Vier Dimensionen des Glaubens?

Begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist.

Gibt es für den Glauben noch eine vierte Dimension? Hinter dem Raum, wie wir ihn kennen, jenseits unserer Wahrnehmung durch Augen und Ohren und all unser Wissen gibt es die Wirklichkeit des Himmels. Und diese Wirklichkeit ist die Tiefe, die alle Dinge durch die Liebe erfahren.

Ein Quadrat mit einem Muster aus rechteckigen farbigen Rahmen, die nach innen hin immer weiter in die Tiefe zu gehen scheinen

Wie viele Dimensionen der Wirklichkeit sind unseren Sinnen zugänglich? (Grafik: pixabay.com)

#predigtAbendmahlsgottesdienst am Sonntag Jubilate, den 3. Mai 1998, um 9.00 Uhr in der Kapelle der Rheinhessen-Fachklinik Alzey, am Sonntag Rogate, den 17. Mai 1998, um 10.00 Uhr in Erbes-Büdesheim und am Sonntag Exaudi, den 24. Mai 1998, um 9.00 und 10.00 Uhr in Spiesheim und Ensheim

Herzlich willkommen im Gottesdienst, in dem wir über den Glauben an Gott, den Vater, nachdenken, über die Erfüllung, die wir finden können im Vertrauen auf die Liebe Gottes.

Lied 382, 1-3: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wir beten mit Worten aus dem Psalm 27:

1 Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?

7 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!

8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.

9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht/ und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!

10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf.

11 HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.

12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht ohne Scheu.

13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen.

14 Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Gott, manche unter uns suchen dich und finden dich nicht. Manche sind wie getrieben und kommen einfach nicht zur Ruhe. Manche haben es fast aufgegeben, mit dir zu rechnen. Komm nun selber auf uns zu, lass uns spüren, wie nahe du bist, wie bergend dein Himmel uns umschließt und wie uns deine Worte auf einem guten Weg leiten. Das erbitten wir von dir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem Brief an die Epheser 2, 17-18 und 3, 1.3.5-9:

17 [Christus] ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.

18 Denn durch ihn haben wir alle beide [- Heiden und Juden -] in einem Geist den Zugang zum Vater.

1 Deshalb sage ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden:

3 Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich eben aufs kürzeste geschrieben habe.

5 Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist;

6 nämlich dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium,

7 dessen Diener ich geworden bin durch die Gabe der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben ist.

8 Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist die Gnade gegeben worden, den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi

9 und für alle ans Licht zu bringen, wie Gott seinen geheimen Ratschluss ausführt, der von Ewigkeit her verborgen war in ihm, der alles geschaffen hat.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja! „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied 293, 1-2:

Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all, lobt Gott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, dass er euch auch erwählet hat und mitgeteilet seine Gnad in Christus, seinem Sohne.

Denn seine groß Barmherzigkeit tut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit; drum singet Halleluja.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Predigt hören wir aus dem Epheserbrief einen Abschnitt, der auf die Lesung von vorhin folgt . Paulus kniet vor Gott nieder und bringt seine Fürbitte für die Gemeinde vor den Vater im Himmel:

14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater,

15 der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden,

16 dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen,

17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.

18 So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist,

19 auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.

20 Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt,

21 dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde! Mit einem „Deshalb“ beginnt unser Predigttext, der aus einem größeren Zusammenhang gerissen ist.

14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater.

Weshalb denn? Es war vorher von einem Geheimnis die Rede gewesen: von dem Geheimnis, dass zu dem einen Gott des Volkes Israel nicht nur die Juden gehören, sondern alle Menschen. Jesus war es, der den Zaun zwischen den Religionen und den Völkern abgebrochen hat. Er, Jesus, „hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren“, so schreibt Paulus an die Bewohner der großen Stadt Ephesus, die in der heutigen Türkei liegt.

Das ist Grund genug, um die Knie vor diesem Gott zu beugen, den Paulus einfach Vater nennt. Er spricht von ihm,

15 der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden.

