Jesus: gestern – heute – morgen – in Ewigkeit!

Das ist der Kern der christlichen Lehre – in Jesus kam Gottes Liebe persönlich zur Welt, in einem Gestern, an das die Bibel erinnert. Dieser Jesus geht uns in unserem Heute genau so an, wie er damals für die Menschen da war. Unser Herz wird fest, weil wir geliebt sind, heute, morgen, im Neuen Jahr und in alle Ewigkeit.

Drei gelbe Straßenhinweisschilder: "Gestern" - "Heute" - "Morgen"

Jesus ist zu jeder Zeit bei uns – gestern, heute, morgen und in Ewigkeit (Bild: pixabay.com)

direkt-predigtGottesdienst am Altjahrsabend, Montag, den 31. Dezember 2001, um 18.00 Uhr in der evangelischen Pauluskirche Gießen

Guten Abend, liebe Gemeinde!

Zum letzten Gottesdienst der Paulusgemeinde im Jahr 2001 begrüße ich Sie herzlich mit Psalm 103, 8:

„Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“

Trotz vieler Bemühungen ist es nicht gelungen, für diesen Gottesdienst einen Organisten zu gewinnen. Deshalb singen wir heute in der Eingangsliturgie nicht die gewohnten Singstücke, sondern weitere Strophen aus dem ersten Lied.

Ganz herzlich danken wir Herrn Schulz und Herrn d’Amour, die mit der Geige den Gottesdienst musikalisch umrahmen und uns beim Liedgesang begleiten.

Wir singen aus dem Lied 58 zunächst die ersten fünf Strophen:

1) Nun lasst uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben.

2) Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen

3) durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken.

4) Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden,

5) also auch und nicht minder lässt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. „Amen.“

Wie aktuell ist dieses Lied aus der Zeit nach dem 30jährigen Krieg am Ende des Jahres 2001, wenn wir singen von „Krieg und großen Schrecken, die alle Welt bedecken“. Zugleich gilt immer noch die tröstliche Wahrheit, dass Gott uns wie eine gute Mutter in seinem Schoß sitzen lässt, „wenn Not und Trübsal blitzen“. So lasst uns am Ende dieses Jahres still werden und uns auf ihn besinnen, der der einzig wahre Hüter unseres Lebens ist. Wir singen die Strophe 6:

6) Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen.

Im Rückblick auf ein Jahr fällt auf, wie schnell es vergangen ist. So viel hatten wir uns vorgenommen, so viel geplant und vorbereitet. Vieles haben wir durchgeführt, manches nicht vollendet. Aber auch wenn wir scheitern, verlässt Gott uns doch nicht. Wir müssen nicht mehr auf uns laden, als wir tragen können. Gott bleibt uns treu. Wir singen die Strophe 7:

7) Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden.

Menschen, die uns vertraut waren, sind in diesem Jahr gestorben – an sie denken wir besonders heute abend. Wir singen Vers 8:

8) Lass ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden.

Nicht immer war alles gut, was wir getan haben in diesem Jahr. Manchmal auch haben wir Gutes nicht getan, das wir hätten tun sollen. Gott, wir bitten dich um Vergebung! Wir singen Vers 9:

9) Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde.

Das neuerliche Aufflammen des Terrorismus in bisher unvorstellbaren Ausmaßen hat uns in diesem Jahr vor Augen geführt, dass unsere Erde kein Paradies ist. Und wir Menschen – wir sind nur Gast auf Erden, unser Leben ist endlich, gefährdet, vergänglich. Gott, lass uns erkennen, wie kostbar das Leben ist, das du uns schenkst! Wir singen die Strophe 10:

10) Schließ zu die Jammerpforten und lass an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Freudenströme fließen.

Herr, unser Gott, schenke uns nun offene Ohren und ein offenes Herz für dein Wort am letzten Tag im Jahr 2001. Amen.

Wir hören die Lesung aus dem Römerbrief des Paulus, Kapitel 8, Verse 31 bis 39:

31 Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?

32 Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

33 Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht.

34 Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.

35 Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?

36 In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.

37 Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.

38 Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten

39 der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!

Wir singen die Strophe 11:

11) Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, lass Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen.

Glaubensbekenntnis

Wir singen aus dem Lied 63 die Strophen 1 bis 3:

1) Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß.

2) Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen: du armes Herz, warum?

3) Dass nicht vergessen werde, was man so gern vergisst: dass diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft.

