Christ ist erstanden!
Aus der Verwesung Schoß.
Reißet von Banden
Freudig euch los!“

Nun beobachtet er die erwachende Natur:

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück.“

Und er freut sich an den Menschen, die aus winterlicher Enge hinaus in die Weite des Frühlings streben:

„Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.“

Heraus aus der Nacht des Todes ins Leben, heraus aus der Enge der Häuser in die Weite der Natur, heraus aus dunklen Kirchen ins Licht des Tages führt Goethes Osterspaziergang.

Ich lade Sie heute ein, hier in der Kirche einen Osterspaziergang mitzumachen. Zwei ansonsten unbekannte Jünger Jesu, so erzählt Lukas 24, 13-35, brechen an Ostern in ihr Heimatdorf Emmaus auf. Nach der Kreuzigung ihres Herrn halten es die beiden nicht länger bei den anderen in Jerusalem aus. Was sollen sie noch hier? Es hat doch alles keinen Zweck mehr. Den Sabbat warten sie ab, und am dritten Tag machen sie sich auf dem Heimweg.

13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist Emmaus.

14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.

Auf einem langen Weg kann man reden. Ihre Gedanken kreisen um die Ereignisse der letzten Tage – den furchtbaren Tod Jesu am Kreuz, die verwirrenden Berichte der Frauen am Ostermorgen, das Grab sei leer. Unfug, denken sie. Sie drehen sich im Kreis, traurig, ratlos, verzweifelt.

Mit Musik stimmen wir uns auf den Weg der Jünger ein:

Johann Scherer: Adagio aus Sonate II

Wenn man spazierengeht, begegnet man Menschen. So geht es auch den beiden Jüngern. Ein unbekannter Mann schließt sich ihnen an.

15 Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.

16 Aber ihre Augen wurde gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.

Der Erzähler weiß, wer der Unbekannte ist. Die beiden Jüngern erkennen ihn nicht – ihn, um den sie trauern. Sie gehen ihren Weg, als ob Jesus für immer tot wäre. Als ob am Karfreitag jede Hoffnung getötet worden wäre. Sie können Jesus nicht erkennen, denn er ist ja tot. Sie können die Stimme Jesu nicht als seine erkennen – dann müssten sie ja mitten in ihrer Trauer und Verzweiflung wieder Hoffnung und Zuversicht zulassen.

Trotzdem mischt sich der Unbekannte in ihr Gespräch ein.

17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.

Die Einmischung des Unbekannten unterbricht das Reden der Jünger. Es führt zu nichts. Es ist gut, wenn sie jetzt innehalten. Sie bleiben stehen. Jetzt fühlen sie, wie traurig sie sind.

Aber wollen sie das überhaupt? Warum muss dieser Fremde die Wunde der Trauer aufreißen? Soll er doch still sein.

18 Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

19 Und er sprach zu ihnen: Was denn?

Jesus ist aber nicht still. Er lässt sich erzählen, was weh tut. Er geht an die Wunde der beiden heran, aber nicht, um sie neu aufzureißen. Nicht um seine Neugier zu befriedigen. Nicht um Material zum Weitererzählen zu sammeln. Er will behutsam mit der Wunde umgehen, sie anschauen, verbinden, heilen.

Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk;

20 wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben.

Sie schütten ihr ganzes Herz aus, was sie bewegt, womit sie nicht fertig werden. Wie Jesus die Herzen der Menschen anrühren konnte. Und wie man ihn so brutal umbrachte.

21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde.

Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist.

Man kann Dinge wissen und weiß sie doch nicht. Sie erwähnen den dritten Tag, auf den Jesus angespielt hatte. Aber was am dritten Tag geschehen sollte, daran erinnern sie sich nicht.

Auch die Osterbotschaft hatten sie eigentlich schon am Morgen gehört, aber sie konnten nichts damit anfangen:

22 Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen,

23 haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.

24 Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden’s so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.

