Engel, die uns begleiten

Nach Umfragen glaubt mehr als die Hälfte der Deutschen an Engel. Das ist unverfänglicher als an Gott zu glauben. Aber sind die Engel wirklich das, was sich die Leute unter ihnen vorstellen? Sind sie immer niedlich, nützlich und nett anzusehen? In der Bibel sagen Engel, wenn sie Menschen begegnen, meistens erst einmal: Fürchte dich nicht! Sind Engel denn zum Fürchten?

Ein Mann mit nacktem Oberkörper, der mit seinen Händen die eigenen Oberarme umfasst und mit Flügeln dargestellt ist

Woran erkennt man einen Engel? (Bild: pixabay.com)

Gottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, den 29. August 2004, um 17.30 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Abend, liebe Gemeinde!

Ich begrüße Sie herzlich zum Gottesdienst „um halb 6 in Paulus“ mit dem Thema „Engel, die uns begleiten“.

Engel haben Hochkonjunktur, nicht nur zur Weihnachtszeit. Der beliebteste Taufspruch steht im Psalm 91, 11 und lautet:

Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Wie sehen Engel aus? Sind sie harmlos oder zum Fürchten? Sind sie einfach nur niedlich oder sind sie stark genug, um uns zu helfen? Gibt es sie überhaupt? Viele Fragen – auf einige davon geht dieser Gottesdienst ein.

Auf die normalen Wechselgesänge verzichten wir heute Abend. Doch wie immer feiern wir unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir singen aus Lied 65 die Strophen 5 und 6 und die 7. Strophe als Refrain:

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Wie sehen Engel aus? Sind es Männer, Frauen, Kinder? Haben sie Flügel?

Rolf Krenzer erzählt eine Geschichte von Kindern, die ihrer Mutter die Engel zeigen, die sie in der Schule und im Kindergarten gebastelt haben:

Engel am Küchentisch

Wir singen aus dem Lied 393 die Strophen 6 bis 8:

6. Kommt, Kinder, lasst uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir haben’s gut, ach ja, wir haben’s gut.

7. Kommt, Kinder, lasst uns wandern, wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, lasst uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn, als Brüder unsre Reihn.

8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn, auf unsrer Liebesbahn.

Was sind Engel? In den aufgeklärten siebziger Jahren verwies man die Engel ins Reich der Legenden. In den Achtzigern boomte die Esoterik und mit ihr die Vermutung, es könnte sie vielleicht doch geben, diese Lichtwesen aus dem Jenseits. In den Neunzigern kam die Invasion der Kitsch-Engel, Trendforscher erklärten die Flügelwesen zum Kultobjekt des Jahrzehnts. Engel können vieles sein: süße Kinder, glückliche Zufälle, Kerzen, Geliebte.

Nach Umfragen glaubt mehr als die Hälfte der Deutschen an Engel. Das ist viel unverfänglicher als an Gott zu glauben. Aber sind die Engel wirklich das, was sich die Leute unter ihnen vorstellen? Sind sie immer niedlich, nützlich und nett anzusehen? In der Bibel sagen Engel, wenn sie Menschen begegnen, meistens erst einmal: Fürchte dich nicht! Sind Engel denn zum Fürchten?

Ein Gedicht von Rudolf Otto Wiemer über die Engel:

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel

Wir singen: „Jeder Mensch braucht einen Engel“:

Sie sind der Anfang und das Licht, doch wir sehn es nicht
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, heute erzählen wir Ihnen eine weniger bekannte Geschichte von einem Engel aus dem biblischen Buch der Richter. Das Richterbuch handelt von einer Zeit, in der das Volk Israel noch ein lockerer Zusammenschluss von 12 Stämmen war, die oft von räuberischen Banden aus anderen Völkern überfallen wurden. Oft rettete sie Gott aus dieser Bedrohung, indem sich ein starker Mann oder auch eine starke Frau fand, die sich als Richter oder Richterin an die Spitze der 12 Stämme setzten, um gemeinsam die Feinde abzuwehren. Schlimm sieht es in Israel zu der Zeit aus, von der im Buch der Richter 13 erzählt wird:

1 Und die Israeliten taten wiederum, was dem Herrn missfiel, und der Herr gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre.

