Wo ist unsere Heimat?

Abraham sehnt sich nicht zurück nach der Großstadt Ur am Euphrat. Die Stadt, die Gott baut, existiert dort, wo Gott dem Abraham in seinem Zelt Zuversicht gibt für den nächsten Tag, wo er ihm hilft, Frieden zu bewahren. Im Glauben wohnt er schon in der Stadt Gottes. Glücklicher könnte er gar nicht sein als in diesem Getragensein von seinem Gott.

Ortseingangsschild: "Willkommen zu Hause" vor blauem, sonnigen Himmel

Wo ist unsere Heimat, wo fühlen wir uns willkommen? (Bild: pixabay.com)

#predigtGottesdienst am Sonntag Reminiscere, den 24. Februar 2002, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen (angeregt durch Predigten am 15. März 1998 in der Kapelle der Rheinhessen-Fachklinik Alzey und am 4. März 1990 in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey und am 11. März 1990 in Nack)

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Um den Glauben geht es in diesem Gottesdienst. Wir hören von Abraham, der ein Vorbild im Glauben war: der auf Gott vertraute, auf Gott hörte, sich von Gott leiten ließ.

Und um die Heimat geht es in diesem Gottesdienst. Denn im Vertrauen auf Gott verließen Abraham und Sara ihre Heimat, um eine neue Heimat zu suchen.

Was ist unser Glaube? Wo ist für uns die Heimat? Hat beides miteinander zu tun? Das sind Leitfragen für unsere gemeinsame Gottesdienstfeier.

Wir beginnen sie mit dem Lied 407; es handelt von der Heimat, die wir bei Gott finden:

1) Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh, Führer, dem ich traue, Stab, an dem ich geh, Brot, von dem ich lebe, Quell, an dem ich ruh, Ziel, das ich erstrebe, alles, Herr, bist du.

2) Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her? Ohne dich, wer nähme meine Bürde, wer? Ohne dich, zerstieben würden mir im Nu Glauben, Hoffen, Lieben, alles, Herr, bist du.

3) Drum so will ich wallen meinen Pfad dahin, bis die Glocken schallen und daheim ich bin. Dann mit neuem Klingen jauchz ich froh dir zu: nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist du!

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wo bin ich zu Hause? Da, wo ich geboren wurde? Da, wo ich jetzt wohne? Da, wo ich einmal sterben werde?

Wo ist meine Heimat? Ist es ein Ort auf dieser Erde, wo ich herkomme oder wo ich gerne hinkommen will? Ist es ein Ort im Himmel, wo ich einmal sein möchte, wenn ich gestorben bin?

Gestern im Bus kam das Gespräch auf die heutige Predigt zum Thema „Wo ist unsere Heimat?“ Eine Frau sagte spontan: Heimat ist da, wo ich mich wohl fühle, wo die Menschen sind, die ich liebe.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Heimat ist da, wo ich mich geliebt fühle. Eine gute Antwort.

Aber das kann auch bedeuten: Heimat ist das, was ich verloren habe – oder noch nie erlebt habe.

Heimat, die gewaltsam genommen wurde, durch Krieg, Umsiedlung, Flucht und Vertreibung. Heimat, die uns andere Menschen innen drin zerstören, durch Vertrauensbruch und Missbrauch, enttäuschte Liebe, unerfüllte Sehnsucht. Oder Heimat, die wir uns selbst kaputtmachen, durch Egoismus, Gedankenlosigkeit.

Heimat ist da, wo ich mich geliebt fühle. Ich darf mich sehnen nach Heimat – ob ich sie nun verloren oder selber leichtfertig aufgegeben habe, ob ich enttäuscht wurde oder selber enttäuscht habe, ob ich Liebe entbehrte oder selber zu wenig liebe. Ich darf mich sehnen nach Heimat und darf rufen zu Gott:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Wir beten mit Worten des Kirchenvaters Augustin:

„Groß bist Du, Herr, und sehr zu loben; groß ist Deine Kraft, und Deine Weisheit ist unermesslich. Und loben will Dich der Mensch, ein kleiner Teil Deiner Schöpfung, der Mensch, der sein Sterben mit sich schleppt. Du weckst uns auf, dass Dich zu loben Freude macht; denn Du schufst uns zu Dir hin, und unser Herz bleibt unruhig, bis dass es Ruhe findet in Dir.“

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende“.

