Aufgefischt!

Noch ein Wunder geschieht durch dieses wunderbare Zutrauen Jesu zu diesen einfachen Fischersleuten. Sie folgen ihm nach. Wie diesen Fischern geht es noch heute den Leuten, die immer wieder sonntags hier in die Kirche gehen: sie würden nicht herkommen, wenn sie nichts davon hätten. Jesus verändert unser Leben, er fordert uns heraus, er tröstet, er macht Mut.

Kirchenfenster mit Jesu reichlichem Fischfang: Er sitzt im Boot mit drei Jüngern, die ihr gefülltes Netz präsentieren

Jesus sorgt für einen reichlichen Fischfang (Bild des Kirchenfensters: pixabay.com)

#predigtGottesdienst mit der Einführung des neuen Konfirmandenjahrgangs am Sonntag, den 29. Juni 2003, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich im Gottesdienst mit dem Thema „Aufgefischt“.

„Aufgefischt“ – so lautet auch der Titel des Konfirmandenbuches für die neuen Paulus-Konfirmandinnen und -Konfirmanden. Heute ist der gesamte neue Jahrgang hier im Gottesdienst und wird am Beginn des Konfirmandenjahres der Gemeinde namentlich vorgestellt. Denn diese Mädchen und Jungen werden zur Vorbereitung auf die Konfirmation für ein Jahr unseren Gottesdienst und Unterricht besuchen. Herzlich willkommen als Mitglieder unserer Gottesdienstgemeinde!

Auch in der Predigt geht es ums Fischen: Jesus hilft Fischern, die mit ihrem Fischfang Probleme haben, und dann schult er sie um – zu Menschenfischern!

Lied 334: Danke für diesen guten Morgen
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

„Danke“ singen wir. Ist es auch ein Grund zum Danken, wenn der neue Konfirmandenjahrgang beginnt? Ich darf, soll, muss Konfirmand, Konfirmandin sein. Ich darf, soll, muss Konfirmandenunterricht halten.

Jugendliche im Kontakt mit ihrer Kirche, mit dem Pfarrer, Jugendliche hier im Gottesdienst, das kann eine Last sein – darin liegen aber auch Chancen. Eine Chance besteht darin, Gott zu begegnen.

Denn das will Gott, dass wir mit ihm zu tun bekommen:

Gott, der uns fremd ist, groß und unsichtbar und weiter weg als die Galaxien im Weltall.

Gott, der uns nahe ist wie unsere eigenen Gedanken, wenn wir genau hinhören.

Gott, der uns begegnet in diesem eigenartigen Menschen, mit dem keiner jemals fertig wird: Jesus von Nazareth.

Kommt, lasst uns Gott anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

In jedem Gottesdienst gibt es einen Teil mit der Überschrift „Klage“. Soll ich bereits am Anfang eines Konfirmandenjahres klagen?

Nein, die Klage soll heute keinen großen Raum bekommen. Wohl aber die Bitte darum, dass wir unsere Chancen nutzen.

Gott, ich bitte dich, dass dieses neue Konfirmandenjahr keine Last wird – nicht für Konfirmanden und nicht für die Gemeinde. Hilf uns, dass es ein Jahr voller genutzter Chancen wird – mit viel Spaß und ernsthaften Gesprächen, mit Freundschaften und fairem Streit. Und ich als Pfarrer bitte dich Gott, vergib mir, wenn ich dem Gefühl nachgebe, dass es keinen Zweck habe, mich um den Kontakt mit den Jugendlichen zu bemühen. Ich rufe zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Wir haben im Unterricht die Geschichte von einem kleinen Kätzchen gehört. Es war in den Kanal gefallen und wäre beinahe abgesoffen. Aber ein alter Fischer zog es mit seinem Käscher raus aus dem Wasser. Aufgefischt hat er es, gerettet vor dem sicheren Tod.

Unser Leben ist auch oft gefährdet, ob wir jung sind oder alt. Wird mein Leben gelingen? Treffe ich die richtigen Entscheidungen? Was hat mein Leben für einen Sinn? Manchmal schwimme ich, verliere den Boden unter den Füßen – dann ist es gut, wenn einer mich auffischt, wenn Freunde da sind, wenn die Familie mich unterstützt, wenn einer mich trägt.

Jesus war einer, auf den man sich verlassen konnte. Und er war es nicht nur, er ist es noch, Gottes Sohn, lebendig im Himmel, lebendig steht er uns zur Seite, wie ein großer Bruder, wie ein guter Freund.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, wir sind eine Gemeinde aus ganz verschiedenen Menschen: wir sind alt, wir sind jung, wir glauben, wir zweifeln, die Kirche ist uns vertraut, die Kirche ist uns fremd. Lass uns miteinander auf deine Worte hören und begegne du uns selbst in den Worten deines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Markus 1, 14-18 (Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 by Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart):

14 Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes

15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer.

