Jesus berührt mir Ohren und Zunge – und seufzt!

Der Taubstumme, den Jesus heilt, steht für Menschen, die in sich selber abgekapselt sind, abgeschlossen von den anderen, einsam inmitten anderer Menschen. Sich öffnen, zuhören und von den eigenen Erfahrungen sprechen – das sind auch Bausteine des alltäglichen Dienstes am Frieden.

Jesus berührt Ohr und Zunge des Taubstummen: das Bild zeigt die Skulptur eines riesigen Ohres vor einer Kirche in Stadthagen

Ein riesiges Ohr – in Stein modelliert – vor einer Kirche in Stadthagen (Bild: falco – pixabay.com)

#predigtGottesdienst mit Einführung der neuen Kirchenvorsteher am Tag nach dem Antikriegstag, 12. Sonntag nach Trinitatis, 2. September 1979, um 9.30 Uhr in Heuchelheim, um 10.30 Uhr in Reichelsheim
Orgelvorspiel

Ich begrüße Sie herzlich zu diesem Gottesdienst!

Heute kommen eine Reihe von Anlässen zusammen, die in unserer Gottesdienstfeier eine Rolle spielen. Wir führen die neuen Kirchenvorsteher in ihr Amt ein, wir sagen den scheidenden Kirchenvorstehern unseren Dank. Wir denken aus Anlass des gestrigen 1. September, 40 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, an unsere Aufgabe, als Christen dem Frieden zu dienen.

Dies alles tun wir an einem Sonntag, an dem der Predigttext von der Heilung eines Taubstummen handelt. Einer hört, was er zuvor nicht hören konnte, und redet plötzlich Worte, die verstanden werden. Vielleicht werden wir durch diesen Wunderbericht auch aufmerksam auf das, was uns mit unserer Fähigkeit, zu sprechen und zu hören, geschenkt ist – wenn wir mitreden und mitentscheiden im Kirchenvorstand, wenn wir zuhören und trösten lernen, wenn wir in Konflikten Worte des Friedens reden statt die sogenannte Sprache der Gewalt zu wählen.

Lied EKG 198 (EG 303), 1-3:

1. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in‘ Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja.

2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja.

3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht lässt trennen und hofft getrost auf Jesus Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Ein Wort aus dem Propheten Jesaja 29, 18-20:

18 Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen;

19 und die Elenden werden wieder Freude haben am Herrn, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israel.

20 Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt sein alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten.

Herr, unser Gott. Du gabst uns die Sprache, aber wir schöpfen sie nicht aus: Wir wenden uns enttäuscht von den anderen ab und schweigen. Wir stöhnen unter der Last des Tages und reden zu niemandem darüber, weil wir Angst haben, von unseren Kollegen und Vorgesetzten, von unseren Kindern und Ehepartnern für Versager gehalten zu werden. Du gabst uns Sprache. Darum bitten wir dich: Lass uns sagen, was uns befreit, und trösten, wo man auf Trost wartet. Lass uns hören, wo wir taub sind. Herr, öffne unseren Mund und unsere Ohren. Amen.

Wir hören das Wort der Schrift aus dem Buch Jesaja 11, 1-10:

1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.

2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.

3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören,

4 sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.

5 Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften.

6 Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben.

7 Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder.

8 Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter.

9 Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.

10 Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.

So spricht der Prophet Jesaja vom Frieden, den Gott uns wie seinem Volk verheißen hat, vom Friedenskönig, der kommen wird. Die Erfüllung dieser Verheißung steht auch für uns Christen noch aus. Der Friede Gottes ist von daher eine Herausforderung an uns, in unserer Zeit dem Frieden auf der Erde, so gut wir können, zu dienen.

Das hat die Kirche nicht immer getan. Heute vor 40 Jahren z. B. hat die Deutsche Evangelische Kirche in einem Aufruf nationale Interessen über den Frieden gestellt. Sie sagte damals: „Seit dem gestrigen Tage steht unser deutsches Volk im Kampf für das Land seiner Väter, damit deutsches Blut zu deutschem Blut heimkehren darf.“

40 Jahre später haben die Kirchen auf deutschem Boden hinzugelernt. Gemeinsam haben der „Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR“ und die EKD zum 40. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs ein „Wort zum Frieden“ veröffentlicht. Ich möchte es Ihnen vorlesen, da es gerade im Zusammenhang mit der Einführung der neugewählten Kirchenvorsteher wichtig ist, dass wir uns Verkündigung und Dienst der Kirche als Friedensdienst bewusst machen.

„Wort zum Frieden“
Lied EKG 283 (EG 365), 1-4:

1. Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt, so find‘t sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt. Er hilft aus aller Not, errett‘ von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden und wenn‘s auch wär der Tod.

3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaff‘s, wie‘s ihm gefällt!

4. Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meint‘s gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein‘ eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt Gott im Himmelsthron!

Gottes Friede sei mit uns allen. Amen.

Der Predigttext steht im Evangelium nach Markus 7, 31-37:

31 Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte.

32 Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege.

33 Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und

34 sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf!

35 Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig.

36 Und er gebot ihnen, sie sollten‘s niemandem sagen. Je mehr er‘s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus.

37 Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

Herr, öffne uns für dein Wort und für unseren Mitmenschen. Amen.

Liebe Gemeinde!

Die Predigt muss heute kurz sein. Daher springe ich ohne Einleitung in die Mitte der Geschichte. Ich stelle mir einmal vor, der Taubstumme steht für alle die, die in sich selber abgekapselt sind, abgeschlossen von den anderen, einsam inmitten anderer Menschen. So wie es mir manchmal mitten in der Kirche gegangen ist, dass mir alle anderen fremd waren, oder in diesen Monaten, wenn ich mir diejenigen vorstelle, denen ich etwas sagen will, und sie verschwinden manchmal einfach vor meinem geistigen Auge. Vielleicht ist es Ihnen auch schon so ergangen. Versetzen wir uns einmal in diese Person.

Wenn ich etwas höre, dann ist es, als ob es nicht für mich bestimmt sei, als sei nichts für mich wirklich wichtig. Wenn ich etwas rede, dann scheine ich in den Wind zu reden. Wen interessiert es wirklich? Wenn andere miteinander reden, geht es an mir vorbei, ich schaue neidisch zu. Wenn jemand zu mir redet, weiß ich nicht: meint er es ernst mir mir?

Da werde ich zu einem Mann gebracht, von dem die Leute sagen: er kann mich heilen. Jesus heißt er. Er kam aus einem Gebiet, wo die frömmeren Leute wohnen. Hier im Gebiet der Zehn Städte hat er es schwerer, hier wohnen die, die sie dort Heiden nennen.

Was macht Jesus mit mir?

Er führt mich ein Stück weg von den anderen Leuten, ich bin mit ihm allein.

Ich brauche nichts zu tun. Ich brauche mir nichts abzufordern. Ich habe mit einem zu tun, der mich auch so ernst nimmt, das spüre ich. Was er mir sagen wird, das wird wichtig für mich sein. Darauf warte ich gespannt.

Doch er hält keinen Vortrag. Er sagt zunächst gar nichts. Er kommt mir ganz nahe, fasst mich an.

Er steckt seine Finger in meine Ohren. Ich habe Ohren, zeigt er mir, ich kann sie gebrauchen, um zu hören, um zuzuhören. Ich bin es, der sie verschlossen hatte, und wenn ich sie nicht öffne, werde ich weiterhin glauben, dass niemand mir etwas Wichtiges sagen will.

Jesus nimmt seinen Speichel und berührt meine Zunge. Ich ekele mich nicht davor. Ich habe eine Zunge, zeigt er mir, ich kann sie gebrauchen, um zu reden, liebe Worte, harte Worte, Trost und Kritik. Wenn auch nur einer unter hundert Leuten zuhören will, wie soll er mich hören, wenn ich stumm bleibe?

Jesus blickt zum Himmel – und seufzt.

Seufzen…! Ja, es ist nicht leicht, Vertrauen zu einem anderen zu fassen, auf ihn zu hören, ihm etwas anzuvertrauen, jemanden anzusprechen. Misstrauen ist oft stärker. Angst beschleicht uns vor dem Ungewohnten. Tausend Hindernisse tun sich auf.

Jesus seufzt, seufzt vor Gott – das ist sein ganzes Gebet in diesem Augenblick. Ein Seufzer…! Darin liegt so viel Erleichterung, die Möglichkeit, dass verschlossene Ohren einen Spalt weit aufgemacht werden, dass eine schwer bewegliche Zunge einige Worte herausbringt.

Und nun sagt Jesus ein Wort, ich warte schon so lange darauf, und es lautet: „Öffne dich!“ Mehr sagt er nicht, mehr ist auch nicht nötig. Ich kann mich öffnen; ich kann hören, ich kann sprechen!

Das gilt für uns alle. Jeder von uns kann es. Jedem von uns kann es geschenkt werden.

Im Kirchenvorstand zum Beispiel ist die Stimme und das Wort jedes einzelnen wichtig, und wert, gehört zu werden. Auch wenn das einzelne Mitglied meint, dass andere viel mehr Erfahrung oder Wissen haben. Wir müssen Wege suchen, dass auch wirklich jeder den Mut und die Gelegenheit findet, seine eigenen Gedanken ins Gespräch zu bringen, wenn er sie selbst auch noch für unausgegoren hält.