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, unser unruhiges Herz findet Ruhe in dir. Nicht erst, wenn unser Leben zu Ende ist, sondern mitten im Leben, heute und morgen, jeden Tag. Unruhig und voller Sehnsucht sind wir immer wieder, jeder auf seine Art, liebebedürftig und süchtig nach Anerkennung, auf der Suche nach der großen Lebenserfüllung oder nur nach dem nächsten Kick. Wo suchen wir Liebe, wo finden wir Heimat? Danke, Gott, dass wir uns nicht zuletzt an deine Adresse wenden dürfen! Denn du versprichst uns Heimat – durch Menschen der Bibel, durch Menschen des Glaubens, durch Jesus Christus, unseren Herrn. „Amen.“

Wir hören die Lesung aus dem 1. Buch Mose – Genesis 12, 1-4:

1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.

2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.

3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.

Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege. Amen. „Amen!“

Glaubensbekenntnis
Lied 428: Komm in unsre stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe Werben
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde!

Die Frage nach dem, was unsere Heimat ist, zieht sich durch diesen Gottesdienst – verbunden mit der Frage nach Geborgenheit und ob wir geliebt sind. Ist dort unsere Heimat, wo wir sicher wohnen, wo wir einen langfristigen Mietvertrag haben oder unser Haus abgezahlt ist? Ist dort unsere Heimat, wo im Land stabile Zustände und Wohlstand herrschen? Ist dort unsere Heimat, wo wir sicher wohnen, weil kein Fremder uns unseren Platz streitig machen darf?

In dem Lied eben kam eine eigenartige Bitte an Gott vor: „Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. Mach ein leichtes Zelt daraus, das uns deckt kaum bis zum Morgen.“ Ist es denn schlecht, in einem festen Haus zu wohnen, wo wir geschützt sind, wo wir uns zurückziehen können? Ist die Sehnsucht nach Heimat, nach einem festen Wohnsitz, nun auf einmal doch etwas Falsches? Warum sollten wir uns wünschen, in einem leichten Zelt zu wohnen? Die Begründung im Lied lautet: „Denn wer sicher wohnt, vergisst, dass er auf dem Weg noch ist.“ Leben in einem festen Haus, als lebten wir in einem Zelt. Heimat haben und zugleich auf dem Weg sein. Heimat suchen und niemals aufhören, auf dem Weg zu sein. Was heißt das?

Der Predigttext aus dem Brief an die Hebräer 11, 8-10, gibt uns Antwort:

8 Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme.

9 Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung.

10 Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.

Abraham lebte schon in seiner zweiten Heimat, als er die Stimme Gottes in Haran hörte. Schon nach Haran war er gekommen von weither – mit seinem Vater Terach, seiner Frau Sara und seinem Neffen Lot. Seine erste Heimat war die damalige Weltstadt Ur am Euphrat gewesen, 200 km entfernt vom Persischen Golf. Ausgrabungen haben gezeigt, was für eine Stadt das war, mit hohen Mauern, beeindruckenden Bauwerken und einer hochentwickelten Religion. Die Zikkurat von Ur war eine ganze Tempelhochstadt, ähnlich wie der Turm zu Babel, der in der Bibel erwähnt wird, und von diesem Berg aus beherrschte ein Priesterkönig im Namen der Götter die Stadt.

Aus dieser festen Stadt war Abrahams Familie ausgewandert, wir wissen nicht warum, fast tausend Kilometer weit am Euphrat entlang, bis zur Stadt Haran. Vorstellbar ist das vielleicht nur für diejenigen unter uns, die in ihrem Leben schon Ähnliches hinter sich haben, als Heimatvertriebene oder Aussiedler.

Doch auch in Haran soll Abraham nicht bleiben. Im Alter von 75 Jahren hört er Gottes Stimme. Die Stimme des EINEN Gottes, der ganz anders ist als die Götter, die am Euphrat angebetet werden. EIN Gott, neben dem es keinen anderen gibt. Abraham hört Gottes Stimme und weiß – hier ist nicht mehr meine Heimat. Dieser Gott will mit mir weit weg von hier neu anfangen.

Warum auch immer – Abrahams Suche nach Heimat beginnt damit, dass er wieder seine neugefundene Heimat aufgeben muss. Ohne äußeren Zwang wie später bei Mose und den Israeliten in Ägypten, ohne Flucht und Vertreibung, sondern: „Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam.“ Er wurde von Gott berufen, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte. Und obwohl er nicht wusste, wo er hinkäme, zog er fort aus seiner Heimatstadt.

Heimat ist hier zuerst einmal etwas, was man verlassen kann, wenn man noch etwas anderes kennt, worauf man sich verlassen kann. Abraham folgt ja keinem strikten Befehl, er behält seinen freien Willen und entscheidet sich freiwillig, dem Willen Gottes zu folgen. Er unterwirft sich nicht etwa in blindem oder unterwürfigem Gehorsam, weil er sich nicht wehren könnte oder weil er Angst hätte. Im Gegenteil – Vertrauen hat er zu dem Gott, der ihn ganz persönlich in seinem tiefsten Innern anspricht. Durch den Glauben wird er gehorsam: Er hört auf eine Stimme, der er Vertrauen schenkt.