17 Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

18 Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde!

Es ist beeindruckend: Jesus kommt am See bei ein paar Fischern vorbei und sagt ihnen: „Kommt her, folgt mir nach, ich mache euch zu Menschenfischern!“ Und sie sagen nicht etwa: „Der spinnt wohl!“, sondern sie lassen ihre Netze liegen und folgen ihm wirklich. Von den vielen Menschen, die Jesus begegnen, fischt er sich welche heraus und macht sie zu seinen Mitarbeitern. Und viele andere verlassen zwar nicht ihre Familie und ihren Beruf, aber sie lassen sich auf Jesus ein, fassen Vertrauen zu Gott und verändern ihr Leben.

Um diese Fragen geht es auch im Konfirmandenjahr: Könnt ihr euch auf Jesus einlassen? Was hat er uns heute noch zu sagen? Ihr kommt nicht darum herum: irgendwann müsst ihr entscheiden, worauf ihr euch im Leben verlasst, worauf es euch im Leben ankommt. Hier in der Kirche und im Unterricht denken wir gemeinsam über solche Fragen nach.

Angemeldet habt ihr euch zum Unterricht in der Paulusgemeinde, habt euch sozusagen auffischen lassen für diesen Weg durch ein ganzes Konfirmandenjahr hindurch. In diesem Jahr werdet ihr als Gruppe die Paulusgemeinde auch mitprägen, in den Gottesdiensten taucht ihr alle zweimal im Monat auf, und hier und da werden einzelne auch den Gottesdienst mitgestalten, wie das heute … getan hat. Darum will ich euch heute den anderen aus der Gemeinde namentlich vorstellen.

Vielleicht hat sich jemand gewundert, was hier vorne quer durch den Altarraum gespannt ist, fast wie eine Fischreuse im Wasser. In die Klarsichthüllen kommen Fischbilder hinein, und auf den Bildern stehen die Namen der Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Während das nächste Lied 313 gesungen wird, kommt ihr bitte zu den Tischen. Die Dienstagsgruppe hier zur Kanzel und die Donnerstagsgruppe zum Taufstein. Jeder nimmt sich ein Blatt mit einem Fischbild und schreibt groß und deutlich lesbar seinen Vor- und Nachnamen drauf. Als eure persönliche Visitenkarte könnt ihr den Fisch verzieren, mit Farben, die euch gefallen.

Während die Konfirmanden malen, singen wir das Lied 313 – die erste Strophe wird zweimal gespielt, beim erstenmal, um die Melodie kennenzulernen:

Jesus, der zu den Fischern lief und Simon und Andreas rief

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, eure Bilder sind fertig, nun stelle ich euch vor. Ich rufe euch in der Reihenfolge des Alphabets nach vorn und hänge die Fisch-Visitenkarten auf.

– die Namen von 21 Konfis werden genannt –
Lied 623: Du bist da, wo Menschen leben, du bist da, wo Leben ist
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Konfis, liebe Gemeinde, kann man sich das vorstellen? Da kommt Jesus vorbei und sagt: „He, kommt mit!“ Und die Brüder Simon und Andreas lassen sofort ihren Fischerkrempel liegen und gehen mit ihm. Nicht nur für ein paar Stunden oder Tage, nein, ihr ganzes Leben lang wollen sie ihm nachfolgen.

Warum wirft Simon, den Jesus später Petrus nennt, seine ganze Lebensplanung über den Haufen, warum auch Andreas, sein Bruder?

Das erzählt der Evangelist Markus nicht. Ob ihnen ihr Beruf sowieso keinen Spaß gemacht hat, ob sie Jesus vorher schon predigen gehört haben, ob sie von seiner Ausstrahlung begeistert waren, wir hören nichts davon. Er ruft – sie folgen.

Aber es gibt nicht nur das Evangelium nach Markus, sondern noch drei andere. Im Evangelium nach Lukas 5, 1-11, steht die gleiche Geschichte ausführlicher. Ich lese sie jetzt in der Predigt vor, Vers für Vers (Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 by Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart). Dort erfahren wir mehr darüber, warum die Fischer für Jesus alles stehen und liegen lassen. So fängt Lukas seine Geschichte an:

1 Als Jesus am Ufer des Sees Genezareth stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören.

Bei Markus trifft Jesus zwei Fischer allein am Ufer des Sees. Bei Lukas ist das ganz anders. Eine Riesenmenschenmenge will Jesus zuhören. Immer mehr wollen sie von ihm hören, so interessant muss er von Gott erzählt haben.