Die Philister waren ein starkes Volk an der Mittelmeerküste, das oft in der Bibel vorkommt. Vierzig Jahre unterdrückt zu sein, ständig Raubzüge erdulden zu müssen, sich seines Lebens und seiner Ernte nicht sicher zu sein, das ist ein hartes Schicksal. Die Israeliten erleben es als Strafe von Gott. In dieser Zeit ohne Hoffnung spielt unsere Geschichte.

2 Es war aber ein Mann in Zora von einem Geschlecht der Daniter, mit Namen Manoach, und seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder.

Das persönliche Schicksal des Manoach und seiner Frau ist noch unerträglicher als die allgemeine Ausweglosigkeit, denn sie haben keine Kinder, die für einen Israeliten der Inbegriff eines erfüllten Lebens waren.

3 Und der Engel des Herrn erschien der Frau und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.

Ein Engel erscheint! Die Situation der Frau und ihres Mannes ist so aussichtslos, dass ein Wunder geschehen muss. Dieses Wunder geschieht nicht einfach, es wird angekündigt: „Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.“ Das sind übrigens ganz genau die gleichen Worte, mit denen der Erzengel Gabriel der Maria die Geburt ihres Sohnes Jesus ankündigt.

Warum geschieht die Geburt nicht einfach nur? Warum wird sie angekündigt? Weil der Engel noch eine weitere wichtige Botschaft von Gott auszurichten hat:

4 So hüte dich nun, Wein oder starkes Getränk zu trinken und Unreines zu essen;

5 denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister.

Eine einfache Frau aus dem Volk, die in den Augen ihrer Zeitgenossen so unbedeutend war, dass uns nicht einmal ihr Name überliefert ist, erfährt als erste, wer der nächste Richter sein soll, der das Volk Israel aus der Gewalt der Philister retten kann. Sie bekommt den wichtigen Auftrag, alles dafür zu tun, dass ihr Kind gesund und wohlbehalten aufwächst. Sie soll nichts Alkoholisches trinken, was dem Kind schaden könnte, soll auch nichts Unreines essen, denn das Kind wird heilig sein.

Interessant ist nun, wie die Frau die Erscheinung des Engels erfährt und schildert:

6 Da kam die Frau und sagte es ihrem Mann und sprach: Es kam ein Mann Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie der Engel Gottes, zum Erschrecken, so dass ich ihn nicht fragte, woher oder wohin; und er sagte mir nicht, wie er hieß.

Offenbar ist der Frau nicht ganz klar, wer da eigentlich mit ihr geredet hat. Der Erzähler hatte ja ganz selbstverständlich von ihrer Begegnung mit einem Engel berichtet. Sie spricht von einem Mann, den sie einen Mann Gottes nennt und der in ihren Augen wie ein Engel aussieht. Warum? Flügel hat er offenbar keine gehabt, das hätte sie ja wohl gemerkt, nein, er sah zum Erschrecken aus: ein Engel ist einer, vor dem man erschrecken muss.

Interessant ist, was die Frau ihrem Mann erzählt, was sie auslässt und was sie hinzufügt:

7 Er sprach aber zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. So trinke nun keinen Wein oder starkes Getränk und iss nichts Unreines; denn der Knabe soll ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an bis zum Tag seines Todes.

Wortwörtlich erzählt sie, was der Engel ihr gesagt hat, nur von dem Auftrag, den ihr Sohn erfüllen soll, sagt sie nichts. Stattdessen ist es ihr wichtig, etwas hinzuzufügen: Nicht nur von Geburt an wird ihr Sohn Gott geweiht sein, sondern „bis zum Tag seines Todes“. Auch das erinnert an die Mutter Jesu, die nach der Weissagung des Simeon damit rechnen muss, dass ihr Sohn einen frühen Tod erleiden wird. Manoach hört, was seine Frau ihm erzählt, doch anscheinend glaubt er ihr nicht so recht.

