Johannes der Täufer und die Prinzessin Salome

Jesus lässt sich von Johannes taufen. Er verkündet die gleiche Botschaft: „Kehrt um!“ Trotzdem ist er, der Sohn Gottes, auch anders als der Prophet Johannes. Jesus gibt den Menschen die Kraft zur Umkehr. „Ich bin bei euch, ich bleibe bei euch, ich traue euch zu, euch zu ändern.“ In diesem „Ich“ hörten die Menschen die Stimme von Gott selbst.

Der römische Soldat Gajus und die Prinzessin Salome

In einer Bibelszene spielen Konfis den römischen Soldaten Gajus und die Prinzessin Salome

#predigtGottesdienst mit Einführung des neuen Konfi-Jahrgangs am Sonntag, den 24. Juni 2007, um 10.00 Uhr in der Pauluskirche zu Gießen
Vorspiel: Mensch, es ist dir gesagt, was gut ist

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Herzlich willkommen zum Eröffnungsgottesdienst des neuen Konfirmandenjahres! Fünf Konfirmandinnen und elf Konfirmanden stellen sich in der Pauluskirche, am Beginn des neuen Jahrgangs der Gemeinde vor.

Sie tun dies auf verschiedene Weise. Acht Konfis spielen uns nachher Szenen zur Bibel vor, die – heute am Johannistag – von Johannes dem Täufer handeln. Einige Konfis haben die Fürbittengebete für diesen Gottesdienst formuliert. Und drei Konfirmandinnen haben zwei Bilder von der Taufe gemalt. Links die Taufe, die wir als den Normalfall kennen: ein Kind wird getauft. Rechts ein Bild von Johannes dem Täufer, der Erwachsene getauft hat, indem er sie in einem Fluss, dem Jordan, ganz untergetaucht hat. So hat er auch Jesus getauft.

Die Lieder, die wir im Gottesdienst singen, werden mit Klavier und Gitarre begleitet.

Lied 623: Du bist da, wo Menschen leben
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Was ist euch Konfis heilig, mit dieser Frage haben wir uns beschäftigt. Heilig im Sinne von: Was darf niemand in den Dreck ziehen, was ist uns am allerwichtigsten im Leben? Die meisten haben geschrieben: die Mama, die Muddy, die Mutter ist das Wichtigste im Leben. Für einen war es die große Schwester. Allen ohne Ausnahme ist die Familie heilig.

Hier in der Kirche geht es um Gott, den wir Vater nennen und heiligen Geist. Es geht um Gott, der uns liebt und tröstet wie eine Mutter. Gott hält uns alle, auch unsere Eltern, in seiner Hand.

Kommt, lasst uns Gott anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Ist es schwer, an Gott zu glauben? Ja, denn Gott ist unsichtbar. Gott erwartet so viel von uns: Seine Gebote zu erfüllen. Unser Leben zu meistern, obwohl das Leben oft so kompliziert, manchmal sogar schrecklich ist. Wir rufen zu dir, Gott:

Herr, erbarme dich! „Herr, erbarme dich, Christe, erbarme dich, Herr, erbarm dich über uns!“

Ist es schwer, an Gott zu glauben? Nein, denn Gott ist Mensch geworden, einer von uns. Gott lässt uns nie allein. Er nimmt uns an, wie wir sind. Er wird in Jesus Christus ein Gott zum Anfassen. Er gibt uns selber die Kraft zum Glauben. Er traut uns zu, Gutes zu tun und Böses sein zu lassen.

Lasst uns Gott lobsingen! „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wollgefalln Gott an uns hat, nun ist gross Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.“

Der Herr sei mit euch „und mit deinem Geist.“

Gott, hilf uns, auf dich zu vertrauen. Du bist immer da für uns. Hilf uns, auf Jesus zu hören. Er hat uns was zu sagen. Lass uns begreifen, was du uns sagst. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unsern Herrn. „Amen.“

Wir hören die Schriftlesung aus dem Evangelium nach Matthäus 11, 7-10 (Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 by Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart):

7 Jesus [begann] zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?

8 Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in [weichen Kleidern]? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige.