Es gibt ja auch Väter, die es nicht verdienen, so genannt zu werden, Väter, die ihre Fürsorgepflicht verletzen, die ihre Töchter und Söhne nicht darin unterstützen, ein verantwortungsvolles, glückliches Leben zu führen. Aber Gott ist ein „rechter Vater“; wenn einer diesen Namen verdient, ist er das; er liebt „alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden“ – Menschen auf der Erde, Menschen, die bereits gestorben sind, Engelwesen, die wir uns nur in der Phantasie ausmalen können, für sie alle ist Gott verantwortlich, für sie alle sorgt Gott auf seine Weise und weist ihnen den rechten Weg. „Alles, was da Kinder heißt“ – das bedeutet für mich: der himmlische Vater sucht in jedem Menschen das Kindliche. Jeden Menschen spricht er auf seine Sehnsucht nach Liebe an, die er einmal als Kind empfunden hat, auf die Enttäuschungen, die er erleiden musste, auf die Verletzungen, die ihm geschlagen wurden, ohne klagen zu dürfen oder getröstet zu werden.

Das gilt selbst für den größten Übeltäter, den er zur Rechenschaft zieht, in dem kein Mensch mehr einen Funken Menschlichkeit entdecken würde – das Jüngste Gericht mag für ihn darin bestehen, dass von ihm nichts übrig bleibt, außer dem kleinen Jungen, der er vor langer Zeit gewesen war, der misshandelt und gedemütigt wurde, der sich vergeblich nach Liebe und Trost sehnte und der aus lauter Verzweiflung Rache schwor und ein böser Mensch wurde. Sein Leben lang ist dieser Mensch zumindest nach außen hin ein harter Mensch gewesen, scheinbar ohne warmherzige Gefühle, aber Gott bleibt auch bei ihm auf der Suche nach dem inneren Kind.

Niemand von uns ist also verloren, wenn wir wie Paulus unsere Knie beugen vor dem Vater im Himmel. Vor niemandem sonst würden wir niederknien, aber vor Gott brauchen wir uns nicht zu schämen, wenn wir nicht die Größten sind. Wir müssen uns nicht größer machen, als wir sind, aber auch nicht kleiner. Wer sich Gott unterordnet, muss nicht gebückt und gedemütigt durchs Leben gehen, klein und schwach. Nein, wer sich Gott anvertraut, gewinnt sogar zusätzlich Kraft und Stärke. Das ist nämlich das erste, was Paulus im Gebet zu Gott für die Leute erbittet, die seinen Brief lesen:

16 dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen.

Eine besondere Kraft ist das, sie kommt nicht aus Angeberei, nicht aus einer Sucht, immer stark sein zu müssen, also nicht aus einer tatsächlichen inneren Armut heraus. Nein, diese Kraft gewinnt ihre Energie aus dem Reichtum Gottes selbst, aus seiner Herrlichkeit, nämlich aus der allmächtigen Liebe, die das Weltall geschaffen hat und die mit allem, was sie geschaffen hat, auch weiterhin mitfühlt. Es ist eine Kraft, die man nicht in der Muckibude gewinnt, sondern die aus dem heiligen Geist kommt – das heißt, sie wächst und gedeiht einfach, indem man den Glauben wagt, indem man seine scheinbare Stärke loslässt, indem man auf falschen Stolz verzichtet, indem man sich selber mit allen seinen Seiten akzeptiert, indem man auch Gottes Vergebung an sich heranlässt. Der inwendige Mensch ist es, der diese Kraft gewinnt, innere Stärke ist es, die uns aufrecht gehen lässt, selbst wenn uns das Schicksal niederdrückt, selbst wenn wir nicht so viel Muskelkraft besitzen, selbst wenn wir immer wieder fast am Ende sind. Diese Kraft können wir uns nicht antrainieren, sie kommt zu uns ohne unser Zutun, einfach wenn wir offen für sie sind, wenn wir sie von Gott erbitten. Denn gerade wenn wir uns schwach fühlen, ist Gott in uns mächtig.

Dass wir nicht aus eigener Kraft stark sein müssen, unterstreicht Paulus mit zwei schönen Bildern:

17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.

Christus will in unseren Herzen wohnen. Viele Menschen können gar nicht in sich selber ruhen, fühlen sich wie getrieben, müssen ständig im Kontakt mit anderen Menschen sein, um ihr Gefühl der Einsamkeit zu überwinden oder gar nicht erst zu spüren. Aber wohnt Christus in unseren Herzen, dann können wir nicht mehr einsam sein, dann wissen wir, was es heißt, geliebt zu sein, dann sind wir wichtige Menschen in Gottes Welt, dann sind wir ein Teil der Menschheit, die dazu berufen ist, die Liebe zu leben.