Gott gebe uns ein Herz für sein Wort und Worte für unser Herz. Amen.

Zur Predigt hören wir aus dem Hebräerbrief im Kapitel 13 die Verse 8 und 9:

8 Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

9 Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.

Liebe Gemeinde! Nach Weihnachten bekam ich im Autoradio mit, wie die Zuhörer gefragt wurden: „Was war Ihr wichtigstes Ereignis im letzten Jahr?“ Eine junge Frau erzählte von der Geburt ihres ersten Kindes, ein älterer Mann vom Erfolg seiner Arthrose – Selbsthilfegruppe, eine Frau von einer USA-Reise zur Zeit der Terroranschläge. Am meisten beeindruckte mich gleich die erste Stellungnahme. Eine Zuhörerin erzählte von ihrer Krebskrankheit, ihre einschneidendste Erfahrung in diesem Jahr. Zum Schluss sagte sie: „Da habe ich gespürt, dass Gott bei mir ist und bei mir bleibt.“ Das war wie eine kleine Predigt mitten im Alltag. Man merkte es dieser Frau an, dass ihr Herz fest geworden war, trotz ihrer schweren Erkrankung.

Was wäre für uns das wichtigste Ereignis im Jahr 2001? Wenn ich zurückdenke, kommt mir vieles in den Sinn. Den 11. September behält wohl jeder in der Erinnerung, auch wer alles andere aus diesem Jahr vergisst. Der Abschied von der D-Mark ruft uns die Vergänglichkeit des Geldes ins Gedächtnis. Die meisten werden ganz unterschiedliche persönliche Erinnerungen haben – an Geburten und Geburtstage, an Reisen und Begegnungen, an überstandene Krankheiten und bestandene Prüfungen. Auch waren da geliebte Menschen, die man gepflegt hat. Einige von ihnen sind gestorben. Anderes ist in der Erinnerung schnell verblasst und man weiß oft nicht so recht – war das in diesem Jahr oder ist das schon länger her?

Wenn wir nachdenken über das, was vergänglich und vergangen ist, dann möchten wir uns gern auch an etwas festhalten, was nicht vergeht. Das kann sicher nicht die neueste Mode sein, denn nichts veraltet schneller als das jeweils Modernste – das ist bei der Kleidung genau so wie bei Handies. Auch in der Philosophie macht sich ein Trend bemerkbar, der nicht mehr um jeden Preis modern und fortschrittlich sein will. Man besinnt sich darauf, dass Menschen auch früher schon gute Gedanken hatten. Unser Leben ist einfach zu kurz; nicht jeder kann ganz von vorn anfangen und über alles ganz neu nachdenken. Jeder baut auf dem auf, was andere vor ihm angefangen haben.

Für uns Christen gibt es die eine Person, an der wir uns festhalten können: Jesus Christus. Sein Bild muss nicht verblassen, er begleitet uns durch die Jahre, durch fröhliche und durch traurige Stunden. Warum veraltet nicht, was er gesagt hat, warum bleibt aktuell, was er gelehrt hat, warum bleibt er lebendig über die Jahrhunderte und nun schon zwei Jahrtausende hinweg? „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ – warum ist das wahr?

Das hängt mit Weihnachten zusammen. Dieser Mensch Jesus Christus ist ein guter Mensch gewesen, aber nicht nur das. Er ist ein Religionsstifter geworden, aber nicht nur das. Er ist der Sohn des Höchsten selbst; in ihm hat für alle Zeit und Ewigkeit Gott selbst sichtbare, irdische Gestalt angenommen. Ein vergänglicher, sterblicher Mensch wird zur Wohnung des ewigen Gottes.

Es ist wichtig, dass wir uns erinnern – an Jesus gestern: Sein Gestern, seine Vergangenheit, das ist seine Geschichte hier auf Erden, sein Lieben, sein Leiden, sein Tod aus Liebe. Dieses Gestern ist geschehen, so wie wir auch auf Dinge in unserem eigenen Leben zurückblicken: unser Lieben, unser Leiden, unser Lachen, unser Weinen.

Zu diesem Gestern gehört aber auch das, was irdische Augen nicht sehen können und was doch geschehen ist: Jesu Auferweckung vom Tode, Jesu Aufnahme in den Himmel. Jesus Christus herrscht als König über die ganze Welt – unsichtbar und verborgen übt er seitdem die Herrschaft seiner Liebe aus.

