Auf Gottes Spuren

Das tun Schüler andern Schülern an: Hänseleien, Kopf in die Kloschüssel Stecken, Verprügeln auf dem Heimweg, das Ganze Fotografieren und ins Internet stellen. Weil Menschen unter anderen Menschen leiden, hängt immer noch in den Kirchen dieser Jesus am Kreuz. Nicht weil wir Spaß an diesem furchtbaren Bild haben, sondern weil die Blutspur, die zu diesem Kreuz führt, dort aufhören soll!

Die blutigen und zum Gebet zusammengelegten Hände einer Frau halten ein Kreuz vor einem Baumstamm

Wir können auf Gottes Spuren gehen, weil die Blutspur, die zum Kreuz Jesu führt, dort endet (Bild: pixabay.com)

#predigtKonfirmation am Sonntag Misericordias Domini, 18. April 2010, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen
Orgelvorspiel zum Einzug der Konfis mit dem Kirchenvorstand

Im Namen aller Konfis begrüße ich Eltern, Verwandte, Paten und Freunde, den Kirchenvorstand und alle anderen in unserem Gottesdienst zur Konfirmation!

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden! Heute werdet ihr zum letzten Mal so angesprochen, denn ein „confirmandus“ oder eine „confirmanda“ ist man, bevor man konfirmiert wird. Ihr habt es geschafft, alle Aufgaben nach besten Kräften erfüllt, die Regeln eingehalten, so dass ich es akzeptiert habe, und nun feiere ich gern mit euch und euren Familien und Freunden in der Paulusgemeinde diesen Gottesdienst zur Konfirmation.

Noch ein paar Ansagen: Um Unruhe zu vermeiden, schalten Sie bitte Ihr Handy aus.

Und es soll im Gottesdienst nicht fotografiert werden, vor allem nicht mit Blitz. Nach dem Gottesdienst ist Gelegenheit zum Fotografieren vor der Kirche oder am Altar. Von der Empore aus kann mit Video gefilmt werden.

Über den Zweck der heutigen Kollekte haben wir in unserer Konfi-Gruppe abgestimmt. Wir bitten Sie am Ausgang um eine Spende für die Menschen in Haiti, die nach dem Erdbeben vor drei Monaten immer noch unter großer Not leiden. Die evangelische Aktion „Brot für die Welt“ hilft gemeinsam mit vier anderen Hilfsorganisationen beim Wiederaufbau nach den verheerenden Zerstörungen. Bisher wurden Hilfsgüter verteilt, Notunterkünfte errichtet und Flüchtlinge versorgt, zum Beispiel mit Nahrung, regenfesten Zelten, Kleidung und Kochgeschirr. Weiter werden Kinder betreut, die keine Eltern mehr haben. Langfristig unterstützt Brot für die Welt Projekte, die den Menschen helfen, sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Herzlichen Dank für alle Spenden!

Jetzt konzentrieren wir uns auf die Feier der Konfirmation. Sie steht unter dem Leitgedanken: „Auf Gottes Spuren“.

Wir feiern sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Wir singen aus dem Lied 515 die Strophen 1 und 6 bis 8:

Laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signor.

1. Sei gepriesen, du hast die Welt geschaffen, sei gepriesen für Sonne, Mond und Sterne, sei gepriesen für Meer und Kontinente, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

6. Sei gepriesen, denn du, Herr, schufst den Menschen! Sei gepriesen, er ist dein Bild der Liebe! Sei gepriesen für jedes Volk der Erde! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

7. Sei gepriesen, du selbst bist Mensch geworden! Sei gepriesen für Jesus, unsern Bruder! Sei gepriesen, wir tragen seinen Namen! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

8. Sei gepriesen, er hat zu uns gesprochen! Sei gepriesen, er ist für uns gestorben! Sei gepriesen, er ist vom Tod erstanden! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

Laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore. Amen.