Ja, wir sind regelrecht eingewurzelt und gegründet in der Liebe wie Pflanzen oder Bäume im festen Erdreich. Nur auf dem Boden der Liebe gedeiht wahre Stärke, alles andere, was sich Kraft und Stärke nennt, ist nur Aufgeblasenheit. Egoismus ist immer schwach, Ausdruck einer Angst, zu kurz zu kommen. Liebe ist immer stark, auch wenn sie scheinbar unterliegt.

Lied 617, 1-3:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart, ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch auch ich geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände!

O Jesu, dass dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen!

Liebe Gemeinde! Wer Stärke und Kraft aus dem Glauben gewinnt, bei wem die Liebe im Herzen Wurzeln schlägt, der gewinnt auch neuen Durchblick:

18 So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist.

Eigenartig, diese Formulierung von der Breite und Länge, von der Höhe und Tiefe. Wir können einmal an die Horizontale denken, an das Irdische, an das, was unter uns Menschen auf der Erde eine Rolle spielt: Jesus führt für unser Zusammenleben eine neue Maßeinheit ein: die Maßeinheit der Liebe. Wenn wir alles an ihr messen, sieht es unter uns anders aus. Und dann können wir an die Vertikale denken, an die Richtung zwischen oben und unten. Auch hier verändert sich alles, wenn die Liebe regiert, denn dann sind wir nicht getrennt von dem Gott, der so viel höher ist als wir Menschen, und nicht abgeschnitten von dem Sinn, der in der Tiefe hinter allen Dingen steckt, auch wenn wir diesen Sinn oft nicht verstehen.

Bei Breite und Länge, Höhe und Tiefe können wir auch einmal ein wenig spitzfindig werden: Das sind ja eigentlich vier Dimensionen, obwohl der Raum ja nur drei Dimensionen kennt. Ein Würfel zum Beispiel: sein Rauminhalt wird berechnet, indem wir mal-nehmen: Länge mal Breite mal Höhe. Vielleicht deutet unser Vers ja darauf hin, dass es für den Glauben noch eine vierte Dimension gibt, nämlich die Tiefe der Dinge, die für unsere Augen unsichtbar ist. Hinter dem Raum, wie wir ihn kennen, jenseits unserer Wahrnehmung durch Augen und Ohren und all unser Wissen gibt es noch mehr, gibt es die Wirklichkeit des Himmels. Und diese Wirklichkeit ist nicht irgendwo im Raum angesiedelt, nicht irgendwo über den Sternen zu finden, sondern sie ist fern und nah zugleich; es ist die Tiefe, die alle Dinge durch die Liebe erfahren. Noch einmal betont Paulus: Wer Breite und Länge, Höhe und Tiefe begreift, wer in der Welt wirklich durchblickt, der kann genau das, wovon ich schon die ganze Zeit rede, nämlich:

19 auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.

Ich begegne oft Menschen, die sich innerlich leer fühlen. Der Dichter Kurt Tucholsky hat das einmal so ausgedrückt:

„Manchmal, wenn das Telefon nicht ruft, wenn keiner etwas von dir will, nicht einmal du selber, wenn die Trompeter des Lebens pausieren und ihre Instrumente umkehren, damit die Spucke herausrinnt … dann horchst du in dich. Und was … dann ist da eine Leere – Dann ist da gar nichts.“

Auch wer viel weiß, wer viel gelernt hat, wer sehr aktiv ist, wer viel geleistet hat, kann dennoch auf der Stelle treten und innen drin ein Nichts, eine Unruhe, ein Unerfülltsein spüren. Wenn aber nun jemand kommt und mich ernstnimmt, so dass ich mich anerkannt und geliebt fühle, wie das Jesus getan hat, dann beginnt die innere Leere sich zu füllen. Und wenn die ganze Gottesfülle uns erfüllt, dann hat das Getriebensein ein Ende, dann bin ich zur Ruhe gekommen, wenn auch hier auf der Erde immer nur für eine gewisse Zeit, dann kann alles andere uns unwichtig werden, was nur einen erbärmlichen Ersatz für Liebe darstellt: Egoismus, Leistungszwang, falscher Stolz und falsches Sich-ganz-cool-Geben, grübelndes Kreisen um uns selbst. Wer voll Liebe ist, ist voll von Gott selbst – dann ist uns der Himmel ganz nah!

