Auferstehungsglaube gegen „Ismen“

Paulus im Streit mit Idealisten, Illusionisten und Realisten damals und heute.

Paulus regt sich auf über Christen, die nicht an die Auferstehung glauben. Unsere Illusionen werden zerbrechen. Wir werden sterben. Und wir verraten Gott, wenn wir nur an die Wirklichkeit des Todes glauben. Wir leben zwischen dem Aberglauben an die Allmacht des Todes und dem Glauben an die Übermacht Gottes.

Jesu Gesicht, von Kreisen umgeben

Um die Auferstehung Jesu von den Toten kreist der gesamte christliche Glaube (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Ostersonntag, 22. April 1984, um 9.30 Uhr in Heuchelheim (mit Abendmahl) und um 10.30 Uhr in Reichelsheim (mit anschl. Abendmahl mit Traubensaft) und am Ostermontag, 23. April 1984, um 10.00 Uhr in Dorheim und um 13.00 Uhr in Dorn-Assenheim (mit Abendmahl mit Traubensaft)

Im Ostergottesdienst heiße ich Sie und Euch alle herzlich willkommen!

Die Altarkerzen brennen wieder, die Osternacht ist vorüber, wir dürfen uns freuen: Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!So singen wir in diesem Gottesdienst frohe Osterlieder und hören die frohe Osterbotschaft – wobei wir in dieser Freude aber nichts von dem einfach übergehen, was uns seufzen und weinen und schwermütig sein lässt. Wir müssen uns heute nicht zum Lachen zwingen. Doch auch der, dem heute nicht zum Freuen zumute ist, kann schon die Vorfreude feiern darauf, dass Gott einmal alle Tränen abwischen wird. Denn Christus ist auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die den Todesschlaf schlafen!

EKG 86, 1-3 (EG 112):

1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er’s vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.

3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Christus spricht (Offenbarung 1, 18):

Ich war tot, und siehe ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Begleite uns, Gott, wie ein Freund, heraus aus geschlossenen Räumen, dass wir ins Freie kommen, neue Aussicht entdecken und die Angst hinter uns lassen. Wir bitten dich durch den auferstandenen Jesus Christus, unseren Herrn.

Wir hören das Osterevangelium nach Markus 16, 1-7:

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.

2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.

3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.

7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

Lied 78, 4-13 (EG 105, 4-5+8-15 in teils veränderte Form):

4. Drei Frauen nahmen Spezerei, Halleluja, Halleluja, und gingen hin zum Grab ohn Scheu. Halleluja, Halleluja.

5. Sie suchten den Herrn Jesus Christ, Halleluja, Halleluja, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja, Halleluja.

6. Erschrecket nicht, seid alle froh, Halleluja, Halleluja, denn den ihr sucht, der ist nicht da. Halleluja, Halleluja.

7. Ach, Engel, lieber Engel fein, Halleluja, Halleluja, wo find ich denn den Herren mein? Halleluja, Halleluja.

8. Er ist erstanden aus dem Grab, Halleluja, Halleluja, heut an dem heilgen Ostertag. Halleluja, Halleluja.

9. Zeig uns den Herren Jesus Christ, Halleluja, Halleluja, der von dem Tod erstanden ist! Halleluja, Halleluja.

10. So tret’ herzu und seht die Statt, Halleluja, Halleluja, da unser Herr gelegen hat. Halleluja, Halleluja.

11. Wir sehen’s wohl zu dieser Frist, Halleluja, Halleluja, weis uns den Herren Jesum Christ. Halleluja, Halleluja.

12. Ihr sollt nach Galiläa gehn; Halleluja, Halleluja, da werdet ihr den Heiland sehn. Halleluja, Halleluja.

13. Hab Dank, du lieber Engel fein, Halleluja, Halleluja, nun wolln wir alle fröhlich sein. Halleluja, Halleluja.

Predigttext: 1. Korinther 15, 12-20

12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?

13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.

14 Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.

15 Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen.

16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden.

17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden;

18 so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren.

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.

22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören;

24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.

25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt«.

Liebe Gemeinde!

Paulus regt sich darüber auf. Paulus kann das in der Tat nicht verstehen. In Korinth gibt es Christen, die nicht an die Auferstehung glauben. Die sowohl die Auferstehung Jesu als auch ihre eigene Auferstehung bestreiten. Für den Apostel ist das ein totaler Widerspruch. Wenn Gottesdienst, wenn Predigt, wenn Glaube, dann auch Glaube an die Auferstehung. Die Kirche wird in seinen Augen zum religiösen Unterhaltungsbetrieb, der Glaube wird zur frommen Illusion, wenn sie nicht in der Auferstehung Jesu begründet sind.