8 Da bat Manoach den Herrn und sprach: Ach, Herr, lass den Mann Gottes wieder zu uns kommen, den du gesandt hast, damit er uns lehre, was wir mit dem Knaben tun sollen, der geboren werden soll.

Nun sollte man meinen, dass sinnvoller- oder gerechterweise der Engel nun dem Manoach erscheinen müsste. Denn er ist ja derjenige, der noch unsicher darüber ist, was sie tun sollen. Aber was geschieht?

9 Und Gott erhörte Manoach, und der Engel Gottes kam wieder zu der Frau. Sie saß aber auf dem Felde, und ihr Mann Manoach war nicht bei ihr.

10 Da lief sie eilends und sagte es ihrem Mann und sprach zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der heute Nacht zu mir kam.

Der Engel Gottes hält sich partout nicht an die damaligen gesellschaftlichen Regeln. Wieder erscheint er der Frau, nicht ihrem Mann. Nachträglich erfahren wir sogar noch, dass der für die Frau so erschreckend aussehende Mann in der Nacht zu ihr gekommen war. Merkwürdig: davor, dass er ihr etwas antun könnte, hat sie keine Angst gehabt; nur sein Aussehen und seine Botschaft hat sie in Unruhe versetzt.

11 Manoach machte sich auf und ging hinter seiner Frau her und kam zu dem Mann und sprach zu ihm: Bist du der Mann, der mit der Frau geredet hat? Er sprach: Ja.

12 Und Manoach sprach: Wenn nun eintrifft, was du gesagt hast: Wie sollen wir’s mit dem Knaben halten und tun?

13 Der Engel des Herrn sprach zu Manoach: Vor allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hüten:

14 sie soll nicht essen, was vom Weinstock kommt, und soll keinen Wein oder starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen; alles, was ich ihr geboten habe, soll sie halten.

Manoach erhält im Grunde eine Lektion: Der Engel wiederholt nur noch einmal ganz genau das, was er schon seiner Frau ausgerichtet hat. Der Mann bekommt keinerlei Zusatzinformationen.

Manoach ist in gewisser Weise enttäuscht, lässt es sich aber nicht anmerken. Er hält auf gesellschaftliche Formen und lädt den Mann nunmehr zum Essen ein. Gastfreundschaft ist in Israel sehr wichtig.

15 Manoach sprach zum Engel des Herrn: Wir möchten dich gern hier behalten und dir ein Ziegenböcklein zurichten.

16 Aber der Engel des Herrn antwortete Manoach: Wenn du mich auch hier hältst, so esse ich doch von deiner Speise nicht. Willst du aber dem Herrn ein Brandopfer bringen, so kannst du es opfern. Manoach aber wusste nicht, dass es der Engel des Herrn war.

Wie unterschiedlich der Mann und seine Frau reagieren! Auch die Frau ist zwar nicht sicher, ob der Mann ein Engel ist, aber sie spürt jedenfalls etwas Besonderes an ihm, dieses Erschreckende, wie sie es genannt hat.

17 Und Manoach sprach zum Engel des Herrn: Wie heißt du? Denn wir wollen dich ehren, wenn nun eintrifft, was du gesagt hast.

Er sieht das Ganze nüchterner und meint wohl, dass der Mann ein Prophet ist, von dem man nicht genau weiß, ob seine Voraussage auch eintreffen wird.

18 Aber der Engel des Herrn sprach zu ihm: Warum fragst du nach meinem Namen, der doch geheimnisvoll ist?

Engel können Namen tragen, wir kennen einige mit Namen: Michael, Gabriel. Aber hier bleibt der Name ein Geheimnis. Unausgesprochen bleibt, wer oder was dieser Mann eigentlich ist. In diesem Mann begegnen zwei Menschen einer Macht, die von Gott selber kommt.

