Gott besucht uns

Gott besucht uns. Es genügt ihm nicht, dass er uns kennt, wie nur der Schöpfer sein Geschöpf kennen kann, von außen und innen. Er sucht uns auf, da wo wir wohnen. Er will die Atmosphäre des Ortes spüren, an dem wir leben. Er will uns heim-suchen, wenn wir uns auf eine Art eingerichtet haben, die uns nicht gut tut.

Die Silhouette einer schwangeren Frau vor dem Sonnenuntergang

Schwanger mit neuem Licht und Leben (Foto: pixabay.com)

direkt-predigtAbendmahlsgottesdienst am 1. Adventssonntag, den 3. Dezember 2000, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Heute beginnt ein neues Kirchenjahr, und ich begrüße Sie und Euch herzlich zum Abendmahlsgottesdienst am 1. Advent mit dem Wort des Propheten Sacharja 9, 9:

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Advent heißt: Es kommt jemand zu uns. Wir bekommen hohen Besuch, Besuch vom Himmel. Und die Frage in diesem Gottesdienst ist: Wie stellen wir uns auf diesen Besuch ein?

Zwei Lieder singt heute der Kirchenchor, und auch gemeinsam singen wir Adventslieder. Mit dem bekanntesten im Gesangbuch fangen wir an: 1, 1 bis 3:

1) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

2) Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

3) O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir bekommen Besuch. Gott will uns besuchen. Wie stellen wir uns darauf ein?

Voller Vorfreude bereiten wir alles vor. Weit machen wir die Tore auf für die prächtige Kutsche eines Königs. Ganz hoch ziehen wir die Rolläden von der Balkontür, wenn er vielleicht wie ein Engel zu uns geflogen kommt. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, damit Gott uns besuchen kann!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Wir bekommen Besuch. Gott will uns besuchen. Wie stellen wir uns darauf ein?

Besuch kann auch Angst machen. Können wir ihn bei uns hereinlassen? Ist es aufgeräumt genug? Wird er sich bei uns wohlfühlen? Spürt er die dunklen Ecken auf in unserem Leben, die wir keinem gerne zeigen?

Ich habe Vertrauen. Dieser Besuch darf auch in mein unaufgeräumtes Arbeitszimmer. Dieser Besuch darf auch in meine dunklen Ecken schauen. Ja, sogar in mein Herz. Und ich rufe zu dir, Gott:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Gott, du kommst uns besuchen. Können wir noch darüber staunen? Du kommst als Menschenkind. Ganz so große Toren und Türen brauchst du gar nicht. Nur aufmachen müssen wir sie, die Türen unseres Herzens. Darum:

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, dass du groß bist, wird nirgends deutlicher als da, wo du ganz klein wirst: im Kind in der Krippe. Wir staunen über deine Liebe, die auf diese Idee kam, uns zu besuchen aus der Höhe in einem Kind ganz unten. So hebst du es auf, unser niedergedrücktes und niedergeschlagenes Herz, und wir können nicht anders – wir erheben lobend deinen Namen, du Höchster, im Namen deines Sohnes, Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Die Kinder gehen nun mit ihrer Kindergottesdienst-Kerze nach unten und üben das Krippenspiel für Weihnachten in drei Wochen!

Und hier in der Kirche geht es weiter mit dem Loblied der Maria, das sie gesungen hat, als sie schwanger ging mit Gottes Sohn. Sie hat gesungen: „Es erhebt meine Seele den Herrn!“ Unser Chor singt diese Zeile auf Lateinisch: „Magnificat anima mea Dominum!“ – wörtlich übersetzt: „Groß macht meine Seele den Herrn!“ – Kanon 600:

Magnificat anima mea Dominum

Wir hören das Loblied der Maria, wie es im Evangelium nach Lukas 1 überliefert ist:

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,

47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;

48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.

49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten.

51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.

52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.

53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.

