Geschwister im Gottvertrauen

Was kümmert uns das Schicksal von Israel, Syrien und Juda vor 2750 Jahren? Heute leiden wieder Menschen in Syrien, Israel und Palästina; und der Hebräerbrief erinnert daran, dass in diese Welt mit ihren unentwirrbaren Widersprüchen Jesus hereingekommen ist, um uns – die er sich nicht schämt, Geschwister zu nennen – Befreiung und Heil zu bringen.

Ein Kreis von Händen, die einander anfassen, in verschiedenen Hautfarben

Geschwister im Gottvertrauen (Foto: pixabay.com)

direkt-predigtAbendmahl am Tisch am Gründonnerstag, 17. April 2014, 19.00 Uhr in der Pauluskirche Gießen (Predigt von Pfarrer Helmut Schütz, Gebete von Prädikantin Gaby Engel, beides formuliert nach intensiver gemeinsamer Vorbereitung)
Orgelvorspiel

Guten Abend, liebe Gemeinde!

Wir begrüßen Sie alle herzlich zu unserem Gründonnerstagsgottesdienst mit Tischabendmahl und anschließendem Grüne-Soße-Essen.

„Das tut zu meinem Gedächtnis“, so sagt es Jesus zu seinen Jüngern beim letzten gemeinsamen Mahl. Genau das wollen wir heute Abend tun, wir wollen uns gemeinsam erinnern an dieses letzte Mahl, das Jesus mit seinen Jüngern zu sich nahm. Der heutige Predigttext versucht einen Brückenschlag zwischen Jesus und den früheren Propheten. Er will aber auch zu uns heutigen Christen sprechen.

Doch zunächst wollen wir das Lied 227 singen.
Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Amen.“

Wir wollen gemeinsam Worte aus Psalm 22 sprechen. Im Gesangbuch stehen sie unter der Nummer 710. Die Männer sprechen gemeinsam mit mit die linksbündigen Verse. Die Frauen lesen die nach rechts eingerückten Verse:

23 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeinde rühmen:

24 Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet;

25 denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er’s.

26 Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten.

27 Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden; und die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.

28 Es werden gedenken und sich zum Herrn bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.

29 Denn des Herrn ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden.

32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird.

Kommt, lasst uns anbeten! „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Herr, wir feiern heute Gründonnerstag, und wir freuen uns auch schon über die grünen Gärten, und einige von uns fiebern schon der Landesgartenschau entgegen, wo es auch grünen und blühen wird. Wir versuchen das Leid der Welt, aber auch dein Leiden für uns schnell auf die Seite zu schieben, damit wir uns nur den schönen Dingen des Lebens widmen können. Wir wollen nicht hören, dass der Gründonnerstag eigentlich Greindonnerstag heißt, weil es zum Greinen, d. h. zum Weinen ist, was damals in Jerusalem geschah.

Den Jüngern war wohl auch eher zum Weinen als zum Lachen, ihr Meister spricht von Verrat, Verleugnung und von seinem baldigen Tod, während sie da zusammen am Tisch sitzen und essen. Dennoch ist dieser Tag sehr wichtig für uns Christen, weil uns Jesus mit diesem letzten Mahl unsere heutige Mahl- und Tischgemeinschaft geschenkt hat. Denn es ist sein Wille, dass wir diese Gemeinschaft aufrechterhalten. „Das tut zu meinem Gedächtnis“, spricht er zu seinen Jüngern. Auch wir sind aufgefordert, das Abendmahl zu seinem Gedächtnis zu feiern. So wollen wir Gott darum bitten, dass wir niemals aufhören werden, uns an die wunderbaren Worte und Taten seines Sohnes zu erinnern.

Wir wollen beten.

Herr Jesus Christus: Du hast dieses wunderbare Sakrament gestiftet, deines Opfers zu gedenken. Lass durch die Gabe deines Leibes und Blutes deine erlösende Kraft unter uns wirken, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und Leben schaffst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wir singen aus dem Lied 578 die ersten vier Strophen:
Aus ungewissen Pfaden rief mich dein Wort heraus

Liebe Gemeinde!

