Begeistert

Ist der Heilige Geist wirklich nichts zum Greifen? Menschen, die frei geworden sind, Menschen, die sich darum bemühen, andere zu befreien – solche Menschen macht der Geist Gottes aus uns. Menschen, die der Geist angesteckt hat, begeisterte Menschen – die sind zum Greifen, die leben neben uns, das können auch wir selber sein.

Zwei mit Symbolen überhäufte weibliche Gestalten springen begeistert vor Freude vor einer Planeten- oder Mondkugel

Begeisterung und Freude (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst zu Pfingsten 1980, am Sonntag, 25. Mai 1980, um 8.30 in Dorn-Assenheim, um 9.30 in Heuchelheim mit Abendmahl, um 10.30 in Reichelsheim, am Montag, 26. Mai 1980, um 10.00 in Florstadt
Orgelvorspiel und Begrüßung
Lied EKG 102, 1-4 (EG 129):

1. Freut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt uns seinen Sohn; lobt ihn mit großem Schalle, er sendet auch vom Thron des Himmels seinen Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Christus weist.

2. Er lässet offenbaren als unser höchster Hort uns, die wir Toren waren, das himmlisch Gnadenwort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt’.

3. Verleih, dass wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, vergib uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn, hilf, dass wir dein Wort hören und tun nach deinen Lehren: das ist recht wohlgetan.

4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast; der stärket uns behände, wenn uns drückt Kreuzeslast. Tröst uns in Todespein, mach auf die Himmelstüre, uns miteinander führe zu deinem Freudenschein!

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir begrüßen uns und preisen den Herrn. Wir danken ihm, weil sein Geist uns die Augen öffnet, so dass wir uns gegenseitig erkennen als Menschen, die bewegt sind von seinem Geist.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Herr, unser Gott, du hast uns zugesagt, dass du uns deinen heiligen Geist schicken willst, der uns tröstet, ermutigt, stärkt und Lebenskraft verleiht, jeden Tag neu, und an diesem Tag erinnern wir uns besonders daran. Komm zu uns mit deinem Geist, hauche uns an mit deinem Lebensatem, damit wir lebendig werden, hier in diesem Gottesdienst und in unserem Alltag. Gieße aus deinen Geist, dass wir zu Botschaftern deiner Liebe und deines Friedens werden, dir zur Ehre und uns allen zum Nutzen. Durch Jesus Christus, deinen Sohn. Amen.

Die bekannte Geschichte vom Turmbau zu Babel ist seit altersher in der christlichen Kirche mit dem Pfingstfest in Verbindung gebracht worden. Sie ist verstanden worden als die Geschichte eines unheiligen Geistes, eines Geistes, der die Völker trennt und nicht verbindet, der Zwietracht schafft und kein Verständnis, indem sich die Menschen gegenseitig übertrumpfen und nicht einander nützen und helfen wollen. Dieser unheilige Geist ist so alt, wie die Menschen alt sind. Er ist so modern, wie er uralt ist. Wir hören jetzt als Lesung die Geschichte vom Turmbau zu Babel und hoffen gleichzeitig auf die Überwindung dieses unheiligen Geistes durch einen guten Geist, der Gemeinschaft stiftet und Verständnis weckt, einen Geist, den wir den heiligen Geist Gottes nennen:
Genesis 11, 1-9

1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.

2 Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst.

3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel

4 und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.

5 Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.

6 Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.

7 Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe!

8 So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen.

9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Lied EKG 104, 1-4 (EG 131):

1. O Heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster wert in aller Not, du bist gesandt vons Himmels Thron von Gott dem Vater und dem Sohn. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

2. O Heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, danach zu lieben allesamt. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

3. O Heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr’ unsern Glauben immerfort; an Christus niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

4. O Heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

Predigttext: 1. Korinther 12, 4-11

4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.

5 Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.

6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

7 In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller;

8 dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist;

9 einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist;

10 einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen.

11 Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.

Liebe Gemeinde!

