Das Gleichnis von den beiden Kindern

Es kommt darauf an, dass wir den Willen Gottes tun. Der Kirchgang nützt nichts, wenn wir nicht im Alltag nach seinem Wort leben. Und umgekehrt gibt es Menschen, die von Gott nichts wissen wollen und nie zur Kirche gehen, aber sie tun in aller Stille, ohne dass es an die große Glocke gehängt wird, doch den Willen Gottes.

Zwei gezeichnete und bunt ausgemalte Jungen mit Latzhosen zum Gleichnis Jesu von den zwei Kindern

Jesus erzählt ein Gleichnis von zwei Jungen, die einen Auftrag erledigen sollen (Bild: pixabay.com)

#predigtTaufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, den 14. August 2005, um 10.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen (Predigttext vom 11. Sonntag nach Trinitatis)
Musik und Einzug der Tauffamilie mit den Patinnen

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich begrüße alle herzlich in der Pauluskirche mit dem Wort zur Woche aus dem Buch Jesaja 42, 3. Da heißt es von dem Sohn Gottes, der kommen soll:

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Besonders herzlich heißen wir heute … willkommen. Er ist mit seiner Familie und seinen Paten bei uns und soll in diesem Gottesdienst getauft werden.

Lied 168, 1-3: Du hast uns, Herr, gerufen
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Hier in der Kirche will Gott mit uns feiern. Wir hören seine Worte und hören von seinen Taten.

Taten Gottes? Was tut Gott? Er hat die Welt erschaffen und tut es immer noch; Gott ist in seiner Schöpfung am Werk, indem sich unsere Welt wunderbar entwickelt und entfaltet.

Gott hat auch uns erschaffen, jedes kleine Kind, das im Leib der Mutter heranwächst und geboren wird, ist ein kleines Wunderwerk der Schöpfung Gottes. Und so wie Mutter und Vater ein kleines Kind voller Freude willkommen heißen, wenn es zur Welt kommt, so heißt auch Gott uns willkommen; er hat uns unendlich lieb.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Was tut Gott sonst noch? Er sieht, wie Menschen mit der Welt und mit sich selber umgehen. Menschen nutzen die Erde nicht nur behutsam, um leben zu können; mit rücksichtsloser Ausbeutung lässt sich viel Geld verdienen. Menschen gelingt es nicht, miteinander im Frieden zu leben, ständig gibt es Streit und sogar Totschlag und Krieg.

Und was tut Gott? Vor langer Zeit sucht er aus allen Völkern der Welt eins der kleinsten Völker aus, das Volk Israel. Mit diesem Volk will er einen neuen Anfang machen. Als das Volk Israel stöhnt unter Zwangsarbeit und grausamer Gewalt, da führt Gott es in die Freiheit, mitten durch die Wüste. Er geht vorneweg, am Tag verborgen in einer Wolke, nachts in einer Feuersäule, und das Volk feiert Gottesdienst, wie wir es hier tun, aber nicht in einer Kirche, sondern in einem Zelt.

Damals fängt Gott an, den Menschen ins Gewissen zu reden: Wollt ihr im Frieden leben, dann habt Vertrauen zu mir! Hört auf damit, euch gegenseitig Angst zu machen!

Gott, wenn du so zu uns redest, und das tust du noch heute, dann fällt es uns schwer, darauf zu hören. Darum rufen wir zu dir:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Gott hilft seinem Volk, Gott hilft noch heute. Gott redet zu seinem Volk und redet zu uns. Schon das Volk Israel dankt Gott mit Psalmgebeten, und wenn wir Gott loben möchten, dann tun wir es noch heute gerne mit den alten Psalmen. Lasst uns beten mit Psalm 113:

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!

2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden?

6 Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe,

7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

9 der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefal­len. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Der Herr sei mit euch! „Und mit deinem Geist!“

Lieber Gott im Himmel, du hast mit dem Volk Israel einen neuen Anfang gemacht. Und dann kommst du selbst zur Welt, in diesem Volk Israel, in einem neugeborenen Baby, in Jesus. In Jesus wirst du unser Bruder und Freund, in Jesus bist du für alle Menschen da, auch für uns. Wir danken dir, dass du uns deine Liebe zeigst durch Jesus Christus, unserem Herrn. „Amen.“

Wir hören aus dem Evangelium nach Matthäus 28, 16-20. Jesus lädt uns ein, auf ihn zu vertrauen. Wer getauft wird, gehört zu ihm:

16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.