9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten.

10 Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja. „Halleluja, Halleluja, Halleluja!“

Ja, liebe Gemeinde, liebe Konfis. Das ist ein Abenteuer, auf das ihr euch einlasst mit der Kirche, mit dem Gottesdienst, mit Gott, mit Jesus und mit all den Menschen aus der Bibel wie diesem Johannes. Merkwürdige Gestalten sind das zum Teil. Es ist nicht einfach, sie zu begreifen, und doch glauben viele von uns, dass die Bibel, Gott, Jesus für uns wichtig sind.

Es ist auch ein Abenteuer für uns als Gemeinde, eine neue Konfi-Gruppe zu erleben. Es ist spannend zu schauen, wie lange es dauert, bis ihr euch an Regeln gewöhnt, die bei uns gelten, damit wir es miteinander aushalten im Unterricht und hier in der Kirche. Aber ich bin auch oft überrascht über Ideen, die ihr habt, die phantastischen Bilder, die ihr malt. Nicht nur ihr lernt von mir, wie ich hoffe, sondern manchmal lerne ich auch von und mit euch Neues über Gott. Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben im kommenden Konfi-Jahr, stelle ich Ihnen nun die Konfis namentlich vor.

… spielt in unserem Spiel den Zöllner Matthäus.

… war am Malen der Bilder beteiligt.

… spielt Andreas, einen Jünger des Johannes und späteren Jünger von Jesus.

… übernimmt die Rolle einer jungen Fischerin, die unbedingt zu Johannes dem Täufer will.

… spielt die Rolle des Jesus.

… war eine der Malerinnen des Bildes.

… hat die größte Rolle in der Spielszene, er spielt Johannes den Täufer.

… hat geholfen, Gebete zu formulieren.

… wird im Spiel Salome darstellen, die Stieftochter des Königs Herodes.

… war bei den Fürbitten mitbeteiligt.

… spielt in der Szene den Simon, der als Jünger von Jesus später Petrus genannt wird.

… hat das Bild mitgestaltet.

… hat mitgeholfen, Gebete zu schreiben.

… ist in der Spielszene ein römischer Soldat und zugleich Freund der Salome.

Und die beiden Brüder … und … haben Gebete aufgeschrieben und werden sie nachher vortragen.

Alle sind beteiligt an diesem Gottesdienst, jeder auf seine Weise, und ich hoffe, das werden wir heute nicht zum letzten Mal erleben.

Lied 312, 1+3+6: Kam einst zum Ufer nach Gottes Wort und Plan
Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Liebe Konfis, liebe Gemeinde, wir haben gehört: Jesus hat viel zu tun mit Johannes dem Täufer. Er lässt sich von ihm taufen. Er verkündet die gleiche Botschaft: „Kehrt um! Gott ist euch nahe!“ Und wir werden sehen, beide haben auch ein ähnliches Schicksal. Trotzdem: es gibt auch große Unterschiede zwischen Johannes und Jesus. Johannes war ein Prophet, Jesus war der Sohn Gottes. Wenn Johannes rief: „Kehrt um! Ändert euch!“, dann klang das wie eine Forderung, die viele für unerfüllbar hielten. Jesus rief auch: „Kehrt um!“ Aber er ließ die Leute gleichzeitig spüren, dass Gott wirklich bei ihnen war. Jesus gibt den Menschen die Kraft zur Umkehr. „Ich bin bei euch, ich bleibe bei euch, ich traue euch zu, euch zu ändern.“ In diesem „Ich“ hörten die Menschen die Stimme von Gott selbst.

Im Unterricht haben die Konfis Texte aus der Bibel über Johannes den Täufer und über Jesus gelesen. Heute spielen sie vor, was sie da gelesen und gelernt haben (die Szenen wurden inhaltlich gestaltet nach Lukas 3, 7-22 und Matthäus 14, 1-14).