Wir legen Ihnen heute in der Predigt einen Text aus dem Hebräerbrief aus, der im griechischen Urtext so kunstvoll formuliert ist, dass man ihn unmöglich genau so ins Deutsche übertragen kann. Im Deutschen klingt er viel umständlicher und holpriger als im Original. Schwer zu verstehen ist der Text auch darum, weil er ständig das Alte Testament zitiert und davon ausgeht, dass man als jemand, der an Jesus glaubt, doch wohl auch die Bibel, die für Jesus heilig war, in groben Zügen im Kopf hat. Keine Angst, wir erwarten nicht, dass Sie die Bibel auswendig können, das können wir auch nicht. Gott sei Dank gibt es in unseren Bibeln Querverweise, so dass wir einfach nachschlagen können, was wir auf den ersten Blick unverständlich finden.

Unser Text steht in Hebräer 2, 10-18, und wir legen ihn Vers für Vers aus:

10 Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, dass er den, der viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hat, den Anfänger ihres Heils, durch Leiden vollendete.

34 Wörter enthält dieser Satz im Deutschen. Im Urtext sind es nur 25 Wörter, die einen viel eleganteren Satzbau ergeben. Die Rede ist von „Gott, für den und durch den das All ist“ (so die katholische Einheitsübersetzung). Alle Dinge, damit ist alles Geschaffene gemeint, also das gesamte Weltall. Dieser Gott führt viele Söhne zur Herrlichkeit, zum Ruhm, zum Erfolg, indem er den Anführer ihrer Befreiung durch Leiden perfekt macht. Auch so kann man den Sinn dieses Satzes zusammenfassen.

Warum ist hier nur von Söhnen und nicht auch von Töchtern die Rede? Nun ja, der Theologe, der den Hebräerbrief geschrieben hat, war eben ein Mann, der keine feministischen Skrupel kannte. Er schließt zwar Frauen aus dem Kreis der Glaubenden nicht aus, erwähnt zum Beispiel den Glauben der Sara und der Rahab (Hebräer 11, 11.31), aber wo er verallgemeinert, verwendet er nur männliche Ausdrucksformen. Was das Wort „Söhne“ betrifft, ist wichtiger noch, dass er eine Parallele zieht zwischen den vielen Söhnen und dem einen Sohn Gottes. Vom ersten Kapitel an betont der Hebräerbrief, dass Jesus als der Sohn Gottes höher steht als die Engel. Er kennt außerdem noch viele andere Namen für Jesus. Hier nennt er ihn den Anfänger oder Anführer des Heils. Paradox daran erscheint, dass er, der Menschen befreien und zum ewigen Glück führen will, zu diesem Zweck leiden muss. In unseren Augen ist einer, der leidet, ein Versager. Leid ist nicht perfekt, sondern ein Fehler im System. Der Hebräerbrief sieht das anders. Wir werden sehen, warum.

11 Denn weil sie alle von einem kommen, beide, der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen,

12 und spricht (Psalm 22, 23): »Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen.«

Zum Leiden Jesu gehört schon das, dass der Gottessohn, der höher ist als die Engel, sich dennoch als Bruder an die Seite aller Menschen stellt. Als Gottes Sohn ist er heilig wie Gott und kann andere Menschen heilig machen. Zugleich ist er aber auch ganz und gar ein Mensch wie wir; er kommt wie wir von dem einen Gott und ist nicht ein zweiter Gott neben Gott. Vielmehr ist er ein Mensch, der sich in eine Reihe neben und mit uns stellt. Er ist unser Bruder und nennt uns Brüder. Im Griechischen steht da nun ein Wort, das man auch mit „Geschwister“ übersetzen kann. Wie gesagt, da der Hebräerbrief die Frauen in den Kreis der Glaubenden einschließt, sollten wir hier auch die Lutherübersetzung korrigieren und sagen: Jesus schämt sich nicht, die Kinder Gottes Geschwister zu nennen.

Diesen Satz begründet der Hebräerbrief mit einem Zitat aus dem Psalm 22. Vorhin haben wir ihn gebetet:

23 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeinde rühmen.

Dort war es König David gewesen, der die Menschen im Volk Israel nicht als Untertanen, sondern als Brüder, als Geschwister, angeredet hatte. Im Hebräerbrief wird also angedeutet: So wie bereits im Alten Testament der König nicht dem Volk übergeordnet war, sondern ihm als Bruder unter Geschwistern dienen sollte, so will erst recht Jesus als der wahre Sohn Davids uns nicht beherrschen, sondern für uns da sein wie ein Bruder.