Damit ihn alle gut sehen und verstehen können, sucht sich Jesus einen geeigneten Platz, von wo aus er reden kann, und er hat eine ungewöhnliche Idee:

2 Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.

3 Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.

Das ist ähnlich wie früher in der Kirche – da gab es keine Sitzbänke und Stühle in der Kirche, die Leute standen, nur der Pfarrer saß vorn auf einem erhöhten Podest und redete. So sitzt Jesus im Boot, und die Leute stehen am Ufer und hören ihm zu. Das Wasser plätschert und wiegt Jesus im Boot sanft hin- und her. Ohne Furcht, ins Wasser zu fallen, erzählt er Gleichnisse vom Reich Gottes und spricht den Menschen tröstende Worte zu.

Der Fischer Simon, der seine Netze sauber macht, leiht Jesus sein Boot gern. Später erfahren wir, dass er letzte Nacht keinen einzigen Fisch gefangen hat – vielleicht rechnet er mit einer Mietzahlung für die Bootsbenutzung. Da wird er allerdings enttäuscht, Jesus hat kein Geld. Stattdessen macht Jesus ihm einen anderen Vorschlag:

4 Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!

5 Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.

Simon denkt: „Jesus predigt gut, aber vom Fischfang versteht er nichts.“ Ein erfahrener Fischer weiß: Tagsüber fängt man nichts. Da sind die Fische unten im See, unerreichbar für die Netze. Wer Fische fangen will, muss nachts raus auf den See, dann trauen sie sich an die Oberfläche. „Und wir“, denkt Simon, „wir haben noch nicht mal nachts was gefangen. Am Tag ist es erst recht unmöglich!“ Trotzdem macht Simon sein Boot nochmal startklar. „Weil du‘s bist“, sagt er. Jesus ist ihm bereits so vertraut, dass er‘s ihm zuliebe mal versucht.

6 Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.

7 Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen.

Was passiert hier? Eigentlich was ganz Alltägliches: Fischer fangen Fische. Doch etwas ist anders als sonst; Jesus hat alltägliche Erfahrung über den Haufen geworfen. Sie erleben ein Wunder. Nie hätten sie für möglich gehalten, am Tag so viele Fische zu fangen. Ein zweites Boot samt Besatzung müssen sie herbeirufen, damit ihr Boot unter der Last nicht untergeht.

Geschieht so etwas noch heute? Nächte des erfolglosen Fischfangs gibt es auch im Leben heutiger Menschen. Nächte, in denen Menschen meinen, es hat alles keinen Zweck mehr. Ausgebrannt im Beruf, enttäuscht von Freunden, im Streit mit der Familie, am Rand der Verzweiflung mit seelischen Problemen. Wer so in einer Sackgasse feststeckt, der braucht auch ein Wunder wie Simon – denn die Befreiung aus der Sackgasse oder dem Teufelskreis scheint unmöglich.

Das Wunder beginnt damit, dass Jesus dem Simon einen sehr überzeugenden Tritt gibt: „Fass Mut, mach weiter, gib nicht auf!“ Das Wunder geht damit weiter, dass Simon sich von Jesus wirklich überreden lässt: „OK, weil du‘s bist!“ Dass er dann wirklich einen überreichen Fang im Netz einfahren kann, ist fast nur noch die Zugabe zu einem Wunder, das schon längst im Herzen des Simon geschehen ist: In ihm ist eine Veränderung passiert, die viel wichtiger ist als der äußere Erfolg – Mut gewinnen, nicht aufgeben.

Trotzdem freut sich Simon gar nicht richtig über den Super-Fischfang:

8 Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.

9 Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten;

10 ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.

Zuerst muss sich Simon mal eine Runde schämen. Er hat ja Jesu Vorschlag für Blödsinn gehalten, und Jesus hat ihn eines Besseren belehrt. Ja, mehr noch geschieht mit Simon. Tief in seiner Seele ist er aufgewühlt. Er steht Jesus gegenüber und hält es nicht aus, auf gleicher Augenhöhe mit ihm zu sein. Er fällt Jesus zu Füßen, weil ihm in diesem Augenblick klar wird: dieser Mensch ist gut, so gut wie der heilige Gott selbst – und sich selber sieht er neben Jesus als absoluten Versager. „Geh lieber weg, Jesus – was willst du mit einem wie mir anfangen? Mit mir ist nichts los. Ich bin ein Sünder.“ Die anderen Fischer empfinden genauso. Statt sich zu freuen über den Super-Fischfang, sind sie erschrocken darüber. So viel Gutes auf einmal ist ihnen nicht geheuer. Mit Enttäuschungen, mit Erfolglosigkeit können sie umgehen, auch damit, dass ihnen jemand Vorwürfe macht. Daran sind sie gewöhnt. Aber dass sie einfach so beschenkt werden durch ein Wunder Gottes, das stellt ihr Weltbild auf den Kopf. So etwas gibt es nicht. Das darf nicht wahr sein! Wenn Gottes Sohn einfach so hier bei uns am See herumläuft und Wunder für uns tut – dann kann eigentlich nichts mehr beim Alten bleiben, dann müssen wir uns ändern. „Mann“, wird ihnen bewusst, „was sind wir doch für schlechte Kerle! Was könnten wir aus uns machen, und wir sind zu bequem und zu faul dazu, zu gleichgültig und zu egoistisch, zu vorsichtig und zu ängstlich.“ Auf diese geheimen Gedanken reagiert Jesus.

Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.

Im Lukasevangelium sagt Jesus gar nicht ausdrücklich: „Folge mir!“ Er spürt die Angst des Simon und spricht ihm Mut zu. „Fürchte dich nicht!“ Er sieht ihn vor sich auf dem Boden liegen, wie er sich als Sünder fühlt und tut so, als sei das kein Problem. „Von jetzt an wirst du Menschen fangen!“ Das stellt Jesus als Tatsache fest.

Jesus weiß, dass mehr in diesem Simon steckt, als er selber ahnt. Dieser Simon mit dem immer wieder viel zu großen Mundwerk wird sein Petrus sein, sein Felsen. Simon Petrus wird auch wieder versagen, sogar wenn‘s drauf ankommt, und trotzdem wird Jesus auf ihn bauen. „Menschen wirst du fangen, nicht mehr Fische!“ Jesus schult Simon zum Missionar um, vertraut ihm später sogar die Leitung seiner Gemeinde an – er traut ihm zu, Menschen für Gott zu gewinnen.

Und wieder geschieht ein Wunder durch dieses wunderbare Zutrauen Jesu zu diesen einfachen Fischersleuten. Die Fischer hören auf mit ihrem innerlichen Rumgemaule und Rumgejammer, sie sagen sich nicht mehr: „Was könnten wir alles aus uns machen!“ – nein, sie tun es einfach.

11 Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

Sie alle spüren, wenn wir für Jesus alles aufgeben, gewinnen wir viel. Wir wissen noch nicht genau, was. Aber schon jetzt ist unser Leben wie verwandelt.

Wie diesen Fischern damals geht es noch heute den Leuten, die immer wieder sonntags hier in die Kirche gehen: sie würden nicht herkommen, wenn sie nichts davon hätten. Jesus verändert unser Leben, er fordert uns heraus, er tröstet, er macht Mut.

Für euch Konfis ist es eine Pflicht, den Gottesdienst zu besuchen. Ich würde mich freuen, wenn ihr irgendwann merkt: Da habe ich auch was davon! Auch ihr könnt hier persönliche Erfahrungen mit Gott machen und Jesus auf eure Weise begegnen. Ihr könnt darüber nachdenken, was ihr glaubt und woran ihr zweifelt, ihr könnt mir im Konfi-Unterricht Löcher in den Bauch fragen. Vielleicht findet ihr sogar ein offenes Ohr für eure Sorgen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 631: In Gottes Namen wolln wir finden, was verloren ist

Gott, ich bitte dich, dass dieses neue Konfirmandenjahr keine Last wird – nicht für Konfirmanden und nicht für die Gemeinde und nicht für mich als Pfarrer. Lass es ein Jahr voller genutzter Chancen sein.

Gott, ich bitte dich, dass wir uns aufeinander einlassen. Auf Wünsche der Jugendlichen und auf das, was gelernt werden muss. Auf das Miteinander-Reden und auf das Zuhören.

Gott, ich bitte dich, dass alle es einsehen: nur die Konfirmanden selbst entscheiden, ob sie konfirmiert werden. Nicht die Eltern, nicht die Oma, nicht der Druck, den man sich macht, nur jeder für sich selbst.

Gott, ich bitte dich, dass in diesem Jahr Freundschaften erhalten bleiben und neue Freundschaften entstehen, dass Fragen der Konfirmanden gestellt und beantwortet werden, dass sie sich auseinandersetzen mit ihrem Zweifel und dass sie wachsen in ihrem eigenen Glauben.

Insbesondere schließen wir eine Verstorbene in unsere Fürbitte ein, die in der Paulusgemeinde gewohnt hat. Wir beten für … . Schenke ihr die ewige Ruhe in deinem Reich. Begleite auch die Angehörigen, die um sie trauern, mit deiner Liebe. Amen.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir heute ganz persönlich auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser
Lied 171: Bewahre uns, Gott
Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.