Das 1. Gebot: „Die Welt ist voll von Gott“

Martin Luther bezeugt mit der ganzen Bibel: Gott ist ein heruntergekommener Gott; heruntergekommen auf die Erde. Überall begegnen wir Menschen, in denen uns Gott begegnet, in denen er uns braucht oder uns zur Seite steht. Gott lieben, das bedeutet also nicht ein Herausgehen aus der Welt, sondern ein Drinbleiben und Hineingehen in die Welt – mit einer neuen Haltung.

Die Tafeln der Zehn Gebote stehen, von Wolken umgeben, auf dem Berg Sinai (wabenförmiges Relief in der Altstadt von Hildesheim)

Die Tafeln der Zehn Gebote auf dem Berg Sinai (Bild: pixabay.com)

#predigtMusikalischer Gottesdienst am Sonntag Lätare, den 21. März 2004, um 10.00 Uhr in der evangelischen Thomaskirche Gießen
Max Poser: Rendsburger Tanz
Begrüßung
Lied 161:

1. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, dass die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden.

2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten musst du selbst in uns verrichten.

3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren: mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen lass, Herr Jesu, wohl gelingen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten aus Psalm 91, im Gesangbuch Nr. 736. Lesen Sie bitte die eingerückten Verse:

1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

2 der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.

4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

5 Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,

6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

9 Denn der Herr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht.

10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

11 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

13 Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.

14 »Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.

15 Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.

16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.«

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, du bist höher als der Himmel, du bist größer als das Weltall. Und wir tun oft so, als gäbe es dich nicht, als gingest du uns nichts an. Gott, du kennst das kleinste Insekt, du kennst das Herz jedes Menschen, du kennst auch mich ganz genau. Und doch tue ich oft so, als sei ich allein auf der Welt und allen Ängsten ausgeliefert. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Paulus schreibt uns in 2. Korinther 1:

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

4 der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.“

Der Herr sei mit euch! „Und mit deinem Geist!“

Gott, wir bitten dich: Lass uns dich erkennen und ernst nehmen. Lass Vertrauen in uns wachsen durch deine Liebe. Schenke uns offene Ohren für dein Wort. Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung aus dem Evangelium nach Markus 12, 28-34:

28 Und es trat zu [Jesus] einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen?

29 Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,

30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften«.

31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

32 Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm;

33 und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.

34 Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Herr, dein Wort ist unseres Fusses Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Amen. „Amen.“

Joh. Seb. Bach: Orchester-Suite III D-Dur – Bouree
Glaubensbekenntnis
Lied 393, 6-8:

6. Kommt, Kinder, lasst uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir haben’s gut.

7. Kommt, Kinder, lasst uns wandern, wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, lasst uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn.

8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, über eins der Zehn Gebote will ich heute predigen, ich verrate gleich, über welches. Es ist das Gebot, das den Konfirmanden meist erst zum Schluss einfällt, wenn sie die Zehn Gebote nicht so, wie sie in der Bibel stehen, auf die Reihe kriegen.

Welche Gebote fallen Ihnen zuerst ein, wenn Sie sie ohne die gewohnte Reihenfolge aufzählen wollen? Die Konfirmanden denken zuerst an die mitmenschlichen Gebote. Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen. Die Eltern ehren, nicht die Ehe brechen, nicht begehren, was mein Nächster hat. Die Gebote, die mit der Beziehung zu Gott zu tun haben, fallen ihnen erst zum Schluss ein: Sich kein festes Bild von Gott machen, Gottes Namen nicht missbrauchen, den Feiertag heiligen. Eins fehlt noch – welches habe ich noch nicht genannt? Stimmt: das erste Gebot: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ Das wähle ich aus als meinen heutigen Predigttext.

Warum fällt den Konfirmanden das erste Gebot oft erst als allerletztes ein? Ist es nicht das Wichtigste? Vielleicht stören sie sich an dieser Ausschließlichkeit: „Keine anderen Götter!“ Ist Gott wie ein eifersüchtiger Mensch, der es nicht haben kann, wenn man nicht nur ihn allein liebt?

Die Antwort darauf lautet „Nein“. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens geht die Bibel davon aus: Es gibt nur einen Gott, und es kann nur einen geben, denn Gott ist der Allmächtige, der das ganze Weltall geschaffen hat und in seiner Hand hält. Wenn wir neben diesem Gott andere Götter anbeten oder andere Mächte an seine Stelle setzen, dann ist das nach der Bibel schlicht dumm: alles andere wären selbstgemachte Götter, die nicht wirklich helfen können. Sie haben keine Macht über Leben und Tod.