Doch der Weg des Abraham ist nicht leicht. Wieder zieht er Hunderte von Kilometern weit, bis er ins Land Kanaan kommt, aber richtig sesshaft wird er dort nicht. Während einer Hungersnot muss er noch weiter wandern, nach Ägypten, später wieder zurück. Zeitlebens wohnt er im Zelt, nicht im festen Haus, und bleibt ein Fremder im Land, das Gott ihm versprochen hat.

Trotzdem – Abraham fühlt sich nicht von Gott übers Ohr gehauen. Er verliert nicht sein Vertrauen. Er akzeptiert sein Schicksal, ein Fremder zu sein – warum?

Wieder durch den Glauben. Er weiß sich getragen von Gott. Er ruht sozusagen in Gott. Sein Heimatgefühl hängt nicht davon ab, ob er in einem festen Haus oder in einem Zelt wohnt. Als es Streit gibt mit seinem Neffen Lot wegen des knappen Weidelandes, überlässt er ihm das beste Land am Jordan bei den reichen Städten Sodom und Gomorra; er selbst begnügt sich mit dem ärmeren Land in der Steppe. Getragen von seinem Gottvertrauen kann Abraham auf Rechte verzichten und Frieden bewahren. Abraham lebt buchstäblich, was in dem alten Kirchenlied gesungen wird: „Ich bin nur Gast auf Erden und hab hier keinen Stand.“ Er weiß: Alle Heimat auf Erden ist nur vorläufig.

Daraus folgt eine Hoffnung über die irdische Welt hinaus. Abraham „wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“

Abraham sehnt sich nicht zurück nach der Großstadt Ur am Euphrat. Auch in die festen Häuser von Haran will er nicht zurückkehren. Die Stadt, von der hier die Rede ist, ist nicht aus Steinen gemauert. Sie existiert dort, wo Gott dem Abraham in seinem Zelt mitten in der Steppe Zuversicht gibt für den nächsten Tag, wo er ihm hilft, Frieden zu bewahren, wo Abraham für die dem Untergang geweihten Stadtbewohner von Sodom bei Gott ein Wort der Fürbitte einlegt. Im Glauben wohnt er schon in der Stadt Gottes. Glücklicher könnte er gar nicht sein als in diesem Getragensein von seinem Gott. Auf diese Weise ist er in der Heimat, auch wenn erst seine Nachkommen das Land in Besitz nehmen.

Sehr viel später malt die Offenbarung des Johannes die Stadt Gottes in leuchtenden Farben aus – wir dürfen uns vorstellen, in ihr zu wohnen, wenn wir einmal sterben. Hier auf Erden allerdings sind auch unsere Häuser und Städte nur vorläufige Aufenthaltsorte. Darin geht es uns nicht anders als Abraham.

Als ich vor 13 Jahren meine erste Gemeindepfarrstelle verließ, um in der Psychiatrieseelsorge zu arbeiten, konnte ich mich gut in Abraham hineinversetzen – so viel Vertrautes ließ ich hinter mir, und so viele Hoffnungen lagen in diesem Aufbrauch. Genau wie vor dreieinhalb Jahren, beim Wechsel hierher nach Gießen. Bisher bin ich nicht enttäuscht worden; dort wo ich bin, habe ich mich immer heimisch fühlen können, einfach durch die Menschen, denen ich mich verbunden fühle, und durch den Gott, der mir überall gleich nahe ist.

Härter ist es, wenn Menschen vertraut Gewordenes aufgeben müssen, nicht aus eigenem Entschluss, sondern aufgrund äußerer Notwendigkeit. Meine Eltern waren aus ihrer Heimat vertrieben worden, mussten nach dem Krieg völlig neu anfangen, haben lange um die alte Heimat getrauert. Doch ich weiß, dass gerade ihr Glaube dabei geholfen hat, dass auch die neue Umgebung ihnen Heimat werden konnte; da entstand eine neue kleine Familie, da war eine Kirchengemeinde, in der sie Fuß fassen konnten.