Wir machen eine Zeitreise in die Vergangenheit, in die Zeit, in der Jesus etwa 30 Jahre alt ist. Unsere Reise führt uns in ein Land am östlichen Ende des Mittelmeeres, nach Israel. Immer näher kommen wir dem Reiseziel… aber was ist das, es ist sehr heiß und staubig, ich sehe nur Sand, einen fast ausgetrockneten Fluss, und trotzdem ist hier eine ganze Menschenmenge zusammengekommen, als wäre hier ein Casting für DSDS oder für die Popstars. Was ist hier los? Vielleicht kriegen wir es raus, wenn wir mal einigen Leuten zuhören, die hier zusammengekommen sind. Da sind drei junge Leute, die auch gerade angekommen sind.

Drei Jünger Johannes des Täufers: Andreas, Simon und Susanna

Drei Jünger Johannes des Täufers: Andreas, Simon und Susanna

Andreas: Oh Mann, wenn ich gewusst hätte, wie weit der Weg vom See Genezareth nach Jerusalem ist und wie steil es dann zum Jordan runtergeht, hättet ihr allein gehen können.

Susanna: Wieso „oh Mann“? Ich heiße Susanna und bin kein Mann. Und du, Andreas, stell dich nicht so an. Ich hab dich nicht gebeten mitzukommen, du wolltest mich begleiten.

Andreas: Ja. Ein Mädchen sollte wirklich nicht allein diese steinige Strecke runter in die Wüste gehen.

Simon: Von „allein“ kann aber doch gar keine Rede sein. Hier wimmelt es von Menschen.

Andreas: Das sehe ich auch, mein großer Bruder Simon. Komisch, wie viele Leute diesen Johannes unbedingt sehen wollen.

Susanna: Und das, obwohl er es ihnen nicht gerade einfach macht. Steiniger Weg, steile Strecke, totale Hitze in der Wüste. Vor allem – wartet mal ab, was für Worte er den Leuten an den Kopf wirft.

Simon: He, seht mal, wer da auch noch auf dem Weg ist. Ich werd verrückt: sogar Salome, die Königstochter!

Andreas: Dass so ein Zuckerpüppchen sich hier runter wagt, hätte ich nicht gedacht.

Susanna: Ach, du meinst also, wenn schon Mädchen zu Johannes an den Jordan kommen, dann können es nur Bauerntrampel wie ich sein?

Andreas: Bauerntrampel? Nö, ich dachte, du bist eine Fischergöre. Aber die Salome ist sowieso keine echte Königstochter?

Susanna: Na ja, sie ist die Tochter von Herodias, der Frau unseres Königs Herodes.

Andreas: Und die ist eigentlich immer noch die Frau seines Bruders und nicht die rechtmäßige Ehefrau unseres geliebten Herrschers Herodes.

Susanna: Sei nicht so sarkastisch. Dass unser König im Ehebruch mit der Frau seines eigenen Bruders lebt, ist nicht zum Lachen.

Simon: Es ist auch nicht zum Lachen, wen Salome da als Begleiter bei sich hat. Tatsächlich: sie hängt am Arm von so einem jungen römischen Offizier.

Andreas: Das sieht ihr ähnlich. Ein Römer-Jüngling passt auf die Prinzessin auf. Diese frechen Ausbeuter! Die Macht im Palast haben sie schon. Wann werden sie die Macht im Tempel von Jerusalem übernehmen?

Susanna: Da hinten kommt auch noch Matthäus, der Zöllner. Noch so einer, der mit den Römern zusammenarbeitet und uns hohe Steuern abknöpft!

Verlassen wir das erregte Gespräch der drei Fischerjungen und -mädchen vom See Genezareth. Hören wir einmal zu, was Salome und Gajus miteinander bereden.

Der römische Soldat Gajus und die Prinzessin Salome

Der römische Soldat Gajus und die Prinzessin Salome

Salome: Lieber römischer Freund. Danke, dass du mich in diese schreckliche Wüste begleitet hast.

Gajus: Gern geschehen. Für dich tue ich alles. Wenn ich auch sagen muss: ihr habt hier in Israel entsetzlich staubige, steinige und heiße Landschaften, die mir gar nicht gefallen.