54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,

55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Glaubensbekenntnis

Wir singen aus dem Lied 7 die Strophen 4 bis 7:

4) Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

5) O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern; o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.

6) Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der ewig Tod. Ach komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland.

7) Da wollen wir all danken dir, unserm Erlöser, für und für; da wollen wir all loben dich zu aller Zeit und ewiglich.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, das Loblied der Maria haben wir gehört und gesungen: „Meine Seele erkennt, wie groß Gott ist, denn er hat Großes an mir getan.“ Kurz nach diesem Lied einer werdenden Mutter überliefert Lukas (Kapitel 1) noch ein Loblied, diesmal von einem Vater, der sich über sein neugeborenes Kind freut. Dieser Vater heißt Zacharias, sein Kind ist Johannes, der später die Leute zur Umkehr ruft und im Jordan tauft.

Hören wir, was er singt:

68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;

69 er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David.

70 So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.

71 Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen;

72 er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht,

73 an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

74 er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen

75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.

77 Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden.

78 Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

79 um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Liebe Gemeinde, so singt Zacharias. Leider wissen wir nicht, wie die Melodie geklungen hat. Und vom Text her ist das Lied kein Ohrwurm. Aber ein Wort fällt mir besonders auf: das Wort „besuchen“. „Er hat sein Volk besucht.“ „Uns wird besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“

Ein Besuch ist eine besondere Art, Kontakt aufzunehmen. Ich suche jemanden auf, angemeldet oder unangemeldet gehe ich hin zu ihm, klopfe an oder klingele – und hoffe, dass mir aufgemacht wird. Als Besucher, dem die Tür aufgemacht wird, erfahre ich mehr über einen Menschen, als wenn ich ihn außerhalb der eigenen vier Wände treffe. Die Art, wie er sich eingerichtet hat, die Bilder an den Wänden, die Bücher im Regal – all das erzählt mir eine Geschichte über den Bewohner dieser Wohnung.

So will uns Gott besuchen. Es genügt ihm nicht, dass er uns geschaffen hat, dass er uns kennt, wie nur der Schöpfer sein Geschöpf kennen kann, von außen und innen. Er will uns aufsuchen, da wo wir wohnen. Er will die Atmosphäre des Ortes spüren, an dem wir leben. Er will uns heim-suchen, wenn wir uns auf eine Art eingerichtet haben, die uns nicht gut tut. Der Schöpfer bleibt nicht der unnahbare Planer und Architekt des Weltalls, er will uns persönlich kennenlernen. So nahe geht ihm unser Schicksal, dass er es mit uns teilen will.

Advent feiern wir, weil Gott uns nicht nur zufällig treffen will. Auch überrumpeln will er uns nicht. Er meldet seinen Besuch an. Auf mehrfache Weise.

Maria, die Mutter Jesu, erfährt von einem Engel, was für ein Kind sie zur Welt bringen soll – in ihrem Sohn will Gott die Welt besuchen.

Zacharias sieht in seinem Innern die Wahrheit Gottes, nachdem sein Sohn Johannes geboren ist: Sein Kind Johannes wird ein Prophet sein, der letzte Prophet, bevor Gott selbst die Menschen besucht. Und Johannes soll alles für diesen Besuch vorbereiten.

Mit dieser Wahrheit ist der alte Zacharias schwanger gegangen, so wie seine auch schon alte Frau Elisabeth schwanger gegangen ist mit ihrem Kind. Zuerst hatte Zacharias über die Vorstellung gelacht, seine Frau könnte noch ein Kind bekommen. Das Lachen ist ihm dann vergangen, die Stimme hat es ihm verschlagen, als Elisabeth dann doch einen dicken Bauch bekommt, stumm ist Zacharias geblieben, bis endlich sein Sohn zur Welt kommt. Erst jetzt kann er wieder reden, und er nutzt seine Stimme für ein jubelndes Loblied.