Über das Pfingstfest, das wir gestern und heute feiern, soll ein Bayer einmal gesagt haben: „Drei heilige Zeiten hat das Jahr: Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Und diese drei heiligen Zeiten sind in ihrem Range gleich. Grad den oan Unterschied gibt’s: Das hochheilige Pfingstfest ist nix zum Greifa, es ist ebbas Geistigs. Heit gibt‛s nix und heit kommt nix, koa Christkindl und koa Osterhas, heit kommt grad der heilige Geist.“

Die Kinder in der ersten Klasse verstecken sich unter den Tischen, wenn sie das Wort Geist hören, denn einen Geist, den kennen sie nur als Gespenst aus dem Fernsehen, wie er die Menschen erschreckt und in alten Schlössern herumspukt. Und für euch Konfirmanden war es auch nicht ganz einfach, herauszufinden, was in den alten Kirchenliedern wohl mit dem Wort „Geist“ gemeint war. Dieses Wort klingt so verstaubt wie manches alte Gesangbuch oder manche alte Bibel, die man aus dem Schrank hervorholt.

Aber ist der heilige Geist wirklich nichts zum Greifen? Muss man bei dem Wort „Geist“ wirklich nur an Gespenster denken, an die niemand mehr glaubt, oder an etwas Unsichtbares, Geheimnisvolles, das mit einer anderen Welt zu tun hat? Es gibt ein modernes Lied, in dem heißt es: „Die Sache Jesu braucht Begeisterte! Sein Geist sucht sie auch unter uns. Er macht uns frei, damit wir einander befrei‛n!“

Menschen, die frei geworden sind; Menschen, die sich darum bemühen, andere zu befreien – solche Menschen macht der Geist Gottes aus uns. Menschen, die der Geist angesteckt hat, begeisterte Menschen – die sind zum Greifen, die leben neben uns, das können auch wir selber sein.

Sicher, den Geist selber, den können wir nicht sehen, so wie wir Gott, den Vater, nicht sehen können, und wie wir auch Jesus, den Sohn Gottes, nicht mehr sehen können. Aber wenn wir davon reden wollen, dass Gott etwas in unserer Welt bewirkt, sogar in uns selber etwas verändert, dann sprechen wir vom Geist, vom Geist Gottes oder vom heiligen Geist.

Dieser Geist macht frei, heißt es in dem modernen Lied – viele von uns wünschen sich das: frei zu sein, wie ein Vogel, der überall hinfliegen kann; frei zu sein und nicht dauernd gesagt bekommen, was man tun soll; frei zu sein von Angst oder Schmerzen oder Traurigkeit oder dem Gefühl der Sinnlosigkeit; frei zu sein von der Meinung der anderen: also so sein zu können, wie man ist, ohne zu den anderen zu schielen mit der Angst – sie lachen mich aus, sie verstehen mich nicht, ich zähle für sie nur, wenn ich mich anpasse.

Im Konfirmandenunterricht haben wir davon schon ein ganz klein wenig erlebt: als jeder einige Sätze aufgeschrieben hat, die mit „ich“ anfangen sollten, und wir nachher gemeinsam erraten haben, um wen es sich handelt. Da haben sich die Jungen und Mädchen nicht gescheut, ihre starken und schwachen Seiten aufzuzählen. Ich glaube, sie haben sich ehrlich betrachtet, lobenswerte und kritische Dinge genannt, besondere Neigungen und Unterschiede herausgestellt. Überraschend war für mich, wie schnell die Gruppe ihre einzelnen Mitglieder erkannte – es muss also etwas dran gewesen sein an dem, was die einzelnen von sich gesagt haben. Gewiss – es wurde dabei auch viel gelacht, wenn sich einer z. B. als unmusikalisch oder als schön vorstellte – aber ich denke doch, dass keiner wirklich ausgelacht wurde, und das fand ich gut von der Gruppe. Da war etwas von einem Gemeinschaftsgeist spürbar. Ob einer nun von sich sagte: „Ich bin ein Christ“ oder ob ein anderer sich als „nicht sehr gläubig“ bezeichnete – beide gehörten zu dieser Gemeinschaft dazu.

Es ist ja oft anders. Wenn man „dazu“ gehören will, muss man sich so oft anpassen. Man darf nicht sagen, was man wirklich denkt, sonst wird man nicht ernstgenommen. Man tut bestimmte Dinge nicht, sonst wird über einen im Dorf geredet. Man beschwert sich lieber nicht am Arbeitsplatz, sonst bekommt man nur Schwierigkeiten.

Warum wird denn so selten „Ich“ gesagt? Warum sagen wir lieber „man“ als „Ich“? Vielleicht, weil wir angreifbarer werden, wenn wir „Ich“ sagen. Vielleicht, weil wir Angst haben, dass es zum Streit kommt, dass wir nicht anerkannt werden, dass die Leute über uns reden, dass wir Schwierigkeiten bekommen. Vielleicht, weil wir Angst haben, dass dann ein Geist des Unfriedens bei uns herrscht.