Jesus hat die Männer innehalten lassen; sie haben gefühlt, wie traurig sie sind. Jesus hat die Männer reden lassen; mit vielen Worten sagen sie nichts, außer dass sie ratlos sind. Nun entschließt sich Jesus, selber zu reden. Er vergisst dabei sogar ein paar Regeln der Höflichkeit und weist die beiden zurecht:

25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem glauben, was die Propheten geredet haben!

Dann legt er ihnen die Bibel aus – sie sollen nachdenken, Zusammenhänge erkennen, verstehen. Sie sollen begreifen, was das eigentlich für ein Messias ist, auf den sie gehofft haben, warum er nicht als Sieger auf einem Podest, sondern als Verlierer am Kreuz endet.

26 Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?

27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.

So vergeht der Osterspaziergang wie im Fluge. Ob die Jünger etwas verstanden haben, wird nicht erzählt, wohl aber, dass sie ihren Begleiter am Ende des Weges nicht weitergehen lassen wollen. Ohne ihn zu erkennen, haben sie sich von ihm trösten lassen.

28 Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen.

29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.

30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen.

31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.

Und er verschwand vor ihnen.

Beim Teilen des Brotes erkennen sie Jesus endlich – und im gleichen Augenblick verschwindet er vor ihren Augen. Sie erkennen, wer ihnen zugehört und sie getröstet hat – und sie können ihn nicht festhalten. Er lebt, jedoch nicht so wie vor der Kreuzigung. Er ist auferstanden, jedoch in einem anderen Leib. Er wird weiter bei ihnen sein, jedoch unsichtbar, im Geiste. Er wird bei ihnen sein, wann immer sie einander zuhören und trösten. Er wird bei ihnen sein, wann immer sie miteinander das Brot teilen.

Das ist die Ostererfahrung der beiden Jünger in Emmaus am Ende ihres Osterspaziergangs.

32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf Wege und uns die Schrift öffnete?

Im Rückblick wird den Jüngern klar: Schon auf dem Weg ist etwas mit ihnen geschehen. Auf dem Osterspaziergang hatte Jesus ihr Herz angerührt, bewegt, ja „brannte es nicht“ sogar?

Nun hält es die beiden nicht mehr zu Hause, wo sie sich ohne Hoffnung verkriechen wollten. Noch einmal brechen sie auf an diesem Tage, um den gleichen Weg noch einmal zu gehen, diesmal in entgegengesetzter Richtung, zurück nach Jerusalem. Sie müssen weitererzählen, was sie erlebt haben.

Wieder stimmen wir uns mit Musik auf den erneuten Osterspaziergang der Jünger ein:

Johann Scherer: Minuet aus Sonate II

Das ist jetzt eine andere Gangart, nicht deprimiert, sondern beschwingt und froh – sie gehen flott, sie haben ein Ziel.

33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren;

34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.

35 Und sie erzählten, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.

Zweimal sind die Jünger ein- und denselben Weg gegangen. Auf dem Hinweg brauchten sie notwendig die Begleitung des Jesus, auch wenn sie ihn nicht erkannten. Der Weg zur Osterfreude kann beschwerlich sein. Auf dem Rückweg wissen sie, dass Jesus bei ihnen ist, auch wenn sie ihn nicht mehr sehen und nicht mehr hören. Osterfreude beflügelt ihre Schritte. Solche Osterspaziergänge wünsche ich auch Ihnen. Wege, auf denen Sie zu Ihrer eigenen Osterfreude finden. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen das Lied 552:

Einer ist unser Leben

„Viele kennen nur Waffen und Krieg“, so haben wir gesungen. Wer zur Osterfreude findet, kann Mut bewahren und aufbringen, gegen Gewalt und für Frieden zu arbeiten. Zu den brennenden Fragen um den Irak-Krieg hat Kirchenpräsident Peter Steinacker am Osterfest 2003 den Gemeinden der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau einen Brief geschrieben, in dem es u. a. heißt:

Heute morgen feiern wir die Auferstehung, den Sieg des Lebens über den Tod. Gleichzeitig können wir uns der Realität von Gewalt und ihren tödlichen Folgen nicht entziehen. Deshalb schreibe ich Ihnen. …

