Der Mensch lebt nicht [vom Brot] allein

Der Mensch lebt nicht allein, darum lebt er nicht vom Brot allein. Wenn er aus Steinen Brot machen könnte, könnte er allein für sich leben. Aber wo Menschen wie Geschwister miteinander leben, reicht das Brot für alle. Er muss nicht aus Steinen Brot machen, weil Gott die Erde für uns geschaffen hat, wie eine Mutter, die für ihre Kinder sorgt.

Stopp-Schuld mit der Schere zwischen Armut und Reichtum

Wie kann das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Armut und Reichtum auf der Welt gestoppt werden? (Grafik: pixabay.com)

direkt-predigtFamiliengottesdienst zum Erntedankfest am Sonntag, den 4. Oktober 1987 um 10.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Reichelsheim
Vorspiel (Musikverein Reichelsheim)

Herzlich willkommen in der Mehrzweckhalle Reichelsheim! Wir feiern heute am Erntedankfest einen Familiengottesdienst, zu dessen Gelingen viele beigetragen haben und noch beitragen werden: der Kindergottesdiensthelferkreis, die Konfirmanden, der Musikverein Reichelsheim und natürlich Ihr und Sie alle, die diesen Gottesdienst mitfeiern, Kinder und Jugendliche und Erwachsene. Nicht zu vergessen: Zwei Landwirtsfrauen aus Reichelsheim, die den Gottesdienstraum so ansprechend hergerichtet haben, diesmal unterstützt von den Konfirmanden. Und den Heuchelheimer Landfrauen gehört die Erntekrone, die heute diese Halle schmückt, wie schon vor einigen Wochen bei der Hobbykünstleraustellung. Sie ist eigentlich der Heuchelheimer Gemeinde zur Verfügung gestellt worden, aber es war zu schwierig, diese Krone dort in angemessener Weise aufzuhängen und zur Geltung zu bringen; deshalb erfreut sie nun hier unser Auge am Erntedanksonntag!

Zu Beginn singen wir nun hier in Reichelsheim das Lied 234, 1-3:

Lobe den Herren,
den mächtigen König der Ehren,
meine geliebete Seele,
das ist mein Begehren.
Kommet zuhauf,
Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset den Lobgesang hören!

Lobe den Herren,
der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen
sicher geführet,
der dich erhält,
wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

Lobe den Herren,
der künstlich und fein dich bereitet
der dir Gesundheit verliehen,
dich freundlich geleitet.
In wieviel Not
hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet.

Heute ist Erntedankfest, liebe Gemeinde!

Auch wenn wir nicht mehr alle Bauern und Landwirte sind, liegt doch das tägliche Brot auf unserem Tisch, das auf irgendeinem Acker eines Bauern gewachsen ist. Aber zum Leben gehört mehr als das Brot, das wir essen. Denn erstens ist es nicht selbstverständlich, dass wir satt werden, unser Auskommen haben, unseren angestammten oder erlernten Beruf ausüben können. Und zweitens hat Jesus den Satz gesagt (Lukas 4, 4 – zitiert nach 5. Buch Mose – Deuteronomium 8, 3):

»Der Mensch lebt nicht allein vom Brot.«

Dieser Satz hat irgend etwas mit Gott zu tun. Aber was genau? Darüber können wir am Erntedankfest nachdenken.

Wir tun es in diesem Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Herr, unser Gott!
Wir sind hier in diesem Gottesdienst,
um zu singen und zu beten und auf das zu hören,
was du uns sagen willst.
Vielleicht sind wir auch einfach neugierig,
was hier heute geschehen wird,
ob es irgend etwas Neues und Schönes gibt.
Heute am Erntedankfest sind wir vor allem deswegen hier, weil wir Grund zum Danken haben.
Aber können wir überhaupt alles aufzählen, was wir dir verdanken? Es ist ja so viel!
Vielleicht können wir unseren Dank erst einmal in einem Lied ausdrücken.
Danke, Gott, dass wir singen können! Amen.