Spürt Manoach das jetzt auch? Oder will er einfach die Aufforderung des fremden Mannes befolgen?

19 Da nahm Manoach ein Ziegenböcklein und Speisopfer und brachte es auf einem Felsen dem Herrn dar, der geheimnisvolle Dinge tut.

Der nüchtern denkende Mann erkennt an, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als sein Verstand ergründen kann. Gott ist für ihn der Herr, der geheimnisvolle Dinge tut. Und so feiert Manoach mitten auf dem Feld einen improvisierten Gottesdienst. Sein Opferaltar ist ein schlichter Felsbrocken, und er opfert für Gott das Essen, das der fremde Mann nicht als Gastfreund essen wollte. Dann warten beide ab.

Manoach aber und seine Frau sahen zu.

20 Und als die Flamme aufloderte vom Altar gen Himmel, fuhr der Engel des Herrn auf in der Flamme des Altars. Als das Manoach und seine Frau sahen, fielen sie zur Erde auf ihr Angesicht.

Jetzt ist es eindeutig. Die beiden erfahren ein Wunder – unerklärlich für ihren Verstand. Wie in einem special effect eines modernen mystery-Films verliert der geheimnisvolle Mann seine irdische Körperlichkeit und fährt in der Flamme des Altars zum Himmel. Wow! Unglaublich! Manoach und seine Frau sind jetzt mehr als überzeugt: Wir haben wirklich einen Engel Gottes gesehen.

Es ist diese Szene an der biblischen Geschichte, die mich am meisten fasziniert und zugleich befremdet. Ja, hier geschieht Spannendes, Außergewöhnliches, der Alltag ist plötzlich außer Kraft gesetzt. Alles andere klang fast banal, zwar etwas geheimnisvoll, aber nichts Genaues weiß man nicht. Jetzt ist klar: der Mann ist wirklich nicht einfach ein irdisches Wesen.

Aber wie soll so etwas geschehen? Unsere Phantasie glaubt es gerne, doch unser Verstand sträubt sich gegen solche Inszenierungen mitten in unserer irdischen Realität. Lassen wir es offen, ob die Phantasie des Erzählers hier übertrieben oder ob das Ehepaar Manoach gemeinsam eine Erscheinung vor ihrem inneren Auge erlebt hat. Vielleicht wird hier einfach auf den Punkt gebracht, was der Frau schon bei ihrer ersten Begegnung mit dem fremden Mann intuitiv klar war, als sie ihn zum Erschrecken fand. Das spürt ihr Mann Manoach jetzt auch, als er Gottesdienst feiert. Hier kann er die Erfahrung zulassen, dass ihn dieser Mann mit dem Geheimnis Gottes in Verbindung bringt, und diese Erfahrung überwältigt ihn.

21 Und der Engel des Herrn erschien Manoach und seiner Frau nicht mehr.

Das erinnert mich an die Begegnung der Jünger von Emmaus mit dem auferstandenen Christus. Auch vor ihren Augen verschwindet der, der ihnen erschienen ist, im selben Augenblick, in dem sie ihn erkennen. Erfahrungen mit der jenseitigen Welt kann man nicht festhalten. Sonst würde in der Begegnung mit dem Geheimnisvollen genau dieses Geheimnis zerstört.

Damals erkannte Manoach, dass es der Engel des Herrn war,

22 und sprach zu seiner Frau: Wir müssen des Todes sterben, weil wir Gott gesehen haben.

Manoach kennt sich in religiösen Überlieferungen aus und weiß, dass kein Mensch Gott sehen kann und darf, wenn er nicht sterben will. Das macht ihm Angst, denn für ihn ist die Erscheinung des Engels gleichbedeutend mit dem Sehen Gottes.

