Zwei Formen von Undankbarkeit

Die beiden Gleichnisse dieses Sonntags zeigen uns zwei Formen von Undankbarkeit: die Selbstüberschätzung dessen, der vergessen hatte, dass das, was er war und darstellte und was er hatte, alles ihm nur auf Zeit anvertraut war. Und die Selbstunterschätzung dessen, der meinte, dass Gott ihm viel zu wenig an Fähigkeiten oder Besitz oder Einfluss mitgegeben hätte. Beide sind undankbar.

Einige Gerstenähren auf einem Feld im Gegenlicht

Gott ist der Herr der Saat und der Ernte (Bild: lukasbieri – pixabay.com)

#predigtGottesdienst zum Erntedankfest am 3. Oktober 1982 in Reichelsheim, Dorn-Assenheim und Heuchelheim
Glockenläuten und Orgelvorspiel

Zum Festgottesdienst am Erntedanksonntag begrüße ich Sie herzlich hier in der Kirche. Mit Erntegaben geschmückt – ich danke dafür wieder Frau Hitz und Frau Schreiber (Frau Hübner und einigen Konfirmanden) lädt der Altar heute in besonderer Weise zum Danken ein. Mit dem ersten Lied beginnen wir uns nun bewusst zu machen, wofür und vor allem wem wir zu Dank verpflichtet sind:

Lied EKG 230 (EG 324), 1-8:

1. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst.

2. Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt.

3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd?

4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt?

5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, dass man Öl und Most zu seinen Zeiten find‘t?

6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland?

7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du musst alles tun, du hältst die Wach an unsrer Tür und lässt uns sicher ruhn.

8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit. (Psalm 104, 27)

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Herr, du hast uns satt gemacht wieder ein ganzes Jahr, und wir haben oft vergessen, dir zu danken, weil uns das Brot selbstverständlich geworden ist und deine Gabe gering. Herr du hast uns gekleidet und Wohnung gegeben ein ganzes Jahr, und wir haben es immer wieder so gleichgültig genommen, dass es uns besser geht als vielen anderen. Herr, du hast uns arbeiten lassen, soweit wir eine Arbeitsstelle oder einen Tätigkeitsbereich haben, und wir haben so oft nur unsere Sorge gesehen und nicht, was du uns als Auftrag gabst. Immer noch hältst du deine Hand über uns und lässt deine Sonne aufgehen auch über denen, die dich vergessen. Wir danken dir für die Geduld, die du bis heute mit uns hast, für deine Güte, von der wir leben jeden Tag. Und wir bitten dich, lass uns über dem Vielen, das wir haben, das Eine erkennen, das uns nottut: dein Wort. Amen.

Wir hören die Lesung aus dem Evangelium nach Lukas 12, 15-21:

15 Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen.

17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.

18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte

19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!

20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?

21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

Habgier verträgt sich nicht mit dem Danken; danken kann nur der, der in den Augen Gottes reich ist; deshalb wollen wir das Danken üben mit dem zweiten Lied:

Lied Beiheft 729 (EG 334), 1-6: Danke für diesen guten Morgen
Gnade und Friede sei mit uns allen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

Wir hören die Lesung zur Predigt aus dem Evangelium nach Matthäus 25, 14-30:

14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an;

15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort.

16 Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu.

17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu.

18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.

19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen.

20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen.

21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen.

23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast;

25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine.

26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?

27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.

28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.

29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.

30 Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

Liebe Gemeinde!

Jesus hat den Leuten auf die Finger gekuckt. Nicht erst Luther, sondern schon er hat den Leuten auf der Straße aufs Maul geschaut. Er hat zugesehen und zugehört, wie die Brotherren mit ihren Angestellten umgegangen sind, wie es in den Familien zuging, wie die Menschen ihrem Handwerk nachgingen. Nicht nur das: er wusste aus eigener Erfahrung, wie das Handwerk schmeckte, wie es mit Reichtum und Armut war, denn er hatte von seinem Vater das Zimmermannshandwerk gelernt, und er hatte alles verlassen, um als armer Wanderprediger über die Dörfer zu ziehen. Aus seiner eigenen Erfahrung nahm er den Stoff für seine Beispielerzählungen. Zwei davon haben wir heute am Erntedanktag gehört. Zwei Gleichnisse, die sich auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen.