„Ist Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ Deshalb regt Paulus sich an dieser Stelle seines Briefes so auf. Ob der christliche Glaube wahr und im Recht ist, ob der christliche Glaube lohnt, das entscheidet sich für ihn an dieser Frage: Ist Jesus auferstanden? Werden wir auferstehen?

In der neutestamentlichen Wissenschaft hat man bis heute nicht eindeutig klären können, was diese merkwürdigen Christen in Korinth wirklich gemeint haben. Im Grunde kann man zwischen drei Meinungen unterscheiden, gegen die sich Paulus in diesem Zusammenhang wehrt. Ich rechne damit, dass diese Meinungen nicht nur in Korinth vertreten worden sind. Ich nehme an, dass sie auch unter den Christen in Reichelsheim verbreitet sind, dass zu dieser oder jener Gruppe auch wir selber gehören, ja dass wir alle in unseren Herzen jede dieser Meinungen ein Stück weit teilen.

Die erste Gruppe möchte ich die Idealisten nennen. Sie vertreten die Meinung: Es gibt keine Auferstehung des Fleisches. Der Mensch hat eine unsterbliche Seele. Er hat als vernünftiges Wesen Anteil am göttlichen Geist. Er braucht keine Auferstehung, weil er in seinem innersten Wesen gar nicht zu sterben braucht. Für die Idealisten damals und heute ist die Auferstehung deswegen kein Problem, weil sie schlicht überflüssig ist. Wir werden das Gefängnis unseres Lebens im Tod abstreifen und mit unserer unsterblichen Seele, mit unserem unsterblichen Geist in die Gemeinschaft Gottes eingehen. Unser Leib mag verfaulen, mit unserem Geist werden wir an der Unsterblichkeit Anteil haben. Das ist die Meinung der Idealisten.

Eine zweite Gruppe möchte ich als die Illusionisten bezeichnen. Sie vertreten die Meinung: Es gibt keine Auferstehung der Toten, weil wir schon auferstanden sind. Wir sind schon Kinder Gottes, wir sind schon neue Menschen, wir leben schon jenseits des Todes, wir können die neue Gemeinde, die neue Gesellschaft schon bauen. Damit machen sie sich über die Wirklichkeit ihres Daseins Illusionen. Sie bilden sich ein, der Tod hätte keine Macht mehr über sie, und auch die Sünde, die Schuld hätte keine Macht mehr über sie. Vor allem die Frommen stehen immer wieder in der Gefahr, solchen Illusionen anheimzufallen: als ob sie schon alles wüssten und alles hätten, als ob sie durch die Taufe oder Bekehrung die Grenzen des Menschseins schon überschritten hätten. Nach ihrer Meinung wird es keine Auferstehung mehr geben, weil wir im Grunde schon auferstanden sind. Ich bin nicht ganz sicher, ob es unter uns viele solcher Idealisten und Illusionisten gibt.

Dagegen bin ich fest davon überzeugt, dass die dritte Gruppe unter uns viele Anhänger hat.

Ich möchte sie die Realisten nennen. Sie vertreten die Meinung: Es gibt keine Auferstehung der Toten, weil der Tod zum natürlichen Ende jedes Menschen gehört. Die Wirklichkeit um uns herum zeigt uns nach ihrer Ansicht: Es gibt kein Leben ohne den Tod. Wir können bei Jesus lernen, wie man ein menschliches, ein vorurteilsloses, ein freies Leben führt. Insofern ist Jesus für sie durchaus eine wichtige Gestalt in der Menschheitsgeschichte. Aber auch er ist, wie alle Menschen in der Geschichte, gestorben. Und so werden wir auch einmal sterben müssen. Das gehört zur Wirklichkeit unseres Lebens. Darauf müssen wir uns nüchtern einstellen, damit müssen wir uns tapfer abfinden. Es gibt keine Auferstehung nach der Meinung der Realisten, weil zu der Wirklichkeit des Lebens immer auch die unausweichliche Wirklichkeit des Todes gehört.