18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Lied 409: Gott liebt diese Welt

Liebe Tauffamilie! Jetzt wird gleich der kleine … getauft, das zweite Kind der Familie … . Die große Schwester … ist vor vier Jahren hier getauft worden, heute kriegst du bei deinem Bruder noch besser mit, was wir damals mit dir gemacht haben. … und … waren damals auch mit dabei bei der Taufe. Als ich euch vor ein paar Tagen traf, da habt ihr mir ganz begeistert erzählt, dass wir uns am Sonntag in der Kirche sehen würden. Und ihr habt auch was gefragt – wisst ihr noch, was? Als ich euch sagte, dass bei der Taufe dreimal Wasser über den Kopf geschüttet wird, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, da habt ihr gefragt: Warum nur Vater, warum nicht auch Mutter?

Das ist eine gute Frage. Ihr habt schon Recht: wenn wir im Deutschen von Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist reden, dann klingt das so, als wäre Gott nur männlich, als hätte das Weibliche, das Mütterliche, mit Gott überhaupt nichts zu tun.

Vielleicht konnte man sich früher Gott nur als Vater vorstellen, weil die Väter am meisten zu sagen hatten. Aber ist es nicht in der Familie so, jedenfalls heute, dass die Kinder viel mehr auf die Mütter hören? Ich sprach dieser Tage mit der Leiterin eines kleinen Kinderheims. Da arbeiten vier Erzieherinnen und ein Erzieher – und der eine Mann kann sich gar nicht gut durchsetzen. Der ist für alles zuständig, was Spaß macht, aber wenn es um Hausaufgaben und Aufräumen geht, müssen die Frauen durchgreifen.

Allerdings stimmt es gar nicht, dass das Weibliche mit Gott überhaupt nichts zu tun hat. Gott ist ein Vater, der beides verbindet: Macht und Liebe, Allmacht und Barmherzigkeit. Er kann in der Bibel auch Mutter genannt werden: Gott tröstet uns, wie einen seine Mutter tröstet. Jesus allerdings war ein Mann – als Gott Mensch wurde, konnte er nicht als Mann und Frau zugleich zur Welt kommen. Aber Jesus war kein Macho-Mann, kein Frauenbeherrscher und Kinderverächter, sondern ein Kinderfreund und Frauenversteher, einer, der mit Frauen diskutierte und Kinder liebevoll in den Arm nahm. Und der Heilige Geist ist nur im Deutschen männlich, das hebräische Wort „ruach“ ist weiblich und das griechische Wort „pneuma“ sächlich. Die Kraft des Geistes ist Gott selber, wie er in uns Menschen wirkt, wie er Männer und Frauen bewegt, wenn wir Vertrauen zu ihm haben und von Hoffnung erfüllt sind, wenn wir Liebe üben und gerecht und fair miteinander umgehen.

Wenn wir ein Kind taufen, dann taufen wir es im Namen des einen Gottes, den wir auf drei verschiedene Arten erfahren: Gott ist die unsichtbare Macht im Himmel, die alles geschaffen hat, was es gibt, und die wir Vater nennen. Gott hat sich in einem Menschen vollkommen zu erkennen gegeben, so wie er ist, unendlich liebevoll und barmherzig, und diesen Menschen Jesus Christus nennen wir Gottes Sohn. Gott will uns selber mit seiner Liebe erfüllen – und diese Kraft Gottes nennen wir seinen Heiligen Geist.

Von diesem Heiligen Geist Gottes handelt der Taufspruch, den Sie, liebes Ehepaar …, für Ihren Sohn ausgesucht haben. Er steht in 2. Timotheus 1, 7 und lautet:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Wer vom Geist Gottes erfüllt ist, ist also kein Weichei oder Schwächling, sondern Gott hilft ihm, Angst und Verzagtheit zu überwinden. Wir müssen uns nicht vor Gott ducken und in den Staub erniedrigen, sondern dürfen mit aufrechtem Gang in dieser Welt leben: frei von Bevormundung, allerdings verantwortlich füreinander. Kinder lernen in der Familie, wie man das zusammenkriegt: so viel Freiheit wie möglich, so viele Grenzen wie nötig. Wenn es friedlich und gerecht bei uns zugehen soll, dann dürfen wir uns und unseren Kindern nicht alles erlauben.

Wir brauchen Kraft, um durchzusetzen, was wir für wichtig und sinnvoll halten. Wir brauchen Besonnenheit, um immer wieder darüber nachzudenken, was wichtig und sinnvoll ist. Und wir brauchen Liebe – denn Liebe ist am wichtigsten und ohne Liebe hat alles keinen Sinn. Wenn wir unsere Kinder in diesem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit erziehen, dann können wir mit guten Gründen darauf hoffen, dass unsere Kinder ebenfalls starke, mutige, besonnene und liebevolle Menschen werden.