Und das gilt ebenso für die Gespräche in den anderen Gemeindegruppen, die jetzt anlaufen. Wenn wir darüber reden, wie wir unsere Kinder erziehen sollen, wenn wir uns fragen, welche Schritte auf dem Weg zum Frieden wir gehen sollen, hat auch jeder etwas beizutragen, jeder von den eigenen Erfahrungen aus, von dem aus, was einen ganz persönlich angerührt hat.

Wer heute vor vielen Menschen reden kann, muss einmal irgendwann angefangen haben, sich ein Wort zuzutrauen. Es lohnt sich, sich dazu zu überwinden; denn oft haben die, denen es schwer fällt, sich zu Wort zu melden, tiefer nachgedacht als die, denen die Worte nur so aus dem Munde purzeln.

Öffne dich! heißt aber auch: höre einmal ruhig zu. Wenn einer redet, formuliere nicht schon im Geiste deinen nächsten eigenen Gedanken. Passe nicht nur auf die Stichworte auf, die dein Gegenüber dir liefert, um eine passende Gegenantwort zu finden, sondern höre einmal aufmerksam zu. Sonst kann es passieren, dass du meinst, du verstehst einen anderen, aber du versuchst nur, dich selbst in ihm wieder zu erkennen. Wenn ich immer recht behalten muss, bin ich allerdings im Zugzwang, dann muss ich schnell kontern. Schöner ist es aber, wenn ich auch einen fremden Gedanken des anderen erst einmal aushalten kann, um ihn wirklich zu verstehen.

Sich öffnen, zuhören und von den eigenen Erfahrungen sprechen – das sind schon wichtige Bestandteile des alltäglichen Dienstes am Frieden, von dem wir vorhin gehört haben. Vielleicht fallen uns im Gespräch noch weitere Schritte ein, die einem Frieden dienen, der nicht nur Nicht-Krieg ist, sondern eine Bewegung hin zu mehr Gerechtigkeit und Brüderlichkeit. Solche Gespräche in Gang zu bringen, erhoffe ich mir von der Arbeit mit dem neuen Kirchenvorstand.

Der Friede Gottes, der alles, was wir zur Sache des Friedens zu denken wagen, weit übersteigt, halte unseren Verstand wach und unsere Hoffnung groß. Amen.
Lied EKG 434 (EG 587), 1-3+6:

1. Gott ruft dich, priesterliche Schar. Die Welt vergeht in Nöten. Tritt für sie ein in der Gefahr und halte an mit Beten.

2. O hört den Todesschrei der Welt, nehmt ihn auf eure Hände, auf euer Rufen ist‘s gestellt, dass Gott den Jammer wende.

3. Beschämt nicht Gottes Heil und Hort, er will sich gern erbarmen. Nehmt ihn getrost bei seinem Wort und ausgestreckten Armen.

6. Er ist kein Mensch, dass er versagt, was er uns zugesprochen, er hört die Stimme, die ihm klagt, und heilet, was zerbrochen.

Liebe Gemeinde, gestern begann in unserer Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau eine neue Amtsperiode des Kirchenvorstands. In unserer Gemeinde scheidet mit diesem Tag die Hälfte der bisherigen Kirchenvorsteher aus ihrem Dienst aus. Sicher nehmen Sie nicht Abschied vom aktiven Dienst in der Gemeinde überhaupt; denn wir brauchen auch Ihren Rat, Ihre Mitarbeit in den Gemeindegruppen, Ihre Teilnahme am Gottesdienst, Ihre Fragen, Anregungen und Ihre Kritik.

Ein gewisser Abschluss ist aber mit Ihrem Ausscheiden aus dem Kirchenvorstand gegeben. Sie blicken zurück auf eine verantwortungsvolle Tätigkeit in Ihrer Kirchengemeinde, die Sie nun in andere Hände weitergeben. Aus diesem Anlass möchte ich Ihnen im Namen der Gemeinde, auch im Namen von Herrn Pfarrer Friebe und Herrn Dekan Galter, herzlich danken: für die Zeit, die Sie erübrigt haben, für den Einsatz und die Verantwortung, die zu übernehmen Sie sich nicht gescheut haben. Zum Zeichen der Anerkennung Ihres Dienstes überreiche ich Ihnen diese Urkunde, die von unserem Kirchenpräsidenten, D. Helmut Hild unterzeichnet ist. Sie hat folgenden Wortlaut: …

Einführung der neuen Kirchenvorsteher

Liebe Gemeinde, in den neuen Kirchenvorstand sind am 20. Mai 1979 folgende Kirchenvorsteher gewählt worden: (sieben Frauen und fünf Männer in Reichelsheim, zwei Frauen und zwei Männer in Heuchelheim). Die Gemeinde dankt Ihnen für die Bereitschaft, den Dienst eines Kirchenvorstehers auszuüben.