13 Und wiederum (Jesaja 8, 17): »Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen«; und wiederum (Jesaja 8, 18): »Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat.«

Mit weiteren Zitaten, dieses Mal aus dem Buch Jesaja, führt der Hebräerbrief seine Argumentation fort. Aber warum sollen gerade diese Worte ein Grund dafür sein, dass Jesus leiden muss: als Bruder an der Seite von Kindern, die auf Gott vertrauen? Das wird klarer, wenn wir einen Blick ins Prophetenbuch Jesaja werfen. Dort steht das erste Zitat in Jesaja 8, 17:

17 Ich will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob, und will auf ihn harren.

Das Vertrauen auf Gott ist in der Zeit Jesajas also ein Warten auf den Gott, der zur Zeit nicht ansprechbar ist, der sich vor den Menschen, die ihm am nächsten stehen, versteckt hat. So betet auch Jesus (Markus 15, 34):

„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Und wie Jesus auf Grund der Machenschaften mächtiger Priester und Politiker sterben muss, ist bereits zur Zeit Jesajas das Volk Israel aus sozialen und politischen Gründen tödlich bedroht. Ich will nicht ins einzelne gehen; in groben Zügen geht es darum, dass der Prophet das Volk Israel im Namen Gottes kritisiert, weil in ihm dieselbe Ausbeutung und Unterdrückung und Machtpolitik herrschen wie in anderen Ländern. Das hat zur Aufspaltung von Gesamt-Israel in die beiden Staaten Juda und Israel geführt, die zeitweise sogar miteinander im Krieg liegen. Zur Zeit Jesajas bedroht der König von Israel gemeinsam mit dem König von Syrien den viel kleineren Staat Juda unter seinem König Ahas. Genau in dieser Zeit, in der Gott scheinbar sein Volk vergessen hat, ist Jesaja dennoch voller Vertrauen auf den Gott Israels; auf ihn will er hoffen und harren. Der Hebräerbrief wiederholt dieses trotzige Glaubensbekenntnis.

Gleich den nächsten Vers Jesaja 8, 18 zitiert der Hebräerbrief ebenfalls:

18 Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir der HERR gegeben hat als Zeichen und Weissagung in Israel vom HERRN Zebaoth, der auf dem Berge Zion wohnt.

Im Hebräerbrief scheint allgemein von Kindern die Rede zu sein, die Gott seinem Sohn als Geschwister anvertraut hat. Im Alten Testament spricht der Prophet Jesaja ganz konkret von zwei eigenen Kindern. Beide haben sprechende Namen, beide sind ihm gegeben, um auf das hinzuweisen, was im Volk Israel nach Gottes Willen geschehen soll. Eins seiner Kinder soll er im Auftrag Gottes Maher-Schalal-Chasch-Bas nennen (Jesaja 8). Warum?

3 Und ich ging zu der Prophetin; die ward schwanger und gebar einen Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Nenne ihn Raubebald-Eilebeute [Maher-Schalal-Chasch-Bas]!

4 Denn ehe der Knabe rufen kann: „Lieber Vater! Liebe Mutter!“, soll die Macht von Damaskus und die Beute aus Samaria weggenommen werden durch den König von Assyrien.

Das heißt, Gott greift auf seine Weise ganz konkret in den Lauf der Geschichte ein. Israel und Syrien fühlen sich stark genug, um das kleine Juda zu besiegen, werden aber von der neuen Weltmacht Assyrien unterworfen und beraubt. So benutzt Gott die wechselvolle Weltpolitik, um ein kleines Volk vor dem Zugriff gieriger Nachbarn zu retten. Von dieser Rettung erzählt der Name, den der andere Sohn des Jesaja trägt. Er heißt Schear-Jaschub, auf Deutsch: „Ein Rest wird umkehren“; gemeinsam mit ihm soll Jesaja zu König Ahas von Juda gehen und ihn trösten (Jesaja 7, 3-4):

3 Aber der HERR sprach zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub…,

4 und sprich zu ihm: Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt…

Die Worte im Hebräerbrief erinnern also daran, dass der Sohn Gottes mit unserer Menschengeschichte sehr eng verknüpft ist, und zwar so eng, dass es uns peinlich erscheint. Was gehen uns die Söhne Jesajas mit ihren merkwürdigen Namen an? Was kümmert uns das Schicksal von Israel, Syrien und Juda vor 2750 Jahren?