Wir beten den Psalm 91 (in vereinfachter Sprache):

1 Wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen.

2 Ich sage zum HERRN: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, ich vertraue auf ihn!

5 Du fürchtest dich nicht vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der am Tag fliegt,

6 vor der Pest, die im Finstern umgeht, vor der Seuche, die am Mittag verwüstet.

11 Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen.

12 Auf den Händen tragen sie dich, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.

14 Du errettest mich, denn ich hänge an dir. Du beschützt mich, denn ich kenne deinen Namen.

15 Ich rufe dich an, und du antwortest mir. Du bist bei mir in der Not. Du befreist mich und machst mich stark.

Gott, wir feiern heute einen besonderen Gottesdienst. Fünfzehn Mädchen und Jungen sind mit ihren Familien und Freunden hier in der Kirche und wollen konfirmiert werden. Konfirmiert, das heißt „festgemacht“. Ich wünsche mir, dass sie diesen Gottesdienst nicht nur als letzte Pflichtübung ihres Konfi-Jahres über sich ergehen lassen, sondern dass sie wirklich im Glauben an dich einen Halt für ihr Leben finden. Mach sie stark und lass sie auf Schwache Rücksicht nehmen. Mach sie frei genug, dass sie im Leben Verantwortung übernehmen und im Respekt leben vor dir und den Menschen, die du geschaffen hast. Amen.

„Auf Gottes Spuren“, das sollte der Leitgedanke dieses Konfirmationsgottesdienstes sein. Aber Gott ist unsichtbar, hinterlässt er überhaupt Spuren in unserer Welt, in unserem Leben?

Im Konfirmandenunterricht haben wir einmal eine Gottsucher-Expedition unternommen. Der Pfarrer hat uns gefragt, wo wir Gott suchen würden, wenn wir ihn finden wollten.

Zuerst wurden wir gefragt: Wohin würde ich am ehesten, wenn ich Gott mit meinen Augen suchen wollte?

Fast alle haben geantwortet: „zum Himmel“. Einer hat gesagt: „Überall hin.“

Die zweite Frage war: Was würde ich tun, um mit Gott in Kontakt zu treten?

Auf diese Frage gab es verschiedene Antworten.

Die einen würden beten oder meditieren.

Einer würde in Gedanken auf Gott eingehen und ihm seine Fragen stellen.

Jemand meinte: Manchmal hatten Menschen Visionen von Gott oder hörten seine Stimme.

Und einer sagte: Wenn ich einfach lebe, hier und jetzt, dann bin ich schon im Kontakt zu Gott.

Dann folgte die Frage: Wohin würde ich am ehesten gehen, wenn ich Gott besuchen wollte?

Die meisten von uns würden dazu in die Kirche gehen.

Manche würden lieber auf einen Berg klettern oder Gott auf einem einsamen Feld oder einer Wiese suchen.

Einer würde zum Zentrum des Universums fliegen.

Aber ein anderer würde Gott bei den Menschen suchen, und zwar da, wo es Glauben und Vertrauen gibt.

Die vierte Frage lautete: Wohin würde ich am ehesten reisen, wenn ich Gott in der Zeit finden wollte?

Einige würden mit einer Zeitmaschine ins Jahrhundert von Jesu Geburt reisen, um selber mitzukriegen, was Jesus gesagt und getan hat.

Andere würden zum Ursprung der Welt fliegen, um zu erfahren, ob wirklich Gott die Welt erschaffen hat.

Es gab auch Konfis, die es spannend fänden, die Zeit mitzubekommen, als Mose das Volk Israel aus Ägypten befreit hat.

Und einer würde zum Auferstehungstag Jesu reisen und nachschauen, ob Jesus wirklich auferstanden ist.

Als Letztes wurden wir gefragt: Was würde ich am ehesten tun, wenn ich Gott spüren wollte?

Die meisten würden in die Kirche gehen und beten.

Andere würden in der Bibel lesen, um Gott zu spüren.