23 Aber seine Frau antwortete ihm: Wenn es dem Herrn gefallen hätte, uns zu töten, so hätte er das Brandopfer und Speisopfer nicht angenommen von unsern Händen. Er hätte uns auch das alles weder sehen noch hören lassen, wie jetzt geschehen ist.

Hier wird jetzt offensichtlich, warum Gott sich in seinem Engel der Frau und nicht ihrem Mann offenbaren wollte. Sie ist zwar vielleicht religiös nicht so gebildet wie ihr Mann, aber sie verfügt über eine Intelligenz, die ihre Gefühle nicht ausschaltet, und vor allem hat sie ein schlichteres Gottvertrauen. Ihre Logik ist einleuchtend: Gott hat sich ihnen ja von sich aus gezeigt, erst in der Erscheinung des Mannes, der zum Erschrecken war, und in der Botschaft, die er ihr ausgerichtet hatte, und erst recht in der Demonstration am Altar, mit der Gott in ihren Augen das Opfer feierlich angenommen hat.

Am Ende behält die Frau Manoachs Recht. Die beiden werden nicht von Gott bestraft, es war kein Übergriff, als sie in dem Engel ein Stück von Gottes Geheimnis erblickten. Nein, sie sterben nicht, sondern ein neues Leben beginnt:

24 Und die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson. Und der Knabe wuchs heran, und der Herr segnete ihn.

Das war es ja, was der Engel der Frau angekündigt hatte. Im Folgenden wird erzählt, wie Simson 20 Jahre Richter in Israel war und wie tragisch seine Liebe zu Delila endete, aber das ist eine andere Geschichte. Unsere Geschichte hat die Pointe, dass einem Ehepaar die Augen dafür geöffnet werden, dass ihr Kind ihnen von Gott geschenkt und wunderbar gesegnet ist.

Torkild Hinrichsen sagt: „Und es hat jeder seinen Engel und lasse zu, dass er ihn habe. Er kommt, wenn wir ihn brauchen, ja, bevor wir ahnen, dass wir ihn brauchen könnten. Er kommt, wenn wir ihn rufen, nicht laut, wie Menschen vernehmlich, sondern mit dem Herzen. Er ist in uns, er ist mit uns, alle Tage.“

Unser Engel macht uns auf die Menschen aufmerksam, die uns anvertraut sind. Unser Engel macht uns klar, wie wertvoll wir sind in Gottes Augen und was Gott mit uns vorhat. Vielleicht begegnen auch wir unserem Engel manchmal in Menschen, die uns zuerst erschrecken, weil sie uns mit unserem innersten Fühlen in Kontakt bringen, da wo auch Angst verborgen ist. Aber diese Angst wird überwunden, indem wir sie zulassen und Gottes Liebe an uns arbeiten lassen. Jesus sagt (Johannes 16, 33):

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen das Lied 559:

Welcher Engel wird uns sagen, dass das Leben weitergeht

Vater aller guten Mächte im Himmel und auf Erden, sende uns deine Engel, damit wir unseren Alltag im Licht des Himmels sehen, damit wir beschützt sind, damit uns bewusst wird, auf welchen Weg du uns führen willst.

Lass deine Engel dort sein, wo Gewalt ausgeübt wird in Kriegen und Bürgerkriegen, aber auch in Familien und Schulen, und auch wo gemobbt wird in Betrieben und Büros. Lass sie denen beistehen, die verletzt werden an Leib und Seele, damit sie überleben und zu ihrer eigenen Bestimmung finden.

Lass deine Engel allen zur Hand sein, die verantwortlich sind für Kinder und Ratsuchende, dass sie behutsam und beharrlich den Weg ebnen, damit deine Liebe in ihre Herzen einziehen kann.

In der Stille bringen wir all unsere Anliegen vor dich und deine guten Mächte:

Gebetsstille und Vater unser

Wir singen das Lied 580:

Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr
Abkündigungen

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.