Paulus lässt keine dieser Meinungen gelten. Paulus streitet mit den Idealisten, den Illusionisten, den Realisten damals und heute. Für ihn sind sie alle in einem tiefen Missverständnis des Glaubens befangen. Für ihn wäre, wenn sie recht hätten, die Kirche ein Verein der betrogenen Betrüger. Die Apostel wären dann falsche Zeugen. Die Gottesdienste wären umsonst. Dann wäre der Glaube vergeblich, nichtig, reine Ideologie. Dann wären die Toten verloren. Dann wären die Christen, wie er sagt, „die elendesten unter allen Menschen“. Wenn wir mit unseren Illusionen, mit unseren Zweifeln und Fragen recht hätten, dann sollten wir schleunigst diese Kirche verlassen und unsere Gottesdienste abbrechen. Dann sollten wir übermorgen zum Amtsgericht laufen und uns jeden weiteren Pfennig Kirchensteuer ersparen. Dann sind zweitausend Jahre Kirchengeschichte Pfaffenbetrug und frommes Geschwätz gewesen.

Aber was meint Paulus denn, wenn er vom Glauben an die Auferstehung der Toten redet? Was kann er denen, die die Auferstehung bestreiten, entgegenhalten? Was hat er dem Idealisten, dem Illusionisten, dem Realisten in unserem eigenen Herzen zu sagen?

Den Idealisten damals und heute sagt er: Mit unserem Tod ist es in der Tat aus. Unsere Seele und unser Geist sind genauso sterblich wie unser Leib. Wenn wir gestorben sind, dann sind wir gewesen, dann sind wir radikal, ohne Einschränkung, restlos der Nacht des Todes verfallen. Wir sind Geschöpfe. Wir haben einen menschlichen und keinen göttlichen Geist. Wenn wir sterben, dann sterben wir ganz. An diesem Punkt ist Paulus ein harter, ein brutaler Realist. Der Tod ist das Ende.

Und doch wendet sich Paulus auch gegen die Realisten. Sie haben recht, der Tod ist das Ende. Aber um das zu erkennen, braucht es nicht unbedingt den christlichen Glauben. Dass mit dem Tod alles aus ist, das kann man sehen, wenn man die Wirklichkeit einigermaßen ernst nimmt. Das kann jedermann sehen. Auch der Jude, auch der Heide. Aber der Christ hört aus dem Wort der Predigt noch mehr. Er hört, dass Gott gegen den Tod ist. Er hört, dass Gott den Tod besiegt hat, indem er Jesus aus Nazareth der Macht des Todes entrissen hat. Und er hört, dass Gott um Jesu willen alle Menschen der Macht des Todes entreißen will. Nicht weil sie sich das Leben mit Opfern, mit Arbeit und Energie erkaufen könnten. Sondern weil Gott, der Gott Jesu, gnädig und barmherzig ist und weil er mit den verlorenen Menschen zusammen leben will. Wer im Glauben nur Realist bleibt, der hat nach Paulus die Gottheit dieses Gottes noch gar nicht verstanden. Dieser Gott arrangiert sich nicht mit dem Tod. Dieser Gott kapituliert nicht vor dem Tod. Für diesen Gott, für den Gott Jesu, ist der Tod der letzte und erste und einzige Feind in der Welt. Wer zu diesem Gott ja sagt, der sagt nein zum Tod in allen seinen Formen. Der kämpft dafür, dass Menschen leben können. Und der bestreitet die Macht und das Recht des Todes, auch wenn er ihm selbst in die Hände fällt.

Und das wendet Paulus an dieser Stelle gegen die Illusionisten ein: Sie bilden sich ein, der Tod könne ihnen nichts mehr anhaben. Sie meinen, sie wüssten schon alles und könnten auch alles machen. Sie wären schon neue Menschen und könnten die neue Gemeinde, die neue Gesellschaft von sich aus errichten. Wir, sagt Paulus, wir müssen noch sterben. Unser Leben ist noch schmerzerfüllt, hasserfüllt, angsterfüllt. Wir sterben noch den Hungertod, den Kriegstod, den Verkehrstod, den Herztod, den Krebstod. Wir weinen noch, wir stöhnen noch, wir schreien noch nach Erlösung. Und wir wissen noch nicht, wie diese Erlösung aussehen wird. Wir können uns ein Leben ohne den Tod gar nicht vorstellen, wie wir uns ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott gar nicht vorstellen können. Jetzt leben wir unter der Herrschaft des Todes. Dann werden wir leben in der Gemeinschaft mit Gott. Jetzt, unter der Herrschaft des Todes, können wir nur träumen und phantasieren über ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Jetzt können wir nur fragen, wie ein solches Leben aussehen wird. Jetzt können wir nur anfangen damit, das Leben für uns und die anderen Menschen ein bisschen erträglicher, ein bisschen menschlicher zu gestalten.