Zweitens ist Gott keiner, der immer nur fordert und Druck macht. Leider vergessen wir beim Lernen der Zehn Gebote oft das Vorwort, die große Erlaubnis, mit der Gott das erste Gebot einleitet. Im 2. Buch Mose – Exodus 20, 1-3, lautet sie so:

1 Und Gott redete alle diese Worte:

2 Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.

3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das ist wichtig! Gott ist kein Tyrann, der blinden Gehorsam von Untertanen fordert. Gott ist ein Befreier, der dem Volk Israel hilft, die Sklaverei abzuschütteln und ins Land der Freiheit aufzubrechen.

Darum konnte Martin Luther das erste Gebot so erklären:

„Du sollst keine anderen Götter haben neben mir – was heißt das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten und lieben und ihm vertrauen.“

Vertrauen kann ich nur einem Gott, der mein Vertrauen weckt. Mein Vertrauen kann nur ein Gott wecken, der mir keine Angst macht, sondern der mich in meiner Angst festhält und meine Angst überwindet. Lieben kann ich nur einen Gott, der mich zuerst geliebt hat.

Aber warum redet Martin Luther auch von der Furcht? Warum sollen wir uns vor einem Gott fürchten, der uns liebt, der unsere Freiheit will? Was heißt es, Gott zu fürchten? Damit ist nicht gemeint, dass wir Angst vor Gott haben sollen. Fürchten sollen wir uns davor, Gott die Ehrfurcht zu verweigern. Gott ist heilig, das gilt es ernstzunehmen. Er ist heilig gerade in der Liebe, die er uns schenkt, da wo er Mensch wird in Jesus, wo Gott zerbrechlich wirkt und scheinbar keine Macht hat, wo er am Kreuz für unsere Sünden stirbt. Gott ist heilig, Gott ist zu fürchten, gerade dort, wo nicht er uns bedroht, sondern wo wir ihn bedrohen und verspotten und am Kreuz aus dieser Welt hinausdrängen, weil uns seine Liebe auf die Nerven geht. Mit gutem Grund nennt Martin Luther Fürchten und Lieben und Vertrauen in einem Atemzug, denn wenn ich es vorziehe, Gott nicht zu vertrauen, schade ich mir selbst. Ich versperre mir den Zugang zu seiner Liebe. Trete ich Gottes Gebote mit Füßen, muss ich die Folgen tragen, bin ich mitverantwortlich für eine Welt, die immer härter, kälter und unmenschlicher wird. Will ich ohne Gott auskommen, liefere ich mich anderen Göttern und Mächten aus, dem Schicksal, den Geistern, dem Gott des Erfolges oder des Geldes. Alle diese Götter machen auf Dauer nicht glücklich.

Max Poser: Rendsburger Tanz

Liebe Gemeinde, ich wiederhole noch einmal, warum es keine anderen Götter neben dem einen Gott geben darf – erstens weil es keinen anderen gibt, zweitens weil nur er uns befreit und liebt.

Und es gibt noch einen dritten Grund. Es stimmt nämlich gar nicht, dass Gott alle Liebe von uns Menschen nur für sich allein beansprucht. Das alte Kindergebet, das ich noch gelernt habe: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein!“ ist schlicht falsch. In meinem Herzen dürfen und sollen auch Menschen Platz haben. Wir sollen sie nicht vergöttern, aber wir dürfen und sollen sie von Herzen lieben. Da hat Gott nicht nur nichts dagegen, das will er sogar.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR

– so spricht Gott im 3. Buch Mose – Levitikus 19, 18b. Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten – das ist ein und dasselbe Gebot. Das sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Schon im Alten Testament ist das so, und Jesus bekräftigt das entschieden.

An dieser Stelle gehe ich auf einen anderen Text von Martin Luther ein. Er gibt nämlich eine wundervolle Anleitung, wie wir das schaffen können, Gott zu lieben, den wir doch nicht sehen können. Er sagt:

„Die Welt ist voll von Gott… Willst du mich lieben…, (sagt er, dann) hilf den Armen mit allem, das du wolltest, das man dir täte…, so hast du mich ganz recht lieb. Siehe nur wohl, dass du mich nicht übergehest: ich will dir nahe genug sein; in einem jeglichen armen Menschen, der deiner Hülfe und Lehre bedarf, da stecke ich mitten drin… da soll man Gott finden und lieben…; dass also das Gebot von der Liebe Gottes ganz herunter in die Liebe des Nächsten gezogen ist… Denn er hat darum sich der göttlichen Gestalt geäußert und die knechtische Gestalt angenommen, auf dass er unsere Liebe gegen ihn herunterzöge und auf den Nächsten heftete. (Aber was tun wir mit unseren Nächsten?) Wir lassen dieselben hier liegen und gaffen dieweil in den Himmel und wollen große Gottes-Liebe und -Dienst vorgeben. Gott lieben heißt den Nächsten lieben.“