Salome: Bald darfst du mich ja wieder in die Hauptstadt begleiten. Im Palast meines Stiefvaters ist es angenehm kühl.

Gajus: Aber erklär mir noch mal: Wieso willst du diesen ungewaschenen Johannes hier am Jordan sehen mit seinem Kamelhaarmantel und Ledergürtel? Der ist doch absolut nicht dein Stil. Er lebt hier draußen in der Wüste und isst nur Heuschrecken und wilden Honig. Was willst du von dem?

Salome: Ich finde ihn mutig. Er soll sogar meine Mutter und meinen Stiefvater offen kritisiert haben. Ich muss ihn unbedingt einmal selber hören. Er ist ein echter Mann, überhaupt kein Weich-Ei.

Gajus: Soll ich eifersüchtig werden? Du klingst, als ob du in ihn verliebt wärst.

Salome: Wer weiß? Bisher hat mir noch niemand widerstehen können. Sogar meinen Stiefvater kann ich um den kleinen Finger wickeln.

Auch dieses Gespräch verlassen wir. Jetzt bewegt sich etwas am Jordan in der Menge. Ein Mann steht auf, im Kamelhaarmantel mit Ledergürtel, und fängt an zu reden:

Johannes der Täufer tauft Andreas

Johannes der Täufer tauft den Fischer Andreas

Johannes: Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe.

Andreas: Umkehren? Was sollen wir denn tun?

Johannes: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, soll es genau so machen.

Andreas: Ich bin bereit zu teilen. Ich bekenne, dass ich bisher sehr egoistisch war. Bitte taufe mich!

Johannes: Ich taufe dich, da du zu Gott umkehrst.

Matthäus: Würdest du auch mich taufen? Ich bin ein Zöllner und muss zugeben, ich habe auch schon Leute betrogen. Was soll ich tun?

Johannes: Fordere von den Leuten nicht mehr, als vorgeschrieben ist. Auch dich taufe ich zum Zeichen der Umkehr zu Gott.

Gajus: Und wenn ich umkehren will? Ich bin ein Römer, ein Soldat des Kaisers. Was soll ich tun?

Johannes: Tue niemand Gewalt oder Unrecht. Sei zufrieden mit deinem Sold. Plündern – nein danke!

Salome: Ich weiß ja nicht, ob du mich kennst, lieber Johannes. Aber meinen Vater kennst du gut.

Johannes: Deinen Vater? Du meinst deinen Stiefvater. Den Ehebrecher Herodes. Ja, den kenne ich gut.

Salome: Wie kannst du es wagen, so von dem König Israels zu sprechen?

Johannes: König in Israel ist nur einer: Gott selbst. Auf dem Thron in Jerusalem darf sich nur der König nennen lassen, der die Gebote Gottes erfüllt.

Salome: Mutig bist du ja. Du gefällst mir. Und dein Outfit ist schräg. Kamelhaar, Ledergürtel, so was trägt in ganz Jerusalem keiner. Ich würde mit dir gern einmal unter vier Augen reden. Wie wär‘s am nächsten Sabbat in Jerusalem?

Johannes: Wenn du wirklich daran interessiert bist, was ich dir sagen will, kann ich dir das auch hier sagen, in aller Öffentlichkeit. Auch dir sage ich: Kehre um! Gott traut dir zu, dass du dein Leben änderst.

Salome: Das ist interessant. Was will er denn von mir?

Johannes: Höre auf, mit jedem Mann eine Freundschaft anzufangen, der dir gefällt, bevor du noch den anderen fallen gelassen hast. Und bilde dir nichts auf deine Schönheit ein. Dein Leben ist und bleibt hässlich, so lange du böse bist in deinem Herzen.

Salome: Ach, das hat mir noch kein Mann ins Gesicht zu sagen gewagt. Ich bin also hässlich. Diese Beleidigung wirst du mir noch büßen.