Das eine, das wir eben gehört haben, greift einen alltäglichen Vorgang aus dem Wirtschaftsleben heraus und scheint die dort gültigen Regeln zu bestätigen: wer es zu etwas bringen will, der muss mit seinem Pfund wuchern, der muss aus seinem Kapital so viel wie möglich herausschlagen, der muss sein Geld arbeiten lassen. Wer nicht auf Gewinn aus ist, bleibt auf der Strecke.

Das andere Gleichnis von vorhin sagt demgegenüber eindeutig „Nein!“ zu den Überlegungen eines reichen Mannes, der für sich Vorsorge treffen will und seine persönliche Zukunft mit großen Investitionen abzusichern versucht.

Wir sehen: Jesus greift in seinen Gleichnissen wohl Vorgänge aus dem Wirtschaftsleben seiner Zeit heraus, übernimmt aber nicht einfach die dort gültigen Maßstäbe. Und so können wir aus dem Gleichnis von den Talenten oder Pfunden oder Zentnern eines sicher nicht herauslesen: die Zustimmung Jesu zum Immer-Mehr-haben-Wollen. Jesus ist gegen Habgier und Profitdenken. Er meint auch, dass noch so berechtigte Freude über eine gelungene Ernte oder erfolgreiche Arbeit nie umschlagen soll in Selbstüberschätzung, in einen falschen Stolz, der nicht weiß, dass wir unsere Gaben, auch unsere eigenen Kräfte, ja zuallererst unser Leben nicht aus uns selbst heraus haben.

Was können wir dann am Erntedankfest aus dem Gleichnis von den drei Angestellten lernen? Ich möchte dazu nur einen Gedankengang herausgreifen.

Das Gleichnis kann uns vor einem Irrtum bewahren. Es zeigt, dass Gott nicht nur und nicht erst der Herr der Ernte ist, sondern schon der Herr der Saat. Nicht erst, wenn die Menschen alles getan haben, was sie tun konnten, tritt Gott auf den Plan und tut das Seine hinzu: das Wachsen- und Gedeihenlassen, was Menschen ja beim besten Willen (noch?) nicht künstlich hervorrufen können. Wenn man meint, dass Gott erst dann eine bestimmte Aufgabe zugewiesen bekommt, wird die Rolle Gottes immer mehr eingeengt, je mehr die Menschen durch Wissenschaft und Technik selbst zustandebringen. Dann dankt man Gott im Erntedankfest für das, was er getan hat, ist aber im Grunde viel mehr an dem interessiert, was man selbst geleistet oder versäumt hat.

Das Gleichnis von den drei Angestellten sieht die Sachlage wie gesagt anders. Gott hat nicht erst auf dem Weg zur Ernte eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Gott ist der, der uns schon die Gaben verliehen hat, durch die wir überhaupt säen können, unseren Verstand, unsere Techniken gebrauchen können, unsere Hände, unsere Maschinen einsetzen können. Wir danken am Erntedankfest dafür, dass eine gute Ernte eingebracht werden konnte bzw. wird; und wenn wir dafür ernsthaft danken, sind wir zugleich dankbar dafür, dass er uns in dieser Welt mit unseren Gaben und Aufgaben geschaffen hat.