Ja, Gott wird uns besuchen hier auf der Erde, singt der stolze Vater Zacharias, und mein Sohn Johannes bereitet dafür alles vor. Johannes wird ins Gewissen reden, wird offen sprechen von der Sehnsucht nach Vergebung und Erlösung. Johannes wird die Angst aufgreifen, die wir haben, wenn wir Hass und Gewalt erleben. Wenn wir Angst haben, verriegeln und verrammeln wir das Tor unseres Herzens. Wir sind zu für friedliche Gedanken, für das wahre Gesicht und das Herz eines anderen Menschen. Und Johannes kündigt den an, der unser verschlossenes Herz öffnen kann: Einer kommt, der uns versteht. Der nimmt wahr, wie wir dasitzen in der Finsternis und im Schatten des Todes. Wir sehnen uns nach einem Licht, das wir nicht selber anzünden können. Und der, der kommt, ist dieses Licht.

Hier unterbreche ich die Predigt und geselle mich zu unserem Chor. Wir singen: „Machet die Tore weit“:
Machet die Tore weit

Da kommt einer, liebe Gemeinde, bei dem wir Ruhe suchen und finden können – Ruhe für unsere Hektik, Ruhe für unser Grübeln, Ruhe für unser angstvolles Herz. Da kommt einer, dem wir unser Gemüt öffnen können – auch die dunkelsten Ecken unserer Seele. Denn er schlägt uns nicht unsere Fehler um die Ohren, sondern er vergibt. Ein neuer Anfang wird möglich.

Licht fällt in unser Herz – aber nicht der gleißende Suchscheinwerfer, der mit kalt gebündeltem Strahl alles erfasst, was nicht in Ordnung ist, um uns bloßzustellen und zu verurteilen. Es ist ein Licht, das wärmt und uns den richtigen Weg zeigt, wo wir in die Irre gegangen waren. Von oben kommt dieses warme Licht, ohne unser Zutun, vom Himmel her, so wie die Sonne am Morgen aufgeht.

Unsere Adventskerzen lassen uns etwas von der Wärme dieses himmlischen Lichtes ahnen, heute ist es eine, und schon in drei Wochen erstrahlt der ganze Weihnachtsbaum mit vielen Lichtern. Es ist nicht nur Sentimentalität, wenn es vielen Menschen beim Anblick eines Christbaums warm ums Herz wird. Jeder leuchtende Tannenbaum will ja immer wieder neu die Geschichte des Lichtes erzählen, das aus der Höhe über uns aufstrahlt – und zwar mitten in unser Leben, in unser Herz, in unsere Welt hinein.

In der Tat geht es um mehr als um ein kitschiges oder nostalgisches Gefühl. Es geht um Gott, der uns besuchen will, im Kind, in Armut, in friedlicher Absicht. Er besucht uns, die wir sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes und will unsere Füße auf den Weg des Friedens lenken.

In den letzten Tagen habe ich ein paar Mal erlebt, wie das sein kann, auf dem Weg des Friedens zu gehen.

Bei einem Elternabend hatte ich mich als Religionslehrer zu Wort gemeldet. Ich wollte die Eltern darin bestärken, dass sie nicht unbedingt allen Wünschen ihrer Kinder nachgeben müssen, wenn sie die teuersten Handys und Anziehsachen haben wollen. Zeit haben zum Zuhören, wenn die Kinder ihre Sorgen abladen oder einfach erzählen möchten, das ist unendlich viel wertvoller als materielle Dinge.

Nach dem Elternabend sprach mich ein junger türkischer Vater darauf an: Ihm hatte gut gefallen, was ich über den Materialismus gesagt hatte. „Ich war auch schon mal in der Pauluskirche“, sagte er – das war bei der Interreligiösen Woche im letzten Jahr. Man sollte doch ohne Fanatismus mit Menschen anderer Religionen sprechen.