Gajus: Warte, Salome, lass mich reden. Deine Ratschläge, Johannes, sind ja ehrenwert, aber wie du hier sogar die Prinzessin Salome vor allen Leuten beschimpfst, das geht zu weit. Immerhin ist hier nicht nur einfaches Volk versammelt, sondern auch angesehene Pharisäer und Sadduzäer.

Johannes: Ach ja, seid ihr auch hier? Ihr Schlangenbrut, bildet euch nichts ein auf eure Abstammung und auf eure Religion. Ihr müsst umkehren zu Gott, sonst seid auch ihr nicht zu retten. Ihr seid wie Bäume, die keine gute Frucht bringen, die Axt ist schon an die Wurzel der Bäume gelegt; wer keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.

Gajus: Davon werde ich dem König Meldung machen, wie du hier redest!

Salome: Tu das. Im Gefängnis hat mein Stiefvater sicher noch einen Platz für ihn. Komm, lass uns nach Jerusalem zurückkehren. Hier stinkt es gewaltig.

Johannes: Du hast recht. Es stinkt hier nach Bosheit und eingebildeter Schönheit. Geht nur und denkt daran: Auch ihr könnt umkehren – Gottes Himmelreich ist allen nahe.

Salome und ihr römischer Begleiter verlassen die Menge. Wir hören wieder den Fischern und ihrer Freundin zu.

Simon: Ich fühle mich eigentümlich. Ich will zu Gott umkehren. Ich meine es ernst. Aber werde ich das auch schaffen?

Andreas: Mir geht es auch so. Als Johannes mich getauft hat, habe ich mich gefragt: Genügt es, mit Wasser getauft zu sein? Wer gibt mir die Kraft, durchzuhalten?

Susanna: He, was ist das für ein Mann, der da zu Jesus kommt?

Simon: Er heißt Jesus. Viele sagen, er ist der Messias, der von Gott gesalbte König.

Andreas: Ob Jesus dem König Herodes das Handwerk legen kann?

Johannes der Täufer tauft Jesus

Johannes der Täufer tauft Jesus

Susanna: Was will er hier bei Johannes? Will er ihn ablösen und selber anfangen zu taufen?

Jesus: Johannes, ich will mich von dir taufen lassen.

Johannes: Aber Jesus! Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?

Jesus: Lass es nur zu! Auch ich kann nur gerecht und gut sein, wenn Gott in mir ist und mir Kraft gibt.

Johannes: So taufe ich dich. Gottes Reich ist dir nahe.

Susanna: Das ist merkwürdig. Wieso sieht Jesus nach oben?

Andreas: Er sieht glücklich aus. Als ob er den Himmel offen sieht.

Simon: Als ob er Gott selber reden hört.

Susanna: Gott muss ihm etwas sehr Schönes sagen.

Simon: Ich glaube, Jesus ist wirklich der Messias.

Andreas: Ich glaube, dass Jesus mir die Kraft geben wird, um wirklich zu tun, was Gott von mir will.

Später erzählen die Evangelisten von Jesus, dass er im Augenblick seiner Taufe spürt, wie der Geist Gottes auf ihn herab kommt. Er sieht die Taube aus der Arche Noah und spürt die Kraft des Friedens zwischen Gott und den Menschen. Er hört eine Stimme aus dem Himmel: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Und Andreas hat Recht: Jesus gibt vielen Menschen die Kraft, umzukehren, das Gute zu tun.

Ein Lied sagt mehr als tausend Worte, was Jesus für ein Mensch war. Wir singen das Lied 552:
Einer ist unser Leben

Wir reisen noch einmal in die gleiche Zeit und das gleiche Land, aber nicht an den Jordan, sondern in die Hauptstadt Jerusalem. Wo sind wir dieses Mal wieder gelandet? Es ist dunkel und feucht, und es riecht eklig. Ketten klirren. Das ist ein Gefängnis, und in einer Ecke liegt Johannes. Er kann sich kaum bewegen, Hände und Füße sind mit Ketten an der Wand befestigt.