Wir hören, was die Bibel von den Diensten in der Gemeinde sagt (Epheser 4, 15-16 – GNB):

Wir … wollen zu der Wahrheit stehen, die Gott uns bekanntgemacht hat, und in Liebe zusammenhalten. So werden wir in allem zu Christus emporwachsen, der unser Haupt ist. Von ihm her wird der ganze Leib zu einer Einheit zusammengefügt und durch verbindende Glieder zusammengehalten… Jeder einzelne Teil erfüllt seine Aufgabe, und so wächst der ganze Leib und baut sich durch die Liebe auf.

Unsere Kirchenordnung sagt zu dem besonderen Dienst des Kirchenvorstands in Artikel 6:

(1) Der Kirchenvorstand leitet nach der Schrift und gemäß dem Bekenntnis die Gemeinde und ist für das gesamte Gemeindeleben verantwortlich. Er hat darauf zu achten, dass in der Gemeinde das Wort Gottes lauter verkündigt wird und die Sakramente recht verwaltet werden. Er soll die Sendung der Gemeinde in die Welt ernst nehmen und auch die Gemeindeglieder dazu anhalten. Geeignete Gemeindeglieder soll er zur Mitarbeit ermuntern und vorhandene Gaben in der Gemeind wirksam werden lassen.

(2) Die Kirchenvorsteher sollen für den Pfarrer und alle mit besonderen Diensten in der Gemeinde beauftragten Männer und Frauen beten und sie mit Gottes Wort trösten und stärken, mahnen und warnen. Ebenso sollen sie für die Gemeinde im ganzen wie für ihre einzelnen Glieder beten und ihr zum Leben unter Gottes Wort durch ein gutes Vorbild durch brüderliche Tröstung, Mahnung und Warnung helfen.

In Artikel 9 heißt es weiter:

Die Mitglieder des Kirchenvorstandes haben ihre Entscheidungen als Glieder der Gemeinde Jesu Christi allein in der Bindung an Gottes Wort und in der Treue gegen Bekenntnis und Ordnung der Gemeinde zu treffen und sind an keinerlei sonstige Weisungen gebunden.

Gemäß unserer Kirchenordnung bitte ich Sie nun, folgendes Versprechen abzulegen:

„Ich gelobe vor Gott und dieser Gemeinde, den mir anvertrauten Dienst sorgfältig und treu zu tun in der Bindung an Gottes Wort gemäß dem Bekenntnis und nach den Ordnungen unserer Kirche und unserer Gemeinde.“

Wollen Sie diesem Gelöbnis entsprechend Ihren Dienst als Kirchenvorsteher tun, so antworten Sie: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Liebe Gemeinde, wir wollen für unsere Kirchenvorsteher beten. Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du Menschen zur Arbeit in deiner Kirche bereit machst. Schenke unseren Kirchenvorstehern Freude zum Dienst in deiner Gemeinde. Bewahre sie vor Entmutigung. Segne sie in ihrem Amt und halte sie untereinander und mit uns allen verbunden. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder, im Gehorsam gegen Gottes Wort und im Vertrauen auf seine gnädige Zusage führe ich Sie ein und sende Sie in Ihren Dienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Liebe Gemeinde, ich bitte Sie, den Dienst unserer Kirchenvorsteher zu achten, ihnen beizustehen und für sie zu beten. Dabei wollen wir bedenken, dass wir alle aufgrund der Taufe zum Zeugnis und Dienst in der Welt berufen sind. (Ich gebe jedem die Hand).

Lied EKG 434, 8-10 (EG 587, 7-8 – die EKG-Strophe [8] fehlt im EG):

[8] Du sprichst: Das Werk ist mir zu groß, zu klein ist mein Vermögen. Ja freilich ist uns Gott zu groß, doch größer noch sein Segen.

7. Der Schwachen Bruder wird der Geist, der Stummen Mund und Beter, der recht die Ehre Gottes preist, der Heiligen Vertreter.

8. Umzingelt Gottes Gnadenthron, bestürmet ihn mit Bitten, der Hohepriester, Gottes Sohn, ist selbst in eurer Mitten.

Herr, unser Gott, wir bitten dich für uns und für alle, die taub sind, wenn du redest, die weghören, wenn sie wachgerüttelt werden sollen, die gleichgültig sind, wenn ihr Engagement gefordert ist. Öffne uns die Ohren, damit wir wieder hören können. Wir bitten dich für uns und für alle, die stumm geblieben sind, wo andere auf ein Wort von ihnen warteten, die schwiegen, wo sie hätten reden müssen, die aus Angst verstummten, weil sie kein Vertrauen fanden. Gib ihnen und uns die Stimme wieder, löse du selbst uns die Zungen zu deinem Lob und zu einem menschlichen Miteinander. Amen.

Vaterunser und Segen
Orgelnachspiel

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