Lied 729, 1-6: Danke für diesen guten Morgen

Liebe Gemeinde, vor allem liebe Kinder!

Einige von euch Kindern haben im Kindergottesdienst kürzlich über dieses Lied und über das Erntedankfest gesprochen. Und da haben sie sich gefragt, wofür man denn überhaupt danken kann. Eine lange Liste kam da zusammen. Ich will einmal vorlesen, was euch alles einfiel, und zwar will ich es in Form eines Gebetes tun:

Lieber Gott, die Kinder danken dir für viele Dinge und machen uns bewusst, was alles zu unserem Leben gehört und was nicht selbstverständlich ist: sie danken dir:

für die Erde,
für die Bäume,
für die Blumen,
für die Bienen,
für die Luft,
für das Licht (die Sonne),
für die Dunkelheit (die Nacht),
für die Nahrung,
für das Wasser,
für Vitamine,
für das Glas,
für das Gold,
für die Welt,
für die Sterne.
Sie danken dir aber auch:
für die Naturwissenschaften,
für die elektrische Energie,
für den Fernseher,
für Feuer,
für Kleidung,
für die Fenster,
für eine selbstgemachte Erfindung.
Und schließlich danken die Kinder:
für Judoturniere und andere Sportarten,
für die Schule und für die Kirche,
für die Ferien und für hitzefrei.
Ja, die Kinder danken dir sogar:
für die Liebe,
und für die Ruhe,
die man manchmal braucht. Amen.

Den Kindern ist so viel eingefallen, wofür sie danken können, und wir Erwachsenen würden sicher noch viele Dinge ergänzen können. Das Lied erwähnt ja auch schon Stichworte: gute Freunde, ein sicherer Arbeitsplatz, ein freundliches Wort zur rechten Zeit.

Aber was ist mit den Sachen, die uns Sorgen machen? Es hat ja nicht jeder einen Arbeitsplatz. Nicht jeder Jugendliche hat die sichere Aussicht auf eine gute Lehrstelle. Auch die Landwirte haben so große Sorgen, dass es ihnen gar nicht leicht fällt, Gott dankbar zu sein. Als die Kinder im Kindergottesdienst darüber nachdachten, fanden sie auch Dinge, für die sie nicht dankbar waren: Ärger wegen schlechter Noten, Streit mit Geschwistern, dass man nicht raus kann, weil das Wetter schlecht ist, ein Unfall, und vieles mehr. Aber in dem Danke-Lied wird einfach gesagt: „Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag!“ Gott lässt uns also auch mit unseren Sorgen nicht allein, ja wir können ihm sogar für manche Traurigkeiten danken. Ob das vielleicht damit gemeint ist, wenn Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein?“

Wir hören nun die Lesung aus dem Evangelium nach Lukas 4, 1- 4:

Jesus aber, voll heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan [wo er getauft worden war] und wurde vom Geist in die Wüste geführt und vierzig Tage lang von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn.

Der Teufel aber sprach zu ihm: „Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde.“

Und Jesus antwortete ihm: „Es steht geschrieben (5. Mose 8, 3): »Der Mensch lebt nicht allein vom Brot.«“

Soweit die Lesung. Jesus ist in der Wüste, er hat Hunger und nichts zu essen, aber er macht nicht Steine zu Brot. Warum tut er das nicht? Ich habe mir einmal ein Gespräch zwischen zwei Leuten ausgedacht, die über diese Frage reden. Zwei Konfirmanden spielen uns dieses Gespräch vor. Vielleicht kommen wir dadurch dem Text näher:

Warum Jesus nicht Steine zu Brot macht? Ganz einfach, er konnte es gar nicht. Man kann doch nicht Steine zu Brot machen. Das ist überhaupt alles ausgedacht mit dem Glauben an Jesus.