Im Kindergottesdienst haben die Kinder jetzt vor dem Erntedankfest einmal in bunten Bildern aus zusammengeklebtem Buntpapier zusammengestellt, wofür sie danken können. Sie sollten Bilder kleben zuerst zu der Frage: „Was mir am meisten Freude macht.“ Da wurde Spielzeug dargestellt, am häufigsten Autos, oder das eigene Fahrrad. Essen spielte eine große Rolle, z. B. zweimal ein großer Hamburger mit viel Ketchup. Und an Tieren haben viele Kinder die meiste Freude: ihre Spielmaus, oder auch ein Hund, oder Pferde, oder das Kaninchen. So vielschichtig ist es, was Kindern Freude macht.

Eine zweite Frage lautete: „Was wir am nötigsten zum Leben brauchen.“ Da wurde ein Teller mit Essen geklebt, ein Essenstisch, ein Haus zum Wohnen, und die Eltern wurden nicht vergessen – hier als Hochzeitspaar geklebt. Gerade für Kinder gibt es ja noch mehr Dinge als für Erwachsene, auf die sie angewiesen sind und die sie sich nicht selbst verschaffen können – z. B. die Grundversorgung, z. B. gute Eltern. Und doch ist auch für Kinder wichtig, was sie selbst können.

Auch zum Thema „Was ich am besten kann“ haben sie etwas zusammengeklebt – das sind eigentlich die interessantesten Bilder. Da steht einer fit im Fußballtor; da kann sich einer gut in einer Schneeballschlacht wehren. Einer beweist Köpfchen und eine kann gut lesen. Jemand fotographiert gern, und einer fährt gut Fahrrad. Einer zeigt, dass man beim Fußball auch Köpfchen braucht, und einer kann besonders gut anderen den Vogel zeigen. Zwei laufen gut Rollschuh, und bei einem raucht der Kopf vom vielen Denken. Und noch viel mehr können die Kinder, wie im Gespräch herauskam: im Kindergarten anderen Kindern helfen, die Schuhe zuzubinden; den Eltern beim Abtrocknen helfen; Tiere füttern; jemanden trösten und vieles mehr. Das ist wohl das Wichtigste, was wir von Gott bekommen haben: unser Leben und das, was wir können; wir nennen das unsere Gaben oder Begabungen.

Im Gleichnis stehen die großen Geldsummen, die die drei Angestellten bekommen, für bestimmte Begabungen, für bestimmte Fähigkeiten. Und nun stellt das Gleichnis nüchtern fest: der eine kann mehr, der andere weniger. Der eine hat am Ende auch mehr und der andere immer noch weniger. Aber aufgepasst: das bedeutet nicht, dass der eine mehr wert sei als der andere. Beide, die etwas mit ihren Gaben anfangen, bekommen größere Aufgaben versprochen und dürfen mitfeiern beim Fest ihres Herrn. Auch dem mit den geringsten Gaben hätte der Herr mehr zugetraut. Wenigstens mit Zinsen anlegen können hätte er sein Geld. Er aber wurde aus Angst undankbar und tat, als hätte er überhaupt nichts bekommen. Sind wir nicht oft wie dieser dritte Angestellte, wenn wir meinen: Was können wir schon ausrichten, z. B. gegen das Unrecht in der Dritten Welt? Was nützen schon ein paar Mark Spende? Ich kann doch nicht so gut in der Kirchengemeinde mitarbeiten, andere sind bestimmt fähiger dazu?

Die beiden Gleichnisse dieses Sonntags zeigen uns also zwei Formen von Undankbarkeit: die Selbstüberschätzung dessen, der vergessen hatte, dass das, was er war und darstellte und was er hatte, alles ihm nur auf Zeit anvertraut war. Und die Selbstunterschätzung dessen, der meinte, dass Gott ihm viel zu wenig an Fähigkeiten oder Besitz oder Einfluss mitgegeben hätte. Beide sind undankbar.