Gajus: He, Johannes, so sehen wir uns wieder. Ungestraft beleidigt man weder Herodes noch seine Tochter.

Johannes: Stieftochter, lieber Gajus. Wie geht es denn deiner Freundin Salome?

Gajus: Sie ist immer noch wütend auf dich. Ehrlich gesagt: Das war so unnötig. Es hätte sogar was aus euch beiden werden können. Sie stand doch richtiggehend auf dich.

Johannes: Richte ihr aus: Ich habe immer noch kein Interesse an ihr. Aber ich wünsche ihr immer noch, dass sie von ihren bösen Wegen umkehrt.

Gajus: Dann ist dir nicht zu helfen. Aber du hast Besuch. Besuchszeit: fünf Minuten, keine Sekunde länger!

Johannes: Hallo Andreas und Simon, seid ihr bei Jesus gewesen? Habt ihr ihm meine Frage gestellt?

Andreas: Ja, wir haben ihn gefragt: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“

Johannes: Genau, denn ich dachte, wenn er der Messias ist, braucht er doch nicht getauft zu werden.

Simon: Dann hör zu. Jesus hat uns gesagt: „Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“

Johannes: Das habt ihr wirklich gehört und gesehen?

Andreas: Ja, Johannes. Wir sind jetzt auch bei Jesus. Wir folgen ihm nach. Wir spüren Gottes Kraft in seinen Worten und Taten.

Simon: Wir haben wirklich gesehen, wie Jesus den Menschen die Augen öffnet, wie er Kranke heilt.

Andreas: Er ekelt sich nicht einmal vor Menschen mit entsetzlichen Hautausschlägen und Geschwüren. Er fasst sie so liebevoll an, dass sie aufhören, sich zu schämen.

Johannes: Jesus muss wirklich der Messias sein! Helft ihm weiter bei seiner Arbeit!

Gajus: Schluss der Besuchszeit.

Johannes: Aber fünf Minuten sind noch nicht um.

Gajus: Manchmal sind fünf Minuten kürzer als sonst. Manchmal ist ein ganzes Leben kürzer als normal. Johannes, ich muss dir eine schlechte Nachricht überbringen.

Andreas: Was ist passiert?

Gajus: Ihr wisst, König Herodes feiert oben im Palast seinen Geburtstag.

Simon: Ja, mit Tanz und Wein, ganz wie die Römer.

Johannes: Lass mich raten: Salome hat vor ihrem Stiefvater getanzt. Und sie durfte sich von ihm etwas wünschen.

Gajus: So ist es. Du kennst sie schon sehr gut. Ja, sie hat sich etwas gewünscht: „Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen.“

Andreas: Nein!

Simon: Wie entsetzlich! Das darf nicht geschehen!

Gajus: Doch, das wird geschehen. Der König war zwar etwas traurig, weil er dich eigentlich mag. Aber er hat es seiner Tochter nun mal versprochen, und er will sich nicht vor allen Gästen blamieren.

Johannes: Mein Leben steht in Gottes Hand. Mir tut Salome leid. Sie will nicht von ihrer Bosheit lassen. Lebt wohl, Andreas und Simon. Erzählt Jesus von mir.

Andreas: Das werden wir tun.

Simon: Und was passiert mit…

Gajus: …seinem Leichnam? Den könnt ihr nachher abholen und begraben.

Simon und Andreas, die ja inzwischen Jünger von Jesus geworden sind, wir kennen den Simon besser unter dem Namen Petrus, sie kehren zu Jesus zurück. Und was geschieht, als Jesus vom Tod des Johannes erfährt?

Andreas: Jesus, wir müssen dir etwas Trauriges erzählen.

Jesus: Was denn?

Simon: Herodes hat Johannes enthaupten lassen.

Jesus: Erzählt mir alles ganz genau, und dann lasst mich bitte allein.