So erfahren wir Jesus Christus heute – indem uns sein Himmel im Geiste nahe ist, indem er unser Denken, Fühlen und Handeln prägt, indem er unser Tröster ist, wenn wir untröstlich sind, indem er uns aufrichtet, wenn wir am Ende sind, indem er uns aufrüttelt, wenn wir bequem werden, indem er uns Festigkeit gibt, wenn unser Glaube schwach wird und wir anfangen zu zweifeln.

Der gleiche Jesus Christus geleitet uns auch ins Morgen. Die Zukunft liegt für uns im Dunkeln, weder Zukunftsforschung noch Hellseherei können uns von Ungewissheiten befreien. Gewissheit über unsere Zukunft gibt uns nur der, der selber ewig ist. Wir wissen also nicht genau, was kommen wird, wir sind uns aber gewiss, wer kommen wird, wen wir zu erwarten haben. Jesus Christus, von dessen Liebe uns niemand trennen kann, kommt uns entgegen in der Zukunft.

Besonders tröstlich ist, dass es in unserem Text nicht einfach heißt: „Jesus Christus, gestern, heute und morgen.“ Es heißt: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ Das Morgen, von dem ich sprach, ist nicht einfach nur ein irdisches Morgen, hinter dem irgendwann einmal kein Morgen mehr kommt. Nein, wenn unser irdisches Leben endet, dann ist Jesus Christus noch lange nicht am Ende, er bleibt auch über den Tod hinaus unser Begleiter und unser Erlöser.

Gegen das, was ich gesagt habe, kann es Einwände geben. Zum Beispiel: Woher wollen Sie das so genau wissen, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Ich antworte: Ich weiß es, indem ich glaube, indem ich auf ihn vertraue, indem ich immer wieder in der Bibel anschaue, was von Jesus erzählt wird – er selbst schenkt mir den Glauben durch seinen Geist.

Andere könnten einwenden: Sie predigen so von Jesus, andere predigen anders. Sie legen die Bibel hier und da bildlich aus, andere bestehen auf wörtlicher Auslegung. Wenn Jesus Christus derselbe bleibt in Ewigkeit, müsste dann nicht auch die Bibelauslegung dieselbe bleiben für alle Zeiten? Ich antworte: Gerade im Wandel der Zeiten bleibt Jesus derselbe, wenn er immer wieder neu in jede neue Zeit hineinspricht.

Er bleibt dieselbe Person, doch gerade weil er eine Person und kein zeitloses Prinzip ist, gibt es in ihm auch Unterschiedenheiten: ein „Gestern“ und ein „Heute“ und ein „in Ewigkeit“. Paulus meinte zum Beispiel, dass er den Jesus „nach dem Fleisch“ gar nicht kennen würde – für ihn war wichtiger, was Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung für uns vollbracht hat. In der Offenbarung hört der Prophet Johannes Jesus sagen, dass er in der Ewigkeit einen neuen Namen haben werde. Er bleibt derselbe – und es gibt Veränderungen, die aus ihm keine andere Person machen.

Was ganz sicher in Ewigkeit bestehen bleibt, das ist seine Einheit mit dem Vater im Himmel und seine Liebe zu uns – diese Liebe ist es nämlich, die unser Herz fest werden lässt – „denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“.

Der Hebräerbrief warnt in diesem Zusammenhang vor mancherlei Lehren, vor fremden Lehren. Was ist damit gemeint? Muss alles schlecht sein, was fremd klingt? Auch die christliche Lehre klingt in vielen Ohren fremd, damals wie heute. Ist etwas schon deshalb Irrlehre, wenn es abweicht vom Herkömmlichen, wenn es moderne Fragen aufgreift und zu beantworten sucht? Diesen Vorwurf musste sich schon Jesus selbst gefallen lassen.

Interessant ist, dass unser Predigttext mitten im Satz abgeschnitten ist. Wenn wir ihn zu Ende lesen, erfahren wir eine der falschen Lehren, durch die wir uns nicht umtreiben und verunsichern lassen sollen:

9 Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen.

Es hat damals offenbar unter den Christen auch welche gegeben, die gemeint haben: Der Glaube an Jesus Christus ist schön und gut, aber ein wahrer Christ muss alle Gebote der Bibel erfüllen, der darf zum Beispiel kein Blut essen und kein Schweinefleisch, und manchmal sollte er fasten. Der Hebräerbrief sagt dazu: Das ist nutzlos und überholt. Ein Christ ist an die Speisegebote im Alten Testament nicht gebunden. Sie hatten nur ihren begrenzten Sinn im Vorgestern.