Erkennen wir uns in ihnen wieder? Oder können wir ehrlich danken? Dazu gehört: meinetwegen auch sich selbst zu loben – aber ohne Herabsetzung von anderen. Ich kann vielleicht gut Fußball spielen und brauche nicht anderen nachzurufen: „Du Flasche!“ Vielleicht bin ich nicht so stark im Rollschuhlaufen. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Und jeder, der dankbar lebt, kann eines: sich selbst etwas zutrauen. Und dann auch einmal neue Wege gehen, auch einmal auf die Kritik anderer eingehen. Aber nicht: sich dauernd ängstlich oder gereizt verteidigen müssen. Wir haben unsere Fähigkeiten von Gott und können dazu stehen.

Zum Danken gehört auch, dass uns bewusst bleibt: unsere Gaben sind uns nur anvertraut. Das bedeutet, dass jede Gabe mit einer Aufgabe verknüpft ist. In der Zeit, die uns geschenkt ist, sollen wir mit unseren Fähigkeiten Gott dienen, d. h. unseren Nächsten lieben wie uns selbst. Dieser Maßstab soll uns leiten, wenn wir an die Sorge für unsere Familie denken, wenn wir an die Verantwortung für das komplizierte Gleichgewicht in der Natur denken, wenn wir an unsere politischen Auseinandersetzungen und Entscheidungen denken. Dankbarkeit gegenüber Gott bedeutet: Nächstenliebe, und nicht Zufriedenheit nur für sich selbst; selbstverständliche Nächstenliebe und nicht Bitterkeit, auch gegenüber Menschen, die uns kritisieren. Wir haben ja gesungen: Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.

Manchmal schenkt Gott uns sogar Traurigkeiten, durch die wir hindurchmüssen und an denen wir wachsen. Ein afrikanisches Märchen bringt eine solche Erfahrung zum Ausdruck:

„Am Rand der Oase… deine Last hat mich stark gemacht.“ (Ruf der Kirche, Oktober 1982, Seite 4).

Selbst eine Gabe, die eine Anti-Gabe zu sein schien, ein Fluch, ein Verderben, hat sich hier als der größte Segen erwiesen. Glücklich ist, wer sich schwere Lebenserfahrungen so zum besten dienen lassen kann. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied Beiheft 647 (EG 420), 1-5: Brich mit den Hungrigen dein Brot

Wir beten mit den Worten, die einmal ein Zwölfjähriger aufgeschrieben hat:

Danke, o Herr, für deine Welt, die du uns beschert hast. Danke, o Herr, für deine Bäume, die Blumen und das Gras, auf dem wir gehen. Wir sollen all das bewahren. Danke, o Herr, für die Gesundheit unseres Körpers. Wir sollen sie nicht mutwillig aufs Spiel setzen. Danke, o Herr, für unsere Arme und Hände, die du gemacht hast, damit wir Dinge heben, sie fortbewegen und befühlen können, damit wir uns und anderen helfen können. Danke, o Herr, für unsere Beine und Füße, die du gemacht hast, damit wir laufen und kicken können. Danke, o Herr, für den Verstand, den du uns gegeben hast, damit wir denken können, unsere Augen, mit denen wir sehen können und die uns leiten, unsere Lippen, damit wir küssen können, unsere Zungen, damit wir MITeinander sprechen können, und unser Herz, damit wir einander lieben können. Wir danken dir, o Herr, für all diese guten Gaben, die du uns beschert hast!

Herr, wir haben dieses Gebet eines Zwölfjährigen mitgebetet, und uns wird klar: wir dürfen danken, dass du wachsen und gedeihen lässt, was wir gesät haben; wir dürfen auch dafür danken, dass du uns unsere Gaben und Kräfte und Fähigkeiten geschenkt hast, mit denen wir säen und ernten, arbeiten und uns einsetzen. Denn auch das, was wir sind und tun, kommt von dir. Dank sei dir dafür. Amen.

Vater unser und Segen
Lied EKG 476 (EG 508), 1-2:

1. Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

2. Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behände in unser Feld und Brot: Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

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