Vielleicht nicht viel; aber in unserer Zeit leiden wieder Menschen in Syrien, Israel und Palästina unter fast unlösbaren Kriegen und Konflikten; und der Hebräerbrief mahnt uns, daran zu denken, dass es genau diese unsere konkrete Welt mit all ihren unentwirrbaren Widersprüchen ist, in die Jesus hereingekommen ist, um uns Befreiung und Heil zu bringen. Wenn wir daran denken, dass unsere Welt seit der Zeit Jesajas und Jesu nicht einfacher, nicht wesentlich gerechter, nicht friedlicher geworden ist, kann uns klar werden, dass Jesus, wenn er sich als Bruder an unsere Seite stellt und uns als seine Geschwister anspricht, an seinem Leidensweg wirklich nicht vorbeikommt.

Vor dem letzten Teil der Predigt singen wir aus dem Lied 578 die Strophen 5 bis 8:
Wie steigst du tief hernieder, gehst in uns Menschen ein!

Was bedeutet es nun konkret für uns, Geschwister Jesu im Gottvertrauen zu werden? Wir lesen weiter in Hebräer 2:

14 Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel,

15 und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.

Die Menschenkinder, die Gott geschaffen hat, sind aus Fleisch und Blut. Sie sind sterblich und damit nicht nur dem biologischen Tod ausgeliefert, sondern auch dem Teufel, der sich die Angst vor dem Tod zunutze macht, um die Menschen in seine Gewalt zu bringen. Wer mit dem Glauben an den Teufel nicht so viel anfangen kann, versteht vielleicht so besser, was ich meine: Als sich Eva in der großartigen Erzählung vom Paradies von der Schlange einflüstern lässt, sie werde nicht sterben, wenn sie aufhört, auf Gott zu vertrauen (1. Buch Mose – Genesis 3, 1-5), da beginnt mit dem Misstrauen gegen Gott zugleich eine verzweifelte Angst vor dem Tod, vor dem Abgrund des Nicht-Seins, und der Mensch kann gar nicht anders, als sich immer weiter von Gott und seinen guten Wegen und Geboten zu entfernen. Indem Jesus unser Fleisch und Blut annimmt und sich am Kreuz durch unsere menschliche Sünde töten lässt, hat die gegen Gott gerichtete Macht ihr teuflisches Spiel verloren. Im Vertrauen auf Jesus, der aus Liebe am Kreuz im Gottvertrauen stirbt, können auch wir die Angst vor dem Tod überwinden und müssen nicht mehr Knechte der Sünde und des Teufels sein.

16 Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.

Immer wieder betont der Hebräerbrief: Obwohl der Sohn Gottes in der Rangordnung über den Engeln steht, wird er den Menschen gleich, nicht den Engeln. Die Engel gelten in der Bibel schlicht als dienende Mächte Gottes; sie sollen den Menschen dienen, nicht über sie herrschen. Auch Jesus will nicht über den Menschen stehen, sondern als Bruder für seine Menschengeschwister da sein. Er nimmt sich konkret der Kinder Abrahams an, also der Menschen, die wie Abraham auf Gott vertrauen.

17 Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes.

18 Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.

In allem wird Jesus uns Menschen gleich, um barmherzig sein zu können. Er kann uns verstehen und sich in unser Schicksal einfühlen, weil er wie wir Menschen leiden musste und weil er wie wir der Versuchung ausgesetzt war, das Vertrauen zu Gott zu verlieren und den Einflüsterungen des Teufels zu folgen. Als Opfer des Leidens wurde er uns vollkommen gleich; zum Täter der Sünde wurde er allerdings nicht; er konnte als der Sohn Gottes auf Grund seiner einmaligen Verbindung zu Gott allen Versuchungen widerstehen.

Im Alten Testament brachte ein treuer Hoherpriester für Gott Tieropfer dar, um nachdrücklich um die Vergebung der Sünden des Volkes zu bitten. Für uns Christen ist Jesus ein treuer Hoherpriester, der sich selber als unschuldiges Opfer vor Gott darbringt. So tritt Jesus als Bruder an unsere Seite, um uns von aller Schuld und Sünde zu erlösen. Amen.