Einer würde ganz fest an Gott denken.

Und einer würde sich vorstellen, dass man Gott die Hand gibt.

Danke, liebe Konfirmandinnen, ihr habt uns einen kleinen Einblick in die Gedanken eurer Gruppe gegeben.

Spuren von Gott finden wir, wenn wir Gottesdienst feiern, zu ihm beten, bei ihm Halt finden oder auch, wenn wir mit Menschen zusammen sind, denen wir wirklich vertrauen können. Schon der Gedanke an Gott hinterlässt Spuren im Leben vieler Menschen.

Manche eurer Vorschläge, um Spuren Gottes in unserer Welt zu suchen, sind vielleicht nicht durchführbar, zum Beispiel zum Ursprung der Welt zu fliegen, aber eine Zeitreise zum Auferstehungstag Jesu oder in die Zeit der Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei ist wenigstens in Gedanken möglich, wenn wir in der Bibel lesen. Denn in diesem dicken Buch sind Worte von Gott aufbewahrt, natürlich verpackt in Worte von Menschen, und wer neugierig ist, entdeckt in der Bibel ganz viele Spuren, die Gott im Leben von einzelnen Menschen und ganzen Völkern hinterlassen hat.

In der Bibel steht auch viel darüber, was gut ist. Davon haben wir in der Konfi-Zeit hin und wieder ein Lied gesungen, wisst ihr noch den Titel? „Mensch, es ist dir gesagt, was gut ist“, das singen wir jetzt gemeinsam:

Lied: Mensch, es ist dir gesagt, was gut ist

Wir erfahren in der Bibel, was gut ist, was wir tun und lassen sollen. Aber es bleibt nicht allein bei solchen Forderungen. Genau so wichtig ist, dass es auch andere Spuren von Gott in unserem Leben geben kann.

Wir hören die Geschichte: „Fußspuren im Sand“

Eines Nachts schenkte Gott mir einen Traum. Ich ging mit Gott zusammen am Strand spazieren. Auf einmal leuchteten wie Blitzlichter Szenen meines bisherigen Lebens am Himmel auf. In jeder dieser Szenen sah ich Fußspuren im Sand, manchmal sah ich zwei Spuren, andere Male nur eine eine einzige Fußspur.

Das verstand ich einfach nicht, denn ich sah, dass gerade in den schwierigsten Lebenssituationen, als ich von Leid, Schmerzen, Angst und Sorgen zutiefst niedergedrückt war, nur eine einzige Fußspur da war.

Deshalb fasste ich mir ein Herz und sprach Gott darauf an: „Du hast mir versprochen, dass Du mich niemals alleine lassen würdest, wenn ich Dir nachfolge. Aber ich habe gesehen, dass gerade in den allerschwierigsten Situationen meines Lebens nur eine Fußspur da war. Warum? Warum warst Du ausgerechnet dann nicht bei mir; als ich dich am meisten brauchte?

Gott sah mich liebevoll an und antwortete: „In den schwersten Zeiten deines Lebens, als du nur eine einzige Fußspur im Sand sahst, habe ich dich getragen.“

Diese Geschichte ist ein Gleichnis, das nicht in der Bibel steht. Wir wissen gar nicht genau, wer sie zuerst erzählt hat, jedenfalls war es irgendwann im vergangenen Jahrhundert. Ich lege sie euch und Ihnen allen ans Herz, denn Gott fordert nicht nur etwas von uns, sondern vor allem begleitet er uns in unserem Leben und führt uns durch alles hindurch, was wir ertragen müssen.

Besonders deutliche Spuren hat Gott in unserer Welt durch einen bestimmten Mann hinterlassen, den wir den Sohn Gottes nennen. Wenn wir uns klar machen, wer Jesus war, wie er gelebt und gestorben ist, dann wissen wir sehr viel über Gott. Von ihm singen wir das Lied, das bei euch Konfis in diesem Jahr am beliebtesten war:

Lied: Man sagt, er war ein Gammler
Gott gebe euch ein Herz für sein Wort und Worte für euer Herz. Amen.