Das sehe ich anders. Ob Jesus einen Stein zu Brot machen konnte oder nicht, das finde ich ziemlich egal, er wollte es ja gar nicht.

Aber was ist denn dann das Besondere an Jesus, wenn er nicht mehr machen kann oder machen will als andere Menschen auch?

Ich glaube, dass er einfach ein Mensch sein wollte, wie Gott ihn sich vorgestellt hat, ein Mensch, der menschlich lebt.

Das begreife ich nicht. Ich denke, Jesus ist Gottes Sohn! Dann hätte er doch mal zeigen können, was in ihm steckt, als der Teufel zu ihm sagte… Ach, zum Teufel, das ist doch sowieso Quatsch, den Teufel gibt es doch gar nicht!

Was stellst du dir denn unter dem Teufel vor?

Na, so einen Mann mit Hörnern und Pferdefuß… Und an so was kann ich einfach nicht glauben.

Du hast wohl zu viele Märchen gelesen. Der Teufel, das ist doch die böse Stimme in uns, die immer das Gegenteil von dem will, was Gott will.

Meinetwegen, aber ist dir immer ganz klar, was Gott will?

Nein, nicht immer. Was Jesus da sagt, „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, das habe ich auch noch nicht so ganz verstanden.

Na, damit habe ich keine Schwierigkeiten: man braucht auch Brotaufstrich und Brotbelag. Und mittags, da muss was Warmes auf den Tisch kommen, Kartoffeln, Nudeln, Gemüse, Fleisch!

Du, das meinst du doch wohl nicht ernst! Wenn diese böse Stimme zu ihm gesagt hätte: Mach diese Steine zu Kartoffeln oder zu Fleischklopsen, hätte er das dann etwa gemacht?

Nee, bestimmt nicht! Aber das ist eigentlich schade; dann hätte Jesus den ersten Supermarkt aufmachen können!

Und genau das wollte Jesus, glaube ich, nicht! Er wollte kein Geschäft mit dem Glauben und mit irgendwelchen Wundern aufziehen.

Aber die Leute hätten ihn sicher bewundert, wenn er überall die Hungersnot bekämpft hätte. Dann hätten sie auch alle an ihn geglaubt.

Meinst du wirklich, Jesus hätte auf so billige Art und Weise Reklame für Gott machen sollen? Was wäre das denn für ein Glaube gewesen?

Es wäre um eine klare Abmachung gegangen: Gott sorgt gut für alle Menschen, lässt niemanden hungern, und zum Dank glauben die Menschen an ihn.

Irgendwas ist daran faul… Aber was? Es muss etwas zu tun haben mit diesem Satz: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“

Lied 230, 4-8:

Wer hat das schöne Himmelszelt
hoch über uns gesetzt?
Wer ist es, der uns unser Feld
mit Tau und Regen netzt?

Wer wärmet uns in Kält und Frost?
Wer schützt uns vor dem Wind?
Wer macht es, dass man Öl und Most
zu seinen Zeiten findt?

Wer gibt uns Leben und Geblüt?
Wer hält mit seiner Hand
den güldnen, werten, edlen Fried
in unserm Vaterland?

Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir,
du, du musst alles tun,
du hältst die Wach an unsrer Tür
und lässt uns sicher ruhn.

Du nährest uns von Jahr zu Jahr,
bleibst immer fromm und treu
und stehst uns, wenn wir in Gefahr
geraten, treulich bei.

Liebe Kinder, liebe Konfirmanden, liebe Erwachsenen!

Das war zum Teil zum Schmunzeln, was die Konfirmanden da vorgetragen haben. Aber denken wir nicht insgeheim manchmal so? Wir machen uns irgendwelche Vorstellungen von Gott oder dem Teufel, die wir selber nicht ernstnehmen können, und dann fällt es uns leicht, das alles von uns wegzuschieben. Als ob man Gott selbst nicht ernstzunehmen bräuchte.