Die Kirchen in aller Welt [haben sich] im Vorfeld immer wieder deutlich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen… Das hat den Krieg nicht verhindern können, aber der ungerechtfertigten Gewalt ist hörbar widersprochen worden…

Nach der Entmachtung des Diktators Saddam hoffen wir auf ein möglichst rasches Ende aller Kampfhandlungen ohne weiteres Blutvergießen.“

Steinacker beklagt weiter das Versäumnis, dass es „keine klare Vorstellung über die neue Friedensordnung im Irak“ gibt, dass „die Rolle der Vereinten Nationen, die, mit Vollmacht ausgestattet, eine Einhaltung des Völkerrechts garantieren könnten, wiederum sehr im Unklaren belassen“ wird, dass „auch das Verhältnis der Staaten innerhalb des …westlichen Bündnisses … stark belastet“ ist, dass „das Vertrauen vieler Europäerinnen und Europäer in die traditionellen Prinzipien der freiheitlichen Demokratie in der Weltmacht USA … schwer erschüttert“ ist. Er fragt: „Wie sollen wir wieder auf dem Boden gemeinsamer Normen und Überzeugungen zusammenkommen, um unsere Aufgaben in einer von Ungerechtigkeit und Gewalt gezeichneten Welt zu erfüllen?

Wir leben in der österlichen Hoffnung, dass auch aus ungerechtfertigter Gewalt neue Lebensmöglichkeiten entstehen können. Jesu Auferweckung begründet und eröffnet Leben mitten in der vom Tod zerrissenen Welt. Der für alle Welt gekreuzigte und auferstandene Christus weist uns als seine Gemeinde an, für die seufzende Erde und die Not der Menschen helfend da zu sein. So bitte ich Sie: Hören Sie nicht auf, für den Frieden zu beten und begleiten Sie den kommenden Friedensprozess mit kritischer Aufmerksamkeit. Als Zeichen unserer österlichen Hoffnung können wir uns für die humanitäre Hilfe im Irak einsetzen sowie für eine Durchbrechung der Gewaltspirale und die Wiederaufrichtung ziviler und lebensdienlicher Ordnung eintreten..

Mit österlichem Gruß
Ihr Dr. Peter Steinacker.“

Lasst uns nun miteinander das Abendmahl feiern.

Als du mit ihnen am Tisch das Brot brachst, erkannten dich deine Jünger. Für ihre Seelen hattest du gesorgt, auch unsere Seelen machst du satt. Du, Christus, bist Brot für uns.

Herr, bleibe bei uns in der Nacht unserer Sünde und vergib sie uns. Herr, bleibe bei uns in der Nacht unserer Angst und lass in uns Vertrauen wachsen. Herr, bleibe bei uns in der Nacht der Gewalt und schenke uns Mut zum Frieden. In der Stille bringen wir vor dich, was uns belastet:

Beichtstille

Wollt Ihr Gottes Treue und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, Gott ernst zu nehmen als den der groß ist in seiner Güte und Freundlichkeit zu uns Menschen. Würdig und recht ist es, uns selber anzunehmen als Menschen mit aufrechtem Gang, von Gott geliebt und verantwortlich für unser Leben. Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Lasst uns beten!

Gott, der du deinen Sohn aus dem Tod erweckt hast: Lass uns fest vertrauen auf die Auferstehung von den Toten! Erwecke uns schon hier aus dem Tod der Sinnlosigkeit. Wo Menschen verzweifelt sind – schenke ihnen Hoffnung! Wo Menschen trauern – schenke ihnen Trost! Wo Menschen unter Gewalt leiden – hilf, das Blutvergießen zu beenden! Wo Menschen mit Gewalt nicht nur drohen, sondern sie auch anwenden – lenke ihre Füße auf den Weg des Friedens! Schenke uns Mut zum Leben und zum Frieden, Mut zum Vertrauen und zur Liebe! Amen.

Wir singen das Lied 99:

1) Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

2) Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ‘. Kyrieleis.

3) Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Abkündigungen

Gott segne euch, und behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden. Amen.

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