Liebe Konfis, liebe Gemeinde!

Auch unser heutiger Predigttext handelt von Spuren, die Gott hinterlässt. Er steht im Brief 1. Petrus 2, 21-25 (nach verschiedenen Übersetzungen in vereinfachter Sprache):

21 Christus hat euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.

22 Er hat keine Sünde begangen, und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.

23 Man lästerte über ihn, aber er lästerte nicht; er musste leiden, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.

24 Er trug unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes, damit wir tot sind für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

25 Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Beschützer eurer Seelen.

In der Geschichte vorhin hieß es, dass Gott uns manchmal durchs Leben trägt. Wir merken das gar nicht immer. Wir merken nur, dass wir eine schlimme Zeit hinter uns gebracht haben, dass es uns wieder gut geht. Dann können wir sagen: Gott sei Dank!

Jetzt hören wir, dass nicht nur Gott neben oder sogar in unseren Fußspuren mit uns durchs Leben geht, sondern dass wir auch auf den Spuren Gottes gehen sollen.

21 Christus hat euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.

Auf den Spuren Gottes gehen kann also auch heißen, dass wir Jesus auf seinen Spuren folgen, dass wir uns Jesus als Beispiel und Vorbild nehmen.

Ich weiß nicht, welchem Beispiel ihr in eurem Leben folgt? Wen habt ihr als Vorbild? Vater oder Mutter vielleicht? Oder jemand aus dem Fernsehen? Vielleicht ein Mann wie Martin Luther King, mit seinem Traum von einer Menschheit, die ohne Rassenhass friedlich zusammenlebt? Und hier nun Jesus, womit ist er uns ein Vorbild?

22 Er hat keine Sünde begangen, und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.

Jesus war so eng mit Gott verbunden, dass er gar nicht auf die Idee kam zu sündigen. Er geriet auch in Versuchungen, aber er hielt ihnen stand. Ich kenne niemand, der Jesus eine Sünde vorgeworfen hätte. Er hat niemanden belogen, hat sich für Leute eingesetzt, die von anderen verachtet wurden, hat Leute angefasst und geheilt, die andere eklig fanden, zum Beispiel Lepra-Kranke,

Nicht alles können wir Jesus genauso nachmachen, aber wir können auch versuchen, Gutes statt Böses zu tun und Menschen zu helfen, statt ihnen wehzutun.

23 Man lästerte über ihn, aber er lästerte nicht; er musste leiden, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.

Lästern, damit meinte man früher: Gott den Respekt verweigern. Als Jesus am Kreuz hing, verspottete man ihn: „Andern hat er geholfen, sich selber kann er nicht helfen! Steig doch vom Kreuz herunter und rette dich selbst!“ Jesus war scheinbar hilflos. Aber innerlich war er stärker als die, die lästerten und ihm wehtaten. Er hatte es nicht nötig, irgendwem zu beweisen, wie stark er war. So drohte er denen nicht, die ihn ans Kreuz nagelten, er sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Er lästerte nicht zurück, als die Leute über ihn lästerten.

Könntet ihr Jesus in dieser Spur folgen? Niemandem bedrohen, sondern einen Weg finden, um mit allen gut auszukommen? Über niemanden ablästern? Das ist nicht leicht. Besonders, wenn uns jemand schlecht behandelt hat. Aber es ist besser, unter vier Augen zu klären, was nicht OK ist, als wenn man jemanden vor anderen Leuten schlecht macht.

24 Er trug unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes, damit wir tot sind für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben.

Das klingt krass und ist sehr schwer zu verstehen. Hier werden die Spuren Jesu auf einmal zu einer Blutspur. Sie führt zu seinem Kreuz.