Ähnlich geht es jetzt denen unter Ihnen, die ihr Leben lang im fremden Land lebten, zum Beispiel als Deutsche in der Ukraine, in Sibirien oder in Kasachstan und sich danach sehnten, endlich in die Heimat nach Deutschland zu kommen. Einige haben mir erzählt, dass sie sich ein bisschen fühlen wie Abraham – man ist im Land, wo man hinkommen wollte, und doch fühlt man sich auch fremd. Um miteinander vertraut zu werden, braucht man Zeit und auch Orte, wo man sich begegnet – das kann beim Kirchgang sein, beim Kirchencafé oder Seniorentreff. Nicht nur in festen Häusern, in die wir uns zurückziehen, erleben wir ein Stück Heimat, sondern auch da, wo wir auf andere Menschen zugehen, zum Beispiel hier in der Gemeinde. Wir kommen ins Gespräch und nehmen Anteil am Leben anderer Menschen. Wir feiern gemeinsam und begegnen Gott.

Und indem wir Gott begegnen, sind wir niemals mehr wirklich heimatlos. Wir haben zwar Heimat immer nur auf Zeit, doch wir fallen nie heraus aus Gottes Hand. Wir sind unser Leben lang immer wieder auf dem Weg, oft auf weiten und steinigen Wegen, aber wir bleiben begleitet von Gottes Liebe.

In meiner ersten Gemeinde wurde ich einmal zu einer fast 90jährigen Frau gerufen. Ihre Kinder hatten mit ihr alles besprochen und sie im Altenheim angemeldet, aber nun sträubte sie sich mitzugehen. „Ihr wollt mich aus meinem Haus vertreiben!“ meinte sie. Bis zuletzt hatte sie für sich gesorgt. Aber jetzt ging es nicht mehr. Ich sah den Schimmel im Kühlschrank, ich sah die Kartons mit verderbenden Lebensmitteln, die sich in den Zimmern stapelten. Es half alles nichts, sie konnte nicht dort bleiben, und bei ihren Kindern konnte sie auch nicht wohnen.

Da erzählte ich ihr die Geschichte von Abraham, der auch im ganz hohen Alter noch sein Haus verlassen musste, weit weg von allem, was ihm vertraut war. Da wurde sie ruhiger und muss wohl gespürt haben, dass man es doch nicht böse mit ihr meinte.

Im Heim hatte sie dann nicht nur ihre Pflege und ihr regelmäßiges Essen; sie knüpfte sogar noch neue Kontakte. Körperlich war sie ja fit, sie fuhr eine andere Frau im Rollstuhl spazieren und ging regelmäßig zur Gymnastik. So fand sie noch mit 90 Jahren eine neue Heimat – bis sie abgerufen wurde in die letzte Heimat, die auf uns alle wartet – „die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“

Wir leben in festen Häusern, als lebten wir in einem Zelt, denn wir wissen genau: irgendwann müssen wir ausziehen oder man trägt uns heraus – doch wir wissen auch: unsere Zukunft steht in Gottes Händen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 634: Die Erde ist des Herrn

Lasst uns beten.

Gott im Himmel, schenke uns Heimat auf dieser Erde, bei Menschen, denen wir uns zugehörig fühlen, bei Menschen, denen wir vertrauen, an Orten, wo wir uns wohlfühlen.

Wir bitten dich, dass unsere Gemeinde ein Ort der Begegnung ist und bleibt, wo niemand sich ausgeschlossen und vor den Kopf gestoßen fühlt, wo wir miteinander feiern und reden, wo wir einander stützen und aushalten, wo es immer Menschen gibt, die ein offenes Ohr für die Sorgen und Freuden der anderen haben.

Wir bitten dich für Kinder, deren Eltern sich trennen, dass sie trotzdem das Gefühl der Geborgenheit bewahren und nicht eines der Elternteile völlig verlieren.

Lass uns nie vergessen, dass wir in deinen Augen wertvolle Menschen sind, dass wir zu deinen Kindern gehören, dass du zu uns stehst, auch wenn wir deine Liebe oft nicht spüren.

Bewahre unseren schwachen Glauben und gib uns festen Boden unter den Füßen und ein gutes Ziel vor Augen. Amen.

Was wir außerdem auf dem Herzen haben, bringen wir in der Stille vor dich, unser Gott.

Stille

Wenn wir jetzt mit den Worten beten, die uns Jesus gelehrt hat, dann achten wir vielleicht einmal bewusst darauf, dass wir auch in diesem Gebet um Heimat bitten, die nur Gott uns geben kann, nämlich um das Reich Gottes, das hier schon zu uns kommt und das wir zugleich erwarten in der Ewigkeit:

Vater unser
Lied 616: Auf der Spur des Hirten
Abkündigungen

Und nun lasst uns mit Gottes Segen in den Sonntag gehen – wer möchte, ist im Anschluss noch herzlich zum Beisammensein mit Kaffee oder Tee im Gemeindesaal eingeladen.

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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