Dahinter steckt eine noch allgemeinere Wahrheit: Unser Herz kann überhaupt nicht fest werden durch eigene Anstrengung. Wenn wir versuchen, perfekte Christen zu sein, indem wir alles richtig machen, genau die richtige Lehre vertreten, eine neue Kirche gründen, in der es garantiert keine Irrlehre gibt – dann erreichen wir das Gegenteil von dem, was wir wollen. Wir setzen uns und andere unter unmenschlichen Druck – und unser Herz bleibt unruhig und umgetrieben. Wir wissen ja nie: Haben wir nun den richtigen Glauben, tun wir immer das Richtige, sind wir in der richtigen Gemeinde, haben wir unsere Sünden genug bekannt?

Das alles ist der falsche Weg. Unser Herz soll fest werden – und das geschieht ganz ohne unser Zutun, durch Gnade, einfach indem wir es an uns und anderen geschehen lassen, bei jedem auf seine Weise, in der Vielfalt der Kinder Gottes. Dass unser Herz fest wird, wird uns geschenkt, weil Gott uns liebt.

Das ist der Kern der christlichen Lehre – in einer Gestalt unserer Menschengeschichte kam Gottes Liebe persönlich zur Welt, ein für allemal, in einem Gestern, an das die Bibel erinnert. Dieser Jesus geht uns in unserem Heute genau so an, wie er damals für die Menschen da war und wie er alle anderen Menschen in ihrer jeweiligen Gegenwart angeht. Unser Herz wird fest, weil wir geliebt sind, heute, morgen, im Neuen Jahr und in alle Ewigkeit. Amen.

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben. Amen.

Wir singen aus dem Lied 357 die Verse 1, 2 und 4:

1) Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt.

2) Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nimmer lässt; mit Diamanten mauert mir’s Gott im Herzen fest. Die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein.

4) Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchten hier und dort..

Lasst uns beten!

Gott, wir sind dir dankbar, dass du uns begegnest mit einem menschlichen Gesicht – mit dem Gesicht einer Person, die liebevoll war und ist und in Ewigkeit bleibt. Wir sind dir dankbar, dass du barmherzig mit uns umgehst und nur eins nicht leiden kannst – wenn wir unbarmherzig sind. Wir danken dir, dass du uns so annimmst, wie wir sind – begrenzte, fehlbare Menschen, die sich nach Liebe und Glück sehnen.

Wir werfen alle unsere Sorgen auf dich, die Sorgen des vergangenen Jahres und die Ungewissheiten dessen, was auf uns zukommt. Wir bitten dich um Verantwortungsbewusstsein und Fingerspitzengefühl für unsere Entscheidungen. Lass uns die Atempause nutzen, bevor es wieder losgeht mit der Hektik des Neuen Jahres, um uns darauf zu besinnen, was wirklich wichtig für uns ist.

Traurig sind wir heute über die, die nicht mehr unter uns leben. Getrost dürfen wir sein, dass sie uns vorausgegangen sind ins himmlische Vaterhaus und ihre ewige Ruhe gefunden haben. Insbesondere denken wir an zwei Verstorbene: Wir beten für Frau … , die in der Woche vor Weihnachten im Alter von … Jahren gestorben ist und vorgestern zu Grabe getragen wurde. Und wir beten für Herrn … , der … seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung gestellt hat.

Herr, unser Tröster, nimm die Verstorbenen auf in dein himmlisches Reich und begleite die Angehörigen auf ihrem Weg der Trauer.

Lass uns zuversichtlich auf deine Barmherzigkeit bauen, führe uns an deiner unsichtbaren Hand durch diese Zeit, leite uns durch deine Liebe an zur Verantwortung für die, die uns anvertraut sind. Amen.

Was wir außerdem auf dem Herzen haben, bringen wir in der Stille vor dich, unser Gott.

Stille und Vater unser

Wir singen aus dem Lied 64 die Strophen 1, 4 und 6:

Der du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen
Abkündigungen

Und nun geht mit Gottes Segen in den letzten Abend des alten Jahres:

Der Herr segne euch und er behüte euch. Er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden. „Amen, Amen, Amen!“

Geigennachspiel

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