Lied 622: Weißt du, wo der Himmel ist

Wenn uns der Himmel so nah ist, liebe Gemeinde, wenn wir Gottes Wärme und Liebe in uns und um uns spüren, wenn wir Menschen kennenlernen, die uns nehmen, wie wir sind, und manchmal auch ein Stück weiterführen, Menschen, an denen wir merken, dass es Liebe in der Welt gibt, dass es neben der Länge, Breite und Höhe von allen Dingen auch noch die Tiefe gibt, die alles mit Sinn erfüllt, dann möchten wir vielleicht auch Gott dafür danken und loben. Paulus tut das mit folgenden Worten:

20 Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt,

21 dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Gott kann Wünsche erfüllen, er kann auch die Erfüllung von Wünschen versagen. Aber Gott kann auch mehr tun, als wir überhaupt erbeten haben, mehr als wir wünschen können, weil unser Verständnis nicht so weit reicht, weil wir oft nicht genau wissen, was gut für uns ist. Er schenkt uns Kräfte, die in uns wirken, aber es bleiben menschliche Kräfte, wir werden durch den Glauben nicht zu Supermenschen. Und das ist gut so. Wir brauchen nicht wie Gott zu sein, es genügt, wenn wir Menschen sind, die Gott als ihren Vater haben. Auch Jesus war damit zufrieden, ein Mensch zu sein; auch als Sohn des Vaters im Himmel blieb er Mensch. Wenn wir mit ihm gemeinsam Gott seine Ehre geben, ist unser Leben als Menschen in der Gemeinde Jesu Christi von Liebe erfüllt – durch alle Zeit hindurch und bis in alle Ewigkeiten hinein. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist, als unser Denken und Fühlen erfassen kann, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Lied 372, 1+2+6:

1) Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum lass ich ihn nur walten.

2) Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn; so lass ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen.

6) Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum lass ich ihn nur walten.

Und nun feiern wir – wie immer am ersten Sonntag des Monats – das heilige Abendmahl miteinander – mit Brot und Traubensaft.

Wer daran teilnehmen will, kommt nach vorn, wenn es so weit ist, die anderen mögen auf ihrem Platz bleiben und gehören auch zu uns dazu. Nach den Einsetzungsworten singen wir das Lied 190.2.

Gott, du hast uns viel versprochen: innere Kraft, Verwurzelung in der Liebe, Überwindung der Leere in uns durch deine Gottesfülle. Hilf uns, dass wir offen werden für deine Geschenke. Für deine Kraft, die uns manchmal gerade dann aufrichtet, wenn wir uns am schwächsten fühlen. Für Christus selbst, der in unserem Herzen wohnen will – mit seinen Worten und mit der Wärme seines Herzens. Für deine Liebe, in der die Wurzeln unserer Seele reiche Nahrung und festen Halt finden.

Schließlich danken wir für dein Heiliges Abendmahl, in dem wir deine Liebe zeichenhaft sehen und schmecken. Wir stehen vor dir mit leeren Händen, doch du beschenkst uns mit reichen Gaben.

Unser Hunger nach Leben bekommt Nahrung, unser Durst nach Vergebung wird gestillt. In unserer Schwachheit werden wir gestärkt, und unsere innere Leere wird in Erfüllung verwandelt. Amen.

Einsetzungsworte und Abendmahl

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Wir wollen dich ehren, guter Gott, hier in der Gemeinde im Namen unseres Herrn Jesu Christi. Wir stellen uns unter deine große Macht und freuen uns, dass du unser Herz mit Vertrauen und Liebe und Hoffnung erfüllst. Lass uns bewältigen, was du uns an Lasten auferlegst. Lass uns aussprechen, was uns belastet, auch unsere Klagen dürfen wir vor dich bringen. Und tröste uns, fange uns in deinen starken Armen auf, wenn wir verzweifelt sind. Amen.

Lasst uns nun gemeinsam mit Jesu Worten beten:

Vater unser
Lied 501, 1-3:

Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein. Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloß‘.

Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sich’s möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.

Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag und in die neue Woche gehen:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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