Sollen wir Jesus auf dieser Spur auch folgen? Ich habe mich gefragt, ob dieser Vers in eine Konfirmationspredigt überhaupt hineinpasst. Aber ich denke, irgendwie schon.

Die Blutspur, die zum Kreuz Jesu führt, hat nicht Jesus verursacht, sondern es waren andere, die ihn übel zurichten. Dornenkrone auf den Kopf, ausgepeitscht, Hände und Füße an das Kreuz genagelt. Er ist unschuldig, und trotzdem quälen ihn Menschen, weil sie Lust am Quälen haben, weil er ihnen im Weg ist, oder aus tausend anderen Gründen.

Das ist immer noch unsere Welt. Ähnliches passiert noch heute. Nicht nur in den Kriegen und Bürgerkriegen anderswo in der Welt, sondern auch in unserem normalen Alltag. Da wird jemandem die Arbeit zur Qual, weil er gemobbt wird. In der Ausstellung „Rosenstraße 76“ wurde gezeigt, wie oft es Gewalt sogar in Familien hinter verschlossenen Türen gibt. Zur Zeit kommt einiges an die Öffentlichkeit, was in Kirchen und Schulen an Missbrauch und Misshandlung passiert ist, durch Geistliche, durch Lehrer. Aber es gibt auch das, was Schüler andern Schülern antun: Hänseleien, Kopf in die Kloschüssel Stecken, Verprügeln auf dem Heimweg, das Ganze mit dem Handy Fotografieren und ins Internet stellen.

Weil solche Dinge alltäglich passieren, weil Menschen immer wieder unter anderen Menschen leiden, hängt immer noch in den Kirchen dieser Jesus am Kreuz. Wir stellen uns dieses furchtbare Bild nicht vor Augen, weil wir Spaß daran haben, sondern weil die Blutspur, die zu diesem Kreuz führt, dort aufhören soll!

Jesus ist der Sohn Gottes, er will, dass all das aufhört: Mobbing, Menschenquälen, Blutvergießen. Und dieses Aufhören fängt bei uns an. Jesus traut uns zu: Ihr könnt auch anders! Seid tot für die Sünde! Eure verzweifelten Rachepläne, eure feigen Taten gegenüber Schwächeren, euer Wegsehen, wenn Menschen zu Opfern werden, all das gehört auf den Müll. Macht es anders: Seid fair und gerecht! Hilfsbereitschaft ist cool! Das ist viel mutiger, als bei Leuten mitzumachen, die nur quälen und auslachen und eine dicke Lippe riskieren, weil sie nicht zeigen wollen, wie klein sie sich innen drin fühlen.

Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

Noch so ein krasses Bild. Die Wunden von Jesus heilen uns. Wie geht das? Jesus lässt sich selber verwunden, statt andere zu verletzen. Er bedroht uns nicht mit Strafen oder Rache, sondern er vergibt uns, wenn unser Leben, unsere Worte, unsere Taten nicht heilsam waren.

Vergeben heißt aber nicht: Schwamm drüber und weiter sündigen. Sondern Vergebung annehmen heißt: aufhören, andere zu verletzen. Sich Zeit nehmen für andere und ihnen zuhören. Vielleicht sogar eine kaputte Freundschaft oder Partnerschaft noch einmal drehen und uns versöhnen. Wir können uns selbst und die anderen so nehmen, wie wir sind.

25 Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Beschützer eurer Seelen.

Wir müssen realistisch sein. Nur wenige Menschen sind tatsächlich bereit, in ihrem Leben den Spuren Jesu zu folgen. Und wenn wir bereit sind, ist es nicht sicher, ob wir das immer schaffen. Aber wer sich verirrt hat, wer vom guten Weg abgekommen ist, behält die Chance, wieder heimzukehren. Wer zu Gott findet, kehrt heim zu dem, der uns alle geschaffen hat und der uns liebt.