Auf dem Weg des Friedens gibt man sich selber nicht auf, und man setzt den anderen nicht unter Druck. Sondern man hört zu und lernt vielleicht. Man spricht von dem, was einem selber wichtig ist, und erlebt vielleicht auch dabei, dass ein Funke überspringt.

Noch ein zweites und letztes Beispiel: Ich hatte eine Unterrichtsstunde, in der sehr viele Schüler fehlten. Eigentlich waren nur die Schüler da, die mit mir seit Monaten im Kriegszustand lagen – sie machten nicht mit, störten andauernd, hörten nicht auf mich, beleidigten mich sogar.

Nun waren gerade diese Schüler mit mir allein im Unterricht. Und auf einmal wollten sie mit mir reden. Sie machten mit im Unterrichtsgespräch. Sie vertrauten mir sogar ganz persönliche Dinge an. Ich spürte: Ich kann diese Rabauken sogar gernhaben. Auch wenn sie mir nächste Woche wahrscheinlich wieder das Leben schwer machen.

Vielleicht geht es Gott ähnlich, wenn er uns besucht. Er hat uns nämlich lieb und will es uns zeigen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen nach der Predigt und vor dem Abendmahl aus dem Lied 1 die beiden letzten Strophen:

4) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eu’r Herz zum Tempel zubereit‘. Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

5) Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Gott, du besuchst uns. Du willst sogar mit uns essen. Und das Essen wird zum lebendigen Zeichen deiner Liebe. Denn im Heiligen Abendmahl teilst du dein Leben mit uns, im Brot den Leib deines Sohnes, im Kelch das vergossene Blut deines Sohnes.

Gott, du siehst, was dunkel und unvollkommen ist in unserem Leben. Du siehst unsere Angst und Verzweiflung. Du siehst, wie eng und hart und verschlossen unser Herz oft ist. Lasse dein Licht in unser Herz leuchten und schließe es auf für deine Liebe. In der Stille breiten wir vor dir aus, was uns belastet.

Beichtstille

Wollt Ihr die Tore und Türen eures Herzens öffnen und Gottes Liebe und Vergebung annehmen, so sagt laut oder leise oder auch still im Herzen: Ja!

Auf euer aufrichtiges Bekenntnis spreche ich euch die Vergebung eurer Sünden zu – im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. „Und mit deinem Geiste.“

Die Herzen in die Höhe! „Wir erheben sie zum Herren.“

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott. „Das ist würdig und recht.“

Würdig und recht ist es, den Besuch des Lichtes aus der Höhe in Demut und Zuversicht zu erwarten und sich darauf vorzubereiten. Würdig und recht ist es, dass wir unsere Füße lenken lassen auf den Weg des Friedens.

Zu dir rufen wir und preisen dich, Heiliger Gott:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.

Vater unser und Abendmahl

Nach dem Abendmahl singen wir das Lied 13:

1) Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, ja er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!

2) Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!

3) Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind. Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!

Abkündigungen

Gott, hab Dank für Deine Gaben – für Brot und Kelch, für das Licht deiner Liebe, für die Wärme der Weihnacht, die auf uns wartet.

Wir bitten dich herzlich um deinen Besuch – mitten in unserem Leben. Besuche uns im dicksten Stress, damit wir aufhören, uns zu überfordern. Besuche uns, wenn wir uns Selbstvorwürfe machen, damit wir uns liebhaben können. Besuche uns, wenn wir andere Menschen nicht ändern können, damit wir Geduld üben. Besuche uns, wenn wir mit Verachtung auf bestimmte Menschen herabblicken, denn nichts von dem, was wir im anderen verachten, ist uns selbst ganz fremd. Besuche uns in der kurzen Zeit, die bis Weihnachten noch bleibt, und lass uns neu staunen wie ein Kind über das Wunder der Weihnacht.

Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll, denn du weißt, dass sie dein Geschöpfe sein. Amen.

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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