Aber wie ist das nochmal mit dem Teufel? Mit dieser inneren Stimme, die Jesus sagt: „Mach dir doch aus diesen Steinen Brot!“ Ist diese Stimme denn wirklich böse? Was ist denn daran nicht gut, aus Steinen Brot zu machen? Jesus hat doch selber Hunger, und wenn er es nicht für sich selbst tun wollte, dann könnte er doch so viele Menschen satt machen.

Aber Jesus will nicht zaubern. Er weigert sich, ein solches Wunder zu tun. Stattdessen sagt er: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Vielleicht kann man sogar ein Wortspiel aus diesem Satz machen: Der Mensch lebt nicht allein… und darum lebt er nicht vom Brot allein. Wenn der Mensch aus Steinen Brot machen könnte, dann könnte er allein für sich leben, dauernd, für immer. Aber er soll nicht auf Dauer allein für sich leben. Auch Jesus geht nach seiner Zeit in der Wüste wieder unter die Menschen. Nicht als Alleinherrscher über die Menschen, sondern als ein Bruder unter vielen Schwestern und Brüdern.

Er braucht also nicht aus Steinen Brot zu machen, weil dort, wo Menschen wie Geschwister miteinander leben, das Brot für alle reicht. Er braucht nicht aus Steinen Brot zu machen, weil Gott die Erde für uns geschaffen hat, wie eine Mutter, die für ihre Kinder sorgt. Dazu fand ich eine Geschichte, die nachdenklich machen soll, eine Geschichte über Mutter Erde:

Eine Frau hat ihr ganzes Leben für ihre zwölf Kinder eingesetzt. Zu einem Festtag lädt sie alle ihre Kinder ein. Sie backt einen großen Kuchen, in den sie alles hineintut, was sie an Zutaten hat. Aber auch all ihren Einsatz und ihre Liebe, mit der sie alle Kinder in gleicher Weise liebt. Dann setzt sie den Kuchen ihren Kindern vor und sagt: „Teilt ihn unter euch!“ Dann geht sie hinaus. Sofort nehmen sich die beiden Stärksten dreiviertel des Kuchens. Die anderen streiten sich um den Rest und geraten sich dabei in die Haare. An die beiden Stärksten aber wagt sich niemand heran. Als die Mutter wieder ins Zimmer kommt, wird sie traurig. Der Kuchen reicht für alle. Jeder bekäme genug. Jeder bekäme genug von ihrer Liebe. Jetzt aber ist Streit. Auf ihr Zureden erklären sich die beiden Stärksten bereit, von den Dreivierteln des Kuchens, die sie sich gesichert hatten, ein Viertel wieder abzugeben und unter die anderen zu verteilen. „Freiwillig“. Die Hälfte jedoch behalten sie für sich. Die andere Hälfte war für die zehn anderen bestimmt. Der Streit wird weitergehen.

Eine Geschichte mit einem traurigen Schluss. Könnt ihr euch überhaupt vorstellen, dass es in einer Familie so zugeht? Leider ist es wirklich so in der großen Menschheitsfamilie, die über die ganze Welt verstreut lebt. Die beiden stärksten Kinder, das sind die reichen Länder in Ost und West, die satt zu essen haben. Die zehn anderen, das sind die armen Länder, vor allem auf der südlichen Halbkugel unserer Erde, die ständig vom Hunger bedroht sind. Wenn wir dankbar sind für das Brot und alles andere, was wir haben, dürfen wir die Armen nicht vergessen. Deshalb sammeln wir immer am Erntedankfest für die Aktion „Brot für die Welt“. Damit kann einigen Menschen in armen Ländern geholfen werden, ihre Lage zu verbessern. Und wir zeigen durch das, was wir abgeben, „freiwillig“, dass wir mit allen Menschen auf der Erde zu einer großen Familie dazugehören möchten, zur Familie Gottes.