Glaubensbekennnis und Taufe
Lied 624: Lieber Gott, ich danke dir, dass du bei mir bist
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Gemeinde, vorhin habe ich gesagt, dass Jesus ein Kinderfreund war. Einmal war er im Tempel in Jerusalem, das war ein riesengroßes Gotteshaus, viel größer als diese Kirche, und da erkannten ihn Kinder, die auch dort im Tempel waren. Und wie ist das, wenn Kinder jemanden erkennen? Wenn ich bei schönem Wetter den roten Weg entlanggehe, höre ich fest jedes Mal am Spielplatz Kinder rufen: „Da ist Pfarrer Schütz!“ So ähnlich war das auch damals mit Jesus – Kinder jubelten ihm zu: „Da ist Jesus, hallo Jesus, siehst du uns?“

Bei Jesus kam noch etwas hinzu. Wahrscheinlich hatten die Eltern zu ihren Kindern gesagt: „Dieser Jesus ist etwas ganz Besonderes. Er ist der Messias, er ist der Sohn Davids, er kommt von Gott und bringt Frieden und Gerechtigkeit in unser Land und in die Welt.“ Das glaubten die Kinder ihnen gern, denn sie wussten ja, wie lieb Jesus zu ihnen war – ihn fanden sie viel netter und besser als den bösen König Herodes, der schon viele Menschen hatte umbringen lassen!

Darum waren die Kinder auf einmal sehr laut im Tempel: „Da ist Jesus, der Sohn Davids! Hoch lebe der Messias! Jesus an die Macht!“ So schrien sie – und das gefiel der Tempelpolizei und den Hohepriestern im Tempel überhaupt nicht. Sie wurden ärgerlich und fragten ihn: „Hörst du, was sie rufen?“ Jesus antwortete ihnen (Matthäus 21, 16):

Ja! Habt ihr nie gelesen: »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«?

Darauf wussten sie nichts mehr zu antworten, denn dieser Satz stand in der Bibel, Psalm 8, 3. Aber sie nahmen sich vor, genau achtzugeben, was Jesus noch alles anstellen würde.

Am nächsten Tag war Jesus wieder im Tempel, und auch er wusste genau, dass die Leute, die etwas zu sagen hatten, ihm sehr genau und sehr misstrauisch zuhören würden. Und was tat er? Jesus erzählte ihnen ein Gleichnis von – zwei Kindern.

Es steht im Evangelium nach Matthäus 21, 28-32:

28 Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg.

29 Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es ihn, und er ging hin.

30 Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin.

31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie antworteten: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.

32 Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr’s saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, so dass ihr ihm dann auch geglaubt hättet.

Es ist eine ganz einfache Geschichte, die Jesus da erzählt. Ich glaube, in einer Familie mit Kindern passiert so etwas jeden Tag. „Bring doch mal den Müll raus!“ „Ja, mach ich gleich!“ Und aus dem „gleich“ wird ein „nachher“ und am Ende ist das Versprechen ganz vergessen. Auch das andere kommt vor, dass erst einmal rumgemault wird: „Nee, keine Lust! Ich will lieber spielen!“ Und später stellt die Mutter überrascht fest: „Mensch, du hast den Müll ja doch rausgebracht!“

Als Jesus die Geschichte erzählt, ging es nicht ums Müllrausbringen, sondern um Arbeit im Weinberg; damals mussten schon Kinder ab 6 Jahren arbeiten; arme Familien waren darauf angewiesen, dass die Kinder zum Familienunterhalt mit beitrugen, in vielen Ländern in Afrika oder Südamerika ist das heute immer noch so. Jesus versteht, dass beide Kinder keine Lust dazu haben; eigentlich ist die Arbeit zu schwer für sie; aber wenn sie es nicht tun, muss die Familie wahrscheinlich Hunger leiden. Darum ist ihm das Kind lieber, das erst rummault und die Arbeit dann notgedrungen doch tut. Das andere reißt erst den Mund weit auf und meldet sich: „Ich, ich, ich – ich gehe ganz bestimmt in den Weinberg!“ Es redet den Vater sogar mit „Herr“ an, wie ein gehorsamer Sklave, aber am Ende ist keine Arbeit getan.