Ich wünsche euch allen, dass ihr im Lauf eures Lebens, früher oder später, vielleicht sogar schon jetzt, etwas von diesem Gott spürt und anfangt, auf den Spuren von Jesus zu gehen. Amen.

Gott erfülle dich mit aller Freude und mit Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen nun ein Lied vom Wort Gottes: „Lebendig – und kräftig – und schärfer“. Sie und ihr singt bitte den Refrain, ich singe den Rap zwischendurch:

Leben ist erlaubt ohne ständige Kontrolle

Liebe Konfirmandinnen und liebe Konfirmanden!

Ob und wie intensiv ihr auf Jesu Spuren gehen werdet, dass wird sich zeigen. Heute werdet ihr, bevor ihr eingesegnet werdet, noch einmal gefragt, ob ihr das grundsätzlich wollt: zur evangelischen Kirche dazugehören und von Gott gesegnet werden. Ihr lasst euch auf einen Glauben ein, in den die meisten von euch als Kinder hineingetauft wurden. Zwei von euch haben wir im März getauft, einer von euch wird gleich vor der Einsegnung getauft werden. Wer damals nicht selber gefragt worden ist, ob er getauft werden will, der sagt heute nachträglich Ja zu seiner Taufe, indem er sich konfirmieren lässt.

Euer Ja zu Gott und zur Taufe im Namen Jesu drückt ihr als Gemeinschaft der Konfirmanden mit dem Glaubensbekenntnis aus. Nicht jeder kann alle Sätze in diesem Bekenntnis ganz wörtlich glauben, aber das geht allen Christen so; auch euer Glaube, das weiß ich, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei einigen überwiegen die Zweifel, bei manchen muss das ernsthafte Nachdenken über den Glauben erst noch einsetzen, aber die meisten glauben an Gott. Und so sprecht nun als Konfirmandengruppe das Glaubensbekenntnis, die Gemeinde betet es still mit. Wir schließen alle gemeinsam mit „Amen.“

Glaubensbekenntnis
Einsegnung von 15 Konfirmandinnen und Konfirmanden

Gott ist für euch da wie ein guter Freund, wie eine gute Freundin. Jesus macht euch frei zum Leben und sein Heiliger Geist lässt in euch Glauben, Hoffnung und Liebe wachsen. Gott segne euch. Amen.

Gott, begleite die Neukonfirmierten auf ihrem Weg durchs Leben. Lass sie spüren, dass sie wertvolle Menschen sind. Hilf ihnen, verantwortungsvoll ihren eigenen Weg zu gehen, und schenke ihnen Aufmerksamkeit für das, was andere brauchen. Amen.

Jetzt ist noch ein herzliches Dankeschön dran: es gilt am Ende des Konfi-Jahres dem Konfi-Team, das mit mir gemeinsam den Unterricht gestaltet hat. …. Diese ehrenamtliche Arbeit für die Kirche ist ein Opfer an Freizeit, das gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann; vielen Dank für diese wichtige Unterstützung!

Worte an die Neukonfirmierten vom Kirchenvorstand: Regina Risken

Vor der Abendmahlsfeier singen wir das Lied von der Verwandlung durch Gottes Liebe. Bei der Konfi-Freizeit stand das Lied auf der Rückseite des Liedes „Man sagt, er war ein Gammler“, darum ist dieses Lied auch bekannt als „Gammler-Rückseite“:

Lied 584: Meine engen Grenzen

Wir feiern miteinander das heilige Abendmahl. Die Konfirmierten empfangen es zuerst gemeinsam hier vorn. Danach teilen sie es der Gemeinde aus. Sie kommen zu Ihnen in die Bank- und Stuhlreihen und reichen Ihnen Brot in Körben und Saft in Bechern. Bitte geben Sie Brot und Saft weiter. Niemand muss am Abendmahl teilnehmen. Aber bitte bleiben Sie während der Feier mit uns zusammen. Reichen Sie den Korb oder den Becher einfach weiter.