Lied 458, 1-4: O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – wovon lebt er denn noch? Er lebt von der Dankbarkeit, weil man ohne Dankbarkeit anfängt, egoistisch nur an sich selbst zu denken. Ohne Dankbarkeit hört man auf, daran zu denken, dass man selber auch nur ein schwacher Mensch ist, und man verzeiht nicht so leicht. Man vertraut auch nicht mehr darauf, dass einem andere auch einmal helfen könnten.

Erntedankfest feiern heißt erstens, zu wissen: Ja, wir haben unserem Schöpfer und Vater im Himmel viel zu danken. Trotz des verregneten Sommers, der eigentlich kein richtiger Sommer war, der vor allem den Landwirten zusätzliche Anstrengungen und große Einbußen gebracht hat. Denn wir werden dennoch satt; und wir sehen deutlich: auch heutzutage ist eine gute Ernte nicht einfach technisch machbar.

Selbstverständlich ist es nicht, dass wir nicht hungern müssen. Und Dankbarkeit ist nicht unbedingt um so größer, je größer der Erfolg beim Einfahren der Ernte ist. Dankbarkeit stellt sich dann ein, wenn wir uns daran erinnern, dass wir einen guten Vater im Himmel haben, dem wir wichtig sind, und dem auch alle seine anderen Kinder auf der Erde viel bedeuten. Alle unsere Erfolge, alles, was wir ernten – „es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott“ – nichts ist selbstverständlich – macht uns das nicht dankbar?

Und Erntedankfest feiern heißt zweitens, zu wissen: wir haben eine große Verantwortung übertragen bekommen. Wir leben von der Liebe Gottes, auch von der christlichen Nächstenliebe, die uns andere zuwenden, und wir sind angewiesen aufeinander. Aber was bedeutet das? Die großen Sorgen, die wir uns machen, z. B. um die Zukunft der Landwirtschaft auch in Reichelsheim, oder darum, ob unsere Jugendlichen Lehrstellen und Arbeit finden werden, die müssten wir dann doch eigentlich auch einmal gemeinsam besprechen können, um damit fertigzuwerden, um Lösungen zu finden, um nicht alles mit sich allein abmachen zu müssen.

Ein Gedicht, von einem Konfirmanden vorgetragen, soll diesen Gedanken noch einmal unterstreichen:

Einsam oder gemeinsam? Ein Weizenhalm steht einsam auf dem kahlen Feld…
Lied 436, 1+5+6+11:

Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Auf dem ganzen Erdenkreis
loben Große und auch Kleine
dich, Gott Vater; dir zum Preis
singt die heilige Gemeine;
sie verehrt auf deinem Thron
deinen eingebornen Sohn.

Sie verehrt den Heilgen Geist,
der uns allen Trost gewähret,
der mit Kraft die Seelen speist
und uns alle Wahrheit lehret,
der mit dir, Herr Jesu Christ,
und dem Vater ewig ist.

Herr, erbarm, erbarme dich!
Über uns, Herr, sei dein Segen!
Deine Güte zeige sich,
Herr, auf allen unsern Wegen.
Auf dich hoffen wir allein,
lass uns nicht verloren sein!

Gott, du bist für uns wie ein guter Vater und wie eine gute Mutter.

Wir rufen zu dir, Gott: Lass uns dankbar leben!

Du hast uns die Mutter Erde geschenkt, von der wir unsere Nahrung bekommen.

Wir rufen zu dir, Gott: Lass uns dankbar leben!

Wir könnten dankbar sein, aber wir denken immer wieder:
– es ist doch selbstverständlich, dass wir satt werden;
– es war doch unsere eigene Arbeitskraft, durch die wir etwas erreicht haben;
– wir sind doch gar nicht so reich, wie wir es gerne wären, warum macht Gott es uns manchmal so schwer?

Wir rufen zu dir, Gott: Lass uns dankbar leben!