Nun habe ich aber umgekehrt behauptet, dass es der Geist Gottes ist, der uns frei macht. Wenn wir also frei sagen, was wir denken und fühlen und was wir wollen – dann herrscht bei uns nicht ein Geist des Streits, sondern: dann sind wir offen für Gottes Geist. Ich habe meine Gründe für diese Behauptung.

Ich möchte erinnern an die Gemeinde, an die Paulus einen Brief schreibt, aus dem wir vorhin einen Abschnitt gehört haben. In dieser Gemeinde gab es eine ganze Reihe von Menschen, die zum Glauben an Jesus gekommen waren. Und zum Teil waren diese Menschen so begeistert, dass sie außer sich gerieten vor Freude. Einige konnten sogar in fremden Sprachen reden, die sie selbst nicht verstanden. Man nannte das: „Zungenreden“. Andere konnten Menschen heilen, wieder andere hatten ganz besonders starken Glauben. Paulus fand das gut, dass die Gemeinde, die er einmal gegründet hatte, so lebendig war. Aber etwas fand er nicht gut: diese begeisterten Leute fingen an, sich etwas einzubilden auf ihre Fähigkeiten. Wer nicht so gläubig war, auf den wurde herabgeblickt. Wer in Zungen reden konnte, war stolz darauf. Und diesen Leuten schreibt Paulus: bildet euch nichts darauf ein, was ihr besser könnte als andere. Jeder in eurer Gemeinde kann etwas, jeder ist ein eigenständiger Mensch mit seinen besonderen Interessen und Fähigkeiten. Der, der in einer unbekannten Sprache reden kann, ist nicht wichtiger als der, der sie übersetzen kann. Der eine kann gut zuhören, der andere besser praktisch zupacken und helfen. Der eine kann gut erklären, der andere kann gut ertragen und hat viel Geduld. „Es gibt verschiedene Gaben“, sagt Paulus, „doch sie werden alle von demselben Geist ausgeteilt. Es gibt verschiedene Dienste, doch der Auftrag kommt stets von demselben Herrn. Es gibt verschedene Fähigkeiten, doch derselbe Gott schafft sie alle.“

Wenn wir also an irgendeiner Sache in der Gemeinde teilnehmen, müssen wir uns nicht erst anpassen, sondern wir können so da hinkommen, wie wir sind – in den Gottesdienst, in den Konfirmandenunterricht, in die Jugendgruppe, oder in andere Kreise und Zusammenkünfte. Wir werden da gebraucht, so wie wir sind. Es ist sogar sehr gut, wenn einer seine Hemmungen überwindet und sagt: das würde ich lieber anders machen, oder: da würde ich gern einmal mithelfen. Es ist gut, wenn einer einen Satz mit „Ich“ zu sagen wagt: „Ich“ kann dies oder jenes, „Ich“ habe meine Meinung zu dem, was hier läuft, „Ich“ könnte hier oder da helfen. Oder auch: „Ich“ fühle mich hier in der Kirche nicht zu Hause, helft mir, woran könnte das liegen?

Wenn jeder von sich selbst, von seinen Wünschen und Erwartungen, von seinen Gefühlen und Erfahrungen spricht, dann könnte es auch zum Unfrieden kommen. Aber Paulus macht uns trotzdem Mut dazu. Denn es gibt auch die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden. Und den Geist Gottes erkennt man daran, dass er ein Geist der Liebe ist. Wir haben sicherlich auch manchmal etwas gegen einen anderen. Aber es ist ein Unterschied, zu sagen: was hat er mich so enttäuscht – mit dem will ich nichts mehr zu tun haben; oder zu sagen: du hast mich schwer enttäuscht, kann ich mich das nächste mal auf dich verlassen?

Beide Male wird etwas gesagt, beide Male redet einer von sich selbst – aber das eine Mal will er nichts mehr vom anderen wissen, das andere Mal möchte er mit dem anderen wieder ins Reine kommen. Paulus sagt: „Was der Geist Gottes in jedem einzelnen von uns wirkt, das ist zum Nutzen aller bestimmt.“ Also – wir können noch so verschieden sein, so kann doch jeder zur Gemeinschaft der Kirche oder der Konfirmandengruppe dazugehören. Wenn einer das will, dann liegt ihm sicher auch etwas an den anderen. Dann nimmt er auch sie ernst, so wie sie sind. Vielleicht ärgert er sich über den einen oder anderen. Vielleicht will er, dass sich ein er ändert. Aber er will nicht: ihn deshalb ausschließen. Sondern er bemüht sich um ihn. Er will, was allen nützt, jedem in seiner Weise.