Gott, du machst uns frei vom Bösen und von der Gleichgültigkeit, frei zum Guten und zur Liebe. In Jesus warst du auf der Erde – die Liebe in Person. Wie man Brot bricht und wie man Weintrauben presst, so setzt er sein Leben für uns ein.

Wir essen das Brot und trinken den Saft der Trauben. Wir teilen, was uns satt macht, und geben weiter, was uns leben lässt.

Einsetzungsworte und Vater unser

Nehmt hin und esst. So spricht Jesus: Ich bin der Gute Hirte. Ich gebe euch Halt und Orientierung. Ich gebe euch, was ihr zum Leben braucht, damit ihr euch bewähren könnt im Leben.

Austeilung Brot

Nehmt hin und trinkt. So spricht Jesus: Wer vertrauen und lieben kann, dessen Durst nach Leben wird gestillt. Wer helfen und Hilfe annehmen kann, der wird ein erfülltes Leben haben.

Austeilen Einzelkelche

Zur Freiheit hat euch Christus befreit. Lasst euch nicht versklaven durch die Macht des Bösen. Geht hin im Frieden Gottes. Amen.

Austeilung des Abendmahls durch die Konfirmierten

Wir singen das Lied 632:

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht

Lasst uns beten.

Gott, ich danke dir für dieses Konfirmandenjahr, auch wenn vieles anstrengend war, auch wenn nicht alles immer so lief, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich danke dir, diese wunderbaren jungen Menschen kennengelernt zu haben, und ich freue mich darauf, sie in der Zukunft anderswo ohne den Druck des Unterrichts wiederzusehen. Ich danke dir für alle Begegnungen zwischen dir und den Konfis, die möglich waren, und vor allem dafür, dass du sie auf ihrem weiten Weg ins Leben niemals allein lassen wirst.

Wir danken dir, Gott, dass wir genug zu essen und zu trinken haben und dass wir Geschenke bekommen, über die wir uns freuen.

Wir danken dir, Gott, für unsere Familie und für unsere Freunde, für alle Menschen, die für uns da sind.

Wir danken dir, Gott, für unser Leben und für unsere Gesundheit.

Wir danken dir, Gott, für die Begabungen, die du uns schenkst.

Gott, wir haben dir viel zu verdanken. Und zugleich tragen wir dir unsere Wünsche vor.

Gott, wir bitten dich für unsere Zukunft. Lass uns Ziele für unser Leben suchen und finden und in die Tat umsetzen.

Gott, wir bitten dich für unseren Alltag. Lass uns Hilfe suchen, wenn wir mit manchem nicht allein fertig werden.

Gott, wir bitten dich für die Menschen, die weniger haben als wir. Mach uns bereit, mit ihnen zu teilen.

Gott, wir bitten dich um gesundes Selbstbewusstsein, dass wir uns uns nicht kleiner machen, als wir sind, und dass wir uns nicht größer machen, als wir sind.

Gott, wir bitten dich für die Menschen, die anders sind als wir. Lass uns unsere Vorurteile überwinden.

Gott, bewahre uns vor Gewalt und Mobbing und hilf uns, dass wir uns nicht daran beteiligen, andere fertigzumachen.

Gott, wir bitten dich: Lass uns im Frieden aufwachsen und selber, wo wir es können, dazu beitragen.

Gott, wir bitten dich auch, dass der Tag unserer Konfirmation ein schöner Tag wird und dass wir uns später gern daran erinnern. Amen.

Wir singen als Schlusslied das Lied „Danke“, Nr. 334:

Danke für diesen guten Morgen
Ein Kreuz als Geschenk von der Kirche

Der Herr segne Euch und Er behüte Euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über Euch uns sei Euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf Euch und gebe Euch Frieden. „Amen, Amen, Amen.“

Auszug aus der Kirche und Orgelnachspiel

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