Jesus erzählt sein Gleichnis als eine Frage-und-Antwort-Geschichte, die im Gespräch mit seinen Hörern weitergeht. „Welches Kind tat denn nun den Willen des Vaters?“ fragt er die Hohenpriester und die Ver­antwortlichen im Tempel, die ihm zuhören. „Das erste natürlich“, sagen sie.

Darauf greift Jesus sie frontal an: „Warum macht ihr es dann nicht wie dieses Kind? Ihr regt euch über Kinder auf, die im Tempel Hosianna rufen. Ihr zieht über Zöllner und Huren her und merkt gar nicht, dass viele von ihnen ihr Leben geändert haben, als sie sich Johannes dem Täufer haben taufen lassen. Wenn es um den Einzug ins himmlische Königreich geht, werden diese Zöllner und Huren vor euch hineingehen!“

Jesus ist so richtig in Fahrt, und er traut sich, denen die Meinung zu sagen, die damals das Sagen haben. „Ihr macht es wie das Kind, das erst so groß tönt: Ich gehe zur Arbeit! und geht doch nicht. Ihr seid nicht umgekehrt, als Johannes der Täufer gesagt hat: Kehrt um, haltet die Gebote, liebt euren Nächsten! Ihr meint ja, das habt ihr nicht nötig. Ihr seid ja im Tempel angestellt, ihr kennt euch in der Bibel aus, ihr seid ja die Lieblinge von Gott. Aber das alles genügt nicht.“

Was will Jesus uns mit dem Gleichnis von den Kindern sagen? Auch uns will er sagen: Es kommt darauf an, dass wir den Willen Gottes tun. Er versteht, dass uns das nicht immer leicht fällt, aber er vergibt uns, wenn wir versagen, und traut uns jeden Tag neu zu, uns zu ändern. Er freut sich, wenn wir in der Kirche auf sein Wort hören und Gott loben, aber das nützt alles nichts, wenn wir nicht im Alltag nach seinem Wort leben. Und umgekehrt gibt es Menschen, die von Gott nichts wissen wollen und nie zur Kirche gehen, aber sie tun in aller Stille, ohne dass es an die große Glocke gehängt wird, doch den Willen Gottes.

Jesus versucht, die Verantwortlichen seines Volkes doch noch zur Umkehr zu bewegen. Das gelingt leider nicht; sie planen seinen Tod und setzen auch durch, dass er gekreuzigt wird. Ob wir umkehren und Gottes Willen tun, das liegt allein an uns. Gott traut es uns zu, er beschenkt uns mit Liebe und Vergebung, er rüstet uns mit seinem eigenen Geist aus, und der ist – wie wir vorhin im Taufspruch gehört haben – nicht ein Geist der Verzagtheit, sondern ein Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Wir sind verantwortlich vor Gott – das heißt, wir stehen vor Gott wie die beiden Kinder im Gleichnis und müssen uns entscheiden, wie wir auf die Liebe antworten, die wir von Gott bekommen. Sagen wir: Ja, Herr, ich bin ein Christ, ich bin in der Kirche, ich glaube an dich – aber im Alltag merkt man nichts davon? Oder sagen wir: Es fällt mir oft schwer zu glauben, ich weiß manchmal nicht, was richtig ist. Aber nach unseren bescheidenen Kräften und nach bestem Wissen und Gewissen tun wir doch, was uns möglich ist. Mehr will Jesus nicht von uns, dass wir auf Gottes Liebe mit Liebe antworten, tatkräftig und besonnen. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.
Lied 614, 1-3: Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun

Guter Vater im Himmel, wir beten für das Kind, das wir getauft haben. Wir beten für Kinder, die geborgen aufwachsen, aber auch für gequälte und vernachlässigte Kinder. Lass nicht zu, dass irgendein Kind auf dieser Erde in Ewigkeit verlorengeht! Wir beten für Eltern und Paten, für Seelsorger und Lehrer. Hilf ihnen, barmherzig mit sich selber umzugehen und sich im Vertrauen zu dir zu üben, damit sie gut für die sorgen können, die ihnen anvertraut sind. Wir beten für die Opfer von Unglück und Terror, für Kranke und Trauernde, für Belastete und Verzweifelte. Schenke ihnen neuen Mut und hilf ihnen, deine ausgestreckte Hand zu ergreifen. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, lass Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. Amen.

Gebetsstille und Vater unser
Abkündigungen
Lied 168, 4-6: Wenn wir jetzt weitergehen, dann sind wir nicht allein

Geht mit Gottes Segen:

Der Herr segne dich und er behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er wende sein Angesicht dir zu und gebe dir Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

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