Weihnachtsgeschenke von Gott

Vom Fest des Schenkens - zum Überdruss am Überfluss - und zurück!

Geschenke unter dem Weihnachtsbaum

Geschenke unter dem Weihnachtsbaum

Wenn ich Kinder frage: „Was ist für euch das Wichtigste an Weihnachten?“, antworten die meisten: „Die Geschenke!“ Weihnachten ist allerdings nicht das einzige Fest, zu dem viele Kinder mit Geschenken überhäuft werden. In manchen Familien läuft ein unausgesprochener Wettstreit, wer Kind, Enkel, Nichte oder Großneffen am teuersten beschenkt. Und ich höre von Kindern, die nicht darauf achten, ob Spielzeug oder Fahrrad heil bleibt, weil ja bald schon wieder ein Festtag vor der Tür steht. Geburtstag, Ostern, Konfirmation, Nikolaustag, Weihnachten, da gibt es neue Sachen, besser, größer, schöner.

Von den ersten Weihnachtsgeschenken erzählt die Bibel. Sterndeuter aus dem geheimnisvollen Osten bringen dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Königliche Geschenke für ein Kind, in dem sie den wahren König der Welt sehen.

Aber gerade dieses Kind wird später weder auf Gold noch auf Selbstbeweihräucherung Wert legen. Heilen wird Jesus, aber nicht mit teuren Schmerzmitteln wie Myrrhe, sondern mit liebevollen Worten, die Vertrauen wecken.

Jesus ist ein König anderer Art. Kein Machthaber, der sich am Volk bereichert. Nein, er steht gerade für die Wahrheit des Psalms 23, 1: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!“

Mangel, wer weiß noch, was dieses Wort bedeutet? Wir mäkeln über Mängel an Dingen, die wir kaufen, sind unzufrieden mit unpassenden Geschenken. Aber hinter Überdruss am Überfluss von allzu viel Gekauftem steckt vielleicht das heimliche Leid an einem viel größeren Mangel: Nicht geliebt werden, so wie man ist. Nie allein sein und doch einsam. Sich als Versager empfinden und es an anderen auslassen. Alles fliegt einem zu, und man genügt doch nicht den eigenen Ansprüchen.

Jesus macht uns Mut, uns selbst zu lieben. Nicht nur er ist Gottes Weihnachtsgeschenk an die Menschheit. Auch wir sind ein Gottesgeschenk, gut verpackt, mit großen Entfaltungsmöglichkeiten. Wer sich selber lieb hat, tut auch anderen gut.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen und euch allen

Pfarrer Helmut Schütz

Geistliches Wort Dezember 2009 im Gießener Gemeindebrief „Evangelisch in der Nordstadt“

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