Als Jesus all das hörte, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Aber als der König Herodes hörte, was man von Jesus erzählte, da sagte er: „Er ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.“

Nein, Jesus ist nicht in Johannes auferstanden. Später ist auch Jesus hingerichtet worden, und dann ist Jesus auferstanden. Nicht in einem anderen Menschen, sondern als der Sohn Gottes im Himmel. Weil Jesus im Himmel ist und weil der Himmel unsichtbar überall ist, darum ist Jesus auch jetzt bei uns, unsichtbar. Er kann uns Kraft geben, das Gute zu tun. Hier und heute. Jeden Tag. Überall. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen das Lied 615:

Kehret um, kehret um, und ihr werdet leben

Ich hatte schon gedacht, in diesem Jahr den Unterricht wieder allein halten zu müssen, da die bisherigen Konfi-Teamer nicht mehr weitermachen konnten. Aber dann kamen ganz kurzfristig, die älteren Geschwister zweier Konfis und sagten: Dürfen wir in diesem Jahr im Konfi-Team mitmachen! Da habe ich nicht Nein gesagt. Ich bitte jetzt die beiden nach vorn, die in diesem Jahr zum Konfi-Team gehören.

Liebe Cara Hölzel und lieber Armando Kersten! Ich danke euch, dass ihr Zeit einsetzt, um im Konfi-Unterricht mitzuhelfen, und ich habe schon gemerkt, dass das wirklich eine große Hilfe für mich ist.

Denkt daran, dass ihr diese Aufgabe nicht nur für mich tut, nicht nur für eure Geschwister in der Gruppe und nicht nur für die Konfi-Gruppe insgesamt. Ihr seid Gottes Mitarbeiter, und Gott lässt euch nicht allein bei dieser Aufgabe. Lasst euch segnen für eure Mitarbeit im Konfi-Team, damit ihr für die Konfis ein Segen seid.

Es segne und behüte euch Gott, der Allmächtige und der Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist! Amen.

Wir stehen auf zum Beten, und die Konfis, die Gebete formuliert haben, kommen hierher nach vorn.

Wir denken an Gott, weil er heilig ist.

Wir beten zu Gott, weil wir an ihn glauben.

Wir beten für Kinder, wenn sie krank sind.

Wir beten für arme Kinder, damit sie ein Dach über dem Kopf haben.

Wir beten für die kranken Leute, damit sie wieder gesund werden.

Wir beten für kranke Leute wegen dem Tod.

Wir beten für Drogensüchtige, sie sollen in eine Therapie gehen.

Wir beten für drogensüchtige Leute, damit sie mit dem Drogennehmen aufhören.

Die Alkoholiker sollen von ihrer Sucht befreit werden.

Wir beten für alles. Denn Jesus will, dass allen Menschen geholfen wird.

Gott, du hörst unsere Gebete. Und zugleich rufst du uns zur Umkehr, damit wir mithelfen, dass dein Wille getan wird. Einige unserer Konfis haben aufgeschrieben, was wir selber tun können, wenn wir nur wollen:

Alle können beten.

Wir können spenden.

Wir können armen Leuten und Kindern und Tieren helfen.

Man soll keine Menschen ärgern.

Man soll keine Menschen töten.

Man soll aufhören, Drogen zu nehmen.

Man soll aufhören zu rauchen.

Man soll nicht stehlen.

Man soll keinen erpressen.

Man soll aufhören, Gott oder Jesus oder andere, die dazu gehören, in den Dreck zu ziehen.

Gott, hilf uns, wenn wir uns ändern wollen. Hilf uns zu erkennen, wo wir umkehren können von bösen Wegen.

Und Gott, behüte und begleite unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihrem Konfi-Jahr. Lass jede einzelne und jeden einzelnen spüren, dass du bei ihnen bist, an jedem Tag ihres Lebens. Wir beten für … .

Begleite auch die Konfi-Begleiter, damit sie gut für die Konfis da sein können. Wir beten für Cara Hölzel und Armando Kersten, die wir mit diesem Dienst beauftragt haben.

In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was wir noch auf dem Herzen haben:

Gebetsstille und Vater unser

Zum Schluss singen wir das Lied 334:

Danke für diesen guten Morgen
Abkündigungen

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Nachspiel: Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn

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