Paulus regt sich auf über die Christen, die nicht an die Auferstehung glauben. Paulus sagt nicht, dass wir über die Auferstehung sehr viel wissen können. Er erinnert uns nur daran, dass alle unsere Illusionen zerbrechen werden. Wir werden sterben. Und er macht uns darauf aufmerksam, dass wir Gott verraten, wenn wir nur an die Wirklichkeit des Todes glauben. Wir alle leben zwischen dem Glauben und dem Aberglauben. Zwischen dem Aberglauben an die Allmacht des Todes und dem Glauben an die Übermacht Gottes. Paulus ruft uns auf, den Aberglauben abzulegen und den Glauben zu übernehmen. Paulus lädt uns ein, mit den Zeugen der Bibel weiterzufragen, was das heißt: Auferstehung Jesu, Auferstehung der Toten. Er sagt uns, den Idealisten, der Illusionisten und den Realisten: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen.“ Nehmt diese Worte ernst! Sie können unser todgeweihtes Leben verändern, weil wir leben werden – in der Nachfolge Jesu. Amen.

Lied EKG 88, 4-5 (EG 114):

4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden.

5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, dass Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden.

Schlussgebet – Vater unser – Abkündigungen
Segen für die Nicht-Abendmahlsteilnehmer
Lied EKG 88, 8-9 (EG 114):

8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen. Dein Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden.

9. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, dass wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben.

Auch an Ostern sind wir eingeladen zum Heiligen Abendmahl. Schmecken dürfen wir es: der Sünde und dem Tod sind die Macht genommen. Wir dürfen satt werden: satt an Vergebung, satt an Leben!

Wir bekennen vor dem Abendmahl unsere Schuld: Herr! Auferstandener Christus! Wenn wir zu wenig glauben, meinen wir oft, wir müssten uns mehr anstrengen. Wenn wir verzweifeln, meinen wir oft, wir müssten uns mehr zusammennehmen. Wenn alles düster scheint um uns her, meinen wir oft, wir müssten uns zu mehr Heiterkeit zwingen. Doch, Herr, unsere Sünde ist, dass wir zu wenig von dir erwarten. Du willst unserem Kleinglauben aufhelfen. Du hältst uns fest, auch wenn wir verzweifeln. Du bist das Licht in unserer Finsternis, auch wenn wir dich noch nicht sehen. Wir bekennen, dass wir gerade in unseren Selbstanklagen oft dir das Vertrauen versagen. Du willst nicht, dass wir darüber jammern, wie schlecht die Welt und wie schwach wir selbst sind, du traust uns zu, das Rechte zu tun, und du bist in uns Schwachen mächtig! In diesem Sinne beten wir zu dir: Herr, sei mir Sünder gnädig! Amen.

Einsetzungsworte – Lied 136 – Austeilung
Lied EKG 88, 6 (EG 114):

6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil erfunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er na ch überwundnem Streit den Feind zur Schau getragen.

Herr, wir danken dir, dass du ein Gott bist für den Menschen, gegen den Tod. Wir danken dir, dass du in Jesus Christus dem Tod die Macht genommen hast und das Wort des Lebens unter uns verkündigen lässt. Herr, wir bitten dich für alle, die heute unter der Macht des Todes leiden: für die Kranken und für die Sterbenden, für die Alten und für die Verzweifelten, für die Hungernden und für die Gefolterten; errette sie aus ihrem Elend, gib ihnen Lebenskraft, lehre sie hoffen. Wir bitten dich für die im Krieg Getöteten und für alle anderen, die ermordet werden; und wir beten für die, die in diesen Tagen auf die Straße gehen, um ein Zeichen zu setzen gegen die Planung von noch mehr Vernichtung, gegen die Waffensysteme, die den Völkern aus den Händen gleiten. Herr, wir bitten dich für uns alle, dass wir dein Wort verstehen, dass wir uns über die Wirklichkeit unseres Lebens keine Illusionen machen, dass wir aber auch vor der Übermacht des Todes nicht kapitulieren, dass wir bereit und fähig werden, gegen den Tod für ein menschliches Leben zu arbeiten, dass wir auf dich hoffen lernen im Leben und im Sterben.

Vater unser
EKG 75 (EG 99):

Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ’. Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Segen

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