Hilf uns, dass wir nicht bitter werden, weil so viele Menschen egoistisch sind und häufig auch wir selbst.
Hilf uns, dass wir uns ändern können,
– dass wir teilen können,
– dass wir großzügig helfen können.
Hilf uns aber auch,
– dass wir ohne falschen Stolz Hilfe annehmen, wenn wir selbst Sorgen haben.

Wir rufen zu dir, Gott: Lass uns dankbar leben!

Wir sind glücklicher, wenn wir dankbar leben,
– wenn wir auch die Not der anderen sehen,
– wenn wir uns mit unseren Sorgen nicht verkriechen, sondern gemeinsam nach Lösungen suchen.

Wir rufen zu dir, Gott: Lass uns dankbar leben!

Gott, lass uns erkennen, dass wir nicht nur vom Brot allein leben, sondern von deiner Liebe und Güte.

Wir rufen zu dir, Gott: Lass uns dankbar leben!

Wir beten nun das Vater unser in einer etwas anderen Form. Ich werde die Bitten des Vater unser allein vorbeten, und dazwischen werden wir ergänzende Texte von den Konfirmanden hören. Vielleicht führt uns diese Art, das Vater unser zu hören und mitzubeten, wieder einmal dazu, das Gebet Jesu noch bewusster zu verstehen:

Vater unser im Himmel

Vater aller Menschen, aller Völker, Hautfarben und Rassen,

Vater, im Himmel, bei uns und auf der ganzen Erde:

Dein Name werde geheiligt

durch das, was wir glauben und tun.

Dein Wille geschehe wie im Himmel

durch deine Liebe

so auf Erden

durch unsere Liebe.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

dein Brot auf dem Tisch und dein Wort als Brot für die Seele gib uns und allen, die nach deinem Brot verlangen,

heute und morgen und alle Tage.

Und vergib uns unsere Schuld,

die uns täglich belastet,

die uns von dir und von anderen Menschen trennt,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern

und es immer wieder versuchen zu tun.

Und führe uns nicht in Versuchung

durch die Vielzahl der Möglichkeiten, Angebote und Meinungen,

sondern erlöse uns von dem Bösen,

dem Hunger nach Macht, dem Hass gegeneinander, der Angst vor dem Tod.

Denn dein ist das Reich

der Liebe und des Lebens,

und die Kraft

gegen Schuld und Tod

und die Herrlichkeit

des Lebens in Freude und Friede und Freiheit

in Ewigkeit. Amen.

Lied 383, 1+2+5:

O Gott, du frommer Gott,
du Brunnquell aller Gaben,
ohn den nichts ist, was ist,
von dem wir alles haben:
gesunden Leib gib mir
und dass in solchem Leib
ein unverletzte Seel
und rein Gewissen bleib.

Gib, dass ich tu mit Fleiß,
was mir zu tun gebühret,
wozu mich dein Befehl
in meinem Stande führet.
Gib, dass ichs tue bald,
zu der Zeit, da ich soll,
und wenn ichs tu, so gib,
dass es gerate wohl.

Lass mich mit jedermann
in Fried und Freundschaft leben,
soweit es christlich ist.
Willst du mir etwas geben
an Reichtum, Gut und Geld,
so gib auch dies dabei,
dass von unrechtem Gut
nichts untermenget sei.

Jetzt anschließend lädt der Kindergottesdiensthelferkreis herzlich zu einem Predigtnachgespräch dort drüben im Nebenraum an den Tischen ein. Dazu gibt es Bibelsuppe, das ist eine Suppe, deren Zutaten man sich aus der Bibel zusammensuchen muss. Wie sie schmeckt, muss jeder selber probieren! Die Suppe soll … kosten. Die Unkosten werden von der Kirchengemeinde getragen. Der Erlös kommt zur Kollekte für Brot für die Welt hinzu.

Gott, der HERR, segne euch und behüte euch.
Er lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Er erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. „Amen, Amen, Amen.“

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