Den Nutzen des anderen suchen – sich selbst etwas Gutes zutrauen – das ist die Sache Jesu. Und diese Sache Jesu braucht Begeisterte, sie braucht uns. Auch wenn wir meinen, wir wären gar nichts Besonderes und wir könnten nicht viel tun. Wir haben ja an den Konfirmanden gesehen: da ist keiner so wie der andere. Die sich gut kennen in der Gruppe der Gleichaltrigen, die wissen, dass jeder anders ist und etwas anderes weiß und glaubt und kann, dass jeder andere Wünsche und einen anderen Willen hat. Aber alle – und das gilt auch für uns Erwachsene in der Gemeinde – können sich entscheiden: ob sie ihre Fähigkeiten nur für sich selbst oder auch für die anderen einsetzen wollen, ob sie am Unfrieden oder am Frieden mitarbeiten wollen usw. Was jeder aber ist und was jeder kann, das weiß nur er selbst oder er lernt es langsam, das kann uns kein anderer sagen. Paulus sagt nur: der Geist Gottes kann in jedem von uns etwas bewirken, so dass wir für die anderen etwas Gutes bedeuten. Jeder von uns ist in Gottes Augen schon etwas, jedem traut er etwas Besonderes zu.

Ich möchte dazu zum Abschluss noch eine Geschichte erzählen:

„An einem Königshof gab es starke Leute und gescheite Leute, der König war ein König, die Frauen waren schön und die Männer mutig, der Pfarrer war fromm und die Küchenmagd fleißig – nur der Hofnarr Colombin, Colombin war nichts. Wenn jemand sagte: Colombin, kämpfe mit mir, sagte Colombin: Ich bin schwächer als du. Wenn jemand sagte: wieviel gibt zweimal sieben?, sagte Colombin: Ich bin dümmer als du. Wenn jemand sagte: Getraust du dich wie ich, über den Bach zu springen, sagte Colombin: Nein, ich getraue mich nicht. Und wenn der König fragte: Was willst du werden?, antwortete Colombin: Ich will nichts werden, ich bin schon etwas, ich bin Colombin.“

Ich bin schon etwas! Das stimmt nur, weil Gott uns liebt, sowie wir sind. Sonst wären wir nichts. Und Gott traut uns zu, dass wir auch die anderen, mit denen wir zu tun haben, so annehmen, wie sie sind. Dann fängt der Geist Gottes unter uns zu wirken an. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied EKG 105, 1+7-8 (EG 133):

1. Zieh ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist.

7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, dass uns betrübe Zorn, Zank, Hass, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du Feind, willst, dass durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind.

8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat.

Abkündigungen

Dein Geist, o Herr, weht, wo er will. Das wissen wir. Wir wissen es nur allzu gut. Doch wir möchten uns auch darauf verlassen. Daher bitten wir dich heute: lass ihn auch in uns wehen, dass er uns erfüllt mit seiner Kräft und Stärke, dass er uns lebendig mache, kraftvoll und stark, so dass es andere an uns merken und staunen und sprechen: „Gottes Geist weht überall, wir sehen es und spüren es an den Menschen neben uns, es ist zum Greifen nahe.“ Herr, unser Gott, verwandle uns durch deinen Geist ganz und gar, Herz und Nieren, Augen und Ohren, Vernunft und alle Sinne, so dass wir miteinander sprechen können, aufeinander hören können, voneinander lernen können, miteinander leben können, aufeinander achten können, einander behüten und bewahren können. Denn jedem von uns hast du viele gute Gaben und Talente geschenkt, die wir füreinander einsetzen können. So öffne unsere Augen, Ohren, unser Herz und unsern Verstand durch deinen heiligen Geist, dass wir diese Talente mit Phantasie und Liebe entdecken, sie achten und ehren, diese Gaben pflegen und behüten wie einen wertvollen Schatz, damit sie nicht veröden und verkümmern, sondern uns selbst, deine Kirche und die ganze Welt durch deinen Geist verwandeln. Amen.

Lied EKG 106, 1 (EG 134):

1. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein.

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