Gott lieben heißt also nicht in den Himmel gaffen, sondern ihn hier auf der Erde wahrnehmen. Martin Luther holt Gott vom Himmel herunter auf die Erde. Das heißt, nicht er holt ihn herunter, sondern er bezeugt mit der ganzen Bibel: Gott ist ein heruntergekommener Gott; er ist selber – von sich aus – vom Himmel auf die Erde heruntergekommen. Die Welt ist voll von Gott. Wir brauchen uns nur umzuschauen, und wir sehen Menschen, in denen uns Gott begegnet, in denen er uns braucht, in denen er uns zur Seite steht.

Wer Schwierigkeiten mit dem Beten hat, hier in der Kirche kann er mit einstimmen ins Loben und Beten. Wer Gott im eigenen Nachdenken und Grübeln nicht findet, kann auf andere Christen zugehen und mit ihnen gemeinsam nach Gott fragen. Unser Gespräch um die Bibel ist kein Seminar für Bibelexperten, sondern ein Ort, wo alle Fragen und auch Zweifel ihren Platz haben. Und oft sind es die scheinbar dummen Fragen, auf die wir in der Bibel die klügsten Antworten finden.

Gott lieben, das bedeutet also nicht ein Herausgehen aus der Welt, sondern ein Drinbleiben in der Welt, ein Hineingehen in die Welt – mit einer neuen Haltung. Wer Gott über alles liebt, wer nichts so sehr fürchtet, als ihm nicht mehr vertrauen zu dürfen, der kann auch in einer Welt voller Härte und Kälte wieder Liebe entdecken. Manchmal gelingt es, auch solchen Menschen mit Liebe zu begegnen, die man eigentlich nicht mag. Besonders schön ist es, wenn jemand seinen Selbsthass überwindet und anfängt, barmherzig mit sich selber umzugehen.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich will nicht den Glauben an Gott in der Nächstenliebe auflösen. Ich habe noch einen Satz von Martin Luther zur besseren Klarheit:

„Gott liebt dich, das ist das ganze Evangelium, du darfst lieben, das ist die ganze Moral.“

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, das können wir also auch so übersetzen: „Du sollst niemals aufhören, auf die Liebe Gottes zu vertrauen!“

Und was ist mit denen, die nicht glauben können, die kein Urvertrauen kennen, weil man es in ihnen zerstört hat oder weil sie es nie aufbauen konnten? Gerade sie lässt Gott nicht fallen. Gerade sie brauchen die anderen, die schon etwas mehr Vertrauen haben.

Gott lieben, die andern lieben, mich selber liebhaben, das kann ich erst, wenn ich das gespürt habe: Da nimmt mich einer ernst, da bin ich angenommen, so wie ich bin. Mein Glaube ist immer ein schwacher Glaube, geschenktes Vertrauen. Stark bin ich nur, wenn Gott mich trägt.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 412, 1+4+8:

1. So jemand spricht: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, dass ich den Nächsten liebe gleich als mich.

4. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich.

8. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist.

Gott, hilf uns, dass wir dich fürchten und lieben, dass wir dir vertrauen. Trotz aller Gewalt und aller Bomben – lass uns nicht aufhören, an Liebe zu glauben und Liebe zu üben. Trotz aller Überforderung und Depression – lass uns nicht aufhören, zu hoffen. Trotz aller Gleichgültigkeit und Trägheit – lass uns immer wieder aufstehen und verantwortlich handeln.

Stelle uns einen Engel der Zärtlichkeit zur Seite, wie ihn Anselm Grün so schön beschreibt: Dass er uns einführt in die Kunst, zart und zärtlich umzugehen mit den Menschen, aber auch mit dem, was wir in die Hand nehmen. Dass wir uns Menschen behutsam nähern, ohne sie brutal zu kritisieren oder verletzen, so dass sie sich geachtet und kostbar fühlen können. Dass wir aufblühen können in unserer eigenen Schönheit und uns mit unserem Kummer fallen lassen können in deine Hände. Dass wir selbst für andere ein Engel sein können – für unsere Kinder, die uns anvertraut sind, für die Konfirmanden, für jeden Menschen neben uns.

Lasst uns beten in der Stille und vor Gott bringen, was wir außerdem auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Lied 629: Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe, das sind Worte und Taten
Joh. Seb. Bach: Suite III D-Dur, Gigue

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.