Als Geschwister Jesu im Gottvertrauen singen wir das Lied 268:
Strahlen brechen viele aus einem Licht

So wollen wir nun Abendmahl feiern.

Barmherziger Gott und Vater. In diesem Abendmahl begehen wir das herrliche Gedächtnis des bitteren Todes deines lieben Sohnes Jesus Christus.

Darum bitten wir dich: Wirke durch deinen Heiligen Geist in unsern Herzen, dass wir uns mit wahrem Vertrauen deinem Sohne Jesus Christus je länger je mehr ergeben. Speise und erquicke unsere mühseligen und zerschlagenen Herzen durch die Kraft des Heiligen Geistes mit seinem wahren Leib und Blut, mit ihm selbst, dem wahren Gott und Menschen, dem einigen Himmelsbrot.

Gib, dass wir nicht mehr in unsern Sünden, sondern er in uns und wir in ihm leben. Mache uns teilhaftig des neuen und ewigen Bundes der Gnade. Nimm uns alle Zweifel und schenke uns die Gewissheit, du wollest ewig unser gnädiger Vater sein und uns versorgen als deine lieben Kinder und Erben.

Stärke uns durch deine Gnade, dass wir unser Kreuz getrost auf uns nehmen, uns selbst verleugnen, unsern Heiland bekennen und in aller Trübsal mit aufgerichtetem Haupte unseres Heilandes Jesus Christus aus dem Himmel gewärtig sind, der unsern sterblichen Leib seinem verklärten Leibe gleichförmig machen und zu sich nehmen wird in Ewigkeit.

Bevor wir nun das Brot und den Traubensaft teilen, sprechen wir die Worte, die uns Jesus geschenkt hat:

Vater unser und Einsetzungsworte

Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden. Amen.

Kommt, denn es ist alles bereit. Sehet und schmecket, wie freundlich der Herr ist!

Nehmt und gebt weiter, was euch geschenkt ist, lasst uns das Brot des Lebens teilen.

Herumreichen der Körbe

Trinkt aus dem Kelch der Versöhnung, der uns zu Geschwistern werden lässt.

Austeilen der Kelche

Wir singen das Lied 221:

1. Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen: wir sind, die wir von einem Brote essen, aus einem Kelche trinken, Jesu Glieder, Schwestern und Brüder.

2. Wenn wir in Frieden beieinander wohnten, Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willen des Herrn erfüllen.

3. Ach dazu müsse deine Lieb uns dringen! Du wollest, Herr, dies große Werk vollbringen, dass unter einem Hirten eine Herde aus allen werde.

Herr Jesus Christus, ich habe einen so großen Schatz empfangen, der bleibt da bei mir liegen und ruhen, das klage ich dir. Hast du mir den Schatz gegeben und geschenkt, so gib auch, dass er Frucht in mir bringe, mein Wesen ändere und sich auswirke gegenüber meiner Nächsten (EG 776).

Und so wollen wir für unsere Brüder und Schwestern im Glauben bitten: Sei ihnen nahe, wenn sie Zweifel plagen und gib ihnen Kraft für ihr Handeln in deinem Namen.

Wir bitten für die Mächtigen der Welt, lass sie weise Entscheidungen treffen. Hilf ihnen ihren Egoismus zu zügeln, damit sie friedliche Wege gehen.

Wir bitten für die Ohnmächtigen dieser Welt, schicke ihnen Menschen, die ihnen helfen, ihre Ohnmacht zu überwinden.

Wir bitten für alle, die Religionen für gefährlich halten; zeige ihnen Gläubige, die deine Vaterliebe und Barmherzigkeit bezeugen.

Wir bitten für alle, die sich von dir abgewandt haben, lass sie den Weg zurück finden.

Wir bitten für die Einsamen und die Kranken, sende ihnen Kraft und Beistand damit sie Trost und Heil erfahren.

Wir bitten für uns, lass uns jeden Tag aufs Neue Jesu Beispiel folgen und den Hilflosen helfen. Gib uns die Stärke und den Mut, nicht aufzugeben, auch wenn wir Gegenwind erfahren. Amen.

Wir singen das Lied 269:
Christus ist König, jubelt laut! Brüder und Schwestern, auf ihn schaut
Abkündigungen

Der Herr segne dich, und er behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. Amen.

Orgelnachspiel
Grüne-Soße-Essen

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